
Damit du eine der begehrten Lehrstellen bekommst, musst du den Einstellungstest bestehen.
Dein Berufswunsch ist Tischler/-in und du denkst darüber nach, deine Ausbildung bei der Bundeswehr zu machen? Dann solltest du wissen, wie das Auswahlverfahren abläuft. Denn bevor du deine Ausbildung als Tischler/-in starten kannst, musst du den Einstellungstest der Bundeswehr bestehen. Dieser Beitrag zeigt dir, wie der Eignungstest abläuft, welche Inhalte er hat – und wie du dich optimal vorbereitest.
Bundeswehr Tischler Einstellungstest
Als Tischler/-in baust du verschiedenste Möbel, fertigst Türen, Fenster und Treppen, baust Innenräume aus oder restaurierst Stücke. Holz und Holzwerkstoffe sind dabei deine wichtigsten Materialien. Bei der Bundeswehr kannst du diesen traditionellen Handwerksberuf erlernen – und das in Zivil, ohne militärische Verpflichtung.
Die Berufsausbildung zum/r Tischler/-in dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System. Sie endet mit einem vollwertigen, offiziell anerkannten Berufsabschluss. Doch bevor es losgeht, steht mit dem Auswahlverfahren ein ganz entscheidender Schritt an.
Das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr
Bei der Auswahl künftiger Azubis arbeitet die Bundeswehr mit einem klar strukturierten Verfahren. Dabei bauen die einzelnen Stufen aufeinander auf:
- Bewerbung: Auf der Bundeswehr-Karriereseite kannst du dich über den Beruf, die Ausbildung und die Anforderungen informieren. Im Berufsprofil findest du auch den Link zum Bewerberportal. Über dieses Portal reichst du deine Bewerbung ein.
- Vorauswahl: Liegt deine vollständige Bewerbung vor, prüft die Bundeswehr deine Unterlagen. Überzeugt deine Bewerbung, bekommst du eine Einladung zum Einstellungstest.
- Einstellungstest: Der Eignungstest gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Oft finden die beiden Teile an zwei Terminen statt. Und du absolvierst den mündlichen Teil nur, wenn du den schriftlichen Teil mit guten Leistungen bestanden hast.
- Entscheidung: Hat die Bundeswehr die Testergebnisse aller Bewerber/-innen ausgewertet, erfährst du schriftlich, ob du eine Lehrstelle bekommst.
Wichtig: Die Bewerbungsfrist endet im Normalfall rund ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Bewirb dich deshalb rechtzeitig – für einen nahtlosen Übergang von der Schulzeit ins Berufsleben am besten gegen Ende deines vorletzten Schuljahres.
Der Einstellungstest für eine Lehrstelle als Tischler/-in bei der Bundeswehr

Der Einstellungstest prüft deine fachliche und persönliche Eignung.
Formale Kriterien wie ein Schulabschluss und gute Noten in den Hauptfächern sind zwar wichtig. Aber die Bundeswehr legt großen Wert darauf, dass das Gesamtpaket aus fachlichem Potenzial und persönlicher Eignung stimmt.
Um einen umfassenden Eindruck zu gewinnen, gibt es den Einstellungstest. Er besteht aus mehreren Bausteinen, die jeweils andere Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften testen.
Aufsatz
Ein Element im schriftlichen Testteil ist der Aufsatz. Hier verfasst du handschriftlich und ohne weitere Hilfsmittel einen Text. Dabei kannst du aus verschiedenen Aufgabenstellungen wählen. Typische Inhalte sind:
- aktuelles Zeitgeschehen
- alltägliche oder gesellschaftliche Fragen
- Themen mit Bezug zum Beruf oder der Bundeswehr
- Vergleich von zwei Wörtern mit ähnlichen Bedeutungen (z. B. „Gefahr und Risiko“)
Je nach Überschrift schreibst du dann eine Erörterung, einen Bericht, eine Stellungnahme oder einen freien Text.
Für die Bewertung zählt zum einen dein Umgang mit der Sprache. Wie sieht es mit Rechtschreibung, Grammatik und Ausdrucksvermögen aus? Zum anderen geht es um deine Vorgehensweise. Arbeitest du strukturiert, gliederst du logisch, argumentierst du schlüssig und erläuterst du nachvollziehbar?
PC-Test
Das Hauptelement im schriftlichen Teil ist der CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein Verfahren, das computerbasiert durchgeführt und ausgewertet wird.
Der Computertest legt den Fokus auf die fachliche Eignung. Er fragt aber kein Spezialwissen ab, sondern prüft Basiswissen und Grundfähigkeiten. Es geht um die Kenntnisse und Fertigkeiten, die du für die Ausbildung brauchst. Zu den üblichen Testbereichen gehören deshalb:
- Mathematik
- Deutsch
- technisches Verständnis
- logisches, visuelles und räumliches Denken
- Allgemeinwissen
- Konzentration
Alle Fragen im Computertest werden als Multiple-Choice-Aufgaben gestellt. Zu jeder Frage siehst du mehrere Antwortmöglichkeiten und wählst daraus die richtige Lösung aus. Allerdings verändert sich der Schwierigkeitsgrad: Richtige Lösungen führen zu schwereren Aufgaben, falsche zu leichteren. Dieses adaptive Verfahren ermöglicht, ein präzises Leistungsprofil zu erstellen.
Persönlichkeitstest
Im sogenannten Fragebogenverfahren enthält der CAT-Test auch einige psychologische Fragen. Hier siehst du verschiedene Aussagen, etwa „Geduld ist nicht meine größte Stärke.“ oder „Teamarbeit liegt mir.“ Auf einer Skala ordnest du ein, wie sehr die Aussage auf dich zutrifft.
Richtige oder falsche Antworten gibt es nicht. Antworte spontan und ehrlich – für ein stimmiges Bild ohne Widersprüche.
Vorstellungsgespräch
Hast du den schriftlichen Teil mit guten Leistungen bestanden, geht es mit dem Auswahlgespräch weiter. Das Gespräch dient dem Kennenlernen und soll helfen, deine persönliche Eignung einzuschätzen. Die Fragen thematisieren vor allem:
- deinen bisherigen Werdegang
- deine Motivation für eine Ausbildung als Tischler/-in bei der Bundeswehr
- deine Vorstellungen vom Beruf und deine Erwartungen an die Ausbildung
- deine beruflichen Ziele
- deine Eigenschaften, Interessen, Stärken und Schwächen
- eventuell einiger deiner Angaben im Persönlichkeitstest
Versuche, natürlich zu bleiben. Gib dich, wie du bist und führe ein offenes, ehrliches Gespräch. Je authentischer du bist, desto überzeugender ist dein Auftreten.
Die größten Stolperfallen im Eignungstest
Für die Beurteilung deiner Eignung sind nicht einzelne Antworten entscheidend, sondern das Gesamtbild, das am Ende entsteht. Doch genau das ist der Knackpunkt. Die wenigsten Bewerber/-innen scheitern an fehlendem Wissen oder mangelnder Motivation. Sie geraten vielmehr durch andere Faktoren ins Straucheln:
- schlechtes Zeitmanagement
- unbekannte Aufgabenformate
- Nervosität und zu wenig Konzentration
- unklare Motivation und unreflektiertes Selbstbild
Alle diese Fehler kannst du durch eine gezielte Vorbereitung auf den Test aber effektiv vermeiden.
Die optimale Vorbereitung auf den Einstellungstest
Um dich auf den Einstellungstest vorzubereiten, musst du nicht wochenlang intensiv pauken. Es genügt, regelmäßig kürzere Lerneinheiten einzulegen, wenn du dabei mit System vorgehst:
- Frische dein Schulwissen in Deutsch, Mathematik, Technik und Physik auf. Diese Fächer nehmen im CAT-Test viel Raum ein.
- Übe gezielt Logik- und Konzentrationsaufgaben, um dich mit den verschiedenen Aufgabentypen vertraut zu machen. Je mehr Erfahrung du beim Lösen der jeweiligen Aufgabenformate hast, desto schneller und sicherer findest du die richtige Antwort.
- Arbeite ganze Mustertests am Stück und unter Zeitdruck durch. Auf diese Weise gewöhnst du dich an die Prüfungssituation und lernst, deine Aufmerksamkeit gut einzuteilen.
- Informiere dich über den Beruf und die Bundeswehr. Du solltest erklären können, warum du genau diese Ausbildung machen willst und was du dafür mitbringst.
Stelle die Testsituation beim Üben möglichst realistisch nach – dann gehst du später umso ruhiger in die Prüfung.
Kurzer Blick auf die Ausbildung
Tischler/-in ist bei der Bundeswehr ein ziviler Ausbildungsberuf. Das bedeutet: Du schlägst keine militärische Laufbahn ein und hast keinen Soldatenstatus. Als Azubi gehörst du der Bundeswehrverwaltung an und bist damit im öffentlichen Dienst eingestellt.
Die dreijährige Ausbildung ist eine klassische duale Ausbildung. Einerseits lernst du in deiner Betriebsstätte bei der Bundeswehr und gehst andererseits in die Berufsschule. Am Ende legst du die Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer ab – und hast so einen staatlich anerkannten Abschluss.
Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung kann dich die Bundeswehr in ein ziviles Arbeitsverhältnis übernehmen. Aber auch ein Wechsel in ein Beamten- oder Soldatenverhältnis ist möglich. Außerhalb der Bundeswehr steht dir die freie Wirtschaft offen. Und mit etwas Berufserfahrung kannst du dich spezialisieren oder weiterbilden, etwa als Meister/-in oder Techniker/-in.
FAQ zum Einstellungstest für angehende Tischler/-innen bei der Bundeswehr
Wo findet der Einstellungstest statt?
Für den Einstellungstest kommst du in ein Dienstleistungszentrum. Die Anschrift und Infos zur Anreise stehen in deiner Einladung.
Wie lange dauert das Auswahlverfahren?
Der CAT-Test dauert etwa zwei bis drei Stunden, beim Aufsatz und Vorstellungsgespräch solltest du mit jeweils rund einer Stunde rechnen. Von der Bewerbung bis zur Entscheidung vergehen einige Wochen.
Brauche ich handwerkliche Vorkenntnisse?
Handwerkliches Geschick brauchst du im Beruf. Für den Einstellungstest wird aber kein Fachwissen vorausgesetzt – solides Schulwissen genügt.
Gibt es einen Sporttest?
Nein, das Auswahlverfahren für eine zivile Ausbildung als Tischler/-in enthält keinen Sporttest.
Was ist, wenn ich durchfalle?
Besteht du nicht, scheidest du aus dem Auswahlverfahren aus. Du kannst dich erneut bewerben – allerdings erst wieder für die Einstellungen im nächsten Jahr.
Fazit
Der Einstellungstest für eine Lehrstelle als Tischler/-in bei der Bundeswehr ist zwar anspruchsvoll. Aber bietet dir eine faire Chance, deine Kenntnisse und Fähigkeiten zu zeigen. Wenn du:
- handwerkliches Interesse mitbringst,
- dich gezielt auf den Test vorbereitest,
- konzentriert vorgehst
- und deine Motivation überzeugend vermitteln kannst,
hast du gute Chancen, dir einen Ausbildungsplatz zu sichern. Deshalb: Bewirb dich rechtzeitig und starte mit einer gezielten Vorbereitung – so verschaffst du dir einen echten Vorteil im Auswahlverfahren.














