Bundeswehr Einstellungstest Drogentest: Alle Infos

Aktualisiert am 5. Oktober 2026 von Ömer Bekar

Kurz beantwortet

Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung gibst du eine Urinprobe ab, die auch auf Drogen geprüft wird. Ein positiver Drogentest ist ein absolutes Einstellungshindernis. Cannabis ist im Urin laut drugcom.de bei seltenem Konsum etwa 2 bis 3 Tage nachweisbar, bei chronischem Konsum bis zu 12 Wochen. Cannabis bleibt für Soldaten trotz Legalisierung verboten.

Infos zum Bundeswehr Einstellungstest Drogentest

Bei einem positiven Drogenscreening sieht es schlecht für Dich aus.

Das Auswahlverfahren der Bundeswehr gliedert sich in mehrere Abschnitte: ein Computertest, ein Vorstellungsgespräch, die ärztliche Begutachtung und – außer beim Freiwilligen Wehrdienst – ein Sporttest. Je nach Laufbahn und Beruf können noch ein Assessment-Center oder eine praktische Prüfung dazukommen.

Und dann gibt es da noch die ärztliche Untersuchung. Sie nimmt sich in einem umfassenden Check Deine körperliche und Deine psychische Gesundheit vor. Ein Bestandteil der ärztlichen Untersuchung ist der Drogentest. Und alles, was Du dazu wissen musst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Auswahltest der Bundeswehr online vorbereiten

Der Beruf als Soldatin oder Soldat stellt hohe Anforderungen an Dich – und das mit Blick auf Dein Wissen und Können genauso wie körperlich und psychisch. Deshalb brauchst Du nicht nur Qualifikationen. Du solltest zwar etwas im Köpfchen haben. Aber den Soldatenberuf lernst Du im Zuge Deiner militärischen Ausbildung. Je nach Laufbahn und Verwendung erlernst Du zusätzlich dazu auch gleich noch einen zweiten – zivilen oder akademischen – Beruf.

Doch was Du auf jeden Fall mitbringen musst, sind eine starke Persönlichkeit, eine gute Gesundheit und eine ordentliche körperliche Verfassung. All das macht die notwendige Eignung aus. Und wie es damit aussieht, zeigt sich beim Einstellungstest. Deine Fitness prüft das Karrierecenter im Sporttest, den alle Bewerber für militärische Laufbahnen außer dem Freiwilligen Wehrdienst ablegen. Beim Vorstellungsgespräch stehen Deine Motivation und Deine Persönlichkeit im Mittelpunkt.

Die ärztliche Untersuchung wiederum bringt ans Licht, ob und wie gesund Du bist. Dazu führt der medizinische Dienst verschiedene Untersuchungen durch. Im Ergebnis stellt er dann fest, ob Du diensttauglich bist und ob es irgendwelche Einschränkungen gibt. Dabei gibst Du im Rahmen der ärztlichen Untersuchung auch eine Urinprobe ab. Diese wird unter anderem für einen Drogentest verwendet. Gerade der Bundeswehr Einstellungstest Drogentest wirft aber regelmäßig Fragen auf. Und führt immer wieder zu Diskussionen. Wir haben deshalb alle wichtigen Informationen zu diesem Thema für Dich zusammengestellt.

Führt die Bundeswehr bei Bewerbern überhaupt einen Drogentest durch?

Wenn Du online recherchierst, wirst Du – vor allem in älteren Beiträgen – manchmal auf die Information stoßen, dass die Bundeswehr keinen Drogentest macht. Oder dass der ärztliche Dienst bei Bewerbern bestenfalls stichprobenartig Drogentests durchführt. Stattdessen würde er den Urintest vor allem verwenden, um bestimmte Werte zu ermitteln, die auf Krankheiten wie Diabetes, Hepatitis oder Gicht hinweisen.

In anderen Beiträgen ist zu lesen, dass sich die Drogentests auf Bewerber beschränken, die im Dienst Autos und andere Fahrzeuge führen oder mit Waffensystemen arbeiten werden. Manchmal gibt es auch den Hinweis, dass ein Drogentest überhaupt nur dann zulässig ist, wenn ein begründeter Verdacht auf Drogenkonsum besteht. Gibt es einen solchen Verdacht nicht, musst Du dem Drogentest ausdrücklich zustimmen – und kannst ihn jederzeit verweigern.

Um es ganz klar zu sagen: Solche Informationen sind absoluter Blödsinn.

Ähnlich wie bei der Polizei und einigen anderen Arbeitgebern gehört auch bei der Bundeswehr ein Drogentest zur ärztlichen Untersuchung dazu. Und die Aussage, dass der Test nur bei Waffenträgern durchgeführt wird, ist allein schon deshalb Quatsch, weil jeder Soldat eine Waffe trägt. Ebenso wie jede Soldatin und jeder Soldat bei der allgemeinmilitärischen Grundausbildung – also in den ersten drei Monaten der Dienstzeit – eine Waffen- und Schießausbildung durchläuft. Und: Verweigerst Du den Drogentest, ist das Auswahlverfahren für Dich beendet.

Wie läuft der Drogentest beim Eignungstest ab?

Bei der Eignungsuntersuchung gibst Du eine Urinprobe ab, die unter anderem auf Drogen untersucht wird. Verweigerst Du den Drogentest, endet das Bewerbungsverfahren.

Ein positiver Drogentest ist ein absolutes Einstellungshindernis.

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Welche Vorgaben gelten beim Drogenscreening?

Die Richtlinien dafür, wie der ärztliche Dienst der Bundeswehr Deine Tauglichkeit bewertet, ergeben sich aus den Allgemeinen Vorgaben zur Durchführung der wehrmedizinischen Begutachtung (A1-831/0-4000), dem Nachfolgeregelwerk der früheren ZDv 46/1. Sie bezieht sich aber nicht nur auf den Drogentest, sondern enthält die Regelungen für alle gesundheitlichen Aspekte, die für die Feststellung der Tauglichkeit eine Rolle spielen.

Für den Drogentest gilt: Ein positiver Drogentest ist ein absolutes Einstellungshindernis. Drogenkonsum, der mehr als zwei Jahre zurückliegt, wird dagegen nicht bewertet.

Was versteht die Bundeswehr unter Drogen?

Als Drogen gelten vor allem die Betäubungsmittel, die im Betäubungsmittelgesetz aufgeführt sind. Cannabis steht seit dem 1. April 2024 nicht mehr im Betäubungsmittelgesetz, sondern im Konsumcannabisgesetz. Für Soldatinnen und Soldaten ändert das nichts: Besitz und Konsum bleiben im und außer Dienst untersagt. Umgangssprachlich wird zwischen weichen und harten Drogen unterschieden. Für den Drogentest spielt das keine Rolle: Jeder positive Befund ist ein absolutes Einstellungshindernis.

  • Zu den weichen Drogen gehören zum Beispiel Cannabis (THC), Marihuana und Haschisch.
  • Als harte Drogen werden beispielsweise Kokain, Heroin, LSD, Opiate, Ecstasy oder Speed gewertet.

Ein früherer Drogenkonsum, der weniger als zwei Jahre zurückliegt, wird im Rahmen der ärztlichen Untersuchung bewertet.

Wie lange sind die Substanzen im Urin nachweisbar?

Beim Drogenscreening testet der ärztliche Dienst Dein Urin auf aktive Substanzen und auf Abbauprodukte. Allerdings gibt es recht große Unterschiede, was die Abbauzeiten von Substanzen angeht. Hier ein paar Richtwerte:

Was? nachweisbar im Urin
THC-COOH als Abbauprodukt von Cannabis (THC) seltener Konsum: 2 bis 3 Tage, regelmäßiger Konsum: 6 bis 8 Wochen, chronischer Konsum: bis zu 12 Wochen
Speed 1 bis 3 Tage
Ecstasy 1 bis 4 Tage
LSD 1 bis 2 Tage
Kokain 2 bis 4 Tage
Heroin 1 bis 4 Tage
Crystal 1 bis 3 Tage
Methadon 2 bis 3 Tage

Quelle: drugcom.de, ein Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA): „Wie lange können Drogen im Körper nachgewiesen werden?“, abgerufen im September 2026.

Diese Zeiten sind nur ungefähre Anhaltspunkte, in der Fachliteratur gibt es unterschiedliche Angaben. Wie lange eine Substanz im Urin nachgewiesen werden kann, hängt unter anderem von der Menge und der Häufigkeit des Konsums, vom individuellen Abbau und von den Nachweisgrenzen des Testverfahrens ab. Im Blut sind die Nachweiszeiten noch einmal anders. Du solltest Dich deshalb nicht auf irgendwelche Zahlen verlassen. Wenn Du Soldat werden willst, dann lass die Nummer mit den Rauschmitteln weg.

Übrigens: Du musst Dir keine Sorgen machen, wenn Du kürzlich Medikamente nehmen musstest. Schmerzmittel, Antibiotika und andere Arzneimittel sind zwar einige Zeit nachweisbar. Und sie können sowohl die Urin- als auch die Blutwerte beeinflussen. Aber der medizinische Dienst weiß durchaus zu unterscheiden, ob Du Drogen oder notwendige Medikamente eingenommen hast. Und er kann veränderte Werte richtig einordnen. Zumal Du die Sache im persönlichen Gespräch mit dem Arzt auch noch einmal richtigstellen kannst.

Warum ist die Bundeswehr in Sachen Drogenkonsum sehr streng?

Kein Arbeitgeber will, dass seine Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen, wenn sie gekifft oder getrunken haben. Oder dass sie gar während der Arbeitszeit zu Drogen, Alkohol und ähnlichen Dingen greifen. Wer mit irgendwelchen Substanzen im Blut erwischt wird, bekommt im günstigsten Fall eine Abmahnung. Im schlimmsten Fall droht die sofortige Kündigung.

Die Bundeswehr ist da keine Ausnahme. Allerdings läuft die Sache hier strenger. Maßgeblich dabei sind zwei Dinge. Der erste Punkt ist das Soldatengesetz. Nach § 17a Abs. 1 Soldatengesetz muss ein Soldat alles tun, was in seiner Macht steht, um seine Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Und er darf nichts machen, was seine Gesundheit vorsätzlich oder grob fahrlässig beeinträchtigt. Dazu gehört eben auch, dass er keine Drogen nimmt.

Der zweite Punkt ist die Zentralrichtlinie A2-2630/0-0-2 „Leben in der militärischen Gemeinschaft“, die die frühere Zentrale Dienstvorschrift 10/5 abgelöst hat. Darin ist klar und unmissverständlich geregelt, dass “der unbefugte Besitz und/oder Konsum von Betäubungsmitteln für Soldaten im und außer Dienst verboten“ ist. Das gilt für Drogen aller Art – und es gibt keine Ausnahmen. Hältst Du Dich nicht an die Vorschrift, musst Du mit einem Disziplinarverfahren rechnen. Und selbst eine Entlassung aus dem Dienst ist möglich.

Übrigens: Du kannst Dich später nicht darauf berufen, dass Du von all dem nichts wusstest. Denn in den ersten Wochen nach Deinem Diensteintritt wirst Du über die Gefahren des Drogengebrauchs aufgeklärt. Und Du wirst darüber informiert, welche dienst- und strafrechtlichen Folgen auf Dich zukommen können. Auch diese Aufklärung ist in der Dienstvorschrift festgelegt. Aber eigentlich sollte Dir auch so klar sein, dass Betäubungsmittel keine gute Idee sind – weder als Soldat noch im Allgemeinen.

Was wird bei der ärztlichen Untersuchung noch geprüft?

Der Bundeswehr Einstellungstest Drogentest ist nur ein kleiner Teil der ärztlichen Untersuchung. Ergänzt wird er durch viele andere Tests. So machst Du zum Beispiel auch einen Seh- und einen Hörtest. Daneben werden Deine Größe und Dein Taillenumfang gemessen. Mit diesen Werten wird Deine Waist-to-Height-Ratio (WHtR) ausgerechnet. Außerdem wird Dein Blutdruck überprüft und Deine Lunge abgehört. Der Arzt schaut sich Deine Körperhaltung an und testet Deine Reflexe. Und er lässt Dich ein paar Übungen machen, um zu sehen, ob Du zum Beispiel gerade laufen und Dich problemlos aufrichten kannst.

Ein ausführliches Gespräch gehört ebenfalls zur ärztlichen Untersuchung. Bei diesem Gespräch wird Dich der Arzt unter anderem zu Allergien, Vorerkrankungen, alten Unfallverletzungen und häufigeren Krankheiten in Deiner Familie befragen. Du wirst also einmal komplett durchgecheckt. Und das ist notwendig, denn die Bundeswehr muss feststellen, ob Du aus medizinischer Sicht für den Dienst als Soldat geeignet bist. Und ob Du aus gesundheitlichen oder körperlichen Gründen für bestimmte Verwendungen nicht in Frage kommst.

Du musst vor der ärztlichen Untersuchung aber keine Angst haben. Niemand will Dir was Böses. Gibt der Bundeswehr-Arzt grünes Licht, erfüllst Du schon einmal eine wichtige Voraussetzung. Und selbst wenn er kleinere Einschränkungen feststellt, bleiben jede Menge mögliche Verwendungen übrig. Ganz nebenbei kannst Du Dir nach dem Check sicher sein, dass Du eine gute Gesundheit hast.

Übrigens: Was ein anderer Arzt bewirken kann

Bist Du mit den Untersuchungsergebnissen des Bundeswehr-Arztes nicht einverstanden, sprich das am besten gleich vor Ort an. Befunde Deiner behandelnden Ärzte kannst Du zur Untersuchung mitbringen. Beim Drogentest hilft Dir das aber nicht: Ein positiver Drogentest ist ein absolutes Einstellungshindernis, daran ändert auch ein zweiter Arzt nichts.

Nur muss Dir folgendes klar sein: Ein ziviler Arzt, der nichts mit der Bundeswehr zu tun hat, kann durchaus zu völlig anderen Ergebnissen kommen. Im Zweifel wird Dir das aber nicht unbedingt weiterhelfen. Denn der Bundeswehr-Arzt beurteilt Deine Gesundheit mit Blick auf Deine Diensttauglichkeit. Und hier spielen andere Kriterien eine Rolle als im alltäglichen Leben. Ein Beispiel: Du hast eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel. Ein ziviler Arzt würde das vermutlich als keine ernsthafte Einschränkung einordnen, die Dich massiv beeinträchtigt. Aus Sicht der Bundeswehr kann die Allergie aber ein echtes Problem sein. Denn wenn Du zum Beispiel in einem Auslandseinsatz bist, wird es schwierig, extra für Dich ein anderes Essen zu kochen.

Klare Worte zum Schluss

Egal ob Joint, Pulver oder Pille: Drogen verändern nicht nur kurzzeitig die Stimmung und versetzen in einen Rausch. Stattdessen können sie langfristig zu Bewusstseinstörungen führen. Stimmungsschwankungen und eine gestörte Konzentrationsfähigkeit können weitere Folgen sein. Dazu kommt, dass ein regelmäßiger Drogenkonsum die psychische Gesundheit und die Persönlichkeit beeinträchtigen kann. Es kann sogar soweit gehen, dass die Stabilität des Charakters verloren geht. Also, kurz gesagt: Drogen können einen anderen Menschen aus Dir machen. Gerade eine starke und gefestigte Persönlichkeit ist für den Beruf als Soldatin oder Soldat aber unverzichtbar.

Als Soldat trägst Du viel Verantwortung. Und vor allem in höheren Laufbahnen und Dienstgraden hast Du eine Vorbildfunktion. Ganz zu schweigen davon, dass Du mit einer Schusswaffe ausgerüstet bist und mit verschiedenen Waffensystemen hantierst. Im Dienst, bei Übungen und im Einsatz müssen sich Deine Kameraden blind auf Dich verlassen können. Und das werden sie kaum können, wenn Du bekifft im Graben liegst. Oder wenn Du nur darauf wartest, dass Du die nächste Tüte rauchen kannst.

Um es auf den Punkt zu bringen: Der Soldatenberuf und Drogen passen nicht zusammen.

Was Du mit Deinem Leben und Deiner Gesundheit machst, ist natürlich Deine Sache. Und wegen der einen oder anderen Jugendsünde wird Dir niemand den Kopf abreißen. Genauso ist es kein Ding, wenn Du mit Deinen Kumpels gelegentlich etwas trinken gehst. Doch wenn Du ernsthaft eine militärische Karriere anstrebst, muss das Kiffen in Zukunft tabu sein. Sonst ist Deine Zeit bei der Bundeswehr schneller vorbei, als sie angefangen hat.

Verantwortlich: Ömer Bekar  |  Fachliche Prüfung: Werner von Rappard, Sebahat Günsch  |  Letzte Prüfung: September 2026  |  Methodik

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