
Der Bundeswehr-Sporttest ist gar nicht so schwierig.
Du bist zum Einstellungstest der Bundeswehr eingeladen? Glückwunsch – der erste wichtige Schritt ist geschafft. Doch jetzt musst du deine Eignung für den militärischen Dienst unter Beweis stellen. Dazu gehört auch körperliche Fitness. Im Sporttest geht es um Schnelligkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer. Hier erfährst du, was du zum Sporttest bei der Bundeswehr wissen solltest.
Fit für den Sporttest?
Der Sporttest ist ein fester Bestandteil im Auswahlverfahren der Bundeswehr. Während Computertests, das Vorstellungsgespräch und die ärztliche Untersuchung deine fachliche, intellektuelle, persönliche und gesundheitliche Eignung prüfen, testet der sogenannte Basis-Fitness-Test deine körperliche Leistungsfähigkeit.
Die gute Nachricht ist: Der Sporttest ist machbar – wenn du weißt, was dich erwartet, und dich darauf vorbereitest.
Was ist der Bundeswehr-Sporttest?
Der Sporttest der Bundeswehr heißt offiziell Basis-Fitness-Test oder kurz BFT. Für Bewerber/-innen, die eine militärische Laufbahn einschlagen oder bestimmte Tätigkeiten im zivilen Bereich ausüben möchten, gehört er zum Einstellungstest dazu.
Der Basis-Fitness-Test basiert auf standardisierten Testverfahren. Dadurch sind die Reihenfolge der Übungen, die Mindestanforderungen, die Bewertungskriterien und die Berechnung der Endnote klar definiert, objektiv und transparent.
Welche Disziplinen enthält der Sporttest?

Der Bundeswehr-Sporttest für Bewerber/-innen besteht aus drei Disziplinen.
Der Basis-Fitness-Test im Auswahlverfahren setzt sich aus drei Stationen zusammen, die du nacheinander durchläufst. Dabei muss die ganze Sportprüfung laut Regelwerk innerhalb von 90 Minuten abgeschlossen sein.
11 × 10 Meter Sprinttest
Die erste Disziplin kombiniert einen typischen Pendellauf mit einer Geschicklichkeitsübung. Du musst schnell sein und gleichzeitig den richtigen Ablauf einhalten.
- Du startest flach auf dem Bauch liegend.
- Auf Kommando springst du auf und rennst zur 10 Meter entfernten Pylone.
- Um die Pylone läufst du herum und sprintest zur Turnmatte zurück.
- Die Turnmatte läufst du von der Außenseite an und legst dich bäuchlings darauf ab.
- Dann nimmst du deine Hände auf dem Rücken zusammen und klatschst einmal.
- In dieser Form läufst du insgesamt fünf Runden.
- Zum Schluss folgt ein letzter Sprint bis zur Pylone.
Um die Mindestanforderung zu erfüllen, musst du deinen Lauf innerhalb von 60 Sekunden beenden.

Beim Sprinttest zählen Tempo und Geschicklichkeit.
Klimmhang-Test

Deine Handflächen zeigen zu dir, wenn du die Reckstange umfasst.
Bei der zweiten Übung geht es um Griffkraft und Rumpfstabilität. An einer Reckstange nimmst du die Endposition eines Klimmzugs ein. Die Reckstange umgreifst du dazu im Kammgriff, deine Hände sind etwa schulterbreit auseinander.
Deine Zeit läuft, solange dein Kinn oberhalb der Reckstange ist – selbst wenn du zwischendurch leicht absinkst. Als Mindestvorgabe gilt eine Haltedauer von 5 Sekunden.
3.000 Meter Fahrrad-Ergometer-Test
An der dritten und letzten Station erwartet dich ein Fahrrad-Ergometer, auf dem du eine Distanz von 3.000 Metern zurücklegst. Der Test startet mit einer einminütigen Aufwärmphase bei 70 Watt. Danach steigt der Widerstand auf 130 Watt und die Messung beginnt.
Du kannst bei dieser Wattzahl bleiben oder den Widerstand jederzeit anpassen. Je höher der Widerstand ist, desto mehr Strecke machst du pro Umdrehung. Allerdings wird das Radeln auch anstrengender.
Für die Strecke hast du maximal 6:30 Minuten. Sobald du die Distanz erreicht hast, wird deine Zeit gestoppt und du radelst zum Abkühlen eine weitere Minute locker weiter.
Wie bewertet die Bundeswehr den Sporttest?
Deine Testergebnisse werden in ein Punktesystem übertragen, das auf sportwissenschaftlichen und sportmedizinischen Erkenntnissen basiert. Bestimmte Algorithmen stellen sicher, dass deine Leistungen präzise ermittelt und für spätere Vergleiche erfasst werden können.
Grundvoraussetzung ist aber, dass du in allen drei Übungen die Mindestanforderungen erreicht hast. Also:
| Sprinttest | Durchlauf in höchstens 60 Sekunden |
| Klimmhang-Test | mindestens 5 Sekunden Haltedauer |
| Fahrradergometer-Test | 3 Kilometer in maximal 6:30 Minuten |
Nur dann werden deine Ergebnisse überhaupt berücksichtigt. Andernfalls hast du den Sporttest nicht bestanden.
Warst du beim Basis-Fitness-Test erfolgreich, wird dein Ergebnis berechnet:
- Für die Minimalvorgabe bei einer Übung bekommst du 100 Basispunkte.
- Je besser deine Leistungen waren, desto mehr Basispunkte bekommst du. Dafür gibt es Rechenformeln und Tabellen.
- Um biologische Unterschiede auszugleichen, kommen zu den Basispunkten Zuschläge dazu:
- Alterszuschlag ab dem 36. Lebensjahr: 0,5 % pro Lebensjahr
- Geschlechtszuschlag für Bewerberinnen: 15 % bei Sprint und Ergometer sowie 40 % beim Klimmhang
- Die Basispunkte plus die Zuschläge ergeben die Disziplinpunkte. Diese werden addiert und durch 3 geteilt, denn die Übungen sind gleich gewichtet.
- Der Durchschnittswert wird zum Schluss in eine Schulnote von 1 bis 4 übertragen. Diese Endnote fließt in deine Gesamtbewertung ein.
Was ist, wenn du durchfällst?
Warst du in allen anderen Abschnitten des Einstellungstests erfolgreich und scheiterst wirklich nur am Sporttest, kannst du ihn einmal innerhalb von sechs Monaten wiederholen. Das nimmt natürlich viel Druck raus – trotzdem sollte dein Ziel sein, den Basis-Fitness-Test gleich im ersten Anlauf zu meistern.
Selbsttest: Schaffst du den Sporttest der Bundeswehr?
Beantworte die folgenden Fragen ehrlich:
- Schaffst du 12 bis 15 Sprints über 10 Meter mit Richtungswechseln?
- Führst du auch sehr schnelle Positionswechsel (Bauchlage → Sprint) technisch sauber aus?
- Kannst du dein eigenes Körpergewicht mindestens 10 Sekunden lang sicher im Klimmhang halten?
- Gelingen dir mehrere korrekt ausgeführte Klimmzüge oder Liegestütze (auch wenn diese kein Bestandteil des Sporttests sind)?
- Läufst du 1.000 Meter in unter 6 Minuten?
- Packst du 3.000 Meter auf dem Ergometer (oder mit dem Fahrrad) in weniger als 6:30 Minuten?
- Bleibst du ruhig, wenn jemand deine Zeit stoppt?
- Kannst du deine Leistungen abrufen, wenn dir andere zuschauen?
Die Auswertung:
- 0 bis 3 × Ja: Du brauchst ein systematisches Training. Plane für die Vorbereitung auf den Sporttest mindestens sechs Wochen ein.
- 4 oder 5 × Ja: Der Sporttest ist machbar. Wichtig ist aber eine gezielte Vorbereitung in den kommenden Wochen.
- ab 6 × Ja: Deine Ausgangslage ist super. Mit etwas Feinschliff sollte der Sporttest kein Problem sein.
FAQ zum Sporttest der Bundeswehr
Wann findet der Basis-Fitness-Test statt?
Der Sporttest ist ein Baustein im Eignungstest. Wann du ihn absolvierst, hängt davon ab, in welcher Reihenfolge du die verschiedenen Stationen des Einstellungstests – aus organisatorischen Gründen – durchläufst.
Wie lange dauert der Sporttest?
Der BFT muss in maximal 90 Minuten beendet sein.
Gibt es Unterschiede nach Laufbahn?
Nein, der Sporttest ist für alle Bewerber/-innen gleich – egal, ob Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel oder Offiziere.
Zählt mein Alter oder Geschlecht?
Die Mindestanforderungen sind für alle gleich. Das Punktesystem hingegen gleicht physiologische Unterschiede durch Alters- und Geschlechtszuschläge aus.
Wie schwer ist der Sporttest wirklich?
Der Basis-Fitness-Test ist machbar. Es geht nicht um Spitzenleistung, sondern um Grundfitness. Wenn Bewerber/-innen am Sporttest scheitern, dann meist wegen schlechter Vorbereitung oder Nervosität – und nicht wegen fehlender Sportlichkeit.
Wie kann ich mich vorbereiten?
Ein regelmäßiges Lauftraining, Sprints und Pendelläufe, Klimmzüge, Strecksprünge aus Bauchlage und Radfahren schaffen eine solide Basis. Weitere Ausdauer- und Kraftübungen wie Seilspringen, Schwimmen, Sit-ups oder Standweitsprung sorgen für ein ganzheitliches Training.
Um die Belastung realitätsnah zu simulieren, solltest du den Sporttest mehrfach am Stück machen. Und: Trainiere so, dass deine Leistungen im Training etwa 20 Prozent über den Mindestanforderungen liegen. Dadurch hast du einen Leistungspuffer und gewinnst zusätzliche Sicherheit.
Fazit
Der Sporttest der Bundeswehr ist kein Wettbewerb, der Topleistungen verlangt, sondern eine Basisprüfung. Wenn du die Abläufe kennst, deine Leistungen realistisch einschätzt und gezielt trainierst, ist der Basis-Fitness-Test absolut machbar.
Körperliche Fitness ist im Soldatenberuf unverzichtbar. Trittst du mit einer soliden Grundfitness an, bist du klar im Vorteil – nicht nur im Einstellungstest, sondern später auch im Dienst.














