
Der Einstellungstest der Bundeswehr-Feuerwehr prüft dich in verschiedenen Bereichen.
„Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ – das sind die vier Schlagworte, die die Hauptaufgaben der Feuerwehr beschreiben. Auch bei der Bundeswehr-Feuerwehr ist das nicht anders. Allerdings kommt hier der militärische Brandschutz mit seinen besonderen Herausforderungen dazu. Die Einsatzkräfte sind überwiegend zivile Beamtinnen und Beamte; daneben gibt es Soldatinnen und Soldaten im militärischen Brandschutz. Du kannst dich also für eine zivile Beamtenlaufbahn oder eine militärische Laufbahn als Soldat/-in entscheiden. Doch in beiden Fällen führt der Weg zur Feuerwehr der Bundeswehr über einen Einstellungstest.
Einstellungstest Bundeswehr Feuerwehr
Mit über 3.800 Mitarbeitenden und 58 Feuerwehren, die zum Brandschutzamt der Bundeswehr (BrdSchABw) gehören, ist die Bundeswehr-Feuerwehr eine der größten in Deutschland. Die Feuerwehrleute sind vor allem dort im Einsatz, wo es der militärische Dienstbetrieb notwendig macht, möglichen Risiken für Personal und Material mit erhöhter Sicherheit zu begegnen.
Wenn du zur Feuerwehr der Bundeswehr möchtest – egal ob in einer zivilen oder militärischen Laufbahn – musst du zunächst den Einstellungstest bestehen. Wie er abläuft, welche Inhalte er prüft und wie du dich vorbereiten kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Das Auswahlverfahren der Bundeswehr im Überblick
Auf dem Weg zur Bundeswehr-Feuerwehr durchläufst du ein standardisiertes Auswahlverfahren. Es folgt einem klaren Ablauf aus mehreren Stufen, die aufeinander aufbauen:
- Bewerbung: Nachdem du dich für eine Laufbahn entschieden hast, gibst du deine Bewerbung ab. Für die zivile Beamtenlaufbahn bewirbst du dich online über das Bewerbungsportal der Bundeswehr. Für die militärische Laufbahn führst du zuerst ein Beratungsgespräch und reichst deine Unterlagen dann über die Karriereberatung ein.
- Vorauswahl: Die Bundeswehr prüft, ob du die formalen Kriterien für deine angestrebte Laufbahn erfüllst. Auch der Gesamteindruck deiner Bewerbung spielt eine Rolle. Passt alles, wirst du zum Eignungstest eingeladen.
- Einstellungstest: Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst besteht der Einstellungstest aus drei Teilen. Die beiden ersten Teile, Sporttest und schriftlicher Test, finden nacheinander an einem Tag statt. Hast du sie bestanden, folgt das Auswahlgespräch, im Karrierecenter Hannover zum Beispiel auf gesonderte Einladung. Wie das Verfahren im gehobenen Dienst und im militärischen Brandschutz abläuft, liest du weiter unten.
- Entscheidung: Bei erfolgreichem Bestehen des Einstellungstests unterziehst du dich noch einer ärztlichen Untersuchung. Danach entscheidet sich endgültig, ob du eingestellt wirst.
Der Einstellungstest für die Feuerwehr der Bundeswehr
Der Einstellungstest für den Dienst bei der Bundeswehr-Feuerwehr überprüft deine körperliche, fachliche und persönliche Eignung. Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst besteht er aus drei Abschnitten, die du alle erfolgreich meistern musst.

1. Praktischer Teil: Sporttest
Direkt nach der Begrüßung beginnt der Einstellungstest mit dem Sporttest. Beim Sporttest handelt es sich um den Basis-Fitness-Test, den Standard-Sporttest der Bundeswehr. Für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst kommt aber eine vierte Disziplin dazu:
- Schwebebalken: Bei der ersten Übung geht es um Gleichgewicht und Trittsicherheit. Dazu überquerst du in höchstens 31 Sekunden sicher einen Schwebebalken, drehst am Ende kontrolliert um, gehst bis zur Mitte zurück und springst nach drei Schritten rückwärts in Blickrichtung ab.
- 11 x 10 Meter Sprinttest: Die zweite Übung testet Geschwindigkeit und Koordination. Du sprintest zwischen einer Turnmatte und einer Pylone hin und zurück. Dabei beginnst du jede Runde aus der Bauchlage. Deinen Durchgang musst du in unter 60 Sekunden beenden.
- Klimmhang: Als Kraftübung hältst du die Endposition eines Klimmzugs möglichst lange. Die Mindestvorgabe beträgt fünf Sekunden.
- 3.000 Meter Fahrrad-Ergometer-Test: An der letzten Station geht es um Ausdauer. Auf dem Fahrrad-Ergometer legst du in maximal 6:30 Minuten 3.000 Meter zurück.
2. Schriftlicher Teil: Aufsatz und Rechenarbeit
Hast du den Sporttest bestanden, geht es mit dem schriftlichen Teil des Eignungstests weiter. Er gliedert sich in zwei Teile von je 75 Minuten.
Aufsatz
Beim Aufsatz wählst du eines von drei Themen und hast 75 Minuten Zeit.
Achte beim Schreiben auf:
- klare Struktur
- schlüssige und nachvollziehbare Ausführungen
- Ausdrucksvermögen
- Rechtschreibung und Grammatik
Rechenarbeit
Die Rechenarbeit enthält Aufgaben aus verschiedenen Bereichen, darunter:
- einfache Gleichungen
- Bruch- und Prozentrechnung
3. Mündlicher Teil: Auswahlgespräch
Hast du Sporttest und schriftlichen Teil bestanden, folgt das Auswahlgespräch, im Karrierecenter Hannover zum Beispiel auf gesonderte Einladung. Außerdem gehört eine ärztliche Untersuchung zum Verfahren. Das Ziel des Gesprächs ist, dich besser kennenzulernen und zu beurteilen, ob du den Anforderungen der jeweiligen Laufbahn gerecht wirst. Zu den üblichen Gesprächsinhalten gehören:
- deine Gründe, Feuerwehrmann/-frau zu werden und dies bei der Bundeswehr zu tun
- deine Erwartungen an die Ausbildung und den Beruf
- dein bisheriger Werdegang und deine beruflichen Ziele
- dein Wissen über den Brandschutz
- deine Interessen, Stärken, Schwächen und persönlichen Eigenschaften
Natürlich sollte dein Ziel sein, deine Motivation und deine Fähigkeiten für den feuerwehrtechnischen Dienst gut zu präsentieren. Aber verstelle dich nicht, sondern bleibe authentisch. Je natürlicher du dich gibst, desto glaubwürdiger und überzeugender bist du.
Gehobener Dienst und militärischer Brandschutz
Für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst läuft das Auswahlverfahren zentral im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln. Dort erwarten dich der Basis-Fitness-Test, der CAT, ein Gruppensituationsverfahren, ein Kurzvortrag und ein Interview. Im CAT bearbeitest du unter anderem Aufgaben zu kognitiver Leistungsfähigkeit, Sprachkompetenz Deutsch, Mathematik, Merkfähigkeit und Konzentration, dazu räumliches Vorstellungsvermögen und mechanisch-technisches Verständnis sowie einen Persönlichkeitsfragebogen. Im Gruppensituationsverfahren löst du mit wenigen Mitbewerbenden nach festen Regeln eine Planungs- und Organisationsaufgabe; beobachtet wird, wie du planst, dich einbringst und Verantwortung übernimmst. Dort hältst du außerdem einen Kurzvortrag zu einem vorgegebenen Thema. Einen Aufsatz schreibst du im gehobenen Dienst nicht.
Bewirbst du dich als Soldat/-in für den militärischen Brandschutz, durchläufst du das Auswahlverfahren in einem der acht Karrierecenter mit Assessment (Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart, Wilhelmshaven): Computertest (CAT), Basis-Fitness-Test, ärztliche Untersuchung und Eignungsgespräch.
Die optimale Vorbereitung auf den Einstellungstest
Auf den Einstellungstest kannst und solltest du dich gezielt vorbereiten. Denn selbst wenn du körperlich fit bist und solides Wissen mitbringst, stellt dich die Prüfungssituation vor eine besondere Herausforderung. Schließlich musst du dich trotz Anspannung und Nervosität konzentrieren und bestmögliche Leistungen abrufen können. Genau dabei zahlt sich die Vorbereitung aus.
Sporttest trainieren
Richte dein Trainingsprogramm auf die Disziplinen aus, die im Sporttest vorkommen, also Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer. Übe die Disziplinen einzeln, aber auch direkt hintereinander an einem Stück. Und sorge dafür, dass du deutlich bessere Leistungen erreichst als die Mindestanforderungen – so baust du eine Leistungsreserve auf.
Deutsch und Mathematik üben
Rufe dir in Erinnerung, worauf es bei einem Aufsatz ankommt. Wiederhole außerdem die wichtigsten Regeln zu Rechtschreibung und Grammatik und frische die Mathe-Grundlagen auf. Nutze Beispielaufgaben und Übungstests, um dich mit den Aufgabenarten vertraut zu machen, ein Gespür für die Zeit zu entwickeln und Routine zu gewinnen.
Vorstellungsgespräch vorbereiten
Informiere dich über die Arbeit im feuerwehrtechnischen Dienst, deine angestrebte Laufbahn und die Bundeswehr. Formuliere für dich deine Motivation klar und präzise. Reflektiere außerdem dein Selbstbild und deine Stärken.
Die Möglichkeiten bei der Bundeswehr-Feuerwehr
Im Bereich Brandschutz bietet die Bundeswehr verschiedene Möglichkeiten für den Einstieg. Entscheidest du dich für eine zivile Laufbahn als Beamter oder Beamtin, stehen der mittlere und der gehobene feuerwehrtechnische Dienst zur Auswahl. Die Alternative ist eine militärische Laufbahn. Soldat/-in im Brandschutz kannst du als Fachunteroffizier oder als Feldwebel werden.
Je nachdem, für welche Laufbahn du dich entscheidest, gelten andere formale Kriterien. Immer notwendig sind:
- deutsche Staatsangehörigkeit (für die Beamtenlaufbahn nach § 7 BBG auch die eines EU- oder EWR-Staats bzw. eines Drittstaats mit Abkommen)
- Bereitschaft zu bundesweiter Versetzung
- erfolgreiche Teilnahme am Einstellungstest
Für eine Beamtenlaufbahn musst du unter 50 Jahre alt sein und brauchst einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung (mittlerer Dienst) oder die Fachhochschulreife (gehobener Dienst). Als Brandschützer/-in musst du mindestens 17 Jahre alt sein, die Hauptschule (Fachunteroffizier) oder die Realschule (Feldwebel) abgeschlossen haben, dich für mehrere Jahre verpflichten und Auslandseinsätze grundsätzlich akzeptieren.
FAQ zum Einstellungstest für die Feuerwehr bei der Bundeswehr
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ist der Sporttest innerhalb von 90 Minuten zu absolvieren. Am selben Tag folgt der schriftliche Teil mit Aufsatz und Rechenarbeit von je 75 Minuten, deshalb solltest du dir den Testtag frei halten. Das Auswahlgespräch kann an einem separaten Termin stattfinden, in Hannover zum Beispiel auf gesonderte Einladung.
Ist der Einstellungstest bei der Bundeswehr schwerer als bei einer zivilen Feuerwehr?
Nein, aber er ist vielseitiger. Während der Bundeswehr-Test die körperliche, die fachliche und die charakterliche Eignung prüft, hat ein ziviler Feuerwehr-Test oft eine stärkere Praxisorientierung.
Kann man beim Test durchfallen?
Ja. Reichen deine Leistungen bei einer Einzelprüfung nicht, scheidest du aus dem weiteren Auswahlverfahren aus.
Kann man den Einstellungstest wiederholen?
Im militärischen Brandschutz kannst du einen nicht bestandenen Sporttest nach einem halben Jahr wiederholen. Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ist eine weitere Teilnahme am Auswahlverfahren ausgeschlossen, wenn du in einer Sportdisziplin die Mindestleistung nicht erbringst; für einen zweiten Anlauf bewirbst du dich neu.
Fazit
Ob Beamter/Beamtin oder Soldat/-in: Der Einstellungstest für die Feuerwehr der Bundeswehr ist anspruchsvoll, aber machbar. Er kann deine Eintrittskarte in einen spannenden Beruf sein.
Dabei geht es im Test nicht um Talent oder Perfektion. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine gründliche Vorbereitung. Wenn du für den Sporttest trainierst, typische Testaufgaben übst und deine Motivation überzeugend vermitteln kannst, hast du gute Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme.


