
Kochschürze statt Uniform: Bei der Bundeswehr kochst du als zivile/r Angestellte/r.
Auch bei der Bundeswehr kannst du Koch/Köchin werden – und das in Zivil, ganz ohne Uniform. Doch um dir einen Ausbildungsplatz zu sichern, musst du den Eignungstest bestehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie der Einstellungstest für eine zivile Berufsausbildung als Koch/Köchin bei der Bundeswehr abläuft, welche Inhalte drankommen und wie du dich optimal vorbereitest.
Bundeswehr Koch Einstellungstest
Gastronomie ist dein Ding? Du stehst gerne in der Küche, experimentierst mit Zutaten und hast Spaß daran, Gäste zu bewirten? Dann liegst du mit dem Beruf Koch/Köchin goldrichtig!
Neben typischen Gastronomiebetrieben bietet auch die Bundeswehr die Möglichkeit, diesen Beruf im Rahmen einer zivilen Berufsausbildung zu erlernen. Aber: Einen Ausbildungsplatz bekommst du nur, wenn du im Auswahlverfahren überzeugst. Genau darauf bereitet dich dieser Beitrag vor.
Das Auswahlverfahren der Bundeswehr – so läuft es ab
Auf dem Weg zu einem Ausbildungsplatz bei der Bundeswehr durchläufst du ein Auswahlverfahren, das sich in mehrere Stufen gliedert:
- Bewerbung: Auf der Bundeswehr-Karriereseite kannst du dich über den Beruf und die Ausbildung informieren. Im Berufsprofil ist auch das Bewerberportal verlinkt. Über diese Plattform reichst du deine Bewerbung ein.
- Einladung: Die Bundeswehr prüft deine Unterlagen und führt auf dieser Basis eine erste Auswahl durch. Überzeugt deine Bewerbung, bekommst du eine Einladung zum Einstellungstest.
- Einstellungstest: Der Einstellungstest besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil, oft verteilt auf zwei Termine.
- Entscheidung: Wenn das Auswahlverfahren komplett abgeschlossen ist, informiert dich die Bundeswehr schriftlich, ob du als Azubi eingestellt wirst.
Der Einstellungstest für eine Lehrstelle als Koch/Köchin bei der Bundeswehr – das wird geprüft

Beim Eignungstest musst du mehrere Abschnitte meistern.
Der Einstellungstest soll feststellen und bewerten, ob du fachlich und persönlich für die Ausbildung und den Beruf geeignet bist. Es geht nicht darum, ob du Vorkenntnisse mitbringst oder gut kochen kannst. Im Test werden grundlegende Fertigkeiten geprüft, die als Basis wichtig sind. Dazu gliedert sich der Eignungstest in mehrere Abschnitte.
Schriftlicher Teil
Ein Baustein im schriftlichen Testteil ist der Aufsatz. Du suchst dir dafür eine Aufgabenstellung aus und schreibst anschließend – wie du es aus der Schule kennst – deinen Text dazu. Für die Bewertung zählen neben Rechtschreibung und Grammatik vor allem Ausdruck, klare Struktur und schlüssige Argumentation.
Das zentrale Element ist der CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein computerbasiertes Testsystem. Der Computertest zielt vor allem auf deine fachliche Eignung ab. Es fragt aber kein berufliches Fachwissen ab, sondern nur Basiswissen und Grundfertigkeiten. Zu den üblichen Testbereichen gehören deshalb:
- Deutsch → Rechtschreibung, Grammatik, Sprachverständnis
- Mathematik → Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnung, Textaufgaben
- Allgemeinwissen → Biologie, Chemie, technisches Verständnis, Geschichte, Politik, Wirtschaft
- logisches Denken → Zahlenreihen, Matrizen, Schlussfolgerungen
- Konzentration → Listen, Tabellen
Alle Aufgaben sind Multiple-Choice mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Gleichzeitig passt sich der Schwierigkeitsgrad der Fragen an deine Fähigkeiten an: Richtige Antworten führen zu schwereren Fragen, falsche zu leichteren. Dieses adaptive Verfahren misst zuverlässig dein individuelles Leistungsniveau.
Praktischer Teil
Je nach Standort kann eine Arbeitsprobe in der Küche folgen. Dazu bekommst du eine einfache Aufgabe. Die Arbeitsprobe prüft dein Geschick, deine Herangehensweise und deine Fähigkeit, Anweisungen zu erfassen und sorgfältig umzusetzen.
Mündlicher Teil
Hast du bis hierhin gute Leistungen erbracht, geht es einige Zeit später mit dem Vorstellungsgespräch weiter. Sein Ziel ist, etwas über deine Motivation zu erfahren und deine persönliche Eignung zu beurteilen. Zu den typischen Gesprächsthemen zählen:
- deine Gründe für eine Ausbildung zum/r Koch/Köchin bei der Bundeswehr
- deine Erwartungen an die Ausbildung, deine Vorstellungen vom Berufsalltag und deine beruflichen Ziele
- dein Werdegang und deine Interessen
- deine Eigenschaften, Stärken und Schwächen
Natürlich solltest du plausibel erklären können, warum du diesen Beruf und die Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb gewählt hast. Ansonsten ist wichtig, dass du natürlich bleibst. Verstelle dich nicht und lasse dich auf das Gespräch ein. Authentizität macht dich glaubwürdig und sympathisch.
Die optimale Vorbereitung auf den Einstellungstest
Die richtige Vorbereitung kann der entscheidende Erfolgsfaktor sein. Dabei geht es nicht darum, dass du wochenlang intensiv lernen musst. Wenn du regelmäßig kurze Lerneinheiten einlegst und die richtigen Maßnahmen ergreifst, erzielst du den gewünschten Effekt.
- Frische dein Schulwissen in Mathematik, Deutsch und berufsrelevanten Fächern wie Biologie und Chemie auf.
- Löse Übungsaufgaben, um dich mit den verschiedenen Varianten von Testfragen vertraut zu machen. Wichtig ist das vor allem bei Logik- und Konzentrationsaufgaben, die du so nicht kennst.
- Arbeite ganze Mustertests unter Zeitdruck durch. Auf diese Weise gewöhnst du dich an die Testbedingungen und lernst, deine Konzentration einzuteilen.
- Spiele das Vorstellungsgespräch durch und reflektiere deine Motivation und deine Stärken.
Zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr – das macht sie aus
Als Koch/Köchin bei der Bundeswehr kümmerst du dich um die Verpflegung von Soldat/-innen, zivilen Mitarbeiter/-innen und Gästen. Du stellst Speisepläne zusammen, kaufst Zutaten ein, kalkulierst Preise und bereitest Gerichte zu. Du organisierst die Arbeitsabläufe in der Küche und sorgst dafür, dass rechtzeitig leckeres Essen serviert werden kann.
Die Ausbildung erfolgt dual, also in einer Bundeswehr-Küche und der Berufsschule. Sie dauert drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Dadurch hast du einen vollwertigen, staatlich anerkannten Berufsabschluss, der auf dem gesamten Arbeitsmarkt gültig ist.
Und: Weil es eine zivile Ausbildung ist, gehörst du der Bundeswehrverwaltung an und bist damit Azubi im öffentlichen Dienst. Du wirst weder Soldat/-in, noch gehst du eine militärische Verpflichtung ein.
Was spricht für die Ausbildung bei der Bundeswehr?
Viele Bewerber/-innen sind unsicher, ob sie mit der Bundeswehr die richtige Wahl treffen. Welche Vorteile eine Ausbildung hier bietet, zeigt sich im direkten Vergleich:
| Bundeswehr | Ziviler Gastronomiebetrieb | |
| Sicherheit | sehr hoch | betriebsabhängig |
| Struktur | klar geregelt und strukturiert | variabel |
| Qualität | sehr hoch, da begleitet von professionellen Ausbildern | je nach Betrieb verschieden |
| Vergütung | nach Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes + Zusatzleistungen | unterschiedlich |
| Arbeitszeiten | geregelt | oft unregelmäßig |
| Übernahmechancen | sehr gut, außerdem Wechsel in militärischen Bereich möglich | betriebsabhängig |
Du siehst: Es lohnt sich, sich dem etwas umfangreicheren Auswahlverfahren zu stellen!
FAQ zum Einstellungstest als künftige/r Koch/Köchin bei der Bundeswehr
Wo findet der Einstellungstest statt?
Meist in dem Dienstleistungszentrum, das für deine Bewerbung zuständig ist. Die genaue Adresse und Infos zur Anreise stehen in deiner Einladung.
Wie lange dauert der Test?
Der CAT-Test dauert ungefähr drei Stunden, der Aufsatz und das Vorstellungsgespräch je etwa eine Stunde. Das ganze Auswahlverfahren verteilt sich über mehrere Wochen.
Was ist, wenn ich keine Kocherfahrung habe?
Das macht nichts. Der Einstellungstest prüft grundsätzliche Fertigkeiten. Alles andere lernst du während der Ausbildung.
Gibt es eine ärztliche Untersuchung?
Damit du als Koch/Köchin arbeiten kannst, brauchst du ein Gesundheitszeugnis. Dieses ärztliche Attest wird aber erst notwendig, wenn du die Zusage zum Ausbildungsplatz hast. Eine Musterung wie bei einer militärischen Laufbahn gibt es nicht.
Kann man den Eignungstest wiederholen?
Bestehst du nicht, musst du dich für einen zweiten Anlauf neu bewerben.
Fazit
Der Einstellungstest der Bundeswehr für eine Lehrstelle als Koch/Köchin ist keine unlösbare Aufgabe. Wenn dir die Abläufe klar sind, du die typischen Aufgabenarten übst und deine Motivation auf den Punkt bringen kannst, stehen deine Chancen sehr gut. Nutze also die Zeit für eine gezielte Vorbereitung – damit du im Test überzeugst.














