
Auf dem Weg zu einer Lehrstelle führt kein Weg am Einstellungstest vorbei.
Du interessierst dich für eine Ausbildung als Fachlagerist/-in bei der Bundeswehr und hast gehört, dass es dabei einen Einstellungstest gibt? Dann fragst du dich jetzt vermutlich: Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Was kommt dran? Wie schwer ist der Test? Und wie kann ich mich darauf vorbereiten? Hier bekommst du Antworten!
Bundeswehr Fachlagerist Einstellungstest
Als Fachlagerist/-in sorgst du für reibungslose Abläufe im Lager: Du nimmst Lieferungen an, prüfst die Ware und lagerst Güter sachgerecht ein, stellst aber auch Sendungen für den Versand zusammen. Ohne funktionierende Lagerprozesse und einen stabilen Materialfluss geht es auch bei der Bundeswehr nicht.
Die Ausbildung zum/r Fachlagerist/-in bei der Bundeswehr erfolgt in Zivil. Du wirst also nicht Soldat/-in, sondern Azubi im öffentlichen Dienst. Doch zunächst musst du das Auswahlverfahren inklusive Einstellungstest erfolgreich meistern.
Das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr
Dein erster Schritt auf dem Weg zu einem Ausbildungsplatz ist eine Online-Bewerbung über das Bewerbungsportal der Bundeswehr. Nach einer positiven Vorauswahl, also wenn du mit deiner Bewerbung punkten konntest, bekommst du eine Einladung zum Einstellungstest.
Der Eignungstest findet in einem Dienstleistungszentrum statt. In deiner Einladung steht, wann und wo dein Test stattfindet und welche Unterlagen du mitbringen musst (z. B. deine Zeugnisse im Original).
Der Einstellungstest selbst gliedert sich in zwei Teile:
- schriftlicher Teil mit Aufsatz und CAT-Test
- mündlicher Teil mit Vorstellungsgespräch
Meistens finden die beiden Testabschnitte an zwei verschiedenen Terminen statt. Erst wenn die schriftlichen Testergebnisse ausgewertet sind und deine Leistungen gut waren, wirst du zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Die Testbereiche im Einstellungstest der Bundeswehr

Im Eignungstest durchläufst du mehrere Abschnitte, die unterschiedliche Fähigkeiten prüfen.
Der Einstellungstest ermittelt deine fachliche und persönliche Eignung für die Ausbildung als Fachlagerist/-in bei der Bundeswehr. Dabei geht es aber nicht um spezielles Fachwissen – dieses eignest du dir erst während der Ausbildung an. Im Mittelpunkt stehen vielmehr grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten, Interessen und Eigenschaften.
Aufsatz
Der erste Test ist ein handschriftlicher Aufsatz. Meist hast du dafür drei Themen zur Auswahl. Dabei kann es sich um Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen, gesellschaftliche Fragen, Alltagsthemen oder Aspekte rund um die Bundeswehr handeln. Beliebt sind auch Begriffspaare (z. B. „Kraft und Stärke“), die du erklären und vergleichen sollst.
Der Aufsatz prüft:
- Umgang mit der Sprache → Ausdrucksvermögen, Rechtschreibung, Grammatik
- Struktur → logischer Aufbau, schlüssige Argumentation, nachvollziehbare Überlegungen
- Allgemeinwissen
CAT-Test
CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein Verfahren am Computer, das aus verschiedenen Modulen besteht. Zu den typischen Testbereichen gehören:
- Deutsch
- Mathematik
- logisches, abstraktes und visuelles Denken
- Konzentration
- technisches Verständnis
- Allgemeinwissen
Alle Fragen sind Multiple-Choice-Aufgaben mit mehreren Antwortmöglichkeiten, von denen nur eine Lösung stimmt. Eine Besonderheit ist aber das adaptive Testverfahren: Eine richtige Antwort führt zu einer schwereren Frage, während auf eine falsche Antwort eine leichtere Frage folgt. So kann der CAT-Test dein individuelles Leistungsniveau präzise messen.
Psychologische Fragen
Die klassischen Testfragen werden durch einen Persönlichkeitstest ergänzt. Dabei ordnest du Aussagen zu verschiedenen Eigenschaften, Persönlichkeitsmerkmalen und Ansichten danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen. So eine Aussage kann zum Beispiel sein: „Teamarbeit funktioniert nur mit Kompromissen.“
Richtige oder falsche Lösungen gibt es hier nicht. Tatsächlich ist wichtig, dass du ehrlich bleibst – sonst riskierst du Widersprüche. Außerdem können deine Angaben im Vorstellungsgespräch noch einmal Thema werden.
Vorstellungsgespräch
Als mündliche Prüfung sieht das Auswahlverfahren ein persönliches Interview vor. Es ist letztlich ein klassisches Vorstellungsgespräch, das darauf abzielt, dich näher kennenzulernen und deine persönliche Eignung zu beurteilen. Die Fragen im Gespräch thematisieren:
- deinen Werdegang und deine beruflichen Ziele
- deine Motivation für eine Ausbildung als Fachlagerist/-in bei der Bundeswehr
- deine Eigenschaften, Stärken und Schwächen
Lass dich offen auf das Gespräch ein und bleibe authentisch. Mit einem natürlichen Auftreten überzeugst du weit mehr als mit einstudierten Floskeln.
Konkrete Tipps für deine Vorbereitung auf den Einstellungstest
Eine strukturierte Vorbereitung gibt dir die Sicherheit, die du im Test brauchst. Doch wichtig ist, dass du nicht beliebig irgendetwas übst, sondern dich auf das konzentrierst, worauf es ankommt:
- Wiederhole die wichtigsten Rechenarten, -regeln und -formeln.
- Frische dein Wissen zu Rechtschreibung und Grammatik auf.
- Mache dich mit den verschiedenen Aufgabenarten im CAT-Test vertraut, insbesondere im Bereich Logik und Konzentration.
- Bearbeite Übungsaufgaben und ganze Mustertests unter Zeitdruck, um dich an die Prüfungssituation zu gewöhnen.
- Halte dich über das aktuelle Zeitgeschehen auf dem Laufenden.
- Informiere dich gründlich über den Beruf und die Bundeswehr als Arbeitgeber.
- Überlege dir, was dich als Person ausmacht.
Plane für dein Testtraining genug Zeit ein. Es ist besser, regelmäßig kürzere Lerneinheiten einzulegen, als kurz vor dem Test in langen Sitzungen zu pauken.
FAQ zum Einstellungstest für Fachlagerist/-innen bei der Bundeswehr
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Die schriftlichen Prüfungen nehmen mehrere Stunden in Anspruch. Das Vorstellungsgespräch findet meist an einem separaten Termin statt. Bis du das ganze Auswahlverfahren – von der Bewerbung bis zur Entscheidung – durchlaufen hast, vergehen einige Wochen.
Ist der Test bei einer zivilen Ausbildung anders als bei einer militärischen Laufbahn?
Ja. Rein vom Ablauf und den Inhalten sind der CAT-Test und das Vorstellungsgespräch zwar vergleichbar. Aber der Fokus ist anders.
Bei einer militärischen Laufbahn stehen die charakterliche Eignung und die körperliche Leistungsfähigkeit für den Soldatenberuf im Mittelpunkt. Im Unterschied dazu konzentriert sich der Einstellungstest für eine zivile Ausbildung auf das fachliche und persönliche Potenzial.
Gibt es einen Sporttest?
Nein, für die zivile Ausbildung zum/r Fachlagerist/-in absolvierst du keinen Sporttest.
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Der Test ist anspruchsvoll, aber machbar. Er verlangt kein Spezialwissen, sondern prüft grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten. Wenn du unter realitätsnahen Bedingungen mit Übungsaufgaben trainierst, durchschaust du schnell die Aufgabentypen und kannst dir deine Lösungsstrategie zurechtlegen.
Wann erfahre ich das Ergebnis?
Wenn alle Bewerber/-innen am Einstellungstest teilgenommen haben, wertet die Bundeswehr die Ergebnisse aus. Anschließend teilt sie dir schriftlich mit, ob du als Azubi eingestellt wirst.
Kann ich den Eignungstest wiederholen?
Eine direkte Wiederholung für den ursprünglichen Einstellungstermin ist nicht möglich. Bist du durchgefallen, kannst du dich aber in aller Regel zu einem späteren Zeitpunkt neu bewerben.
Die Ausbildung zum/r Fachlagerist/-in bei der Bundeswehr nach bestandenem Einstellungstest
Bekommst du die Lehrstelle, startest du in eine zweijährige Ausbildung. Diese ist dual aufgebaut. Du erlernst also die praktischen Inhalte in einer Dienststelle der Bundeswehr und besuchst für die theoretischen Anteile parallel dazu die Berufsschule.
Während deiner Ausbildung eignest du dir alle Verfahren und Methoden an, auf die es im Lager ankommt, darunter:
- Annahme von Waren und Kontrolle der Lieferung
- sachgerechte Lagerung von Gütern
- Erfassen und Pflege der Warenbestände
- Versandvorbereitung von Waren mit Erstellen von Begleitpapieren und Zusammenstellen von Ladeeinheiten
- Umgang mit Förder- und Transportmitteln wie dem Gabelstapler
Deine Ausbildung beendest du mit einer Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer. Damit hast du einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, mit dem du überall tätig werden kannst.
Die Perspektiven nach der Ausbildung
Mit dem Berufsabschluss in der Tasche stehen dir verschiedene Karrierewege offen:
- Bei einer Übernahme arbeitest du als zivile/r Mitarbeiter/-in in deinem Beruf bei der Bundeswehr.
- Du setzt deine Ausbildung fort, um Fachkraft für Lagerlogistik zu werden.
- Du machst mit einer Laufbahnausbildung als Beamter/-Beamtin weiter.
- Für einen Wechsel in eine militärische Laufbahn bewirbst du dich als Soldat/-in auf Zeit.
- Du suchst dir einen Job als Fachlagerist/-in in Handwerk, Handel oder Industrie.
Wie du siehst, bist du also nicht festgelegt, sondern kannst flexibel entscheiden.
Fazit
Der Einstellungstest der Bundeswehr ist sicher kein Spaziergang, aber eben auch keine unüberwindbare Hürde. Es kommt nicht darauf an, dass du alles perfekt kannst, sondern dass du neben Grundlagenwissen vor allem deine echte Motivation für die Ausbildung vermittelst.
Wenn du dich strukturiert vorbereitest, die gängigen Aufgabenarten übst und schlüssig begründen kannst, warum der Beruf zu dir passt, kannst du ruhiger und sicherer in den Test gehen. Und genau diese Sicherheit kann am Ende der Schlüssel zu deinem Erfolg sein.














