
Wir verraten Dir, welche Herausforderungen beim Eignungstest als Offiziers-Anwärter auf dich warten.
Als Offizier bist du Führungskraft bei der Bundeswehr. Als militärischer Vorgesetzter und Profi in deinem Fachbereich bildest du Soldat/-innen aus und führst sie im Einsatz. Das ist einerseits mit viel Verantwortung für Mensch und Material verbunden und stellt andererseits hohe Anforderungen an Kopf, Körper und Charakter. Dass nicht jeder dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht werden kann, ist klar. Deshalb prüft die Bundeswehr die Eignung in einem umfangreichen Auswahlverfahren. Und am Ende zeigt der zweitägige Einstellungstest, ob du die Voraussetzungen für eine Karriere als Offizier bei der Bundeswehr mitbringst.
Einstellungstest Bundeswehr Offizier
Du willst die Offizierslaufbahn einschlagen? Dein Ziel ist, eine militärische Ausbildung mit einem akademischen Studium zu verknüpfen? Mit dem Einstellungstest für Offiziere bei der Bundeswehr hast du ein anspruchsvolles Auswahlverfahren vor dir. Denn der Test prüft nicht nur Wissen und Fitness, sondern auch Persönlichkeit, Belastbarkeit und Führungspotenzial.
Wir zeigen dir, welche Voraussetzungen gelten, wie der Eignungstest abläuft und worauf es wirklich ankommt – damit du optimal vorbereitet zur Prüfung antreten kannst.
Die Voraussetzungen für die Offizierslaufbahn
Ein Einstieg in die Laufbahn der Offiziere ist zunächst an einige formale Kriterien gebunden:
- Mindestalter 18 Jahre (Mit Einverständniserklärung deiner Eltern kannst du dich ab 17 bewerben.)
- Abitur oder Fachhochschulreife
- deutsche Staatsangehörigkeit gemäß Art. 116 Grundgesetz
- Bereitschaft zu bundesweiten Versetzungen und zu Auslandseinsätzen
- Mindestverpflichtungszeit regulär 13 Jahre (im fliegerischen Dienst 16 und im Sanitätsdienst 17 Jahre)
Außerdem musst du fachlich, körperlich und persönlich für den Offiziersberuf geeignet sein. Um das festzustellen, nimmst du am Einstellungstest teil. Dieser ist übrigens für alle gleich – ob Mann oder Frau spielt keine Rolle.
Die Bewerbung als Offiziers-Anwärter
Ob Heer, Luftwaffe, Marine oder CIR: Offiziere gibt es in allen Teilstreitkräften. Die Vielfalt an möglichen Verwendungen ist deshalb groß. Gleichzeitig trägst du als Führungskraft bei deinen Entscheidungen viel Verantwortung – nicht nur für dich selbst, sondern auch für die dir unterstellten Soldat/-innen und das Gerät.
Dein erster Weg führt dich daher zur Karriereberatung. Im persönlichen Gespräch bekommst du neben Antworten auf deine Fragen:
- Informationen über deine beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr.
- eine realistische Einschätzung deiner Chancen für die Offizierslaufbahn.
- Erklärungen und Tipps zum Auswahlverfahren.
- die Formulare für deine Bewerbung.
Die Karriereberatung erreichst du online über die Bundeswehr-Karriereseite, telefonisch unter 0800 / 9800880 – oder du schaust einfach persönlich in einer Beratungsstelle in deiner Nähe vorbei.
Deine Bewerbung gibst du dann wieder beim Karriereberater ab. Er geht mit dir die Unterlagen durch und leitet sie anschließend weiter.
Der Ablauf des Einstellungstests für künftige Offiziere der Bundeswehr
Erfüllst du die formalen Kriterien und sieht deine Bewerbung insgesamt vielversprechend aus, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein. Der Test findet im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln statt und dauert zwei Tage. Die Fahrtkosten sowie die Unterkunft und die Verpflegung in der Mudra-Kaserne werden übernommen.
Nach deiner Ankunft folgen die Begrüßung, eine Einweisung in die Abläufe und ein Info-Vortrag über die Streitkräfte. Danach beginnt der Test – und du durchläufst die einzelnen Teststationen in der Reihenfolge, die auf deinem Laufzettel steht.

Der Bundeswehr Einstellungstest soll zeigen, ob du das Zeug zum Offizier hast.
Aufsatz
Ein Baustein der schriftlichen Prüfung ist der Aufsatz. Dafür suchst du dir aus mehreren Vorschlägen ein Thema aus. Oft geht es um:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- gesellschaftliche oder politische Fragestellungen
- Alltagsthemen
- Thematiken rund um die Bundeswehr
- Vergleiche von Wortpaaren, z. B. „Sieg und Erfolg“
Den Aufsatz schreibst du handschriftlich ohne weitere Hilfsmittel. Bewertet werden Ausdrucksvermögen und Rechtschreibung, logische Struktur, Argumentation, Allgemeinwissen und die Fähigkeit, nachvollziehbare Gedankengänge zu entwickeln.
CAT-Test (Computer-Assistierte Testung)
Der CAT-Test ist ein Computertest. Er dauert etwa drei Stunden und setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen. Inhaltlich ist der Test zwar auf deinen angestrebten Tätigkeitsbereich abgestimmt. Generell behandeln die Testmodule aber diese Themen:
- Deutsch
- Mathematik
- Englisch
- Technik, Physik und Naturwissenschaften (z. B. Biologie und Chemie für den Sanitätsdienst)
- Allgemeinwissen
- logisches Denken
- visuelles und räumliches Vorstellungsvermögen
- Konzentration und Reaktionsschnelligkeit
Alle Aufgaben sind Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, aus denen du die richtige Lösung auswählst. Weil der Test adaptiv ist, passt sich der Schwierigkeitsgrad automatisch an deine Leistungen an: Eine richtige Antwort führt zu einer schwereren Frage, eine falsche Lösung zu einer leichteren Aufgabe. Auf diese Weise entsteht ein genaues Leistungsprofil.
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- Speziell für alle Laufbahnen der Bundeswehr entwickelt
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Persönlichkeitstest
In den CAT-Test ist das sogenannte Fragebogenverfahren integriert. Hier stufst du Aussagen zu Ansichten, Verhalten, Denkmustern und Charaktereigenschaften danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen (z.B. „Teamarbeit funktioniert nur mit Kompromissen.“).
Richtige oder falsche Antworten gibt es an dieser Stelle nicht. Am besten antwortest du ehrlich – für ein stimmiges Gesamtbild ohne Widersprüche.
Sporttest
Der Sporttest prüft deine körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit. Er heißt Basis-Fitness-Test der Personalgewinnung (BFT PersG) und umfasst drei Disziplinen:
- Beim Sprinttest geht es um Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Du sprintest elfmal zehn Meter und startest dabei jede Runde aus der Bauchlage. Für den Durchlauf hast du maximal 60 Sekunden Zeit.
- Der Klimmhang testet Griffkraft und Durchhaltevermögen. In der Endposition eines Klimmzugs umgreifst du eine Reckstange im Kammgriff und hältst diese Position möglichst lange. Als Mindestanforderung gelten fünf Sekunden.
- Der Fahrrad-Ergometer-Test prüft deine Kondition. Du radelst dabei auf dem Fahrrad-Ergometer und musst die Distanz von drei Kilometern in maximal 6:30 Minuten zurücklegen.
Erreichst du bei allen drei Disziplinen die Minimalanforderungen, hast du den Sporttest bestanden. Bessere Leistungen ergeben eine bessere Wertung.
Ärztliche Untersuchung
Die Tauglichkeitsuntersuchung, im Volksmund auch bekannt als Musterung, stellt deine gesundheitliche Eignung für den Soldatenberuf fest. Der umfangreiche Check beinhaltet unter anderem:
- Seh- und Hörtest
- Berechnung des BMI
- Blutdruckmessung und Lungenfunktionstest
- Tests zu Körperhaltung, Reflexen, Beweglichkeit und Koordination
- Gespräch zur Krankengeschichte
Im Ergebnis bewertet der medizinische Dienst einerseits deine Tauglichkeit im Allgemeinen. Andererseits entscheidet er, ob einzelne Verwendungen ausgeschlossen sind.
Gruppensituation
Im mündlichen Prüfungsteil bearbeitest du mit zwei, drei Mitbewerber/-innen Aufgaben. Diese können darin bestehen, dass ihr gemeinsam ein Problem lösen oder über ein Thema diskutieren sollt, teils mit zugewiesenen Rollen. In der Gruppensituation bewerten die Prüfer Dinge wie:
- Auftreten und Verhalten anderen gegenüber
- Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft
- Durchsetzungsvermögen
- Entscheidungsfreude
Zusätzlich hältst du einen kurzen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema.
Studienberatung
Als Offizier kommt zur militärischen Ausbildung ein Studium dazu – an einer der beiden Bundeswehr-Universitäten in Hamburg oder München, an einer der Fachhochschulen der Bundeswehr oder an einer zivilen Uni.
Im Rahmen des Auswahlverfahrens gibt es eine Studienberatung. Sie ist keine Prüfung! Der Studienberater gleicht dein Leistungsprofil mit den Studienfächern ab und zeigt dir, für welche Studiengänge dir die Bundeswehr einen Platz anbieten kann.
Psychologisches Gespräch
Das Interview führst du mit einem Psychologen und einem hochrangigen Vertreter des Militärs. Das Ziel ist, mehr über dich als Mensch zu erfahren. Inhaltlich geht es vor allem um:
- deinen bisherigen Werdegang und deine beruflichen Ziele
- deine Motivation für die Bundeswehr und den Soldatenberuf
- deine Eigenschaften, Stärken und Schwächen
- dein Verständnis vom angestrebten Beruf und einer Führungsposition
Der Psychologe wertet das Gespräch aus, erstellt ein Profil und empfiehlt auf dieser Basis eine Laufbahn für dich. Trotzdem ist das Interview letztlich ein normales Bewerbungsgespräch.
Einplanung und Entscheidung
Hast du alle Stationen vom Einstellungstest durchlaufen, fließen deine Ergebnisse in der Einplanungsstelle zusammen. Auf dieser Basis unterbreitet dir der Einplaner ein Angebot, das deine Eignung, deine Wünsche und den Bedarf der Bundeswehr berücksichtigt. Du kannst entscheiden, ob du dieses Angebot annimmst.
Fazit: Gute Chancen mit gezielter Vorbereitung
Als Offizier bist du Führungskraft, Experte in deinem Fachgebiet, Entscheider und Ausbilder. Du trägst Verantwortung für Mensch und Material. Aus diesem Grund prüft die Bundeswehr sehr genau, wer für diese Funktion infrage kommt. Der Einstellungstest setzt dazu breitgefächert an und bewertet:
- dein Wissen
- dein kognitives Leistungsvermögen
- deine körperliche Fitness und Belastbarkeit
- deine Motivation und Persönlichkeit
- dein Auftreten und deine Führungsqualitäten
Gesucht wird nicht nach Perfektion. Den Test zu bestehen, heißt, dass du Eignung, Reife und Entwicklungspotenzial mitbringst.
Dass die Durchfallquote hoch ist, liegt in erster Linie daran, dass viele Bewerber/-innen den Einstellungstest unterschätzen und sich deshalb nicht richtig vorbereiten. Zu einer systematischen Vorbereitung gehört:
- sich über den Ablauf zu informieren.
- mit Übungsaufgaben für den CAT-Test zu üben.
- gezielt für den Sporttest zu trainieren.
- typische Fragen im Vorstellungsgespräch durchzuspielen.
- selbstreflektiert aufzutreten.
- sich Methoden für den Umgang mit Stresssituationen anzueignen.
Wenn du weißt, was wie geprüft wird, kannst du souveräner antreten und hast realistische Chancen, den Test gut zu meistern. Fange also zeitnah mit einer strukturierten Vorbereitung an!
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