
Zentrales Element im Auswahlverfahren ist der Einstellungstest.
Auf dem Weg zu einem Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei der Bundeswehr ist der Einstellungstest ein entscheidender Schritt. Nur: Wie läuft der Test ab? Was wird geprüft? Und wie sind die Erfolgsaussichten? In diesem Beitrag bekommst du einen Überblick über das Auswahlverfahren, die Inhalte des Eignungstests, die Ausbildung und Tipps für deine Vorbereitung.
Bundeswehr Elektroniker – Gebäude- und Infrastruktursysteme Einstellungstest
Von Anschlüssen für elektrische Geräte über Sicherungseinrichtungen und IT-Systeme bis hin zu Lüftungs- und Heizungsanlagen: Gebäude sind voller Technik. Damit die Haustechnik optimal funktioniert, braucht es Profis, die sie planen, installieren, warten und bei Bedarf Störungen beheben. Genau dafür sind Elektroniker/-innen der Fachrichtung Gebäude- und Infrastruktursysteme zuständig.
Bei der Bundeswehr kannst du den Beruf in einer zivilen Ausbildung lernen. Aber zuerst musst du im Auswahlverfahren zeigen, dass du fachlich und persönlich für den Beruf geeignet bist.
Wie läuft das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr ab?
Bei der Suche nach Azubis arbeitet die Bundeswehr mit einem standardisierten Auswahlverfahren. Sein Ziel ist, auf faire und objektive Art festzustellen, ob du das notwendige Gesamtpaket mitbringst. Dazu gliedert sich das Verfahren in mehrere Schritte:
1. Bewerbung
Für die zivile Berufsausbildung als Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme bewirbst du dich über das Online-Bewerberportal der Bundeswehr. Den Link zum Portal findest du im Berufsprofil auf der Karriereseite.
2. Vorauswahl
Die Bundeswehr prüft deine Unterlagen. Neben deinen schulischen Leistungen spielt der Gesamteindruck deiner Bewerbung eine große Rolle. Verläuft die Vorauswahl positiv, wirst du zum Einstellungstest eingeladen.
3. Einstellungstest
Der Eignungstest besteht aus einem schriftlichen Teil mit Aufsatz und Computertest und dem Vorstellungsgespräch. Das Gespräch findet oft an einem zweiten Termin statt – und nur dann, wenn du den schriftlichen Teil bestanden hast.
4. Entscheidung
Wenn das Auswahlverfahren abgeschlossen ist und die Bundeswehr alle Testergebnisse ausgewertet hat, entscheidet sie. Warst du erfolgreich, bekommst du die Zusage für die Ausbildung.
Was kommt im Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei der Bundeswehr dran?

Der Eignungstest umfasst mehrere Bausteine, die dich fachlich und als Person prüfen.
Die Bundeswehr legt großen Wert darauf, dass die Mischung aus fachlicher Eignung und Persönlichkeit stimmt. Deine Bewerbung ist deshalb nur der erste Schritt. Was wirklich in dir steckt, zeigt sich im Einstellungstest. Dieser besteht aus mehreren Abschnitten, die verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten testen.
Aufsatz
Eine Prüfung im Einstellungstest ist der Aufsatz. Üblicherweise hast du dafür mehrere Themen zur Auswahl. Typische Aufgabenstellungen behandeln:
- Analyse und Vergleich eines Paares aus zwei Begriffen mit ähnlicher Bedeutung (z. B. „Wut und Ärger“)
- Ereignis aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Aspekt des Berufs
- Frage mit Bezug zur Bundeswehr
- Alltagsthema oder gesellschaftliche Frage
Je nach Aufgabe schreibst du eine Erörterung, einen Bericht oder eine Stellungnahme. In die Wertung fließen einerseits Rechtschreibung, Grammatik und Ausdrucksvermögen ein. Andererseits wird bewertet, ob du strukturiert vorgehst, klar gliederst und nachvollziehbar argumentierst.
CAT-Test
Der wichtigste und umfangreichste Baustein vom Einstellungstest ist der CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein computerbasiertes Testverfahren.
Der Computertest ermittelt deine fachliche Eignung. Er fragt aber kein detailliertes Fachwissen ab, sondern belässt es bei grundlegenden Kenntnissen und Eigenschaften. Deshalb sind die üblichen Testbereiche:
- Deutsch
- Mathematik
- Physik, Technik, Elektronik, Mechanik und Elektrotechnik
- Allgemeinwissen
- logisches und räumliches Denken
- Konzentration
Im Computertest gibt es nur Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, aus denen du die richtige Lösung aussuchst. Gleichzeitig passt sich der Schwierigkeitsgrad an deine Leistung an: Richtige Lösungen führen zu schwereren Aufgaben, auf falsche Antworten folgen leichtere Fragen. Dieses adaptive System lässt ein präzises Leistungsprofil entstehen.
Neben Wissensaufgaben enthält der CAT-Test auch psychologische Fragen. Sie sind Teil eines Persönlichkeitstests und bestehen aus Aussagen wie „Für spontane Aktionen bin ich immer zu haben.“ Du ordnest auf einer Skala ein, ob und wie sehr du einer Aussage zustimmst. Richtige oder falsche Lösungen gibt es hier nicht. Antworte ruhig spontan und ehrlich – für ein stimmiges Gesamtbild.
Auswahlgespräch
Hast du dich im schriftlichen Teil gut geschlagen, soll das Vorstellungsgespräch dabei helfen, dich besser kennenzulernen und deine persönliche Eignung festzustellen. Zu den wesentlichen Gesprächsinhalten zählen:
- deine Motivation für eine zivile Berufsausbildung als Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei der Bundeswehr
- deine Vorstellungen vom Arbeitsalltag als Elektroniker/-in
- deine Erwartungen an die Ausbildung und deine beruflichen Ziele
- deine Interessen, Eigenschaften, Stärken und Schwächen
Auch wenn du dich möglichst gut präsentieren willst: Bleibe du selbst und lasse dich ehrlich auf das Gespräch ein. Je natürlicher du bist, desto sympathischer und glaubwürdiger kommst du rüber.
So bereitest du dich optimal auf den Einstellungstest vor
Um deine Chancen auf ein gutes Testergebnis zu erhöhen, ist eine gezielte Vorbereitung unerlässlich. Dabei musst du gar nicht wochenlang intensivst üben. Mit den richtigen Maßnahmen erreichst du schon nach kurzer Zeit große Fortschritte:
- Wiederhole die Grundlagen in Mathematik, Physik und Technik. Wissen in diesen Fächern ist berufsrelevant.
- Übe Aufgaben aus den Bereichen Logik und Konzentration. So sammelst du Erfahrung mit den verschiedenen, teils ungewohnten Aufgabenformen.
- Trainiere mit Testsimulationen. Durch Mustertests gewinnst du Routine, gewöhnst dich an den Zeitdruck und lernst, deine Konzentration einzuteilen.
- Reflektiere deine Motivation, damit du klar vermitteln kannst, warum du diese Ausbildung machen willst.
Eine strukturierte Vorbereitung gibt dir die Ruhe und Sicherheit, auf die es im Test ankommt.
Was bedeutet zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr?
Die Digitalisierung von Gebäuden, smarte Infrastrukturen und die Energiewende machen Elektroniker/-innen für Gebäude- und Infrastruktursysteme nicht nur aktuell, sondern auch langfristig zu gefragten Fachkräften. Im Verlauf deiner Ausbildung eignest du dir das fachliche Know-how an, um haustechnische Anlagen zu planen, in Betrieb zu nehmen, zu warten und zu reparieren, Fehlerdiagnosen zu erstellen und technische Gefährdungen abzustellen.
Bei der Bundeswehr lernst du den technischen Beruf in Zivil. Das bedeutet, die Ausbildung:
- ist nicht mit einer militärischen Verpflichtung im Soldatenstatus verbunden. Als Azubi gehörst du der Bundeswehrverwaltung und damit dem öffentlichen Dienst an.
- dauert 3,5 Jahre.
- ist dual aufgebaut (Betriebsstätte + Berufsschule).
- erfolgt in der Fachrichtung Gebäude- und Infrastruktursysteme.
- endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Du absolvierst also letztlich eine ganz normale Berufsausbildung, nur eben mit der Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb. Und der Berufsabschluss eröffnet dir viele Wege – sowohl bei der Bundeswehr als auch in der freien Wirtschaft.
Häufige Fragen zum Einstellungstest der Bundeswehr für Elektroniker/-innen für Gebäude- und Infrastruktursysteme
Wie lange dauert der Test?
Der CAT-Test dauert ungefähr drei Stunden. Bis das Auswahlverfahren abgeschlossen ist und du eine Zu- oder Absage hast, vergehen einige Wochen.
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Der Einstellungstest ist gut machbar, aber nicht zu unterschätzen. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich auf mittlerem Niveau und der Fokus liegt auf Grundfertigkeiten. Die größte Herausforderung sind die verschiedenen Aufgabenarten in Kombination mit dem Zeitdruck. Deshalb ist eine gezielte Vorbereitung so wichtig.
Braucht man berufliche Vorkenntnisse?
Nein. Es ist von Vorteil, wenn du dich schon mit Technik oder Elektronik beschäftigt hast. Für den Test genügen aber ein Grundverständnis für technische Zusammenhänge und das Schulwissen völlig.
Gibt es einen Sporttest?
Nein. Der Sporttest gehört zum Auswahlverfahren für militärische Laufbahnen.
Kann man durchfallen?
Ja. Reichen deine Leistungen nicht aus, ist das Auswahlverfahren für dich vorbei. Allerdings kannst du dich neu bewerben und es für das Folgejahr noch einmal versuchen.
Fazit
Der Einstellungstest der Bundeswehr für einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme ist zwar eine Herausforderung, aber auch eine große Chance für dich. Wenn du die Abläufe verstehst, die Testinhalte kennst und dich gezielt vorbereitest, steht einer erfolgreichen Teilnahme nichts im Wege.














