Bundeswehr Einstellungstest Dauer: Testdauer und Bedingungen

Aktualisiert am 29. August 2026 von Ömer Bekar

Kurz beantwortet

Seit 2026 ist der Einstellungstest im Regelfall an einem Tag geschafft: Computertest, ärztliche Begutachtung und Vorstellungsgespräch. Die alte Faustregel „zwei Tage einplanen“ gilt nicht mehr. Wie lang der Tag wird, hängt von Gruppengröße, Laufbahn und deinen Ergebnissen ab. Offizierbewerber durchlaufen weiterhin das mehrtägige Assessment-Center in Köln.

Infos zur Bundeswehr Einstellungstest Dauer

Der Einstellungstest der Bundeswehr ist umfangreich – und dauert!

Wenn Du zur Bundeswehr willst, musst Du das Auswahlverfahren bestehen. Ob Du freiwillig Wehrdienst leisten, eine Ausbildung machen, studieren oder als Profi mit Berufserfahrung einsteigen willst, spielt dabei keine Rolle. Und auch ob es eine militärische oder eine zivile Laufbahn werden soll, ist egal. Um die Eignung von Bewerbern zu prüfen, führt die Bundeswehr standardisierte Tests durch.

Nur: Wie lange dauert der Einstellungstest? Wo findet er statt? Wie komme ich dorthin? Und wie läuft das Ganze ab? All das erfährst Du in diesem Beitrag!

Eignungstest Online Training für die Bundeswehr

Bei der Bundeswehr läuft es ein bisschen anders, als Du es vielleicht von Arbeitgebern aus der Wirtschaft kennst. Am Anfang brauchst Du nämlich erst einmal keine Bewerbungsmappe im klassischen Sinne. Stattdessen setzt Du Dich mit einem Karriereberater zusammen. In einem lockeren Gespräch wird er Dir erklären, welche Möglichkeiten Du bei den Streitkräften hast. Das Ganze ist aber kein Vorstellungsgespräch! Die Aufgabe vom Karriereberater ist, Dich zu informieren und Dir Deine Fragen zu beantworten. Und der Karriereberater hat auch keinen Einfluss darauf, ob Du eingestellt wirst oder ob nicht. Das entscheidet sich erst später, wenn Du am Eignungstest teilgenommen hast.

Nach dem Gespräch mit dem Karriereberater stellst Du Deine Bewerbungsunterlagen zusammen. Anschließend kannst Du entweder eine Online-Bewerbung einreichen. Oder Du gibst Deine Bewerbung beim Karriereberater ab. Er schaut die Unterlagen noch einmal mit Dir durch und leitet sie dann an die zuständige Stelle weiter. Wenn alles gut läuft, bekommst Du einige Zeit später Deine Einladung zum Einstellungstest. Dann wird es ernst! Denn von Deinem Abschneiden beim Test hängt ab, ob und als was Du eingestellt werden kannst.

Muss jeder Bewerber einen Einstellungstest machen?

Ja! Egal, ob freiwillig Wehrdienstleistender, Zeitsoldat oder Zivilist: Jeder Bewerber muss am Einstellungstest teilnehmen – und ihn bestehen.

Der Dienst bei den Streitkräften ist anspruchsvoll. Dich erwarten vielseitige und spannende Aufgaben. Du hast die Chance, Dich weiterzuentwickeln und viel zu lernen. Aber die Tätigkeit ist auch anstrengend und verlangt Dir sowohl mental als auch körperlich einiges ab. Das gilt vor allem bei Einsätzen im Ausland.

Allein anhand von Deinen Bewerbungsunterlagen kann die Bundeswehr aber nicht abschätzen, ob Du alles mitbringst, was Du für den Job brauchst. Zu Deiner körperlichen Fitness oder Deinem Charakter steht dort schließlich wenig drin. Deshalb führt sie umfangreiche Tests durch, die Deine Eignung aus unterschiedlichen Blickwinkeln prüfen. Aber der Test ist sehr fair. Denn er basiert auf klaren und einheitlichen Standards.

Das heißt: Die Bedingungen sind für alle Bewerber gleich. Niemand wird bevorzugt. Stattdessen müssen alle Testteilnehmer die gleichen Herausforderungen meistern.

Die Einladung zum Eignungstest

Wenn Deine vollständige Bewerbung vorliegt, prüft die Bundeswehr, ob Du die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung erfüllst. Außerdem schaut sie sich Deine Unterlagen an und entscheidet auf dieser Basis, ob Du die notwendigen Qualifikationen für Deine angestrebte Verwendung mitbringst. Deine Noten in den Schulfächern Deutsch und Mathe werden dabei eine Rolle spielen. Aber auch Deine Leistungen in einer Fremdsprache, in Technik oder in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Chemie können ins Gewicht fallen. Daneben gleicht die Bundeswehr Deine Vorstellungen mit ihrem Bedarf ab. Passt alles soweit zusammen und sieht der Bund eine Chance, Dich einzustellen, wirst Du zum Auswahlverfahren eingeladen.

Übrigens: Es kann durchaus sein, dass Du am Ende ein Angebot in einer anderen Laufbahn oder in einem anderen Bereich bekommst, als Du Dich beworben hattest. Denn tatsächlich entscheiden immer Deine Leistungen beim Einstellungstest darüber, welche Möglichkeiten für Dich in Frage kommen.

Geht der Bund grundsätzlich von Deiner Eignung für den Dienst bei den Streitkräften aus, wirst Du jedenfalls eingeladen. In der Einladung steht, wann und wo Du am Test teilnimmst. Und in der Einladung ist auch angegeben, welche Unterlagen Du noch besorgen und mitbringen musst.

Die Termine für die Prüfungen

Möchtest Du in die Laufbahn der Mannschaften, der Unteroffiziere oder der Feldwebel, kannst Du Deine Bewerbung das ganze Jahr über abgeben. Gleiches gilt, wenn Du freiwilligen Wehrdienst leisten willst. Die Grundausbildung, mit der jede Dienstzeit bei der Bundeswehr beginnt, startet seit einiger Zeit monatlich. Als angehender Offizier hingegen muss Deine Bewerbung im März des Einstellungsjahres vorliegen – den verbindlichen Stichtag nennt Dir die Karriereberatung. Die Einstellung erfolgt in der Regel zum 1. Juli. Auch für Ausbildungen und Jobs im zivilen Bereich gibt es feste Einstellungstermine. Wann sie sind und bis wann Du Dich beworben haben musst, steht in den Stellenanzeigen.

Warum wir Dir das alles erzählen? Nun: Da die Bundeswehr das ganze Jahr über Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiter einstellt, finden auch das ganze Jahr über Einstellungstests statt. Wann Dein Prüfungstermin ist, hängt deshalb davon ab, wann Du Dich beworben hast. Meistens wirst Du ungefähr sechs bis acht Wochen nach Deiner Bewerbung wissen, ob und wann Du am Eignungstest teilnimmst.

Was ist, wenn ich an meinem Prüfungstermin nicht kann?

Natürlich kann es passieren, dass Dich die Bundeswehr an einem Termin einlädt, an dem Du keine Zeit hast. Schließlich bewirbst Du Dich ungefähr ein Jahr vor Deiner gewünschten Einstellung. Vermutlich wirst Du deshalb Schüler sein oder arbeiten. Und dann geht es eben nicht immer, dass Du für den Test freibekommst. Vielleicht hast Du aber auch einfach schon etwas anderes vor, das Du nicht verschieben kannst.

Jedenfalls solltest Du Dich möglichst früh mit dem Karrierecenter in Verbindung setzen, wenn Du weißt, dass Du den vorgeschlagenen Prüfungstermin nicht wahrnehmen kannst. Das Karrierecenter wird dann einen neuen Termin mit Dir vereinbaren.

Die Prüfungsstandorte

Die Auswahlverfahren werden von den Karrierecentern der Bundeswehr durchgeführt; bundesweit gibt es 15 davon. Jedem Bundesland ist ein Karrierecenter zugeordnet – welches für Dich zuständig ist, steht verbindlich in Deinem Einladungsschreiben. Wo Du am Einstellungstest teilnimmst, hängt deshalb davon ab, wo Du wohnst.

Dein Wohnort liegt in … Den Test absolvierst Du im Karrierecenter …
Baden-Württemberg Heilbronner Straße 188, 70191 Stuttgart
Bayern Dachauer Str. 128, 80637 München
Berlin, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern Regattastraße 12, 12527 Berlin
Hessen, Rheinland-Pfalz oder Saarland Moltkering 9, 65189 Wiesbaden
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen oder Hamburg General-Wever-Straße 119, 30657 Hannover
Nordrhein-Westfalen Ludwig-Beck-Straße 23, 40470 Düsseldorf
Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt Zeppelinstraße 18, 99096 Erfurt

Allerdings gibt es zwei Ausnahmen:

  • Möchtest Du zur Marine, ist das Karrierecenter in der Opdenhoffstraße 63 in 26384 Wilhelmshaven für Deinen Einstellungstest zuständig. Das gilt unabhängig von Deinem Wohnort.
  • Strebst Du die Offizierslaufbahn an, nimmst Du im Assessmentcenter für Führungskräfte in der Kölner Straße 262 in 51149 Köln am Einstellungstest teil. Auch hier ist egal, wo Du wohnst.
Kurz testen: 3 Fragen im CAT-StilFrage 1 von 3

Richtig: 0

Deine Anreise zum Eignungstest

Deiner Einladung liegt ein Gutschein für eine Zugfahrkarte bei. Mit diesem Gutschein kannst Du kostenfrei mit der Deutschen Bahn zu dem Karrierecenter anreisen, bei dem Du am Eignungstest teilnimmst. Wie Du den Gutschein einlösen musst und alle weiteren Einzelheiten sind in der Einladung beschrieben.

Kannst oder willst Du nicht mit dem Zug fahren, kannst Du natürlich auch mit dem Auto fahren. In diesem Fall erfolgt Deine Anreise aber auf eigene Gefahr. Und es kann sein, dass Du außerhalb der Kaserne parken musst. Denn auf dem Gelände gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen. Die Fahrtkosten erstattet Dir die Bundeswehr. Am besten fragst Du bei Deinem Karriereberater oder vor Ort nach, wo und wie Du den Antrag stellen musst.

Liegen Dein Wohnort und das Karrierecenter in der gleichen Stadt, musst Du die Fahrtkosten selbst übernehmen. Wohnst Du beispielsweise in Stuttgart und absolvierst auch Deinen Einstellungstest in Stuttgart, schickt Dir die Bundeswehr also keinen Gutschein für eine Zugfahrkarte zu. Stattdessen musst Du selbst und auf eigene Kosten in die Kaserne kommen. In aller Regel dürfte das aber kein Problem sein.

Die Bundeswehr Einstellungstest Dauer

Jahrelang galt die Faustregel: zwei Tage einplanen. Diese Regel stimmt seit 2026 nicht mehr. Mit dem Neuen Wehrdienst hat die Bundeswehr das Verfahren bewusst gestrafft, damit mehr Bewerberinnen und Bewerber in kürzerer Zeit durchlaufen können.

Testdauer nach heutigem Stand

  • Ein Tag ist der Regelfall. Ärztliche Begutachtung, CAT-Test und das Gespräch mit der Testleitung sind so getaktet, dass sie an einem Tag zu schaffen sind.
  • Ein Tag plus Anreise am Vorabend, wenn Du von weiter weg kommst. Die Bundeswehr stellt dafür eine Unterkunft, damit Du ausgeruht startest.
  • Länger wird es bei einer Verpflichtung ab zwei Jahren – dann kommt das Gespräch mit der Assessmentkommission dazu.
  • Am umfangreichsten bleibt das Verfahren für Offizierbewerber im Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln.

Drei Faktoren verschieben die Dauer trotzdem noch: die Gruppengröße – je mehr Bewerber gleichzeitig durch die Stationen rotieren, desto länger die Wartezeiten dazwischen. Die Laufbahn – wer Feldwebel werden will, hat mehr Stationen vor sich als jemand im Freiwilligen Wehrdienst. Und Deine eigenen Ergebnisse – fällst Du an einer Station durch, endet das Verfahren an genau dieser Stelle.

Verlass Dich am Ende nicht auf Faustregeln, sondern auf Dein Einladungsschreiben. Dort steht die voraussichtliche Testdauer für genau Deinen Termin.

Deine Unterbringung während der Testteilnahme

Während Du am Einstellungstest teilnimmst, stellt Dir die Bundeswehr eine Unterkunft zur Verfügung. Du wohnst dabei auf dem Gelände des Karrierecenters und wirst in ein Mehrbettzimmer einquartiert. Du teilst Dir Deine Unterkunft also mit mindestens einem anderen Bewerber. Die Unterkünfte sind nach Geschlechtern getrennt. Waschräume und Duschen gibt es auf jeder Etage. Bettwäsche bekommst Du vor Ort, nur ein Handtuch musst Du Dir selbst mitbringen.

Die Übernachtung ist für Dich kostenfrei. Und auch für Deine Verpflegung ist gesorgt. Für Essen und Trinken musst Du also ebenfalls nichts bezahlen.

Aber: Alkohol und Drogen sind auf dem Gelände absolut tabu. Komm nicht auf die Idee, mit anderen Bewerbern auf einen erfolgreichen Testtag anzustoßen! Denn wenn ihr erwischt werdet, fliegt ihr sofort raus!

Was Du zum Test mitbringen solltest

Allzu viel Gepäck brauchst Du nicht, wenn Du Dich auf den Weg zum Einstellungstest machst. Ein paar Dinge sind es dann aber doch, nämlich:

  • das Einladungsschreiben
  • die Unterlagen im Original, die im Einladungsschreiben aufgelistet sind
  • Dein Personalausweis oder Reisepass
  • Handtücher und Duschzeug
  • Sportkleidung und Turnschuhe, falls für Deine Laufbahn ein Sporttest ansteht – seit 2026 ist das nur noch bei den Offizierlaufbahnen in Köln und bei einzelnen Spezialverwendungen der Fall
  • Schreibzeug
  • bequeme, aber ordentliche und gepflegte Kleidung für den Test und das Vorstellungsgespräch

Der Ablauf vom Eignungstest

Abschnitte Bundeswehr Einstellungstest Dauer

Der Einstellungstest der Bundeswehr gliedert sich in verschiedene Einzeltests.

Der Bundeswehr Eignungstest setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen. In welcher Reihenfolge Du die Abschnitte durchläufst, ist verschieden. Bei der Begrüßung wirst Du zusammen mit ein paar anderen Bewerbern in eine Gruppe eingeteilt. Außerdem bekommst Du einen Laufzettel. Darauf steht, wann Du wo für welche Prüfung erscheinen musst. Dabei kann sein, dass Du mit Deiner Gruppe zum Beispiel mit dem Computertest anfängst. Eine andere Bewerbergruppe hingegen beginnt vielleicht mit der ärztlichen Untersuchung. Eine dritte Gruppe wird vielleicht zuerst zum Gespräch gebeten. Die Idee dahinter ist, dass auf diese Weise die Wartezeiten zwischen den einzelnen Tests möglichst kurz bleiben sollen.

Vor allem beim Computertest und beim mündlichen Prüfungsteil können der Umfang und die Inhalte unterschiedlich sein. Das hängt immer ein bisschen damit zusammen, für welche Verwendung und welchen Berufsbereich Du Dich bewirbst. Ist aber auch klar. Schließlich kommt es zum Beispiel im Sanitätsdienst eher auf Biologie und Einfühlungsvermögen an, während bei der Luftwaffe Physik und Technik stärker gefragt sind. Der grundlegende Ablauf bleibt aber gleich. Und die Bundeswehr unterscheidet auch nicht danach, ob Du eine Frau oder ein Mann bist.

CAT-Test

Ein wichtiger Bestandteil vom Auswahlverfahren ist der Computertest. Er heißt auch CAT-Test, wobei CAT für Computer-Assistierte Testung steht. Den Test legst Du komplett am PC ab. Und beim PC-Test stehen Deine Intelligenz, Dein Wissen und Deine Reaktion, aber auch Deine Persönlichkeit auf dem Prüfstand. Dafür umfasst der Computertest mehrere Einzeltests. Bei den Abschnitten, die zum IQ-Test gehören, musst Du Fragen aus Bereichen wie beispielsweise

  • Deutsch,
  • Mathe,
  • Technik,
  • Physik und Chemie,
  • Fachwissen rund um die Bundeswehr,
  • Allgemeinwissen (mit den Schwerpunkten Politik, Geschichte und Gesellschaft),
  • logisches Denken oder
  • visuelles Denkvermögen

beantworten. Dazu kommen Aufgaben, die testen, wie gut Du Dich konzentrieren und wie schnell Du reagieren kannst.

Bei den Fragen handelt es sich um Multiple-Choice-Aufgaben. Das bedeutet: Zu jeder Frage siehst Du mehrere Antwortmöglichkeiten. Aus diesen Antworten musst Du die richtige Lösung auswählen. Eigene Antworten musst Du nicht formulieren. Klar, dass Dein Ziel ist, so viele Aufgaben wie möglich richtig zu lösen.

Adaptive Testverfahren

Eine Besonderheit beim CAT-Test ist, dass sogenannte adaptive Testverfahren angewendet werden. Adaptiv bedeutet, dass sich der Schwierigkeitsgrad der Fragen an Deine Fähigkeiten anpasst. Und das geht so: Löst Du eine Frage richtig, wird die nächste Aufgabe etwas schwerer. Gibst Du hingegen eine falsche Antwort, folgt eine Aufgabe, die ein bisschen einfacher ist als ihr Vorgänger. Durch dieses Verfahren kann die Bundeswehr schnell und ziemlich genau beurteilen, auf welchem Niveau sich Dein Wissen bewegt.

Fragebogenverfahren

Zu den Multiple-Choice-Aufgaben kommt beim CAT-Test noch ein anderer Aufgabentyp dazu. Hier wird auch vom Fragebogenverfahren gesprochen. Dir werden dafür verschiedene Aussagen genannt, zum Beispiel: „Ich knüpfe schnell Kontakte.“ Du musst dann angeben, ob diese Aussage auf Dich zutrifft oder ob Du ihr zustimmst. Dazu kannst Du aus verschiedenen Abstufungen wählen. Diese Fragen kannst Du natürlich nicht richtig oder falsch beantworten. Durch den psychologischen Test möchte die Bundeswehr vielmehr etwas über Deine Persönlichkeit und Deinen Charakter erfahren. Ein paar Deiner Antworten werden später auch beim Vorstellungsgespräch noch einmal Thema sein.

Die Inhalte und der Umfang vom PC-Test sind je nach Laufbahn verschieden. Insgesamt solltest Du Dich auf eine Dauer zwischen zwei und dreieinhalb Stunden einstellen. Dazwischen gibt es aber kurze Pausen. Und wenn Du den PC-Test geschafft hast, hast Du den schriftlichen Einstellungstest schon mal hinter Dir.

Sporttest

Diese Station ist der Grund, warum viele ältere Erfahrungsberichte in die Irre führen: Seit 2026 gehört der Sporttest für die meisten Bewerber nicht mehr zum Auswahlverfahren im Karrierecenter. Wer sich für die Mannschaften, die Unteroffiziere oder die Feldwebel bewirbt, wird dort nicht mehr sportlich geprüft – das war einer der Hebel, mit denen die Bundeswehr das Verfahren auf einen Tag verkürzt hat.

Zwei Ausnahmen bleiben. Erstens die Offizierlaufbahnen: Sie absolvieren im Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln eine abgewandelte Fassung des Basis Fitness Tests mit Pendellauf, Klimmhang und 3.000-Meter-Fahrradergometer. Zweitens einzelne Spezialverwendungen mit eigenen Anforderungen – was für Dich gilt, steht in Deinem Einladungsschreiben.

Für Deine Zeitplanung bedeutet das: eine Station weniger. Für Deine Vorbereitung bedeutet es wenig. Den BFT legst Du spätestens in der Grundausbildung ab – und danach als aktive Soldatin oder aktiver Soldat regelmäßig wieder.

Ärztliche Untersuchung

Bei der sogenannten medizinischen Eignungsuntersuchung überprüft der ärztliche Dienst, ob Du gesundheitlich und körperlich für den Dienst bei den Streitkräften geeignet bist. Dabei hast Du bei der ärztlichen Untersuchung verschiedene Stationen vor Dir. Ein Seh- und ein Hörtest stehen zum Beispiel genauso auf dem Programm wie ein Drogentest. Du wirst gewogen und gemessen, Deine Körperhaltung wird überprüft und die Beweglichkeit Deiner Gelenke getestet. Außerdem führt der Arzt ein Gespräch mit Dir, bei dem es um mögliche Vorerkrankungen, Verletzungen und ähnliche Dinge aus Deiner Krankengeschichte geht.

Bei der Untersuchung geht es um zwei Sachen. Zum einen schaut sich der Arzt Deine körperliche Verfassung und Deine Gesundheit im Allgemeinen an. Zum anderen prüft der Arzt, ob Du die speziellen Voraussetzungen mitbringst, die Du für Deine gewünschte Verwendung brauchst. Im Ergebnis kann es sein, dass der Bundeswehrarzt bestimmte Tätigkeiten für Dich ausschließt. Oder dass Du sogar als untauglich gemustert wirst. Andersherum kann aber natürlich auch herauskommen, dass Du rundum fit und gesund bist und es aus ärztlicher Sicht keinerlei Einschränkungen gibt.

Vorstellungsgespräch

Natürlich möchte die Bundeswehr Dich auch als Person kennenlernen. Und sie will erfahren, warum Du zu den Streitkräften willst und wie Du Dir Deine berufliche Zukunft vorstellst. Deshalb gehört ein klassisches Bewerbungsgespräch ebenfalls dazu. Das persönliche Gespräch führst Du in der Regel mit der Testleitung. Psychologisches Personal kommt seit der Straffung des Verfahrens 2026 nur noch im Einzelfall dazu.

Die Fragen, die Dich beim Vorstellungsgespräch erwarten, sind die typischen Fragen von einem Bewerbungsgespräch. Es wird also um Deinen Werdegang, Deine Motivation und Deine persönlichen Eigenschaften gehen. Natürlich werden die Prüfer auch Auslandseinsätze und andere Dinge im Zusammenhang mit dem Beruf ansprechen. Letztlich geht es zum einen darum, Dich als Mensch kennenzulernen. Zum anderen möchten die Prüfer die Erkenntnisse, die sie durch Deine Bewerbungsunterlagen und Deine bisherigen Testergebnisse über Dich gesammelt haben, vervollständigen.

Gruppenaufgabe (für Feldwebel und Offiziere)

Willst Du die Feldwebel- oder Offizierslaufbahn einschlagen, steht für Dich eine Gruppensituation auf dem Programm. Dabei musst Du zusammen mit anderen Bewerbern zwei oder drei Aufgaben lösen. Das Ziel der Gruppenaufgaben ist, herauszufinden, wie Du Dich gegenüber anderen verhältst und wie es um Deinen Teamgeist steht. Nach den Gruppenaufgaben geben Dir die Prüfer ein Thema vor. Nach einer gewissen Vorbereitungszeit musst Du dann einen Kurzvortrag zu diesem Thema halten.

Als angehender Offizier findet im Rahmen des Tests noch eine Studienberatung statt. Bei diesem Gespräch fragen Dich die Prüfer nach Deinen Wünschen und Vorstellungen. Gleichzeitig ermitteln sie, ob Dein Wunschstudium möglich ist. Und sie zeigen Dir Alternativen auf, die für Dich interessant sein könnten.

Einplanung

Hast Du alle Einzeltests erfolgreich hinter Dich gebracht, werden Deine Ergebnisse ausgewertet. Dabei kommen Dein Ergebnis im CAT-Test, die Beurteilung des ärztlichen Dienstes und der Eindruck aus dem persönlichen Gespräch zusammen – bei Offizierbewerbern zusätzlich das Ergebnis des Sporttests in Köln. Auf dieser Basis werden Dir die Prüfer sagen, ob und welche Verwendung sie für Dich sehen. Mit Blick auf den Personalbedarf erhältst Du anschließend ein Angebot. Nimmst Du das Angebot an, hast Du eine verbindliche Zusage in der Tasche. Dann musst Du nur noch die Formalitäten klären, also beispielsweise wann es losgeht.

Der Einstellungstest im zivilen Bereich

Die Abläufe und Rahmenbedingungen, die wir in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben haben, beziehen sich auf den Einstellungstest für eine militärische Laufbahn. Bewirbst Du Dich im zivilen Bereich, läuft die Sache aber ziemlich ähnlich. Das heißt: Nachdem Du Dich über das Bewerbungsportal, per E-Mail oder per Post beworben hast, prüft die Bundeswehr Deine Unterlagen. Konntest Du damit überzeugen, wirst Du zum Einstellungstest eingeladen.

Wo Dein Auswahlverfahren stattfindet, hängt davon ab, was Du beruflich machen willst:

Bewirbst Du Dich für … … ist für Deinen Einstellungstest zuständig
eine Ausbildung ein Dienstleistungszentrum
den mittleren Dienst ein Karrierecenter
den gehobenen oder höheren Dienst das Assessmentcenter für Führungskräfte

Der Einstellungstest umfasst einen schriftlichen Teil. Das ist der CAT-Test am Computer. Je nach Beruf kann auch dazugehören, dass Du einen Aufsatz schreiben musst. Dazu kommt der mündliche Teil. Er beinhaltet das Bewerbungsgespräch. Außerdem kann ein Assessment-Center mit Gruppenaufgaben und einem Kurzvortrag anstehen. Ergänzt wird der Eignungstest in einigen Fällen noch um einen praktischen Teil, einen Sporttest oder eine ärztliche Untersuchung. Aber wie gesagt, das hängt immer davon ab, worum es in Deiner Bewerbung geht.

Im zivilen Bereich dauert der Einstellungstest oft nur einen Tag. Ob Du eine Zusage bekommst, teilt Dir die Bundeswehr schriftlich mit.
Ömer Bekar, Herausgeber von bundeswehrtest.de

Wer diesen Beitrag geschrieben hat

Ömer Bekar

Ömer Bekar ist Gründer von bundeswehrtest.de und verantwortlich für die Inhalte. Er entwickelt Einstellungstests und Bewerbungsverfahren für Behörden und Unternehmen und koordiniert die Zusammenarbeit von Arbeitspsychologen und Fachautoren. Jede Aufgabe wird fachlich geprüft und im Zwei-Augen-Prinzip namentlich verantwortet.

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