
Auch als angehender Azubi musst du den Einstellungstest bestehen.
Du hast einen grünen Daumen, arbeitest gerne draußen und möchtest etwas Bleibendes gestalten? Es macht dir auch nichts aus, dir die Hände schmutzig zu machen? Dann könnte eine Ausbildung als Gärtner/-in bei der Bundeswehr genau dein Ding sein. Doch bevor du die zivile Ausbildung beginnen kannst, musst du erst einmal im Einstellungstest überzeugen.
Bundeswehr Gärtner Einstellungstest
Im Zusammenhang mit der Bundeswehr denkst du vermutlich im ersten Moment an uniformierte Soldat/-innen. Aber die Bundeswehr gehört auch zu den größten zivilen Arbeitgebern Deutschlands. Und Gärtner/-in ist einer der vielen Berufe, die sie ausbildet.
Entscheidest du dich für eine Ausbildung als Gärtner/-in, schlägst du keine militärische Laufbahn ein, sondern absolvierst eine zivile Ausbildung im öffentlichen Dienst. Dadurch gehörst du der zivilen Wehrverwaltung an, nicht der Truppe.
Was macht man als Gärtner/-in bei der Bundeswehr?
Die Bundeswehr hat Kasernen, Übungsplätze, Sportanlagen und viele andere Außenflächen. Genau hier setzt dein Zuständigkeitsbereich an. Als Gärtner/-in gehört zu deinen Aufgaben:
- Grün- und Außenanlagen aller Art planen und gestalten
- Bäume, Büsche, Stauden und Rasen pflanzen
- Wege und Plätze pflastern
- Treppen und Trockenmauern bauen
- Dächer und Fassaden begrünen
- Biotope anlegen
- Kiesgruben, Mülldeponien und andere Flächen rekultivieren
Kurzum: Du sorgst dafür, dass Außenanlagen ökologisch sinnvoll gestaltet sind, ansprechend aussehen und gesund gedeihen.
Der Ablauf der zivilen Ausbildung bei der Bundeswehr
Bei der Bundeswehr absolvierst du die Ausbildung zum/r Gärtner/-in in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Sie dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut:
- Praxis in deiner Ausbildungsstätte bei der Bundeswehr
- Theorie in der Berufsschule
Du beendet deine Ausbildung mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Landwirtschaftskammer. Dadurch hast du einen staatlich anerkannten Abschluss – und kannst überall als Gärtner/-in tätig werden.
Diese Voraussetzungen brauchst du für die Ausbildung
Zunächst einmal müssen die formalen Anforderungen erfüllt sein:
- mindestens Hauptschulabschluss
- gute Noten in Deutsch und Mathematik
Wichtiger ist der Bundeswehr aber, dass du persönlich zum Beruf und ins Team passt. Deshalb erwartet sie:
- handwerkliches Geschick und Kreativität
- Interesse an Natur und Pflanzen
- Spaß an der Arbeit im Freien
- sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise
- Teamfähigkeit
- Engagement, Lernbereitschaft und Zuverlässigkeit
Ob du die Lehrstelle als Gärtner/-in bekommst, zeigt sich dann beim Einstellungstest.
So bewirbst du dich um eine Lehrstelle
Auf der Karriereseite der Bundeswehr kannst du das Berufsprofil zum/r Gärtner/-in aufrufen. Dort gibt es auch einen Link zum Bewerbungsportal. Deine Bewerbung läuft online über dieses Portal. Dazu lädst du folgende Unterlagen hoch:
- Bewerbungsschreiben
- tabellarischer Lebenslauf
- aktuellstes Schulzeugnis
- Nachweise von Praktika, Jobs und anderen beruflichen Qualifikationen, sofern vorhanden
- Einverständniserklärung deiner Eltern, wenn du minderjährig bist
Was kommt im Einstellungstest der Bundeswehr für angehende Gärtner/-innen dran?

Der Einstellungstest findet verteilt auf zwei Tage statt.
Konntest du mit deiner Bewerbung überzeugen, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest in das zuständige Dienstleistungszentrum ein. Der Eignungstest gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.
Der Aufsatz
Zunächst schreibst du einen Aufsatz – so, wie du es aus der Schule kennst. Meist kannst du dafür aus mehreren Themen wählen, zum Beispiel:
- gesellschaftliche Fragen
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Fragen mit Bezug zum Beruf oder der Bundeswehr
- Analyse und Vergleich eines Wortpaares (etwa „Mut und Tapferkeit“ oder „Arbeit und Leistung“)
Der Aufsatz prüft Ausdrucksvermögen und logische Struktur. Außerdem geht es um Rechtschreibung, Grammatik und Allgemeinwissen.
Der CAT-Test
Die zweite schriftliche Prüfung ist der sogenannte CAT-Test. Dahinter verbirgt sich ein computergestütztes Verfahren, das aus verschiedenen Testmodulen besteht. Zu den typischen Testbereichen gehören:
- Deutsch (Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz)
- Mathematik (Grundrechenarten, Textaufgaben, Zins- und Prozentrechnung, Geometrie)
- Logik (Zahlenreihen, Matrizen, Schlussfolgerungen)
- visuelles, abstraktes und analytisches Denken
- Allgemeinwissen (Biologie, Technik, Politik, Erdkunde, Geschichte)
- Konzentration
Die Aufgaben werden als Auswahlfragen gestellt. Du musst dir die Antworten also nicht selbst überlegen, sondern wählst die richtige Antwort aus den vorgegebenen Lösungsvorschlägen aus. Gleichzeitig ist der Test adaptiv: Antwortest du richtig, werden die Aufgaben schwieriger, bei Fehlern einfacher. So kann der Test dein Leistungsniveau präzise einordnen.
Psychologischer Fragebogen
Zusätzlich zu Wissensfragen bewertest du Aussagen wie: „Ich arbeite lieber im Team als allein.“ oder „Meine Ziele verfolge ich konsequent.“ Auf einer Skala ordnest du ein, wie sehr die jeweilige Aussage auf dich zutrifft.
Richtig oder falsch gibt es hier nicht. Wichtig ist, dass du ehrlich bleibst. So vermeidest du Widersprüche und kommst nicht in Erklärungsnot, wenn einzelne Antworten im Vorstellungsgespräch aufgegriffen werden.
Das Vorstellungsgespräch
Hast du den schriftlichen Teil mit guten Leistungen bestanden, folgt das Vorstellungsgespräch. Hier steht im Vordergrund, dich persönlich kennenzulernen. Die Prüfer interessieren sich für:
- deinen bisherigen Werdegang und deine beruflichen Ziele.
- deine Eigenschaften, Interessen, Stärken und Schwächen.
- deine Motivation, Gärtner/-in bei der Bundeswehr zu werden.
Für die Prüfer ist einerseits wichtig, ob du dich mit dem Beruf und der Bundeswehr als Arbeitgeber befasst hast und weißt, was auf dich zukommt. Andererseits möchten sie herausfinden, ob du menschlich ins Team passt.
Wie geht es nach dem Gespräch weiter?
Mit dem Vorstellungsgespräch ist der Einstellungstest abgeschlossen. Die Bundeswehr vergleicht die Testergebnisse aller Bewerber/-innen und entscheidend anschließend, wer einen Ausbildungsplatz bekommt. Du erfährst die Entscheidung schriftlich.
So bereitest du dich sinnvoll auf den Einstellungstest für Gärtner/-innen bei der Bundeswehr vor
Viele Bewerber/-innen fragen sich, wie schwer der Bundeswehr-Test ist. Die ehrliche Antwort lautet: Der Eignungstest ist gut machbar – wenn du dich darauf vorbereitest.
Die Bundeswehr erwartet kein fachliches Spezialwissen, sondern prüft grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften, die im Job unverzichtbar sind. Du musst deshalb für den Test nicht monatelang lernen. Entscheidend ist, dass du strukturiert vorgehst und dich auf die Basics konzentrierst:
- Deutsch: Wiederhole Rechtschreibung und Grammatik. Übe außerdem, kurze Aufsätze zu schreiben.
- Mathematik: Frische die wichtigsten Rechenregeln auf und löse Rechenaufgaben aus verschiedenen Bereichen.
- Wissen, Logik und Konzentration: Mach dich mit den verschiedenen Aufgabentypen im Test vertraut. Arbeite regelmäßig Beispielaufgaben und ganze Übungstests durch, um Routine zu entwickeln und dich an die Prüfungssituation zu gewöhnen.
- Vorstellungsgespräch: Informiere dich über die Ausbildung, überlege dir schlüssige Gründe für deine Bewerbung bei der Bundeswehr und reflektiere, was dich als Person ausmacht.
Je systematischer du vorgehst, desto ruhiger und sicherer trittst du zum Test an.
Die Perspektiven nach deiner Ausbildung
Mit dem offiziell anerkannten Abschluss als Gärtner/-in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau stehen dir verschiedene Wege offen:
- Du bleibst als zivile/r Mitarbeiter/-in bei der Bundeswehr. Die Chancen auf eine Übernahme stehen gut – schließlich bildet die Bundeswehr Fachkräfte für ihren Bedarf aus.
- Du bewirbst dich als Soldat/-in auf Zeit und wechselst in eine militärische Laufbahn.
- Du verlässt die Bundeswehr und suchst dir einen Job auf dem zivilen Arbeitsmarkt.
Natürlich kannst du auch über berufliche Weiterqualifizierungen nachdenken, etwa den Meistertitel oder ein Studium.
Fazit
Mag sein, dass dich die Aussicht auf den Einstellungstest bei der Bundeswehr im ersten Moment verunsichert. In Wahrheit soll der Test aber nur feststellen, ob du die notwendigen Grundlagen mitbringst und sowohl zum Beruf als auch zur Bundeswehr passt.
Wenn du einen naturnahen Beruf schätzt, gerne draußen arbeitest, handwerklich geschickt bist, Teamgeist mitbringst und dich gezielt vorbereitest, stehen deine Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme gut.
Jetzt bist du an der Reihe: Informiere dich über aktuelle Ausbildungsplätze, starte ein systematisches Testtraining – und gehe den ersten Schritt in Richtung deiner zivilen Ausbildung als Gärtner/-in bei der Bundeswehr.














