
Auch auf den Aufsatz im Eignungstest kannst du dich vorbereiten.
Der Einstellungstest ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Bundeswehr. Neben Computertest, Sporttest, ärztlicher Untersuchung und Vorstellungsgespräch wartet auf manche Bewerber/-innen darin noch eine weitere Prüfung: der Aufsatz. Doch was wird dabei verlangt? Wie läuft er ab? Was wird bewertet? Wir geben dir einen umfassenden Überblick – und zeigen, wie du den Aufsatz im Einstellungstest der Bundeswehr gut meisterst.
Online Übungen für den Einstellungstest der Bundeswehr
Das Auswahlverfahren soll dabei helfen, die Bewerber/-innen zu finden, die das Potenzial für eine erfolgreiche Laufbahn haben. Dazu prüft der Einstellungstest verschiedene Aspekte: Wissen und Intelligenz, körperliche Leistungsfähigkeit, Motivation – und auch den sicheren Umgang mit der deutschen Sprache. Bei einigen Verwendungen gehört deshalb ein Aufsatz zum Eignungstest dazu.
Der Einstellungstest der Bundeswehr im Überblick
Hat deine Bewerbung die Vorauswahl überstanden, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein. Gleichzeitig beginnt damit die heiße Phase – denn im Auswahlverfahren zeigt sich, ob du die notwendige Eignung für eine Karriere bei der Bundeswehr mitbringst.
Der Eignungstest besteht aus mehreren Abschnitten. Welche Stationen du durchläufst, hängt von deiner angestrebten Verwendung ab. Für militärische Laufbahnen gehören zum Einstellungstest aber grundsätzlich:
- CAT-Test (Testverfahren am Computer)
- Sporttest (Basis-Fitness-Test oder kurz BFT)
- ärztliche Untersuchung
- Vorstellungsgespräch
- Gruppensituation (nur Feldwebel- und Offiziersanwärter/-innen)
- Studienberatung (nur Offizierslaufbahn)
Im zivilen Bereich stehen schriftliche und mündliche Tests im Mittelpunkt. Teilweise kommt eine Arbeitsprobe dazu, bei manchen Tätigkeiten – etwa im feuerwehrtechnischen Dienst – auch ein Sporttest.
Der Aufsatz im Einstellungstest der Bundeswehr
In vielen Fällen bleibt es beim CAT-Test als schriftliche Prüfung. Das gilt etwa für die Laufbahnen der Mannschaften, Unteroffiziere und Feldwebel sowie für den Freiwilligen Wehrdienst.
Ein Aufsatz hingegen kommt dazu, wenn du:
- die Offizierslaufbahn anstrebst oder
- dich für eine zivile Tätigkeit bewirbst.
Der Ablauf
Für den Aufsatz gehst du zusammen mit deinen Mitbewerber/-innen in den Prüfungsraum. Dort bekommst du das Aufgabenblatt – üblicherweise mit drei Themen zur Auswahl. Die Aufgabenstellungen wechseln regelmäßig und können verschiedenste Bereiche behandeln. Durch die Auswahlmöglichkeit sollte aber ein Thema darunter sein, zu dem dir etwas einfällt.
Deinen Text schreibst du von Hand – ganz klassisch mit Stift auf Papier und ohne weitere Hilfsmittel.
Der Zeitrahmen richtet sich nach der Verwendung:
- für die Offizierslaufbahn etwa 30 Minuten
- für zivile Laufbahnen meist 75 Minuten
Nach Ablauf der Zeit sammeln die Prüfer die Aufsätze ein.
Typische Aufsatzthemen im Eignungstest
Wortpaare
Zu den Klassikern im Einstellungstest gehören Wortpaare als Aufsatzthema. Solche Wortpaare können zum Beispiel sein:
- Mut und Tapferkeit
- Stärke und Kraft
- Wut und Ärger
- Ekel und Abscheu
- Märchen und Legenden
Deine Aufgabe ist, die Begriffe erst zu erklären, danach miteinander zu vergleichen (Was sind die Unterschiede, was die Gemeinsamkeiten?) und zum Schluss ein Fazit zu ziehen.
Erörterungen und freie Themen
Neben Wortpaaren sind Erörterungen häufige Aufsatzthemen. Dabei kann je nach Aufgabenstellung gefragt sein:
- eine dialektische Erörterung (Pro und Contra)
- eine lineare Erörterung (Standpunkt begründen)
Oft ermöglicht die Aufgabenstellung aber auch einen ganz freien Aufsatz zu einem gesellschaftlichen, politischen oder bundeswehrbezogenen Thema. Ein Gesetzestext oder ein Zeitungsartikel kann ebenfalls die Basis bilden.
Solche Aufsatzthemen lauten dann zum Beispiel:
- Wichtige Werte in einer Gesellschaft
- Warum ist es wichtig, dass Soldaten und Soldatinnen Uniform tragen?
- „Deutschland sollte keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.“ Diskutieren Sie diese These.
- Nehmen Sie Stellung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr
- Zum vorliegenden Gesetzestext: Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf Soldat/-innen?
Die Bewertungskriterien beim Aufsatz
Durch den Aufsatz prüft die Bundeswehr deine Fertigkeiten im Umgang mit der deutschen Schriftsprache. Aber das ist nicht alles. Für die Bewertung zählen:
- strukturierter Aufbau mit logischen Übergängen
- schlüssige und nachvollziehbare Argumentation
- sachlicher und reflektierter Sprachstil
- klare, verständliche Ausdrucksweise
- ordentliche Rechtschreibung und Grammatik
- erkennbares Interesse am Zeitgeschehen und solide Allgemeinbildung
Der Aufbau eines gelungenen Aufsatzes
Jeder Aufsatz basiert auf dem gleichen Muster: Einleitung – Hauptteil – Schlussteil. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um eine Erörterung, eine Stellungnahme oder eine andere Textsorte handelt. Das Grundschema bleibt immer gleich!
Einleitung
Die Einleitung führt ans Thema heran und liefert den notwendigen Kontext für die Einordnung der folgenden Aussagen. Sie soll einstimmen und informieren, aber nichts vorwegnehmen.
Als Richtwert für den Umfang gilt: 5 bis 10 Prozent des Textes.
Hauptteil
Im Hauptteil führst du deine Überlegungen aus. Du nennst Argumente, Erklärungen und Beispiele. Idealerweise baust du einen Spannungsbogen auf, indem deine Inhalte immer mehr Gewicht bekommen, bis am Ende das Wichtigste kommt. Achte grundsätzlich auf eine klare Struktur und einen logischen Aufbau.
Der Hauptteil macht 80 bis 90 Prozent des Textes aus.
Schlussteil
Der Schlussteil rundet deinen Aufsatz ab. Dazu fasst du das Wesentliche kurz zusammen oder ziehst ein Fazit. Neue Inhalte nennst du nicht mehr.
Maximal 10 Prozent des Textes sind für den Schluss vorgesehen.
Bewährte Tipps für einen überzeugenden Aufsatz
Auch wenn jede Textart ihre Besonderheiten hat, gibt es einige Punkte, die immer gelten. Wenn du im Einstellungstest der Bundeswehr deinen Aufsatz schreibst, behalte im Hinterkopf:
- Thema erfassen: Schau dir an, was verlangt ist. Nicht jedes Thema erfordert eine Pro-und-Contra-Argumentation.
- Kernaussage festlegen: Überlege dir, welche Botschaft du vermitteln willst, und notiere dir Stichpunkte dazu. Wenn du diese Stichpunkte in eine sinnvolle Reihenfolge bringst, hast du deine Gliederung.
- Roten Faden kreieren: Ordne deine Gedanken logisch an und achte auf stimmige Übergänge. Stelle außerdem nicht nur Behauptungen auf, sondern gib deinem Text mit Beispielen Substanz.
- Verständlich schreiben: Kurze Sätze mit klarer Struktur sind besser als lange, verschachtelte Sätze. Wähle lieber einfache Wörter und formuliere im Aktiv – nicht im Passiv. Achte aber darauf, dass du nicht in Umgangssprache oder einen Chat-Stil verfällst.
- Wortschatz nutzen: Variiere Satzanfänge und Verben, um deinen Text abwechslungsreich zu gestalten.
- Eine Zeitform verwenden: Ständige Wechsel der Zeitformen erschweren das Verständnis.
- Sachlich bleiben: Schreibe möglichst neutral – extreme Ansichten oder zu emotionale Aussagen kommen nicht gut an.
- In Abschnitte einteilen: Strukturiere deinen Text durch Absätze. Und halte dich an die Regel: pro Absatz ein Gedanke – das schafft Übersicht.
- Rechtschreibung kontrollieren: Kleinere Fehler können passieren – zu viele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler kosten dich aber wertvolle Punkte.
- Zeit im Blick haben: Sorge für ein gutes Zeitmanagement. Teile die Zeit so ein, dass du nach dem Erstellen der Gliederung und dem Schreiben deinen Text noch kontrollieren kannst.
Die Vorbereitung auf den Aufsatz im Bundeswehr-Test
Du weißt zwar nicht, welche Aufsatzthemen drankommen werden. Trotzdem kannst du dich vorbereiten:
- Wiederhole die Grundlagen zu Erörterungen und dem Aufbau von Texten.
- Frische deine Kenntnisse zu Rechtschreibung und Zeichensetzung auf.
- Bearbeite Übungsaufgaben zur deutschen Sprache – so trainierst du auch gleich für den CAT-Test.
- Lies regelmäßig Zeitungsartikel und Sachtexte. Das schult dein Gespür für die Sprache.
- Beschäftige dich mit der Bundeswehr und dem aktuellen Zeitgeschehen. Dieses Wissen hilft dir auch im Vorstellungsgespräch.
- Schreibe ein paar Probetexte unter Zeitdruck.
Mit diesen Maßnahmen schulst du Sprachkenntnisse, Struktur und Zeitmanagement.
Fazit zum Aufsatz im Einstellungstest der Bundeswehr
Der Aufsatz im Auswahlverfahren der Bundeswehr stellt dich vor keine unlösbare Aufgabe. Es geht nicht um literarische Höchstleistungen in Perfektion, sondern um logische Struktur, schlüssige Überlegungen und verständliche Sprache. Wenn du ruhig bleibst, systematisch vorgehst und deine Zeit clever nutzt, wirst du diese Prüfung erfolgreich meistern!














