
Ob Bewerber/-in oder Soldat/-in: Am Sporttest führt kein Weg vorbei.
Wie bewertet die Bundeswehr den Sporttest? Wie viele Punkte brauchst du, um zu bestehen? Reicht deine Fitness für eine erfolgreiche Teilnahme aus? Und welche Disziplinen kommen überhaupt vor? In diesem Beitrag bekommst du die komplette Tabelle zum Bundeswehr-Sporttest – mit Mindestwerten, Punkteberechnung und einer Einordnung zu deiner Orientierung.
Fit für den Sporttest?
Soldat/-innen müssen körperlich fit sein – im militärischen Dienstalltag genauso wie in Übungen und Auslandseinsätzen. Als Nachweis für die allgemeine Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit steht deshalb jedes Jahr ein Sporttest an.
Doch nicht nur die aktive Truppe muss ihr Leistungsvermögen nachweisen, sondern auch Bewerber/-innen. Der Sporttest ist ein fester Bestandteil im Einstellungstest. Er nennt sich Basis-Fitness-Test und löste 2014 den Physical Fitness Test ab.
Der Basis-Fitness-Test im Überblick
Der Sporttest der Bundeswehr besteht aus drei Disziplinen. Für jede Übung gibt es klare Bewertungskriterien und verbindliche Mindestleistungen:
| Übung | Bewertung | Mindestanforderung |
| 11 × 10 Meter Sprinttest | Zeit | unter 60 Sekunden |
| Klimmhang-Test | Haltedauer | mindestens 5 Sekunden |
| 3.000 Meter Fahrrad-Ergometer-Test | Zeit | maximal 6:30 Minuten |
Bei jeder Übung musst du die Mindestleistung erreichen. Scheiterst du an einer Disziplin, hast du den Sporttest nicht bestanden – egal, wie gut du bei den beiden anderen Übungen warst.
Der 11 × 10 Meter Sprinttest
Die erste Übung prüft Schnelligkeit und Geschicklichkeit:
- Start ist in Bauchlage auf einer Turnmatte.
- Auf Kommando springst du auf und sprintest zur 10 Meter entfernten Pylone.
- Du umrundest die Pylone und sprintest zurück zur Matte.
- Auf der Matte gehst du wieder in Bauchlage und klatschst die Hände auf dem Rücken zusammen.
- In dieser Form läufst du fünf komplette Runden.
- Zum Schluss folgt ein letzter Sprint bis zur Pylone.

110 Meter in fünfeinhalb Runden legst du beim Sprinttest zurück.
Der Klimmhang-Test

Beim Klimmhang fasst du von hinten nach vorne um die Stange.
Bei der zweiten Übung geht es um Kraftausdauer. An einer Reckstange ziehst du dich wie für einen Klimmzug nach oben und verharrst möglichst lange in der Endposition. Deine Zeit läuft, bis du so weit absinkst, dass dein Kinn unterhalb der Stange ist.
Der 3.000 Meter Fahrrad-Ergometer-Test
Die dritte und letzte Station ist eine Ausdauerübung. Auf einem Fahrrad-Ergometer legst du eine Strecke von 3.000 Metern zurück.
- Zunächst wärmst du dich eine Minute lang bei 70 Watt auf.
- Wenn die Messung beginnt, steigt der Widerstand auf 130 Watt. Die Wattzahl und deine Trittfrequenz kannst du jederzeit selbst regulieren.
- Bei 130 Watt und 80 Umdrehungen pro Minute schaffst du die Distanz in der vorgegebenen Zeit.
- Erhöhst du die Wattzahl, machst du mehr Strecke, brauchst aber auch mehr Kraft.
- Reduzierst du die Wattzahl, musst du deine Trittfrequenz erhöhen, damit die Zeit reicht.
- Nach der Messung folgt eine weitere Minute lockeres Radeln zum Abkühlen.
Die Punkteberechnung beim Sporttest der Bundeswehr
Wenn du bei allen drei Übungen die Mindestvorgaben erreicht hast, werden deine Leistungen in Punkte umgerechnet. Das erfolgt durch ein System, dessen Algorithmen auf sportmedizinischen und sportwissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. So ist eine präzise Einordnung deiner Leistungsfähigkeit sichergestellt.
Basispunkte
Zunächst werden deine Ergebnisse in Basispunkte übertragen.
- Die Mindestleistung bei jeder Disziplin entspricht 100 Basispunkten.
- Je besser deine Leistungen waren, desto höher ist die Punktzahl.
Alterszuschlag
Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt im Alter ab. Um die Chancengleichheit zu wahren, wird dieser natürliche Vorgang durch den Alterszuschlag ausgeglichen. Er wird ab dem 36. Lebensjahr gewährt und beträgt 0,5 Prozent pro Lebensjahr. Die Rechenformel dazu lautet:
Geschlechtszuschlag
Männer und Frauen unterscheiden sich in den körperlichen Voraussetzungen. Zum Ausgleich bekommen Bewerberinnen einen Zuschlag. Dieser beträgt 15 Prozent bei Sprint und Ergometer sowie 40 Prozent beim Klimmhang.
Geschlechtszuschlag Klimmhang = Basispunkte × 0,4
Disziplinpunkte
Aus den Basispunkten und eventuellen Zuschlägen ergeben sich die Disziplinpunkte – also die Punkte, die du für die jeweilige Disziplin bekommst. Dabei gilt:
Mann ab 36 → Basispunkte + Alterszuschlag = Disziplinpunkte
Frau unter 36 → Basispunkte + Geschlechtszuschlag = Disziplinpunkte
Frau ab 36 → Basispunkte + Alterszuschlag + Geschlechtszuschlag = Disziplinpunkte
Die Endnote
Die drei Übungen des Sporttests sind gleich gewichtet. Deshalb werden deine drei Disziplinpunkte addiert und durch 3 geteilt. Dieser Durchschnittswert wird anschließend in eine Note übertragen:
| Punkte | Qualifikationsmerkmal | entspricht Note |
| 100–199 | ausreichend | 4,49 – 3,5 |
| 200–299 | zufriedenstellend | 3,49 – 2,5 |
| 300–399 | gut | 2,49 – 1,5 |
| 400–449 | sehr gut | 1,49 – 1,0 |
Die ermittelte Wertung fließt in dein Gesamtergebnis des Einstellungstests ein.
An diesen Werten kannst du dich orientieren
Der Sporttest im Auswahlverfahren der Bundeswehr verlangt keine sportlichen Spitzenleistungen. Er prüft die Grundfitness, die du im militärischen Alltag brauchst. Doch obwohl die einzelnen Disziplinen absolut machbar sind, solltest du den Basis-Fitness-Test nicht unterschätzen. Zumal es dir gerade in der Prüfungssituation schwerfallen kann, Leistung abzurufen.
Bei deiner Vorbereitung auf den Sporttest kannst du dir diese Trainingsziele als Minimum setzen:
- Sprinttest: 50 bis 52 Sekunden
- Klimmhang: 20 bis 30 Sekunden
- Ergometer: 5 bis 5:30 Minuten
Mit diesen Werten liegst du im guten Leistungsbereich. Gleichzeitig hast du genug Puffer, um sicher zu bestehen.
FAQ zur Wertung des Bundeswehr-Sporttests
Sind die Mindestanforderungen für alle gleich?
Ja, die Minimalanforderungen gelten für alle Bewerber/-innen. Zuschläge für Alter und Geschlecht kommen erst bei der Punkteberechnung zum Tragen.
Unterscheidet sich der Sporttest je nach Laufbahn?
Nein. Der Basis-Fitness-Test ist ein Standardtest und für Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere identisch.
Wie lange dauert der Sporttest?
Der gesamte Sporttest muss innerhalb von 90 Minuten abgeschlossen sein.
Hat der Sporttest Einfluss auf eine Zusage?
Ja. Der Sporttest gehört zum Auswahlverfahren und muss wie alle anderen Abschnitte bestanden werden.
Was ist, wenn ich eine Übung nicht schaffe?
Scheiterst du an einer Übung, hast du diese Disziplin nicht bestanden – und bist damit beim ganzen Sporttest durchgefallen.
Warst du in allen anderen Teilen vom Einstellungstest erfolgreich, kannst du den Sporttest aber innerhalb von sechs Monaten einmal wiederholen.
Ist der Basis-Fitness-Test schwer?
Wenn du unsportlich bist, ja. Mit einer gezielten Vorbereitung ist er aber gut machbar.
Was ist mit dem 1.000-Meter-Lauf?
Den BFT gibt es in zwei Varianten. Für aktive Soldaten ist die dritte Übung ein Lauf über 1.000 Meter. Als Bewerber/-in machst du stattdessen den Fahrrad-Ergometer-Test. Denn als computergestütztes Verfahren ermöglicht der Ergometer-Test eine präzise Messung und objektive Auswertung bei identischen Bedingungen.
Fazit
Der Sporttest der Bundeswehr hat eine klare Struktur: 3 Disziplinen in fester Reihenfolge, definierte Mindestwerte, objektive Punkteberechnung.
Wenn du die 11 × 10 Meter plus Bauchlage deutlich unter 60 Sekunden sprintest, den Klimmhang sicher über 20 Sekunden lang hältst und 3.000 Meter auf dem Ergometer oder Fahrrad klar unter 6 Minuten schaffst, bist du auf dem besten Weg. Und ein gezieltes Training kommt dir nicht nur im Einstellungstest zugute, sondern auch nach der Einstellung – wenn dir der BFT am Anfang und Ende der Grundausbildung sowie danach einmal jährlich als Leistungsnachweis wieder begegnet.














