
Eine gezielte Vorbereitung erhöht deine Chancen auf ein erfolgreiches Abschneiden deutlich.
Die Bundeswehr zählt nicht nur zu den größten Arbeitgebern in Deutschland, sondern bietet mit mehr als 1.000 verschiedenen Berufsbildern im militärischen und zivilen Bereich auch eine berufliche Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Doch zunächst musst du beim Einstellungstest überzeugen. Wie das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr abläuft, welche Inhalte dich erwarten und wie du effektiv für den Test üben kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Bundeswehr Test hier üben | Das Online Training
Interessierst du dich für eine Tätigkeit beim Bund, ist die Karriere-Seite der Bundeswehr deine erste Anlaufstelle. Dort findest du Informationen zu Laufbahnen und Verwendungen, Kontaktdaten und Links zu aktuellen Stellenangeboten.
- Für eine militärische Laufbahn vereinbarst du einen Termin mit der Karriereberatung. Im Beratungsgespräch informiert dich der Berater über deine beruflichen Möglichkeiten und das Auswahlverfahren. Von ihm bekommst du auch die Bewerbungsunterlagen.
- Für eine zivile Laufbahn kannst du dich direkt über das Bewerbungsportal bewerben.
Spannend wird es dann nach der Bewerbung: Konntest du mit deinen Unterlagen punkten, wirst du zum Eignungstest eingeladen.
Warum führt die Bundeswehr einen Einstellungstest durch?
Die Bundeswehr bereitet dich umfassend auf deine künftigen Aufgaben vor – angefangen mit der Grundausbildung über eine hervorragende Ausbildung auf deinem Dienstposten bis hin zu spezialisierten Lehrgängen und Weiterbildungen. Trotzdem stellt der Dienst hohe Anforderungen an:
- körperliche und mentale Belastbarkeit
- charakterliche Eignung
- Stressresistenz
- Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein
Deshalb reichen allein Interesse und Motivation nicht – das Gesamtpaket muss stimmen. Doch das lässt sich nur anhand von Unterlagen und einem kurzen Vorstellungsgespräch kaum beurteilen. Aus diesem Grund bewertet der Bundeswehr-Test deine fachliche, körperliche, charakterliche und persönliche Eignung – objektiv und fair in standardisierten Verfahren.
Wo findet der Eignungstest statt?
Erfüllst du die formalen Voraussetzungen (z. B. Alter, Staatsangehörigkeit, Schulabschluss, Noten) und macht deine Bewerbung insgesamt einen vielversprechenden Eindruck, bekommst du deine Einladung zum Einstellungstest:
- für die meisten militärischen Laufbahnen in das Karrierecenter, das für dein Bundesland zuständig ist
- für eine Offizierslaufbahn nach Köln ins Assessment-Center für Führungskräfte der Bundeswehr
- ins Karrierecenter Wilhelmshaven für die Marine
- in ein Dienstleistungszentrum für eine zivile Laufbahn
Der Eignungstest dauert in aller Regel zwei Tage. Zugticket, Unterkunft und Verpflegung stellt die Bundeswehr – dir entstehen keine Kosten.
Was erwartet dich beim Test der Bundeswehr?
Die Bundeswehr nutzt beim Eignungstest standardisierte Verfahren. Dadurch herrschen für alle Bewerber/-innen die gleichen, fairen Bedingungen – unabhängig von Alter, bisherigem Werdegang oder Geschlecht. Allerdings unterscheiden sich die Tests je nach Laufbahn in Umfang und Inhalten.
In welcher Reihenfolge du die einzelnen Prüfungen machst, steht auf deinem Laufzettel. Dass die Reihenfolge variiert, hat übrigens rein organisatorische Gründe.
Der schriftliche Teil vom Bundeswehr-Test
Der schriftliche Abschnitt umfasst, je nach angestrebter Laufbahn, einen Aufsatz und den Computertest.
Aufsatz
Für zivile Ausbildungen und die Offizierslaufbahn gehört ein Aufsatz zum Eignungstest. Dafür stehen meist drei Themen zur Auswahl. Sie behandeln:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Sachverhalte aus dem Alltag
- Fragestellungen mit Bezug zur Bundeswehr
- Vergleiche von Begriffspaaren (z. B. „Kraft und Stärke“)
Den Aufsatz erstellst du handschriftlich. Bewertet werden Ausdruck, Struktur und logischer Aufbau, aber auch Rechtschreibung und Allgemeinwissen.
Computertest (CAT-Test)
Der CAT-Test (CAT = Computer-Assistierte Testung) ist das Herzstück des schriftlichen Teils und gehört für alle Bewerber/-innen zum Auswahlverfahren dazu. Beim Computertest geht es um deine fachliche Eignung und deine intellektuellen Fähigkeiten. Detailliertes Fachwissen wird aber nicht abgefragt. Stattdessen stehen allgemeine Grundlagen im Mittelpunkt. Zu den typischen Testbereichen zählen:
- Deutsch
- Mathematik
- Physik und Technik
- Allgemeinwissen (z. B. Politik, Gesellschaft, Geschichte, Erdkunde)
- Grundwissen zur Bundeswehr
- visuelles, räumliches und logisches Denken
- Konzentration und Reaktion
- Persönlichkeitstest (psychologische Fragen zu Verhalten und Eigenschaften)
Alle Fragen im CAT-Test sind Auswahlfragen. Zu jeder Frage siehst du mehrere Lösungsvorschläge und suchst daraus die richtige Antwort aus.
Gleichzeitig ist der CAT-Test adaptiv. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben passt sich an deine Fertigkeiten an: Antwortest du richtig, wird die nächste Frage schwerer, während eine falsche Antwort zu einer leichteren Frage führt. Dadurch ermittelt der Test zuverlässig dein individuelles Leistungsniveau.
So übst du effektiv für den schriftlichen Eignungstest
Der Computertest dauert 2,5 bis 4 Stunden. Durch die verschiedenen Testbereiche ist er durchaus anspruchsvoll. Aber mit einem gezielten Training kannst du dich gut darauf vorbereiten. Dazu bieten sich diese Maßnahmen an:
- Übe mit Beispielaufgaben aus dem Eignungstest. So trainierst du die Inhalte und vertiefst dein Wissen. Verschiedene Testpakete haben wir bereitgestellt.
- Wiederhole den Schulstoff aus Deutsch, Mathematik und den Fächern, die für deinen Wunschberuf besonders wichtig sind.
- Nutze Ratespiele und Rätsel, um dein Allgemeinwissen unterhaltsam zu erweitern.
- Verfolge das aktuelle Zeitgeschehen.
Der praktische Teil vom Test der Bundeswehr
Bei manchen zivilen Ausbildungsberufen machst du eine Arbeitsprobe. Der Mini-Auftrag soll ermitteln, ob du Anweisungen richtig umsetzt und sorgfältig arbeitest.
Für künftige Soldat/-innen umfasst die Eignungsprüfung einen Sporttest und eine ärztliche Untersuchung.
Sporttest (BFT)
Der Sporttest, offiziell Basis Fitness Test oder kurz BFT, prüft deine körperliche Belastbarkeit. Dazu absolvierst du drei Übungen:
- 11 x 10 Meter Sprinttest: Der Sprinttest ist eine Mischung aus Pendellauf und Koordinationstest. Denn du sprintest elfmal zehn Meter und startest aus der Bauchlage in jede Runde. Für die Übung hast du maximal 60 Sekunden Zeit.
- Klimmhang: Beim Klimmhang, einer Kraftübung, hältst du möglichst lange die Endposition eines klassischen Klimmzugs. Die Minimalanforderung liegt bei 5 Sekunden.
- Fahrrad-Ergometer-Test: Die dritte Disziplin testet deine Ausdauer. Auf dem Fahrrad-Ergometer legst du 3.000 Meter in maximal 6:30 Minuten zurück.
Um zu bestehen, musst du in allen drei Disziplinen wenigstens die Mindestanforderungen schaffen. Bessere Leistungen ergeben aber natürlich eine bessere Wertung.
Ärztliche Untersuchung
Der medizinische Check stellt deine gesundheitliche Eignung für den Dienst bei der Truppe fest. Dafür werden in verschiedenen Tests und Einzeluntersuchung unter anderem geprüft:
- Größe, Gewicht und BMI
- Seh- und Hörvermögen
- Blutdruck und Puls
- Lungenfunktion
- Körperhaltung, Beweglichkeit und Koordination
- Allergien, Vorerkrankungen und frühere Verletzungen
Im Ergebnis entscheidet der Arzt über deine Tauglichkeit im Allgemeinen und für Verwendungen mit speziellen Anforderungen.
So übst du effektiv für die praktischen Testteile
Auf eine Arbeitsprobe und die ärztliche Untersuchung kannst du dich nicht vorbereiten. Im Unterschied dazu solltest du für den Sporttest gezielt trainieren. Unsere Tipps dazu sind:
- Plane für das Sporttraining mindestens sechs Wochen ein. Ein bewährtes Schema für die Trainingsphase ist zwei Tage Sport, ein Tag Pause.
- Laufen, Schwimmen und Radfahren sind effektive Methoden, um die Ausdauer zu verbessern.
- Klimmzüge und Liegestütze trainieren die Kraft.
- Seilspringen und Strecksprünge aus Bauchlage fördern die Koordination.
- Führe die drei Disziplinen immer wieder am Stück durch, um die Belastung beim Sporttest realistisch nachzuahmen.
Der mündliche Teil vom Bundeswehr-Test
Das Herzstück vom mündlichen Abschnitt ist das Vorstellungsgespräch. Es ist obligatorisch für alle Bewerber/-innen. Möchtest du die Laufbahn der Feldwebel oder Offiziere einschlagen, kommt eine Gruppensituation dazu.
Vorstellungsgespräch (psychologisches Interview)
Deine Gesprächspartner beim Interview sind ein Psychologe und meist ein ranghoher Soldat. Durch das Gespräch möchte dich die Bundeswehr kennenlernen und mehr über dich als Person, deinen Charakter und deine Motivation erfahren. Die Fragen sind letztlich die typischen Fragen eines Bewerbungsgesprächs, zum Beispiel:
- Warum zur Bundeswehr und warum in dieser Laufbahn?
- Was wollen Sie beruflich erreichen?
- Was sind Ihre größten Stärken und Schwächen?
- Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag vor?
- Wie bewerten Sie die Risiken des Soldatenberufs?
Der Psychologe wertet das Gespräch später aus, erstellt ein psychologisches Profil und gibt auf dieser Basis eine Laufbahnempfehlung ab.
Gruppensituation
Für die Gruppensituation bildest du mit zwei oder drei Mitbewerber/-innen eine kleine Gruppe. Gemeinsam bearbeitet ihr dann eine Aufgabe oder diskutiert über ein vorgegebenes Thema. Außerdem hältst du einen kurzen Vortrag vor der Gruppe.
Für die Bewertung zählen Aspekte wie Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Kommunikation und generell dein Auftreten. Am Ende geht es weniger darum, welche Lösung ihr findet, sondern wie ihr als Gruppe zusammenarbeitet.
Studienberatung
Als Bewerber/-in für die Offizierslaufbahn führst du ein Beratungsgespräch. Dabei gleicht der Berater deinen Studienwunsch mit deinen Testergebnissen und dem Personalbedarf ab. Auf dieser Grundlage zeigt er dir passende Studiengänge, für die es freie Plätze gibt.
So übst du effektiv für die mündlichen Prüfungsteile
Im Zuge der Vorbereitung solltest du dich zum einen gründlich über die Bundeswehr als Arbeitgeber, die Rolle als Soldat/-in und deinen Wunschberuf informieren. Am Ende zählt, dass du plausibel begründen kannst, warum du genau in dieser Verwendung bei der Bundeswehr tätig werden willst.
Zum anderen solltest du dir überlegen, was dich als Person ausmacht.
Fazit: Mit gezielter Vorbereitung zum Erfolg
Der Test der Bundeswehr ist umfangreich, vielseitig und anspruchsvoll – aber fair und gut trainierbar. Wenn du weißt, was auf dich zukommt, und gezielt übst, schaffst du die Grundlage für eine erfolgreiche Teilnahme.
Deshalb: Informiere dich und starte frühzeitig mit einer systematischen Vorbereitung – damit du ruhig und selbstbewusst zum Eignungstest antreten kannst.















