
Der Einstellungstest ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu deiner Lehrstelle.
Du möchtest pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) bei der Bundeswehr werden und fragst dich, was dich im Einstellungstest erwartet? Viele Bewerber/-innen stolpern nicht über fehlendes Wissen oder zu wenig Motivation – sondern scheitern an schlechter Vorbereitung. In diesem Beitrag erfährst du, wie das Auswahlverfahren abläuft, welche Inhalte der Einstellungstest hat und wie du dich optimal vorbereitest.
Bundeswehr Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter Einstellungstest
Eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr als PKA eröffnet dir eine gute Perspektive für deine berufliche Zukunft. Schon während der Ausbildung profitierst du von hohen Ausbildungsstandards, einer kompetenten Begleitung und der attraktiven Vergütung des öffentlichen Dienstes. Mit dem Berufsabschluss in der Tasche hast du verschiedene Möglichkeiten, wie du deinen Weg fortsetzen kannst – bei der Bundeswehr oder auf dem zivilen Arbeitsmarkt.
Doch um dir eine Lehrstelle zu sichern, musst du erst einmal erfolgreich durch das Auswahlverfahren kommen.
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte bei der Bundeswehr
Als pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) trägst du dazu bei, dass Patient/-innen in den Apotheken der Bundeswehr bestmöglich mit Arzneimitteln versorgt werden können. Dazu verwaltest du den Bestand an medizinischen Produkten, organisierst die sachgerechte Lagerung, kümmerst dich um Preise und Präsentation und wirkst im Verkauf mit.
Zu den typischen Aufgaben als PKA gehören unter anderem:
- Medikamente bestellen und Bestände führen
- Arzneimittel kontrollieren und lagern
- medizinische Produkte ausgeben und verkaufen
- Preise kalkulieren
- kaufmännische Tätigkeiten wie Schriftverkehr, Abrechnungen und Pflege des Warenwirtschaftssystems
Insgesamt hat der Beruf eine kaufmännische Ausrichtung. Deshalb liegt hier auch der Schwerpunkt der Tätigkeit, während Apotheker/-innen oder pharmazeutisch-technische Angestellte auch Arzneimittel herstellen.
Die Ausbildung bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr bildet pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte in Zivil aus. Das bedeutet: Du schlägst keine militärische Laufbahn als Soldat/-in ein, sondern gehörst als Azubi zur Wehrverwaltung. Damit bist du im öffentlichen Dienst beschäftigt – und nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes richtet sich auch deine Ausbildungsvergütung.
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im dualen System statt. Die praktischen Ausbildungsinhalte lernst du in einer Bundeswehrapotheke und besuchst für die Theorie parallel dazu die Berufsschule.
Geregelt ist die Ausbildung durch das Berufsbildungsgesetz und die Ausbildungsverordnung. Am Ende legst du deine Abschlussprüfung vor der Apothekerkammer ab. Damit hast du einen vollwertigen, offiziell anerkannten Abschluss, der auf dem gesamten Arbeitsmarkt gültig ist.
Die beruflichen Aussichten nach der Ausbildung
Eine sehr hochwertige Ausbildung bei einem angesehenen Arbeitgeber und eine attraktive Ausbildungsvergütung sind nur zwei Pluspunkte, von denen du als Azubi bei der Bundeswehr profitierst. Dazu kommt, dass dir später vielfältige Karrierewege offenstehen:
- Übernahme als zivile/r Angestellte/r in einer Bundeswehrapotheke
- Beamtenlaufbahn im mittleren nichttechnischen Dienst der Bundeswehrverwaltung
- Wechsel in eine militärische Laufbahn, z. B. Unteroffizier oder Feldwebel im Sanitätsdienst
- Weiterbildung als Fach- oder Betriebswirt/-in, Pharmarefernt/-in oder Studium
- Arbeitsplatz auf dem zivilen Arbeitsmarkt, etwa in einer Apotheke oder einem Pharmaunternehmen
Du siehst: Es lohnt sich, das Auswahlverfahren zu bestreiten, um dir eine Lehrstelle bei der Bundeswehr zu sichern.
Der Ablauf des Auswahlverfahrens im Überblick
Um die richtigen Azubis zu finden und gleichzeitig Chancengleichheit für alle interessierten Bewerber/-innen sicherzustellen, setzt die Bundeswehr ein Auswahlverfahren ein. Dieses ist klar strukturiert und besteht aus mehreren Schritten:
- Bewerbung: Auf der Bundeswehr-Karriereseite kannst du dich über den Beruf und die Anforderungen informieren. Außerdem ist in der Berufsbeschreibung das Bewerberportal verlinkt. Über das Portal reichst du deine Online-Bewerbung ein.
- Vorauswahl: Macht deine Bewerbung einen guten Eindruck, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein.
- Schriftliche Tests: Im ersten Abschnitt des Tests schreibst du einen Aufsatz und nimmst am CAT-Test teil.
- Auswertung der Testergebnisse: Die Bundeswehr wertet die Ergebnisse der schriftlichen Tests aus. Waren deine Leistungen gut, folgt das Vorstellungsgespräch.
- Auswahlgespräch: Im persönlichen Gespräch geht es darum, dich besser kennenzulernen.
- Entscheidung: Ist das Auswahlverfahren komplett abgeschlossen, vergleicht die Bundeswehr die Ergebnisse aller Bewerber/-innen und trifft ihre Entscheidung. Ob du als Azubi eingestellt wirst, erfährst du per Post.
Der Einstellungstest für künftige PKA bei der Bundeswehr im Detail

Der Einstellungstest verteilt sich meist auf zwei Tage.
Formale Kriterien wie der Schulabschluss und deine Noten spielen zwar eine Rolle. Die Bundeswehr legt aber auch viel Wert darauf, dass du motiviert bist und persönlich zum Beruf passt. Um dein Potenzial umfassend beurteilen zu können, besteht der Einstellungstest aus mehreren Abschnitten, die jeweils andere Kenntnisse, Fertigkeiten und Eigenschaften testen.
Aufsatz
Üblicherweise beginnt der Einstellungstest mit einem Aufsatz. Dafür hast du mehrere Aufgabenstellungen zur Auswahl. Inhaltlich geht es zum Beispiel um:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- alltägliche oder gesellschaftliche Fragen
- Themen mit Bezug zur Bundeswehr
- Wortpaare mit ähnlicher Bedeutung (z. B. „Wut und Ärger“), die du erklären und vergleichen sollst
Je nach Überschrift schreibst du eine Erörterung, eine Stellungnahme oder einen freien Text. Deinen Text verfasst du handschriftlich und ohne Hilfsmittel. Für die Bewertung zählen:
- Umgang mit der Sprache (Rechtschreibung, Grammatik, Ausdrucksvermögen)
- klare Gliederung und logische Struktur
- Fähigkeit, ein Thema zu erfassen, Ideen zu entwickeln und schlüssig auszuarbeiten
- sinnvolle und nachvollziehbare Argumentation
Es geht nicht um ein literarisches Meisterwerk. Was zählt, ist ein strukturierter Text mit stimmigen Inhalten.
Computertest (CAT-Test)
Der sogenannte CAT-Test (CAT = Computer-Assistierte Testung) ist ein computerbasiertes Testverfahren. Durch Aufgabenblöcke aus verschiedenen Themenbereichen prüft der Computertest grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten, die mit Blick auf den Beruf relevant sind. Zu den Testbereichen, auf die du vorbereitet sein solltest, zählen:
- Deutsch → Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis
- Mathematik → Grundrechenarten, Dreisatz, Zins- und Prozentrechnung, Textaufgaben
- Logisches Denken → Zahlenreihen, Matrizen, Muster zuordnen, Schlussfolgerungen
- Konzentration → Listen und Tabellen bearbeiten
- Allgemeinwissen → Biologie, Chemie und Physik, da berufsrelevant; außerdem z. B. Technik, Politik, Wirtschaft, Erdkunde
Der Computertest enthält nur Multiple-Choice-Fragen, bei denen du die richtige Antwort aus den genannten Lösungsvorschlägen aussuchst. Allerdings ändert sich der Schwierigkeitsgrad: Löst du eine Aufgabe richtig, wird die nächste Frage etwas schwerer, bei einer falschen Antwort leichter. Dieses adaptive Testsystem ermöglicht, deine individuellen Fähigkeiten präzise einzuordnen.
Vorstellungsgespräch
Die letzte Station im Einstellungstest ist das Bewerbungsgespräch. Wie in jedem Jobinterview üblich, ist das Ziel, dich kennenzulernen und zu beurteilen, ob du als Person zum Beruf und zur Bundeswehr passt. Die Gesprächsinhalte sind vor allem:
- dein bisheriger Werdegang
- deine Motivation, eine zivile Ausbildung als PKA bei der Bundeswehr zu machen
- deine Vorstellungen vom Beruf und deine beruflichen Ziele
- deine Eigenschaften, Stärken, Schwächen und Interessen
Es macht nichts, wenn du nervös bist. Wichtig ist, dass du offen bleibst, ehrlich antwortest und dich nicht verstellst. Mit einer natürlichen Art wirkst du viel glaubwürdiger und überzeugender als mit einstudierten Floskeln.
Die Vorbereitung auf den Einstellungstest
Aus fachlicher Sicht ist der Einstellungstest absolut machbar. Du brauchst kein Expertenwissen – vom Niveau her sind die Aufgaben nicht schwerer als in der Schule. Aber: Ungewohnte Aufgabenarten, der Zeitdruck und die notwendige Fokussierung machen den Test anspruchsvoll. Eine gezielte Vorbereitung kann deshalb zum Schlüssel für den Erfolg werden.
- Frische dein Schulwissen auf. Vor allem die Grundlagen in Deutsch, Mathematik und den berufsrelevanten Fächern sollten sicher sitzen.
- Wiederhole, worauf es beim Schreiben von Aufsätzen ankommt.
- Übe gezielt Logik- und Konzentrationsaufgaben, um dich mit den verschiedenen Aufgabentypen vertraut zu machen.
- Arbeite ganze Mustertests am Stück und unter Zeitdruck durch. So gewöhnst du dich an die Testsituation und verbesserst deine Aufmerksamkeitsspanne.
- Verfolge das aktuelle Zeitgeschehen.
- Überlege dir, warum du die Ausbildung machen willst, wieso du dich für die Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb entschieden hast und was dich persönlich auszeichnet.
Ein gezieltes Testtraining bewirkt, dass du eine gewisse Routine entwickelt. Dadurch gehst du ruhiger und selbstsicherer in den Test.
Fazit
Wenn du weißt, was dich erwartet und dich gezielt vorbereitest, ist der Einstellungstest eine lösbare Aufgabe. Übe Aufsätze, trainiere die Aufgabenarten im CAT-Test, simuliere die Testsituation und spiele das Vorstellungsgespräch durch.
Wenn du dann noch deine Motivation für die Ausbildung als pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r bei der Bundeswehr überzeugend vermitteln kannst, hast du beste Voraussetzungen, den Einstellungstest zu bestehen.














