
Klar ist der Bundeswehr Einstellungstest eine echte Hürde – aber sie ist zu nehmen!
Du hast Dich beworben und jetzt eine Einladung zum Eignungstest bekommen. Das ist schon mal ein gutes Zeichen! Denn offensichtlich ist der Bund der Ansicht, dass Du qualifiziert genug bist, um am Auswahlverfahren teilzunehmen.
Doch mit der Einladung stehen gleich die nächsten Fragen im Raum: Ist der Bundeswehr Einstellungstest schwer? Was muss ich können? Und was kommt eigentlich dran? Soviel vorweg: Ein Spaziergang wird der Eignungstest sicher nicht. Aber es ist machbar! Was Du zum Einstellungstest wissen solltest, erklären wir Dir in diesem Beitrag.
Schaffst Du den Bundeswehr Einstellungstest?
Soldat, Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst: Was die beruflichen Möglichkeiten angeht, bietet die Bundeswehr so viel wie kaum ein anderes Unternehmen. Denn es gibt nicht nur unterschiedliche Laufbahnen, sondern gleichzeitig auch über 1.000 verschiedene Berufe. Und Dein bisheriger Werdegang ist nur ein Aspekt unter vielen. Du kannst Dich zwar als Schüler mit einem guten Schulabschluss bewerben. Aber genauso stehen Dir viele Wege offen, wenn Du schon berufliche Erfahrung mitbringst, als Wiedereinsteller zurückkommen willst – oder andersherum weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung hast. Was am Ende zählt, ist nämlich Deine Eignung.
Nun entsteht durch Deine Bewerbung zwar ein erster Eindruck. Ob Du charakterlich und körperlich für den Dienst bei den Streitkräften geeignet bist, lässt sich aus Deinen Unterlagen aber kaum herauslesen. Und genau deshalb führt die Bundeswehr einen Einstellungstest durch. Er prüft Dich in vielerlei Hinsicht – und bringt so Deine Eignung ans Licht.
Wo der Bundeswehr Einstellungstest stattfindet
Wo Dein Eignungstest stattfindet, hängt in erster Linie davon ab, für welche Laufbahn und welchen Bereich Du Dich beworben hast. Außerdem spielt Dein Wohnort eine Rolle. Es ist nämlich so:
- Willst Du die Laufbahn der Mannschaften, der Unteroffiziere oder der Feldwebel einschlagen, nimmst Du in einem Karrierecenter am Eignungstest teil. Das Assessment findet an acht Karrierecentern statt: Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart und Wilhelmshaven. Ein Karrierecenter ist auch dann zuständig, wenn Du Freiwilligen Wehrdienst leisten möchtest. Denn diesen Wehrdienst absolvierst Du in der Mannschaftslaufbahn. Außerdem prüft Dich ein Karrierecenter, wenn Du den mittleren Dienst anstrebst.
- Willst Du die Offizierslaufbahn einschlagen, kommst Du für den Eignungstest in die Gereon-Kaserne (früher Mudra-Kaserne) in Köln. Hier ist nämlich das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr untergebracht. Dieses Center kümmert sich außerdem um das Auswahlverfahren von Bewerbern, die in den gehobenen oder den höheren Dienst einsteigen wollen. Dein Wohnort ist dabei egal.
Die Anschrift mit Kontaktdaten von Deinem Prüfungsort findest Du im Einladungsschreiben. Und neben einer Wegbeschreibung liegt der Einladung ein Gutschein für ein Zugticket bei. Für Deine Fahrt zum Test kannst Du den Gutschein dann einlösen. So entstehen Dir keine Fahrtkosten.
Wie lange der Eignungstest dauert
Du kannst Dir sicher denken, dass die Testverfahren nicht ganz gleich sind. Als Feldwebel oder Offizier hast Du schließlich eine andere Position und eine deutlich größere Verantwortung, als wenn Du zum Beispiel ein paar Monate lang freiwillig Wehrdienst leistest. Und wenn Du beispielsweise zur Luftwaffe oder in den Sanitätsdienst willst, spielen andere Themen eine Rolle als bei einem zivilen Job in der Wehrverwaltung.
Alles in allem dauert der Einstellungstest in der Regel ein bis drei Tage. Reist Du von weiter an, übernachtest Du kostenfrei in der Kaserne. Für Deine Verpflegung ist ebenfalls gesorgt. Viel Gepäck brauchst Du für Deinen Aufenthalt nicht. Wechselkleidung und ein paar persönliche Dinge reichen aus. Sportkleidung und Hallenschuhe brauchst Du für den Sporttest, außer Du bewirbst Dich für den Freiwilligen Wehrdienst.
Möchtest Du im zivilen Bereich arbeiten, hängt der Ablauf von Deiner Laufbahn ab. Im mittleren nichttechnischen Dienst bearbeitest Du im Karrierecenter den CAT (etwa 1,5 Stunden), danach folgt ein Interview von bis zu etwa einer Stunde. Für eine zivile Ausbildung organisiert meist das zuständige Bundeswehr-Dienstleistungszentrum das Auswahlverfahren, und die Bestandteile unterscheiden sich je nach Standort. Was genau auf Dich zukommt, steht in Deiner Einladung.
Welche Abschnitte das Auswahlverfahren umfasst

Das Auswahlverfahren setzt sich aus mehreren Teilen zusammen.
Der Einstellungstest soll ans Licht bringen, ob Du zur Truppe passt – und die Truppe zu Dir. Außerdem geht es um Deine intellektuelle, körperliche und charakterliche Eignung für Deine gewünschte Verwendung. Anders ausgedrückt heißt das: Durch den Einstellungstest will die Bundeswehr herausfinden, ob und wie Deine berufliche Zukunft bei den Streitkräften aussehen könnte.
Um zu diesen Erkenntnissen zu kommen, musst Du verschiedene Tests absolvieren. Dabei richten sich die Inhalte und auch der Umfang vom Test zwar danach, wofür Du Dich beworben hast. Trotzdem bleibt der grundlegende Ablauf gleich.
Die einzelnen Bausteine der Eignungsprüfung schauen wir uns gleich an. Vorab aber noch ein Hinweis: Die Reihenfolge, in der Du die einzelnen Prüfungen ablegst, kann unterschiedlich sein. Das liegt daran, dass an Deinem Termin mehrere andere Bewerber anwesend sind. Deshalb werdet ihr in kleine Gruppen aufgeteilt. Und während Du mit Deiner Gruppe zum Beispiel mit der schriftlichen Prüfung beginnst, geht es für eine andere Bewerbergruppe zuerst zur ärztlichen Untersuchung. Eine weitere Bewerbergruppe fängt währenddessen mit dem persönlichen Gespräch an. Auf diese Weise sind die Wartezeiten zwischen den einzelnen Stationen kürzer.
Der schriftliche Eignungstest
Der schriftliche Einstellungstest gehört immer zum Auswahlverfahren dazu. In den Karrierecentern und im Assessmentcenter in Köln besteht der schriftliche Teil aus einem Computertest. Nur im Auswahlverfahren für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst kommen ein Aufsatz und eine Rechenarbeit dazu.
Der Aufsatz
Musst Du bei Deinem Einstellungstest einen Aufsatz schreiben, läuft es im Prinzip so, wie Du es aus der Schule kennst. Einen Aufsatz schreibst Du aber nur im Auswahlverfahren für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst: Du wählst eines von drei Themen und hast 75 Minuten Zeit. Dazu kommt dort eine Rechenarbeit von ebenfalls 75 Minuten, bei der Du einen Taschenrechner benutzen darfst.
Der Computertest
Anders als der Aufsatz, der nur im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst auf dem Programm steht, gehört der Computertest in den Karrierecentern und in Köln immer dazu. Der Computertest der Bundeswehr wird auch CAT-Test genannt. CAT ist die Abkürzung für Computer-Assistierte Testung. Dabei gliedert sich der CAT-Test in verschiedene Abschnitte. Wie schon erwähnt, hängen die Inhalte von Deinem Wunschberuf ab. Grundsätzlich solltest Du aber auf Fragen und Aufgaben aus folgenden Bereichen vorbereitet sein:
- Sprachliches Denken
- Rechnerisches Denken (Mathe)
- Technisches Verständnis
- Logisches Denken, unter anderem mit Matrizen
- Konzentrationsvermögen
- Je nach Verwendung Reaktionsfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen
- Psychologischer Test mit einer Selbsteinschätzung zu Deiner Persönlichkeit
Das adaptive Testverfahren
Die Aufgaben bearbeitest Du am Computer. Eine Besonderheit ist, dass die Bundeswehr mit einem adaptiven Testverfahren arbeitet. Dadurch passt sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben an Deine Fähigkeiten an. Wie das geht? Gibst Du eine richtige Antwort, ist die nächste Aufgabe etwas schwieriger. Löst Du eine Frage falsch, folgt eine etwas leichtere Aufgabe. So lässt sich recht schnell ermitteln, wie es um Deine persönlichen Fähigkeiten steht. Denn durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade zeigt sich, ob Du die Antwort wirklich wusstest – oder nur richtig geraten hast und bei einer ähnlich schweren Frage falsch liegst.
Die praktische Prüfung
Der praktische Abschnitt vom Einstellungstest umfasst in erster Linie einen Sporttest – Pflicht für alle militärischen Laufbahnen außer dem Freiwilligen Wehrdienst. Dieser Sporttest heißt offiziell Basis-Fitness-Test der Personalgewinnung, oder kurz BFT PerG. Du hast dabei drei Stationen vor Dir.
1. Station: 11 x 10 Meter-Sprinttest
Den Anfang beim Sporttest macht ein Sprinttest. Als Mischung aus Pendellauf und Geschicklichkeitstest geht es hier um Deine Schnelligkeit und Deine Koordination. Der Ablauf ist so:
- Du legst Dich bäuchlings auf eine Matte. Deine Beine sind ausgestreckt, Deine Arme liegen neben Deinem Oberkörper. Du liegst also ganz flach und Dein Blick geht nach vorne.
- Nach dem Startkommando springst Du so schnell wie möglich auf und sprintest zehn Meter geradeaus. Als Wendepunkt ist eine Pylone aufgestellt.
- Um die Pylone läufst Du herum und rennst anschließend zur Matte zurück.
- Die Matte läufst Du von einer Außenseite her an. Dann legst Du Dich wieder bäuchlings auf die Matte und klatscht Deine Hände auf dem Rücken zusammen.
- Das war die erste Runde. Und diesen Ablauf wiederholst Du noch vier weitere Male.
- Nach fünf kompletten Runden richtest Du Dich ein letztes Mal auf und sprintest bis zur Pylone. Ist der elfte Sprint geschafft, stoppt der Prüfer Deine Zeit.
Den ganzen Durchlauf musst Du in weniger als 60 Sekunden schaffen. Brauchst Du länger als eine Minute, hast Du den Sprinttest nicht bestanden. Andersherum ist Deine Wertung natürlich umso besser, je schneller Du bist.
2. Station: Klimmhang-Test
Nach dem Sprinttest geht es mit einer Kraftübung weiter. Dafür ist ein Reck aufgebaut. Und an diesem Reck nimmst Du die Endposition von einem normalen Klimmzug ein. Dabei greifst Du die Reckstange ungefähr schulterbreit im Kammgriff. Du musst Dich aber nicht nach oben ziehen. Denn als Starthilfe steht ein kleiner Kasten unter der Reckstange.
Hast Du die richtige Position eingenommen, läuft Deine Zeit. Gemessen wird solange, bis Du soweit nach unten absinkst, dass Dein Kinn tiefer ist als die Reckstange. Als Mindestanforderung bei dieser Übung gilt, dass Du die Position fünf Sekunden halten musst.
3. Station: 3.000 Meter-Fahrrad-Ergometer-Test
Die letzte Aufgabe vom BFT testet Deine Ausdauer. Du sitzt dafür auf einem Fahrrad-Ergometer und musst drei Kilometer radeln. Und für diese Strecke hast Du höchstens sechseinhalb Minuten Zeit.
Der Widerstand beim Fahrradergometer ist auf 130 Watt voreingestellt. Belässt Du es bei dieser Leistung und trittst mit rund 80 Umdrehungen pro Minute in die Pedale, kommst Du rechtzeitig ins Ziel. Du kannst die Einstellung aber jederzeit erhöhen, die 130 Watt darfst Du nicht unterschreiten. Eine höhere Leistung führt dazu, dass Du mit jeder Umdrehung mehr Meter zurücklegst. Allerdings ist das Radeln durch den größeren Widerstand natürlich auch anstrengender.
Extra-Übung bei der Feuerwehr
Hast Du Dich bei der Feuerwehr beworben, erwartet Dich im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst zusätzlich eine Übung auf dem Schwebebalken. Deine Aufgabe besteht darin, den Balken in höchstens 31 Sekunden sicher zu überqueren, am Ende kontrolliert umzudrehen, bis zur Mitte zurückzugehen, dort drei Schritte rückwärts zu gehen und dann in Blickrichtung abzuspringen. Durch die Übung testet die Bundeswehr Dein Gleichgewicht und Deine Trittsicherheit.
Ein Wort zum Basis-Fitness-Test und zum Physical Fitness Test
Lass Dich nicht verwirren, wenn Du auf eine andere Version vom Basis-Fitness-Test triffst – nämlich mit einem Lauf über 1.000 Meter als dritte Übung. Denn das ist der normale Bundeswehr Sporttest, den alle aktiven Soldaten einmal im Jahr ablegen, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen. Bekommst Du eine Zusage, wirst Du den BFT mit dem 1.000-Meter-Lauf bald ebenfalls machen. Beim Einstellungstest ist aber der Fahrradergometer-Test Deine Konditionsübung. Das ist übrigens auch der Grund, warum der Sporttest im Auswahlverfahren den Zusatz “Personalgewinnung” hat.
In Büchern, Erfahrungsberichten und anderen Beiträgen online, die schon etwas älter sind, wird Dir eine Sportprüfung namens Physical Fitness Test – kurz PFT – begegnen. Mit einem Pendellauf, dem Standweitsprung, Sit-Ups, Liegestütze und dem Cooper-Test beinhaltet der PFT fünf Disziplinen. Und früher war der Physical Fitness Test der Sporttest, den Bewerber und Soldaten ablegten. Vor einigen Jahren wurde der PFT aber flächendeckend durch den BFT ersetzt. Wenn Du irgendwo liest, dass Du beim Eignungstest am Physical Fitness Test teilnimmst, ist diese Information also veraltet. Denn der PFT wird seit Jahren nicht mehr durchgeführt.
Weitere Bestandteile vom praktischen Eignungstest
Bewirbst Du Dich für eine zivile Ausbildung, unterscheiden sich die Bestandteile je nach Standort. In Holzdorf gehören zum Beispiel ein schriftlicher Test (unter anderem Mathematik, Physik und Technik), ein praktischer Teil und ein kurzes Kennenlerngespräch dazu.
Der mündliche Teil vom Einstellungstest
Auch ein mündlicher Abschnitt gehört zum Auswahlverfahren. Und hier bildet das Vorstellungsgespräch das Kernelement. Nimmst Du am Einstellungstest für angehende Offiziere teil, kommen für Dich außerdem ein Gruppensituationsverfahren und eine Studienberatung dazu.
Das Vorstellungsgespräch
Im Zusammenhang mit dem Bewerbungsgespräch im Rahmen des Auswahlverfahrens ist oft auch von einem psychologischen Gespräch die Rede. Ein Grund dafür ist, dass eine Assessmentpsychologin oder ein Assessmentpsychologe das Gespräch führt. Daneben ist ein Vertreter des Militärs mit einem höheren Dienstgrad dabei, der Assessmentoffizier. Ein anderer Grund ist, dass es im Vorstellungsgespräch um Deine Persönlichkeit, Deinen Charakter und Deine Motivation geht. Deshalb werden Dir auch ein paar psychologische Fragen gestellt. Und als dritter Grund kommt dazu, dass aus dem Gespräch ein Persönlichkeitsprofil entsteht. Auf dieser Basis wird eine Laufbahn für Dich empfohlen.
Das klingt jetzt alles ziemlich kompliziert. Tatsächlich unterscheidet sich das persönliche Interview aber letztlich nicht von einem ganz normalen Bewerbungsgespräch. Das heißt: Die Prüfer werden Fragen zu Deinem bisherigen Werdegang und Deiner Biographie stellen. Außerdem werden sie Dich zu Deinen Interessen, Deinen Stärken, Deinen Schwächen und anderen Eigenschaften befragen. Und sie werden von Dir wissen wollen, warum Du zur Bundeswehr willst und warum Du Dich ausgerechnet für diese Tätigkeit in dieser Laufbahn entschieden hast. Deine beruflichen Ziele und Dein Wissen über die Bundeswehr werden genauso Thema sein wie kritische Aspekte. Auslandseinsätze, der Gebrauch von Waffen, die Risiken des Soldatenberufs oder der Dienst an bundesweiten Standorten sind Beispiele dafür.
Das Gruppensituationsverfahren
Offiziere gehören zum Führungspersonal der Bundeswehr. Sie brauchen deshalb Durchsetzungsvermögen, kommunikatives Geschick und ein sicheres Auftreten. Sie müssen Situationen schnell erfassen und flott Entscheidungen treffen können. Genauso brauchen sie aber auch Teamgeist und die Bereitschaft, mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Ob Du als Bewerber in der Offizierslaufbahn solche Eigenschaften mitbringst, zeigt sich im sogenannten Gruppensituationsverfahren.
Dabei löst Du mit wenigen Mitbewerbenden nach festen Regeln eine Planungs- und Organisationsaufgabe; beobachtet wird, wie Du planst, Dich einbringst und Verantwortung übernimmst. Die genauen Bestandteile veröffentlicht die Bundeswehr für Offiziere nicht. Ein Gruppensituationsverfahren gibt es auch im gehobenen zivilen Dienst; dort hältst Du außerdem einen Kurzvortrag zu einem vorgegebenen Thema.
Die Studienberatung
Als Offiziersanwärter absolvierst Du eine militärische Ausbildung und gleichzeitig ein Studium. Du lernst also zwei Berufe auf einmal, nämlich zum einen den Beruf des Offiziers und zum anderen einen akademischen Beruf. Welcher akademische Beruf es wird, soll die Studienberatung beim Einstellungstest klären.
Der zuständige Bundeswehr-Mitarbeiter arbeitet dafür mit einem speziellen Computerprogramm. Dort trägt er Deinen Schulabschluss, Deine Schulnoten und Deine Ergebnisse vom Eignungstest ein. Diese Angaben werden zu einem Profil zusammengefasst und mit den Studiengängen abgeglichen, die bei der Bundeswehr möglich sind. Auf dieser Basis kann Dir der Mitarbeiter dann einen passenden und freien Studienplatz anbieten.
Die ärztliche Untersuchung
Eine stabile Gesundheit ist für die Tätigkeit als Soldatin oder Soldat unverzichtbar. Dass Du fit bist, stellst Du beim Sporttest unter Beweis. Und ob Du die gesundheitlichen und körperlichen Voraussetzungen mitbringst, zeigt sich bei der ärztlichen Untersuchung. Sie heißt deshalb auch Eignungsuntersuchung. Vielleicht ist Dir das Ganze als sogenannte Musterung ein Begriff.
Der medizinische Check setzt sich jedenfalls aus verschiedenen Teiluntersuchungen zusammen. Dazu zählen ein Seh-, ein Hör- und ein Drogentest. Dein Gewicht und Deine Größe werden ermittelt, Dein Taille-Größe-Verhältnis (WHtR) wird ausgerechnet und Dein Blutdruck wird gemessen. Der Arzt hört Deine Lunge ab, überprüft Deine Körperhaltung und testet die Beweglichkeit Deiner Gelenke. Außerdem bespricht er mit Dir Allergien, Vorerkrankungen und andere Punkte in Deiner Krankengeschichte.
Wenn Du alle Stationen erfolgreich durchlaufen hast
Nach dem Vorstellungsgespräch wird das Interview ausgewertet. Dann erfährst Du, welche Laufbahn für Dich empfohlen wird. Ist alles optimal gelaufen, wirst Du in Deinem Berufswunsch bestätigt. Genauso ist aber denkbar, dass eine andere militärische Laufbahn als bessere Lösung gilt oder dass Dir erst einmal der Freiwillige Wehrdienst empfohlen wird. Vielleicht wird Dir auch geraten, im zivilen Bereich einzusteigen und später eventuell in den militärischen Bereich zu wechseln.
Kannst Du Dich mit diesem Vorschlag anfreunden, gehst Du zur Einplanung. Dort erwartet Dich ein Mitarbeiter, dem alle Deine Unterlagen und sämtliche Testergebnisse vorliegen. Auf Basis dieses Profils macht Dir der Einplaner dann ein Angebot. Natürlich wird er dabei versuchen, Deine Wünsche zu berücksichtigen. Aber er muss eben auch Deine Eignung und den Bedarf der Bundeswehr im Blick behalten. Doch keine Sorge: Der Einplaner kann in aller Regel auf verschiedene Dienstposten zurückgreifen, die für Dich in Frage kommen. Du kannst dann direkt zuschnappen, wenn etwas für Dich dabei ist. Oder Du lässt Deine Daten speichern und entscheidest Dich später.
Und wenn vorher schon Schluss ist?
Natürlich kann es passieren, dass Du es erst gar nicht bis zur Einplanung schaffst. Das setzt nämlich voraus, dass Du alle einzelnen Abschnitte vom Bundeswehr Auswahlverfahren bestanden hast. Haben Deine Leistungen bei einer Prüfung nicht ausgereicht, bist Du bei diesem Einzeltest und damit gleichzeitig beim gesamten Einstellungstest durchgefallen. Das wird Dich vielleicht ärgern oder Du wirst enttäuscht sein. Aber die Welt geht davon nicht unter. Denn Du kannst Dich neu bewerben und den Test wiederholen.
Wie Du Dich auf den Eignungstest vorbereiten kannst
Du kannst für alle Abschnitte vom Bundeswehr Einstellungstest gezielt üben. Dazu gehört zunächst einmal, dass Du Dich über den Ablauf und die Bausteine vom Einstellungstest informierst. So weißt Du nämlich, was auf Dich zukommt. Wir haben viele Beiträge für Dich vorbereitet, in denen Du ausführliche Informationen über die Inhalte der Testverfahren in den verschiedenen Laufbahnen und Berufen nachlesen kannst. Natürlich findest Du auch an anderer Stelle online weitere Informationen. Auf der Webseite und der speziellen Karriere-Seite der Bundeswehr, in Foren, in Facebook Gruppen und auf weiteren Seiten zu diesem Thema zum Beispiel.
Die beste Vorbereitung auf den schriftlichen Einstellungstest ist, wenn Du Übungsaufgaben löst. Dabei ist entscheidend, dass Du Dich mit den Aufgabentypen vertraust machst. Hast Du das Schema hinter den Fragen einmal durchschaut, weißt Du nämlich, worauf Du beim Lösen achten musst. Einen ersten Eindruck vom Computertest vermittelt Dir der Assessment Trainer der Bundeswehr. Ausführlicher kannst Du auf unserer Seite üben. Wir stellen Dir jede Menge Übungsaufgaben und Online-Tests zu allen Themenbereichen zur Verfügung. Hilfreich sind auch Bücher, die sich mit Einstellungstests beschäftigen. Dabei kannst Du ruhig auch zu Büchern greifen, die sich mit den Auswahlverfahren der Polizei, der Feuerwehr oder vom Zoll beschäftigen. Denn die Aufgaben hier sind ähnlich.
Bei Deiner Vorbereitung auf den Sporttest richtest Du Deinen Trainingsplan am besten gezielt auf die Übungen aus, die beim BFT drankommen. Mit Blick auf das Vorstellungsgespräch wiederum gehst Du am besten die klassischen Fragen von Bewerbungsgesprächen durch.
Fazit
Die Frage “Ist der Bundeswehr Einstellungstest schwer?” lässt sich pauschal eigentlich nicht beantworten. Natürlich ist der Test für niemanden ein Kinderspiel. Das liegt allein schon daran, dass Du einen dicht getakteten Testtag mit mehreren Einzelprüfungen vor Dir hast. Dazu kommen die Prüfungssituation und die ungewohnte Umgebung.
Wie schwer der Test ist, ist aber immer auch eine subjektive Sache. Wenn Du Dir Beiträge in Foren durchliest oder Dir Erfahrungsberichte von Bewerbern anschaust, wirst Du feststellen, dass die Meinungen weit auseinandergehen. So gibt es Teilnehmer, für die der Bundeswehr Eignungstest kein Problem war, während ihn andere Teilnehmer als sehr schwer empfanden.
Doch egal, ob eher leicht oder sehr anspruchsvoll: Machbar ist der Einstellungstest auf jeden Fall. Sonst gäbe es ja nicht jedes Jahr sehr viele Soldaten, Azubis und Zivilisten, die ihren beruflichen Weg bei der Bundeswehr beginnen. Und der Schlüssel zu einem erfolgreichen Abschneiden ist und bleibt eine gute Vorbereitung. Je mehr Du für den Eignungstest geübt hast, desto besser sind Deine Chancen auf gute Ergebnisse. Gute Ergebnisse wiederum sichern Dir die Möglichkeit, einen Dienstposten in dem Bereich zu ergattern, den Du Dir vorgestellt hast. Deshalb: Nutze die Zeit bis zur Prüfung für eine gründliche Vorbereitung. Und wir helfen Dir dabei!


