
Ein erfolgreiches Abschneiden im Einstellungstest sichert deine Chancen auf eine Lehrstelle.
Du denkst über eine Ausbildung als Tierpfleger/-in bei der Bundeswehr nach, weißt aber nicht so genau, was es mit dem Einstellungstest auf sich hat? In diesem Beitrag erfährst du, wie das Auswahlverfahren abläuft, welche Themen geprüft werden, welche Aufgaben vorkommen – und wie du dich am besten vorbereitest.
Bundeswehr Tierpfleger Einstellungstest
Als Tierpfleger/-in arbeitest du mit den Diensttieren der Bundeswehr. Du pflegst, betreust und versorgst sie – und das Ganze im Rahmen einer hochwertigen Berufsausbildung. Doch um dir eine Lehrstelle zu sichern, musst du das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen.
Der Einstellungstest prüft deine fachliche und persönliche Eignung für den Beruf. Weil er ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Ausbildung ist, zahlt sich eine gute Vorbereitung aus. Wir erklären, was du zum Eignungstest wissen solltest.
Die Ausbildung als Tierpfleger/-in bei der Bundeswehr
Bei der Bundeswehr kannst du Tierpfleger/-in im Rahmen einer zivilen Berufsausbildung erlernen. Das heißt: Du schlägst keine militärische Laufbahn als Soldat/-in ein, sondern wirst Azubi im öffentlichen Dienst.
Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Weil die Ausbildung im dualen System erfolgt, findet der praktische Teil in deiner Dienststätte bei der Bundeswehr und der theoretische Teil in der Berufsschule statt.
Während der Ausbildung lernst du unter anderem:
- artgerechte Haltung Tieren
- Pflege, Versorgung und Fütterung
- Einrichtung und Reinigung von Tieranlagen
- Beobachtung des Gesundheitszustands
- Assistenz bei tierärztlichen Untersuchungen und Behandlungen
- Organisation und Dokumentation der Tierhaltung
Je nach Einsatzbereich bist du für verschiedene Tiere zuständig. Zu deinen Schützlingen können zum Beispiel Diensttiere wie Hunde und Mulis oder Tiere in Ausbildungseinrichtungen und Forschungsstätten der Bundeswehr gehören.
Bei der Bundeswehr absolvierst du die Ausbildung als Tierpfleger/-in in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension. Die Abschlussprüfung legst du vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Dadurch hast du einen offiziell anerkannten Berufsabschluss.
Das Auswahlverfahren für eine Lehrstelle als Tierpfleger/-in bei der Bundeswehr
Um die richtigen Azubis zu finden, setzt die Bundeswehr ein mehrstufiges Auswahlverfahren ein. Sein Ablauf sieht so aus:
- Online bewerben: Du informierst dich im Bewerberportal der Bundeswehr über freie Stellen und lädst deine Unterlagen hoch.
- Vorauswahl: Die Bundeswehr prüft, ob du die formalen Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllst und welchen Eindruck deine Bewerbung insgesamt macht.
- Einladung zum Einstellungstest: Überzeugt deine Bewerbung, wirst du zum Eignungstest in das zuständige Dienstleistungszentrum eingeladen.
- 1. Testteil: Du nimmst an den schriftlichen Prüfungen teil.
- 2. Testteil: Bestehst du die schriftlichen Tests, folgt das Vorstellungsgespräch.
- Entscheidung: Haben alle Bewerber/-innen am Auswahlverfahren teilgenommen, vergleicht die Bundeswehr die Ergebnisse und trifft ihre Entscheidung.
Der Einstellungstest bei Bundeswehr
Der Eignungstest ermittelt deine fachliche und persönliche Eignung für die Tätigkeit als Tierpfleger/-in bei der Bundeswehr. Damit ein möglichst umfassendes Bild entsteht, setzt sich der Test aus mehreren Bausteinen zusammen.
Aufsatz
Die erste Station ist ein handschriftlicher Aufsatz. Dafür kannst du meist zwischen drei verschiedenen Aufgabenstellungen wählen. Sie können behandeln:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Themen aus Alltag und Gesellschaft
- Fragestellungen rund um den Beruf oder die Bundeswehr
- Analyse und Vergleich eines Wortpaars (z. B. „mutig und tapfer“)
Der Aufsatz prüft, ob du Ideen entwickeln, logisch strukturieren und deine Überlegungen nachvollziehbar ausführen kannst. Aber natürlich fließt auch dein Umgang mit der deutschen Sprache (Ausdruck, Rechtschreibung, Grammatik) in die Bewertung ein.
Computertest
Der sogenannte CAT-Test (CAT = Computer-Assistiertes Testen) ist ein Testverfahren am Computer. Es beinhaltet Module aus verschiedenen Themenbereichen.
Insgesamt zielt der Test auf grundlegende Fähigkeiten für die Ausbildung und den Beruf ab. Es geht nicht um spezielles Fachwissen, sondern um allgemeine Grundlagen und kognitive Fertigkeiten. Zu den gängigen Testinhalten zählen:
- Deutsch: Hier geht es vor allem um Rechtschreibung, Grammatik und Textverständnis. Du musst zum Beispiel die richtige Schreibweise erkennen.
- Mathematik: Die Matheaufgaben prüfen grundlegende Rechenfähigkeiten. Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnung und Textaufgaben sind typische Inhalte.
- Allgemeinwissen: Die Fragen zum Allgemeinwissen können bunt gemischt sein, neben berufsrelevanten Fächern wie Biologie, Chemie zum Beispiel Technik, Politik, Wirtschaft und Erdkunde. Geprüft wird in erster Linie Schulwissen.
- Logik: Dieser Testbereich soll zeigen, ob du Muster erkennst und Zusammenhänge verstehst. Aufgaben bestehen zum Beispiel darin, Zahlenreihen fortzusetzen, Figuren zu erkennen, Muster logisch fortzuführen oder Schlussfolgerungen zu ziehen.
- Konzentration: In diesem Abschnitt geht es um sorgfältiges und aufmerksames Arbeiten unter Zeitdruck. Dazu prüfst du zum Beispiel Listen oder gleichst Tabellen ab.
Die Fragen sind Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Allerdings arbeitet der Test adaptiv: Richtige Lösungen führen zu schwereren Fragen, falsche zu leichteren. So kann der Test dein Leistungsniveau präzise ermitteln.
Ergänzt werden die klassischen Testaufgaben durch psychologische Fragen. Hier gibt es keine richtigen Antworten. Stattdessen geht es darum, dass du verschiedene Aussagen (z. B. „Ich halte an Zielen fest, bis ich sie erreicht habe.“) ehrlich für dich einordnest.
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Viele Bewerber/-innen haben Angst, dass die Aufgaben zu anspruchsvoll sind. Insgesamt liegt der Schwierigkeitsgrad auf mittlerem Bildungsniveau (also etwa Realschule). Das heißt:
- Die Aufgaben sind gut lösbar.
- Es wird kein Spezialwissen erwartet, Schulwissen genügt.
- Vor allem bei Logik- und Konzentrationsaufgaben zahlt sich eine gezielte Vorbereitung aus.
Am Ende entscheidet oft nicht perfektes Wissen über den Erfolg, sondern dass du ruhig bleibst, konzentriert vorgehst und logisch denkst.
Arbeitsprobe
Je nachdem, wo du am Einstellungstest teilnimmst, kann eine praktische Aufgabe zum Einstellungstest gehören. Für die Arbeitsprobe bekommst du einen kleinen Auftrag, zum Beispiel Abwiegen von Futter oder Säubern eines Käfigs. Die Aufgabe prüft, ob du Anweisungen erfasst und sorgfältig umsetzt.
Vorstellungsgespräch
Hast du die schriftlichen Tests mit guten Leistungen bestanden, folgt das Auswahlgespräch. Typische Gesprächsinhalte sind:
- Werdegang und berufliche Ziele
- Vorstellungen und Erwartungen an die Tätigkeit als Tierpfleger/-in
- Motivation für eine Ausbildung bei der Bundeswehr
- Eigenschaften, Merkmale und Interessen
Letztlich ist das Interview ein klassisches Vorstellungsgespräch, bei dem es darum geht, dich kennenzulernen und deine persönliche Eignung zu beurteilen. Deshalb: Verstelle dich nicht, sondern bleibe offen und authentisch – so überzeugst du am meisten.
Die Vorbereitung auf den Einstellungstest
Eine gezielte Vorbereitung auf den Einstellungstest erhöht klar deine Chancen auf ein gutes Ergebnis. Dabei musst du gar nicht wochenlang intensiv lernen. Entscheidend ist, dass du mit System vorgehst:
- Frische dein Schulwissen zu den wichtigsten Themen in Deutsch und Mathematik auf und vertiefe dein Allgemeinwissen.
- Übe gezielt Logik- und Konzentrationsaufgaben. Je öfter du zum Beispiel Zahlenreihen oder Matrizen bearbeitet hast, desto vertrauter bist du mit den verschiedenen Aufgabenarten und desto schneller findest du die Lösungswege.
- Löse ganze Mustertests am Stück und unter Zeitdruck. Dadurch trainierst du deine Aufmerksamkeitsspanne und gewöhnst dich an die Prüfungssituation.
Häufige Fragen zum Einstellungstest der Bundeswehr für Tierpfleger/-innen
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Die Dauer variiert. Die schriftlichen Tests nehmen im Schnitt drei bis vier Stunden in Anspruch, für das Vorstellungsgespräch solltest du etwa eine Stunde einplanen.
Muss ich für die Ausbildung Soldat/-in werden?
Nein. Absolvierst du eine zivile Ausbildung zum/r Tierpfleger/-in, wirst du Azubi in der Wehrverwaltung. Dadurch verpflichtest du dich nicht für den militärischen Dienst. Aber du hast die Möglichkeit, dich als Zeitsoldat/-in zu bewerben und Tierpfleger/-in zum Beispiel in der Laufbahn der Unteroffiziere zu werden.
Kann man den Eignungstest wiederholen?
Hat es im ersten Auslauf nicht mit einer Lehrstelle geklappt, kannst du dich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal neu bewerben.
Welche Aussichten habe ich nach der Ausbildung?
Grundsätzlich ist das Ziel, dass dich die Bundeswehr nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung als zivile/n Mitarbeiter/-in übernimmt. Alternativ kannst du in eine militärische Laufbahn wechseln oder dir eine Stelle außerhalb suchen. Jobs für Tierpfleger/-innen bieten unter anderem Tierheime, Tierkliniken, Zoos oder auch Forschungseinrichtungen.
Fazit
Der Einstellungstest ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Ausbildung als Tierpfleger/-in bei der Bundeswehr. Er prüft dein fachliches Potenzial und deine persönliche Eignung.
Zwar ist der Test anspruchsvoll, mit einer gezielten Vorbereitung aber absolut zu bewältigen. Wenn du dein Schulwissen auf Vordermann bringst, dich mit den typischen Testformaten vertraut machst und überzeugend vermitteln kannst, warum du die Lehrstelle willst, hast du gute Chancen, dein Ziel zu erreichen.














