
Im Auswahlverfahren wird unter anderem der BMI ermittelt.
Dass die Körpergröße, das Gewicht und ihr Verhältnis zueinander für die Beurteilung der Wehrdiensttauglichkeit relevant sind, ist dir sicher bekannt. Doch viele Bewerber/-innen fürchten, dass sie allein deswegen durchfallen könnten, weil sie zu klein, zu groß, zu dick oder zu dünn sind. In diesem Beitrag erfährst du, wie die Bundeswehr Größe, Gewicht, BMI und vor allem den WHtR im Einstellungstest wirklich bewertet.
Eignungsauswahlverfahren der Bundeswehr aus dem Online Kurs
Für den Soldatenberuf brauchst du die notwendige Eignung. Diese bezieht sich nicht nur auf Wissen, Intelligenz, Persönlichkeit oder Charakter, sondern ganz wesentlich auch auf deine körperliche Verfassung.
Der allgemeine Gesundheitszustand, die Fitness und die körperliche Belastbarkeit spielen dabei zentrale Rollen. Aber Größe und Gewicht müssen ebenfalls passen – auch weil daraus der BMI und der Waist-to-Height Ratio (WhtR) berechnet werden. Wir erklären, welche Vorgaben dazu gelten und wie du deine Werte richtig einordnest.
Wie prüft die Bundeswehr im Einstellungstest die körperliche Eignung?
Im Eignungstest geht es nicht um eine optimale, perfekt durchtrainierte Figur. Für die Bundeswehr zählt, ob du den Anforderungen, die der Dienst an den Körper und die Gesundheit stellt, langfristig gewachsen bist.
Die körperliche Eignung prüft der Einstellungstest deswegen durch zwei Bausteine: den Sporttest und die ärztliche Untersuchung.
Sporttest
Der Sporttest, offiziell Basis-Fitness-Test (BFT) der Personalgewinnung, besteht aus drei Übungen:
- 11 x 10 Meter Sprinttest → Schnelligkeit und Koordination
- Klimmhang-Test → Kraftausdauer
- 3.000 Meter Fahrrad-Ergometer → Kondition
Im Sporttest kommt es nicht darauf an, wie groß du bist oder wie viel du wiegst. Hier zählen deine Leistungsfähigkeit und dein Durchhaltevermögen.
Ärztliche Untersuchung
Ein umfassender medizinischer Check stellt deine allgemeine Tauglichkeit für den Dienst und speziell für einzelne Verwendungen fest. Dazu werden verschiedenste Tests, Messungen und Teiluntersuchungen durchgeführt. Im Ergebnis wirst du in einen Tauglichkeitsgrad und einen Verwendungsgrad (T1 – T5) eingestuft.
Die Grundlage für die Beurteilung bilden die „Allgemeinen Vorgaben zur Durchführung der wehrmedizinischen Begutachtung A1-831/0-4000“. Darin ist festgelegt, wie die einzelnen Anforderungen und Krankheitsbilder gewertet werden.
Allerdings prüft die ärztliche Untersuchung nicht nur gesundheitliche Einschränkungen und Störungen. Es geht auch um ganz handfeste Kriterien – wie Gewicht, Größe und ihr Verhältnis.
Welche Grenzwerte gibt es bei Gewicht und Größe?
Damit du Soldat/-in werden kannst, müssen sowohl deine Körpergröße als auch dein Körpergewicht innerhalb bestimmter Grenzen liegen. Für die Größe gilt:
- 160 bis 196 cm = voll verwendungsfähig
- 155 bis 160 cm und 196 bis 210 cm = verwendungsfähig mit Einschränkungen
- unter 155 cm und über 210 cm = untauglich
Für das Körpergewicht gilt:
- Mindestgewicht: 45 kg
- Maximalgewicht: 130,9 kg
Bist du innerhalb der Grenzwerte, ist eine Einstellung möglich. Gleichzeitig berechnet die Bundeswehr mit der Größe und dem Gewicht den BMI und den WHtR.
Der BMI im Einstellungstest der Bundeswehr
Der BMI (Body Mass Index), auch Körpermasseindex genannt, setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Der Wert, der sich daraus ergibt, ordnet grob ein, ob jemand unter-, normal- oder übergewichtig ist.
Berechnet wird der BMI mit der Formel:
Bist du zum Beispiel 1,80 m groß und wiegst 75 kg, hast du einen BMI von 75 ÷ (1,8 × 1,8) = 23,15.
So kannst du deinen BMI einordnen
Um herauszufinden, was dein BMI bedeutet, kannst du auf verschiedene Tabellen zurückgreifen. Oft wird zur Orientierung die Tabelle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herangezogen. Sie besagt:
| BMI | Kategorie |
| unter 18,5 | Untergewicht |
| 18,5 bis 24,9 | Normalgewicht |
| 25 bis 29,9 | Übergewicht |
| über 30 | Fettleibigkeit |
Allerdings sind beim BMI auch das Alter und das Geschlecht wichtig. Der höhere Anteil an Muskelmasse bei Männern etwa kann einen höheren BMI begründen. Andere Tabellen, die das Alter und das Geschlecht als Faktoren berücksichtigen, legen die Werte deshalb etwas anders fest.
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Die Kritik am BMI
Der BMI ist ein Richtwert, um grob zu beurteilen, ob das Gewicht im normalen Bereich liegt. Aber er berücksichtigt nicht:
- Alter
- Geschlecht
- Muskelmasse
- Fettverteilung
- individuelle Statur
Die Aussagekraft des BMI ist deshalb stark eingeschränkt. Muskulöse Sportler/-innen zum Beispiel können einen erhöhten BMI haben, obwohl sie tatsächlich topfit und kerngesund sind.
Der Waist-to-Height Ratio (WHtR) im Einstellungstest der Bundeswehr
Der WHtR (‚Taille-zu-Größe-Verhältnis‘) beziffert das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße. Eine Langzeitstudie der Ludwig-Maximilians-Universität München mit über 11.000 Probanden hat gezeigt, dass der WHtR – anders als der BMI – etwas über die Verteilung des Körperfetts aussagen kann. Dadurch ist er besser geeignet, Rückschlüsse auf gesundheitlich relevantes Übergewicht zu ziehen.
Berechnet wird der WHtR mit der Formel:
Die Messung und die Grenzwerte
Um den WHtR zu ermitteln, wird dein Taillenumfang gemessen. Die Messung erfolgt im Stehen, bei entspanntem, nicht eingezogenem Bauch. Das Maßband wird horizontal angelegt, genau in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem oberen Beckenrand.
Der ermittelte Wert wird auf volle Zentimeter aufgerundet und anschließend durch die Körpergröße geteilt. Dabei gelten diese Werte:
| Alter | 15 – 40 | 40 – 50 | über 50 |
| Untergewicht | unter 0,38 | + 0,01 pro Lebensjahr | unter 0,40 |
| Normalgewicht | 0,38 – 0,50 | + 0,01 pro Lebensjahr | 0,40 – 0,60 |
| Übergewicht | 0,51 – 0,56 | + 0,01 pro Lebensjahr | 0,61 – 0,66 |
| Adipositas I |
0,57 – 0,68 | + 0,01 pro Lebensjahr | 0,67 – 0,78 |
| Adipositas II | über 0,68 | + 0,01 pro Lebensjahr | über 0,78 |
Bist du unter 40, ist ein Wert über 0,50 kritisch. Im Alter zwischen 40 und 50 verläuft die kritische Grenze bei einem Wert zwischen 0,50 und 0,60.
Was du zur Vorbereitung tun kannst
Natürlich kannst du an deiner Körpergröße nichts ändern. Liegen aber dein Gewicht oder dein Bauchumfang nah an den Grenzwerten oder darüber, hast du die Möglichkeit, etwas zu unternehmen:
- Achte darauf, dein Bauchfett zu reduzieren – nicht nur das Gewicht.
- Verzichte auf Crash-Diäten.
- Fokussiere dich auf ein Ausdauer- und Krafttraining.
- Plane bei deinem Training genug Regenerationsphasen ein.
- Stelle sicher, dass du ausreichend schläfst.
Fazit
Die Eignung für eine militärische Laufbahn hängt nicht nur von Wissen, Können, Fitness oder Charakter ab. Auch vermeintliche Kleinigkeiten wie Größe und Gewicht wirken sich darauf aus, ob du für den Dienst geeignet bist und für welche Verwendungen du eingesetzt werden kannst.
Trotzdem sind der BMI oder der WHtR nicht die alleinigen Entscheidungskriterien. Maßgeblich ist vielmehr deine tatsächliche Verwendungsfähigkeit, die sich aus dem Gesamtbild ergibt.
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