
Klar ist der Bundeswehr-Test anspruchsvoll – aber er ist zu schaffen!
Wer sich als Soldatin oder Soldat bewirbt, durchläuft im Karrierecenter der Bundeswehr feste Stationen: ärztliche Untersuchung, computergestützter Test (CAT), Sporttest (außer beim Freiwilligen Wehrdienst), Gespräch mit der Prüfkommission und Einplanungsgespräch. Was dazukommt, hängt von deiner Laufbahn ab: Offizierbewerber absolvieren ihr Assessment im Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln, Bewerber für zivile Beamtenlaufbahnen im mittleren Dienst meist Computertest und Gespräch. Die Übersicht zeigt die Unterschiede, darunter findest du jede Station im Einzelnen und einen Übungstest.
| Station | Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel | Offiziere | Zivile Beamtenlaufbahnen |
|---|---|---|---|
| Ort | eines der acht Karrierecenter mit Assessment | Assessmentcenter für Führungskräfte, Köln | Karrierecenter (gehobener und höherer Dienst: Köln) |
| Ärztliche Untersuchung | ja | ja | nur in bestimmten Fällen |
| Computertest (CAT) | ja | ja | ja |
| Gespräch mit der Prüfkommission | ja | ja | ja |
| Gruppensituationsverfahren | nein | ja | nur gehobener Dienst (mit Kurzvortrag) |
| Sporttest | ja (außer Freiwilliger Wehrdienst) | ja | nein (Ausnahme: Feuerwehr) |
| Beratung zum Abschluss | Einplanungsgespräch | Laufbahn- und Studienberatung | – |
Bundeswehr Einstellungstest – Online
Nach dem Gespräch mit der Karriereberatung und deiner Bewerbung ist der Einstellungstest der nächste entscheidende Schritt auf deinem Weg zu einer beruflichen Zukunft bei der Bundeswehr. Gerade weil der Test so wichtig ist, ruft er aber Fragen hervor: Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Was wird geprüft? Wie schwer ist der Eignungstest wirklich?
Was steckt hinter dem Einstellungstest?
Der Einstellungstest ist eine Etappe im mehrstufigen Auswahlverfahren der Bundeswehr. Sein Ziel ist, deine fachliche, geistige, körperliche und charakterliche Eignung für den Dienst festzustellen. Dabei geht es nicht darum, Bewerber/-innen vorschnell auszusieben.
Anstelle vom Einstellungstest ist manchmal auch vom Eignungstest oder einfach Bundeswehr-Test die Rede. Gemeint ist damit aber immer das gleiche Verfahren.
Welche Inhalte hat der Einstellungstest?
Je nach angestrebter Laufbahn können die einzelnen Testteile unterschiedlich gewichtet sein und in den konkreten Inhalten etwas voneinander abweichen. Der Grundaufbau ändert sich aber nicht. Das Ziel ist immer, ein möglichst umfassendes Gesamtbild zu bekommen. Deshalb enthält der Test mehrere Abschnitte, die verschiedene Fähigkeiten prüfen.
CAT-Test (Computer-Assistiertes Testen)
Der CAT-Test ist ein computerbasiertes Testverfahren, das deine intellektuellen und kognitiven Fähigkeiten prüft. Er setzt sich aus mehreren Modulen zusammen, darunter:
- sprachliches Denken
- rechnerisches Denken
- logisches Denken
- technisches Verständnis
- Konzentration
- je nach Verwendung räumliches Vorstellungsvermögen und Reaktionsfähigkeit
- psychologische Fragen (Aussagen zu Eigenschaften und Verhalten einordnen, inwieweit sie auf dich zutreffen)
Wie lange der Test dauert, hängt von deiner angestrebten Verwendung ab. Für bestimmte Ausbildungen, fliegerische Verwendungen und die Flugsicherung kommen Zusatztests dazu.
Die Aufgaben bearbeitest du am Computer. Dabei ist der Test adaptiv. Je nachdem, ob du richtig oder falsch antwortest, passt sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben an. So entsteht ein präzises Leistungsprofil.
Sporttest (Basis-Fitness-Test)
Bewirbst du dich für die Mannschaften, die Unteroffiziere oder die Feldwebel, legst du im Karrierecenter den Basis-Fitness-Test der Personalgewinnung ab: Pendellauf über elfmal zehn Meter, Klimmhang und 3.000 Meter auf dem Fahrradergometer. Nur beim Freiwilligen Wehrdienst entfällt er.
Auch in den Offizierlaufbahnen gehört er dazu. Deren Assessment findet im Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln statt, dort steht eine angepasste BFT-Fassung auf dem Plan.
Eignungsuntersuchung
Die ärztliche Untersuchung ermittelt deine Diensttauglichkeit aus medizinischer Sicht. Sie enthält verschiedene Teiluntersuchungen, darunter einen allgemeinen Check, Messungen von Gewicht, Größe und Blutdruck, einen Sehtest, einen Hörtest und ein Arztgespräch.
Psychologisches Gespräch
Das psychologische Interview ist ein Vorstellungsgespräch und beurteilt deine persönliche Eignung. Im Mittelpunkt dabei steht deine Motivation. Die Prüfer fragen unter anderem ab:
- bisheriger Werdegang
- Eigenschaften, Interessen, Stärken und Schwächen
- Motivation für diese Laufbahn und Verwendung bei der Bundeswehr
- berufliche Vorstellungen und Ziele
Aus dem Gespräch entsteht ein Persönlichkeitsprofil; auf dieser Basis wird eine Laufbahn für dich empfohlen.
Gruppensituation und Studienberatung (nur Offiziere)
Bewirbst du dich für die Offizierslaufbahn, nimmst du an einem Gruppensituationsverfahren teil. Dort löst du mit wenigen Mitbewerbenden nach festen Regeln eine Planungs- und Organisationsaufgabe; beobachtet wird, wie du planst, dich einbringst und Verantwortung übernimmst.
In der Gruppensituation zählen dein Auftreten und Verhalten im Team und deine Art, zu kommunizieren. Unterm Strich will die Bundeswehr sehen, ob du teamfähig bist und Führungspotenzial hast.
Strebst du ein Studium bei der Bundeswehr an, findet im Auswahlverfahren eine Studienberatung statt. Hier geht es um deine Eignung für ein Studium und die verfügbaren Studienplätze.
Ist der Bundeswehr-Einstellungstest schwer?
Der Test ist anspruchsvoll und fordernd – aber absolut machbar!
Der Eignungstest ist weder ein reiner Intelligenztest noch ein Wettkampf gegen andere Bewerber/-innen. Du musst nicht besser sein als alle anderen, sondern die Anforderungen erfüllen.
Typische Fehler, die du vermeiden kannst:
- falsche Selbsteinschätzung (Wissensstand, Fitness)
- mangelnde Information über die angestrebte Laufbahn und Verwendung → unklare Motivation
- Nervosität und keine Strategien, um sich zu fokussieren
Eine strukturierte Vorbereitung trägt dazu bei, den Einstellungstest gelassener, sicherer und mit mehr Selbstvertrauen zu meistern.
Was hilft bei der Vorbereitung auf den Bundeswehr-Test wirklich?
Die Vorbereitung fängt damit an, dass du den Eignungstest ernst nimmst. Darauf zu hoffen, dass es schon gutgehen wird, ist riskant und kann bedeuten, dass du deine Chancen ungenutzt liegen lässt. Sinnvoller ist es, systematisch vorzugehen:
- Bearbeite Übungsaufgaben aus dem Test, um dich mit den Aufgabenarten vertraut zu machen und ein Gefühl für den Zeitdruck zu bekommen.
- Frische dein Wissen in berufsrelevanten Fächern auf und verfolge das aktuelle Zeitgeschehen.
- Schätze deine Fitness realistisch ein und trainiere die drei BFT-Übungen – außer beim Freiwilligen Wehrdienst gehören sie zum Auswahlverfahren.
- Mache dir Gedanken über deine Motivation, Ziele und Stärken.
FAQ zum Einstellungstest bei der Bundeswehr
Wo findet der Eignungstest statt?
Der Test wird in einem Karrierecenter durchgeführt. Getestet wird an acht Karrierecentern: Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart und Wilhelmshaven. Bewirbst du dich für die Offizierslaufbahn, fährst du nach Köln.
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Der Test dauert in der Regel ein bis drei Tage. Bei weiter Anreise stellt die Bundeswehr Unterkunft und Verpflegung in der Kaserne.
Ist der Test für alle Laufbahnen gleich?
Die Grundelemente des Auswahlverfahrens sind weitestgehend gleich. Je nach Laufbahn können sich die Abschnitte aber im Umfang unterscheiden und anders gewichtet sein. Möchtest du zum Beispiel Offizier werden, musst du in bestimmten Bereichen höhere Anforderungen erfüllen als bei einer Bewerbung für den freiwilligen Wehrdienst.
Gibt es beim CAT-Test eine Mindestpunktzahl?
Eine Mindestpunktzahl oder Durchfallquote veröffentlicht die Bundeswehr nicht. Der CAT passt den Schwierigkeitsgrad laufend an deine Antworten an, deshalb sagt eine Rohpunktzahl wenig aus. Das Ergebnis fließt zusammen mit dem Gespräch und der ärztlichen Untersuchung in eine Gesamtentscheidung ein. Aufgabenarten und einen Übungstest findest du im Beitrag zum CAT-Test der Bundeswehr.
Kann man den Test wiederholen?
Du kannst den Einstellungstest wiederholen – frühestens nach sechs Monaten. Eine Vorbereitung, die dazu führt, dass es gleich im ersten Anlauf klappt, zahlt sich deshalb doppelt aus.
Übungstests zu Hörverständnis, Merkfähigkeit und Testfragen
- Hörverständnis | Einsatzschilderungen: Patrouille
- Hörverständnis | Einsatzschilderungen: Drohnen
- Hörverständnis | Einsatzschilderungen: Friedenseinsatz
- Hörverständnis | Merkfähigkeit: Kulturelle Vielfalt
- Hörverständnis | Merkfähigkeit: KI
- Hörverständnis | Merkfähigkeit: Finken
- Gedächtnistraining Online für den Bundeswehr Einstellungstest
- Bundeswehr Einstellungstest Fragen
- Der CAT-Test


