Bundeswehr Einstellungstest: Was du wissen musst

Aktualisiert am 2. Oktober 2026 von Ömer Bekar
Infos zu Bundeswehr Einstellungstest was muss man wissen

Beim Einstellungstest zeigt sich, ob Du das Zeug zum Soldaten hast.

Verschiedenste Berufe in allerlei Bereichen, hochwertige Ausbildungen, sichere Arbeitsplätze bei guter Bezahlung und attraktiven Karrierechancen: Keine Frage hat die Bundeswehr als Arbeitgeber viel zu bieten. Aber auch wenn die Truppe Nachwuchs sucht, ist die Anzahl an freien Stellen begrenzt. Und längst nicht jeder, der zum Bund möchte, ist tatsächlich für den Dienst bei den Streitkräften geeignet. Deshalb setzt der Bund ein mehrteiliges Auswahlverfahren ein. Alles, was du zum Einstellungstest der Bundeswehr wissen musst, erfährst du jetzt!

Bundeswehr Einstellungstest

Die Möglichkeiten bei der Bundeswehr sind groß: Entscheidest du dich für eine Ausbildung oder ein Studium, verpflichtest du dich zunächst als Soldat/-in auf Zeit. Später kannst du auf Antrag Berufssoldat/-in werden. Oder du leistest Wehrdienst, wenn du dich noch nicht festlegen willst. Andersherum ist eine Rückkehr zur Truppe als Wiedereinsteller/-in möglich.

Aber es muss gar nicht unbedingt eine militärische Laufbahn sein. Statt in Uniform kannst du nämlich genauso im zivilen Bereich tätig werden – als Azubi, Angestellte/r oder Beamt/-in.

Doch egal, welcher Weg es werden soll: Ganz am Anfang steht das Auswahlverfahren. Und neben der Bewerbung ist der Eignungstest das Herzstück davon. Von deinem Ergebnis hängt ab, ob und als was dich die Bundeswehr einstellt.

Warum gibt es bei der Bundeswehr überhaupt einen Einstellungstest?

Die Aufgaben der Bundeswehr betreffen sensible Bereiche der nationalen Sicherheit. Gleichzeitig stellt der Dienst in der Truppe hohe Anforderungen. Deshalb muss deine Eignung für den Beruf sichergestellt sein. Dabei geht es aber nicht nur um Wissen, Motivation oder Fitness. Der Einstellungstest erfasst als Gesamtbild, ob du geeignet bist – fachlich, kognitiv, körperlich, charakterlich und sozial.

Gleichzeitig entscheidet der Test darüber, in welcher Laufbahn du am besten aufgehoben bist. Ist der freiwillige Wehrdienst, eine militärische Laufbahn oder ein ziviler Job das Richtige für dich?

Umso wichtiger ist, dass du gut beim Test abschneidest. Denn je besser dein Testergebnis ist, desto mehr Möglichkeiten stehen dir offen.

Je höher die Laufbahn ist, desto anspruchsvoller ist zwar auch das dazugehörige Auswahlverfahren. Aber keine Angst: Wir zeigen dir, was dich erwartet und wie du erfolgreich durch die Prüfung kommst!

Von der Bewerbung bis zur Einladung zum Einstellungstest der Bundeswehr

Dein erster Schritt auf dem Weg zur Bundeswehr sollte ein Gespräch mit der Karriereberatung sein. Dieses Gespräch hat aber nichts mit einem Vorstellungsgespräch oder einer Prüfung zu tun. Es dient nur der Orientierung. Im Rahmen der Karriereberatung findest du heraus, welcher Bereich dir liegen könnte. Außerdem bekommst du wichtige Infos und wertvolle Tipps mit auf den Weg.

Anschließend reichst du deine Unterlagen über die Karriereberatung ein. Auf einige Stellen kannst du dich auch direkt über das Bewerbungsportal der Bundeswehr bewerben. Sind deine Unterlagen vollständig und erfüllst du die Grundvoraussetzungen, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein.

Der Prüfungsort

Wo dein Einstellungstest stattfindet, hängt davon ab, wo du wohnst und für welche Laufbahn du dich entschieden hast. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:

  • Karrierecenter der Bundeswehr (KarrC): In den meisten Fällen nimmst du an einem der acht Karrierecenter mit Assessment am Test teil: Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart oder Wilhelmshaven.
  • Köln (ACFüKrBw): Das Assessment Center für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln testet für die Offizierslaufbahn.

In deiner Einladung sind der genaue Ort, eine Terminübersicht und der zeitliche Ablauf angegeben. Außerdem liegt ihr ein Gutschein für eine Bahnfahrkarte bei. Denn die Bundeswehr übernimmt die Kosten für deine Anreise.

Die Prüfungsdauer

Der Einstellungstest dauert in der Regel ein bis drei Tage, beim Freiwilligen Wehrdienst meist einen Tag. Am umfangreichsten ist er in den Offizierlaufbahnen. Übernachtest du in der Kaserne, sind Unterkunft und Verpflegung für dich kostenfrei. Als Gepäck genügen Wechselkleidung, Duschzeug, Schreibzeug und ein paar persönliche Dinge – dazu Sportkleidung und Hallenschuhe für den Sporttest, außer beim Freiwilligen Wehrdienst.

Der Eignungstest setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Reihenfolge der Prüfungen ist unterschiedlich. Denn um die Wartezeiten möglichst kurz zu halten, wirst du zusammen mit deinen Mitbewerber/-innen in kleine Gruppen eingeteilt und durchläufst dann in deiner Gruppe die einzelnen Stationen.

Der schriftliche Teil: CAT-Test, Aufsatz & psychologischer Fragebogen

Das wichtigste Element im schriftlichen Prüfungsteil ist ein Computertest. Er überprüft einerseits deine geistigen Fähigkeiten und enthält andererseits psychologische Fragen. Im Auswahlverfahren für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst kommt noch ein Aufsatz dazu.

CAT-Test (Computer-Assistiertes Testen)

Als Soldat/-in musst du in der Lage sein, verschiedene, teils komplexe Informationen zu erfassen, mit deinem Wissen zu verknüpfen und praktisch anzuwenden. Solche Fähigkeiten prüft der Computertest. Je nach Laufbahn und Tätigkeit variieren die Inhalte zwar etwas. Zu den typischen Prüfungsthemen gehören aber:

Die Aufgaben bearbeitest du am Computer.

Die Schwierigkeit beim Test ist adaptiv. Das heißt, dass sich der Test deinem Niveau anpasst: Auf eine richtige Antwort folgt eine schwerere Frage, nach einer falschen Antwort ist die nächste Frage leichter. Durch dieses Verfahren reichen wenige Aufgaben aus, um ein genaues Leistungsprofil zu erstellen.

Psychologischer Fragebogen

Im sogenannten Fragebogenverfahren werden dir Aussagen genannt wie:

  • Ich setze mich für mein Team ein.
  • Mir ist wichtig, Dinge auszudiskutieren.
  • Ich bin schnell gestresst.

Anhand einer Skala ordnest du ein, inwieweit du der jeweiligen Aussage zustimmst. Entscheidend hier ist, dass du ehrlich bist. Im Test geht es nicht um Perfektion, sondern um eine stabile Persönlichkeit.

Aufsatz

Einen Aufsatz schreibst du nur im Auswahlverfahren für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst: Du wählst eines von drei Themen und hast 75 Minuten Zeit. Zum Üben eignen sich zum Beispiel diese Themen:

  • „Kraft und Stärke – ein Vergleich“
  • „Mit welchen Herausforderungen ist die Digitalisierung verbunden?“
  • „Was bedeutet es, in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen?“

Der Aufsatz soll zeigen, ob du dich klar ausdrücken, eine logische Struktur aufbauen und nachvollziehbar argumentieren kannst. Aber natürlich müssen auch die Rechtschreibung und die Grammatik stimmen.

Tipp: Auf der Karriereseite der Bundeswehr findest du neben weiteren Informationen rund um den Einstieg auch einen Online-Test. Er vermittelt dir einen Eindruck vom CAT-Test. Und für eine gezielte und umfassende Vorbereitung kannst du mit den Übungsaufgaben, Testpaketen und Online-Kursen auf unserer Webseite trainieren.
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Der Basis-Fitness-Test

Körperliche Leistungsfähigkeit ist im Dienstalltag unverzichtbar. Der Sporttest heißt Basis-Fitness-Test der Personalgewinnung (BFT PerG) und besteht aus drei Disziplinen. Im Auswahlverfahren ist er für alle militärischen Laufbahnen Pflicht, nur beim Freiwilligen Wehrdienst entfällt er.

Sprinttest über 11 x 10 Meter

Bei der ersten Übung geht es um Schnellkraft, Koordination und Antritt. Der Ablauf ist so:

  • Du startest aus Bauchlage.
  • Du richtest dich auf, sprintest zu einer Pylone, umrundest diese und rennst zurück zur Turnmatte.
  • Auf der Turnmatte gehst du wieder in Bauchlage, klatschst die Hände auf dem Rücken zusammen und startest die nächste Runde.
  • Nach dem elften Sprint wird deine Zeit an der Pylone gestoppt.

Den kompletten Durchgang musst du in unter einer Minute schaffen.

Klimmhang

Die zweite Übung ist ein Test deiner Griffkraft. Dafür nimmst du die Endposition eines Klimmzugs ein und hältst dich an einer Reckstange fest. Das Ziel ist, diese Position so lange wie möglich zu halten.

Die Mindestanforderung, die du erfüllen musst, sind fünf Sekunden.

3.000 Meter Fahrradergometer

Als letzte Station folgt eine Ausdauerübung auf dem Fahrradergometer. Deine Aufgabe ist, drei Kilometer in höchstens 6:30 Minuten zurückzulegen. 130 Watt darfst du dabei nicht unterschreiten.

Gut zu wissen: Bestehst du den Sporttest nicht, kannst du ihn nach einem halben Jahr wiederholen.

Die medizinische Untersuchung

Körperliche Belastbarkeit und eine stabile Gesundheit sind als Soldat/-in unverzichtbar. Deshalb enthält das Auswahlverfahren eine gründliche Untersuchung. Im Volksmund als Musterung bekannt, heißt sie auch Eignungsuntersuchung – eben weil es um deine Eignung aus medizinischer Sicht geht.

Der medizinische Check prüft:

  • Körpergröße, Gewicht und Taillenumfang (Taille-Größe-Verhältnis statt BMI)
  • Herz-Kreislauf-System und Lungenfunktion
  • Bewegungsapparat und Reflexe
  • Seh- und Hörvermögen
  • Laborwerte (inkl. Drogentest)
  • Vorerkrankungen

Am Ende stellt der Arzt fest, ob du voll verwendungsfähig, verwendungsfähig mit Einschränkung für bestimmte Tätigkeiten, vorübergehend nicht oder nicht dienstfähig bist. Das bestimmt darüber, welche Verwendungen beim Bund für dich infrage kommen.

Der mündliche Teil: Einzelgespräch und Gruppensituation (Gruppensituation nur für Offiziere)

Der mündliche Teil macht den Einstellungstest der Bundeswehr komplett. Er enthält ein Einzelinterview, an dem du immer teilnimmst. Möchtest du Offizier werden, kommen ein Gruppensituationsverfahren und eine Studienberatung dazu.

Einzelgespräch

Das Einzelinterview ist letztlich nichts anderes als ein Vorstellungsgespräch. Es geht darum, dich als Person kennenzulernen. Dabei werden vor allem diese Aspekte bewertet:

  • Motivation („Warum wollen Sie zur Bundeswehr?“, „Was wollen Sie beruflich erreichen?“)
  • Selbstreflexion („Welche Aufgaben stellen Sie sich vor?“, „Worin sehen Sie Ihre größte Stärke?“)
  • Teamfähigkeit („Welche Rolle übernehmen Sie in Gruppen?“, „Was bedeutet für Sie Kameradschaft?“)
  • Belastbarkeit („Wie reagieren Sie in stressigen Situationen?“)

Meist werden die Prüfer nicht nur Fragen stellen, sondern auch deine Antworten aus dem psychologischen Fragebogen ansprechen. Natürlich solltest du deinen Berufswunsch schlüssig begründen können. Ansonsten fährst du am besten, wenn du ehrlich antwortest und authentisch bleibst.

Übrigens: Deine Gesprächspartner sind eine Assessmentpsychologin oder ein Assessmentpsychologe und ein Assessmentoffizier. Deshalb ist auch vom psychologischen Gespräch die Rede.

Gruppensituation

Als Offizier übernimmst du eine Führungsrolle. Soziale Kompetenzen, Führungsverhalten, analytische Fähigkeiten, Kommunikationsstärke, Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit sind dann wichtige Eigenschaften. Im Gruppensituationsverfahren löst du mit wenigen Mitbewerbenden nach festen Regeln eine Planungs- und Organisationsaufgabe; beobachtet wird, wie du planst, dich einbringst und Verantwortung übernimmst. Die genauen Bestandteile veröffentlicht die Bundeswehr für Offiziere nicht.

Studienberatung (nur Offiziere)

Die Laufbahn der Offiziere geht mit einem Studium einher. Die Studienberatung ist ein computergestütztes Verfahren, bei dem der Berater deine Schulnoten, deine Interessen und deine bisherigen Testergebnisse abgleicht und dir auf dieser Basis passende Studiengänge vorschlägt.

Die Studienberatung ist keine Prüfung. Sie dient nur dazu, einen Studiengang zu finden, der zu dir passt und für den dir die Bundeswehr einen Platz anbieten kann.

Das Ergebnis vom Einstellungstest der Bundeswehr

Hast du alle Stationen des Eignungstests durchlaufen, geht es für dich zur Einplanungsstelle. Der Einplaner gleicht deine Ergebnisse vom CAT-Test, der medizinischen Untersuchung und dem persönlichen Gespräch – außer beim Freiwilligen Wehrdienst zusätzlich vom Sporttest – mit dem Personalbedarf ab. Auf dieser Grundlage gibt es drei Möglichkeiten:

  • Du bekommst eine Zusage in deiner gewünschten Verwendung und Laufbahn.
  • Der Einplaner bietet dir alternative Posten an, die zu deinem Profil passen.
  • Du wirst in den Talent-Pool aufgenommen und die Bundeswehr berücksichtigt dich, wenn ein geeigneter Dienstposten zu besetzen ist.

Fazit: Der Bundeswehr Einstellungstest ist anspruchsvoll, aber machbar

Der Einstellungstest der Bundeswehr stellt dich vor Herausforderungen. Innerhalb kurzer Zeit nimmst du an verschiedenen Prüfungen teil, die unterschiedliche Bereiche testen. Der Eignungstest fordert dich als ganze Person. Genau das verlangt später aber auch der Dienstalltag.

Andererseits ist der Test sehr fair. Du schaffst die beste Grundlage für eine erfolgreiche und überzeugende Teilnahme, wenn du

  • die Prüfungsabläufe kennst und rechtzeitig mit einer gezielten Vorbereitung beginnst.
  • mit Beispielaufgaben und Mustertests für den CAT-Test übst.
  • körperlich trainierst – für den Sporttest im Auswahlverfahren und für die Grundausbildung.
  • deine Motivation klar aufzeigen kannst.
  • dich offen auf Gespräche einlässt.
  • fit und gesund zum Test erscheinst.

Sieh den Einstellungstest nicht als lästige Hürde, sondern als deine Chance, zu zeigen, dass eine Karriere bei der Bundeswehr genau das ist, was du willst. Und nutze die Zeit bis zum Test, um dich optimal vorzubereiten – mit unseren Checklisten, Übungsaufgaben, Tests und Tipps!

Verantwortlich: Ömer Bekar  |  Fachliche Prüfung: Werner von Rappard, Sebahat Günsch  |  Letzte Prüfung: September 2026  |  Methodik

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