Bundeswehr Einstellungstest Pilot: Den härtesten Test bestehst du so

Aktualisiert am 9. Oktober 2026 von Ömer Bekar

Kurz beantwortet

Das Auswahlverfahren für Piloten hat drei Phasen: Phase I in Köln prüft die Eignung zur Offizierlaufbahn, Phase II am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck die fliegerischen Grundfähigkeiten, Phase III in Fürstenfeldbruck oder Bückeburg die operationellen Fähigkeiten. Voraussetzung sind die formalen Kriterien der Offizierlaufbahn plus strenge medizinische Anforderungen.

Infos zum Bundeswehr Einstellungstest Pilot

Das sehr umfangreiche Auswahlverfahren prüft deine Eignung für den fliegerischen Dienst.

Viele träumen davon, Pilot zu werden. Dabei wirkt der militärische Flugbetrieb oft noch reizvoller als die zivile Luftfahrt. Schließlich erwarten dich bei der Bundeswehr modernste Technik, verantwortungsvolle Aufgaben und eine hervorragende Ausbildung – kombiniert mit den Karrierechancen als Offizier. Doch wenn du Pilot bei der Bundeswehr werden willst, musst du den sehr anspruchsvollen Einstellungstest bestehen. Die mehrstufige Eignungsprüfung für den fliegerischen Dienst ist umfangreich und bewusst selektiv – am Ende bleiben nur die Besten übrig.

Bundeswehr Einstellungstest Pilot

Der Einstellungstest für künftige Pilot/-innen bei der Bundeswehr gliedert sich in drei Phasen und enthält kognitive Tests, psychologische Prüfungen und medizinische Untersuchungen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass nur die Bewerber/-innen mit den besten Erfolgsaussichten alle Auswahlstufen durchlaufen.

Pilot/-in bei der Bundeswehr: die Berufsbilder im fliegerischen Dienst

Als Pilot/-in bei der Bundeswehr bist du immer Offizier. Du führst also nicht nur Luftfahrzeuge, sondern trägst als militärische Führungskraft auch Verantwortung für Menschen, Material und Missionen. Weil die Luftwaffe mit verschiedenen Luftfahrzeugen ausgerüstet ist, wird aber zwischen mehreren Verwendungen unterschieden.

Jetpilot/-in (Kampfpilot/-in)

Als Kampfpilot/-in fliegst du den Eurofighter (einsitziges Jagdflugzeug) oder den Tornado (zweisitziges Mehrzweckkampfflugzeug). Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Sicherung des Luftraums
  • Abfangen, Identifizieren und Bekämpfen fremder Luftfahrzeuge
  • Planen, Koordinieren und Führen von Einsatz-, Übungs- und Ausbildungsflügen
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Missionen

Pilot/-in für Transportflugzeuge

Fliegst du ein Transportflugzeug wie die C-130J, den A400M oder die P-8A Poseidon, die seit dem Ausmustern der P-3C Orion die Seefernaufklärung übernimmt, trägst du die Verantwortung für die Crew und die Fracht – und das sowohl auf dem Boden als auch in der Luft. Zu den Hauptaufgaben in dieser Verwendung zählen:

  • Vorbereiten, Planen und Durchführen von fliegerischen Einsätzen
  • Kontrolle der Einsatzbereitschaft des Flugzeugs und Führen der Besatzung
  • sicherer Transport von Fracht und Passagieren
  • Evakuierungen aus Einsatzgebieten, z. B. von Patienten

Hubschrauberpilot/-in

Je nach Teilstreitkraft fliegst du als Hubschrauberpilot/-in Hubschrauber wie Tiger, NH90 oder Sea Lion, der den früheren Sea King abgelöst hat. Die Planung, Vorbereitung und Durchführung deiner Flugeinsätze erledigst du eigenverantwortlich. Die Aufgaben hängen von der Verwendung ab. Sie können umfassen:

  • Unterstützung bei bewaffneten Kampfeinsätzen
  • Transport von Gerät und Ausstattung
  • Bergen und Retten von Kamerad/-innen

Drohnenpilot/-in

Drohnen sind unbemannte Luftfahrzeuge (UAV), die von Bodenstationen aus gesteuert werden. Sie sind überwiegend zu Aufklärungszwecken im Einsatz, beteiligen sich aber auch an Gefechten mit Waffeneinsatz. Die Steuerung erfolgt immer im Zweier-Team:

  • Der Steuerer ist der eigentliche Pilot und startet, navigiert und landet die Drohne.
  • Der RPA-Führer überwacht und bedient die Kameras und Sensoren der Drohne, wertet die gesammelten Daten aus und entscheidet über den Waffeneinsatz.

Für die Verwendung als Drohnenpilot/-in gibt es ein eigenes Berufsprofil, auf das du dich direkt bewerben kannst.

Die Voraussetzungen für die Laufbahn als Offizier und Pilot/-in

Damit du Bundeswehr-Pilot/-in werden kannst, musst du zunächst die formalen Voraussetzungen für die Offizierslaufbahn erfüllen. Dazu gehören:

  • Mindestalter 17 Jahre
  • Realschulabschluss, für eine Verwendung mit Studium Abitur oder Fachhochschulreife
  • deutsche Staatsbürgerschaft
  • Bereitschaft zu Versetzungen und Auslandseinsätzen
  • Regelverpflichtungszeit 16 Jahre (z. B. Pilot/-in für Transportflugzeuge)
Ob du als Pilot/-in infrage kommst, zeigt sich im Auswahlverfahren. Es überprüft deine körperliche und psychische Eignung und testet deine fliegerische Befähigung. Bestehst du den Eignungstest nicht, ist die Verwendung als Pilot/-in nicht möglich.

Die Bewerbung

Dein erster Schritt ist der Kontakt mit der Karriereberatung. Bei dem Beratungsgespräch

  • zeigt dir der Berater deine beruflichen Möglichkeiten auf.
  • informiert dich der Berater über die Bundeswehr und die Verwendung als Pilot/-in.
  • erklärt dir der Berater das Auswahlverfahren.
  • bekommst du Info-Material und die Bewerbungsformulare.

Das Beratungsgespräch gehört nicht zum Auswahlverfahren, sondern ist als Hilfestellung für dich gedacht! Den Termin kannst du online oder telefonisch vereinbaren.

Entscheidest du dich nach dem Beratungstermin für eine Bewerbung, gilt: Je früher du dich bewirbst, desto mehr Zeit hast du, um dich auf den Eignungstest vorzubereiten.

Das Auswahlverfahren für den fliegerischen Dienst im Überblick

Der Einstellungstest für Pilot/-innen der Bundeswehr setzt sich aus verschiedenen Tests zusammen, die die grundsätzliche Eignung für die Offizierslaufbahn und spezifisch die Eignung für den fliegerischen Dienst feststellen. Dazu gliedert sich das Auswahlverfahren in drei Phasen:

Phase Ort Schwerpunkt
I Köln Eignung für Offizierslaufbahn
II Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe (Fürstenfeldbruck) Fliegerische Grundfähigkeiten
III Fürstenfeldbruck oder Bückeburg Operationelle Fähigkeiten

 

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Phase I: Einstellungstest für Offiziersanwärter/-innen

In Phase I stehen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten für eine militärische Verwendung als Offizier im Mittelpunkt. Denn Pilot/-in bei der Bundeswehr kannst du nur werden, wenn du sowohl für die Offizierslaufbahn als auch als Luftfahrzeugführer/-in geeignet bist.

Zuerst nimmst du deshalb in Köln am Einstellungstest für Offiziersanwärter/-innen teil. Der Eignungstest besteht aus mehreren Bausteinen:

Informationsrunde

Den Anfang machen die Begrüßung und eine Einweisung in die Abläufe. Danach füllst du Fragebögen aus, unter anderem zu deinem Werdegang.

Fülle die Fragebögen sorgfältig aus – auf deine Angaben kann im Interview eingegangen werden.

Computertests (CAT)

Verschiedene Testverfahren, die du alle am Computer absolvierst, überprüfen dein Wissen und deine kognitive Leistungsfähigkeit. Dazu bearbeitest du Fragen und Aufgaben aus Bereichen wie:

  • sprachliches Denken (Deutsch)
  • rechnerisches Denken (Mathematik)
  • technisches Verständnis und räumliches Denken
  • Logik
  • Konzentration und Reaktion
  • Selbsteinschätzung (Hier stufst du verschiedene Persönlichkeitsmerkmale danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen.)

Die Aufgaben bearbeitest du am Computer. Weil der Test adaptiv ist, passt sich der Schwierigkeitsgrad an deine Leistungen an. So entsteht ein aussagekräftiges Profil.

Sporttest (BFT)

Der Basis-Fitness-Test prüft deine körperliche Belastbarkeit. Er umfasst drei Übungen:

  • 11 x 10 Meter Pendellauf (Durchgang in unter 60 Sekunden)
  • Klimmhang (Haltedauer mindestens 5 Sekunden)
  • Fahrradergometer-Test (3 Kilometer in maximal 6:30)

Bei allen drei Übungen musst du die Mindestanforderungen schaffen, um zu bestehen. Deine Leistungen werden in Punkte umgerechnet: Pro Disziplin sind mindestens 100 Punkte nötig, bessere Leistungen bringen mehr Punkte.

Als Offizierbewerber absolvierst du im Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln eine abgewandelte Version des Basis-Fitness-Tests.

Medizinische Untersuchung

Bei der medizinischen Untersuchung wird deine gesundheitliche Eignung für die Offizierslaufbahn festgestellt. Der ärztliche Dienst untersucht dafür unter anderem:

  • Hör- und Sehvermögen
  • Herz, Kreislauf und Lunge
  • Körpergröße und Gewicht
  • Bewegungsapparat
  • Gleichgewicht und Koordination
  • Vorerkrankungen

Auf Basis der Ergebnisse wird dir ein Tauglichkeitsgrad zugewiesen, der über mögliche Verwendungen entscheidet.

Gruppensituation

Die Gruppensituationsverfahren bewerten Auftreten, Kommunikation, die Übernahme von Verantwortung und Teamwork. Im Gruppensituationsverfahren löst du mit wenigen Mitbewerbenden nach festen Regeln eine Planungs- und Organisationsaufgabe; beobachtet wird, wie du planst, dich einbringst und Verantwortung übernimmst.

Interview

Das Interview ähnelt einem klassischen Vorstellungsgespräch. Durchgeführt von einem Psychologen und einem Offizier, beantwortest du Fragen zu:

Nach dem Gespräch erstellen die Prüfer dein psychologisches Profil und geben eine Laufbahnempfehlung ab.

Das Ergebnis von Phase I

Hast du bis hierhin alle Tests bestanden, fließen alle Ergebnisse in einem ersten Gesamtprofil zusammen. Dann kommt es darauf an, wie du abgeschnitten hast:

  • Hat sich deine Eignung für die Offizierslaufbahn und den fliegerischen Dienst bestätigt, geht es mit Phase II weiter.
  • Bist du für die Offizierslaufbahn, aber nicht für den fliegerischen Dienst geeignet, bietet dir die Bundeswehr eine andere Verwendung an.
  • Ist keine Eignung für die Offizierslaufbahn gegeben, schlägt dir die Bundeswehr Dienstposten in einer anderen Laufbahn vor.

Phase II: Feststellung der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit

In Phase II geht es um die fliegerischen Grundfähigkeiten. Dabei absolvierst du am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck verschiedene flugpsychologische und medizinische Tests. Zu den Inhalten von Phase II gehören:

  • Computertests (z. B. zu Auge-Hand-Fuß-Koordination, Multitasking, Reaktion und Konzentration)
  • psychologisches Gespräch
  • sehr umfangreiche flugmedizinische Untersuchung

Nach Phase II

Hast du den Eignungstest in Phase II erfolgreich durchlaufen, steht fest, dass du über die psychomotorischen Voraussetzungen und die körperliche Belastbarkeit für eine fliegerische Ausbildung verfügst.

Dann musst du dich entscheiden, ob du Hubschrauber- oder Flugzeugpilot/-in werden möchtest. Davon hängt der Ablauf von Phase III ab. In beiden Fällen bekommst du Lernunterlagen, die du dir für die letzte Phase des Auswahlverfahrens erarbeiten musst.

Hast du Phase II nicht geschafft, scheidest du als Pilot/-in aus. Trotzdem kannst du Offizier werden – nur eben in einer anderen Verwendung.

Phase III: Prüfung der operationellen Fähigkeiten

Möchtest du Hubschrauberpilot/-in werden, findet der letzte Abschnitt des Auswahlverfahrens in Bückeburg statt, ansonsten in Fürstenfeldbruck.

Bist du in Phase III angekommen, hast du die Eignung für militärische Führungsaufgaben und die notwendigen fliegerischen Grundfähigkeiten. In der letzten Phase geht es nun darum, ob du diese Fähigkeiten umsetzen kannst.

Die Testtage beinhalten:

  • Theorieunterricht
  • Trainingsflüge am Flugsimulator
  • weitere Prüfungen

Für die Bewertung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Lernfähigkeit, die Umsetzung von Feedback, Stressresistenz, Koordination, Teamfähigkeit und Entscheidungsverhalten zählen genauso dazu wie räumliche Orientierung und technisches Verständnis.

Das Endergebnis

Schließt du auch Phase III erfolgreich ab, erfüllst du alle Voraussetzungen, um als Pilot/-in in die Offizierslaufbahn im fliegerischen Dienst eingestellt zu werden.

Du startest dann mit der militärischen Grundausbildung, an die sich die Offiziersausbildung bei der Luftwaffe anschließt. Danach folgt eine umfangreiche Flugausbildung in Theorie und Praxis, bis du schließlich als Pilot/-in in deiner Einheit eingesetzt wirst.

Die Vorbereitung auf den Einstellungstest für Pilot/-innen bei der Bundeswehr

Der Eignungstest für Bundeswehr-Pilot/-innen beinhaltet umfangreiche Tests der kognitiven, körperlichen, psychomotorischen und charakterlichen Merkmale. Er soll gewährleisten, dass am Ende nur die Bewerber/-innen übrig bleiben, die die besten Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss der Pilotenausbildung haben.

Umso wichtiger ist, dass du frühzeitig damit beginnst, dich systematisch auf den Einstellungstest vorzubereiten:

  • Setze dich mit deinen beruflichen Zielen bei der Bundeswehr auseinander und überlege dir, worin mit Blick darauf deine Stärken und Schwächen liegen.
  • Sorge dafür, dass du körperlich fit bist. Eine gute Verfassung und eine stabile Gesundheit sind für die Pilotenausbildung unverzichtbar.
  • Frische deine Kenntnisse in Bereichen wie Mathematik, Physik und Technik auf.
  • Trainiere Reaktion und Konzentration.
  • Befasse dich mit der Luftfahrt und sammle nach Möglichkeit Erfahrungen, um die Anforderungen des Berufs besser zu verstehen.
  • Übe mit Online-Testtrainern für das schriftliche Auswahlverfahren sowie mit Online-Reaktionstests und -Flugsimulatoren.
  • Eigne dir Techniken zur Stressbewältigung an, die dich mental stärken.
Je besser du vorbereitet bist, desto besser kannst du dich präsentieren und desto höher sind deine Chancen, erfolgreich abzuschneiden.

Einstellungstest der Bundeswehr Luftwaffe

Verantwortlich: Ömer Bekar  |  Fachliche Prüfung: Werner von Rappard, Sebahat Günsch  |  Letzte Prüfung: September 2026  |  Methodik

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