
Eine gründliche Vorbereitung auf den Eignungstest stellt die Weichen für eine erfolgreiche Teilnahme.
Du denkst über eine Verpflichtung als Soldat/-in auf Zeit (SaZ) nach? Dann solltest du dich auch mit dem Eignungstest befassen. Denn die Bundeswehr überprüft durch einen Einstellungstest, ob du für den Soldatenberuf geeignet bist – fachlich, körperlich und persönlich. In diesem Beitrag erfährst du, wie das Auswahlverfahren für Zeitsoldat/-innen abläuft, welche Prüfungen dich erwarten – und was du als SaZ bei der Bundeswehr überhaupt machen kannst.
Eignungstest der Bundeswehr als Online Training
Die Bundeswehr gehört zu den größten Arbeitgebern Deutschlands und bietet mit über 1.000 verschiedenen Berufsbildern eine Vielfalt wie kaum ein anderes Unternehmen. Aber: Der Soldatenberuf ist kein gewöhnlicher Job. Er verlangt körperliche Belastbarkeit, mentale Stärke und viel Verantwortungsbewusstsein.
Der Einstellungstest stellt sicher, dass du den besonderen Anforderungen gewachsen bist – und dass deine persönlichen Voraussetzungen zur Laufbahn und Verwendung passen.
Die Möglichkeiten als Soldat/-in auf Zeit
Als SaZ kannst du in allen vier Teilstreitkräften – also Heer, Marine, Luftwaffe und CIR – aber auch in Organisationsbereichen wie dem Sanitätsdienst oder der Streitkräftebasis tätig werden. Je nach Schulabschluss stehen dir dabei drei Laufbahnen offen, nämlich:
- Mannschaften
- Unteroffiziere (Fachunteroffiziere und Feldwebel)
- Offiziere
Die Laufbahn entscheidet gleichzeitig über die Verpflichtungszeit. Sie beträgt mindestens zwei Jahre (Mannschaften), maximal kannst du dich für 25 Jahre verpflichten.
Die Bewerbung als SaZ
Der Ausgangspunkt für deinen Einstieg ist die Karriere-Seite der Bundeswehr:
- Informiere dich auf der Webseite über die Bundeswehr und die verschiedenen Verwendungen.
- Vereinbare einen Termin mit der Karriereberatung – online oder telefonisch.
- Im Beratungsgespräch zeigt dir der Berater deine Möglichkeiten auf und beantwortet deine Fragen. Außerdem gibt er dir die Bewerbungsformulare.
- Stell deine Mappe zusammen und gib sie beim Berater ab.
Die Einladung der Bundeswehr zum Einstellungstest
Liegt deine vollständige Bewerbung vor, prüft die Bundeswehr deine Unterlagen. Dabei zählen vor allem:
- formale Voraussetzungen (z. B. Alter, Bildungsabschluss)
- Schulnoten (besonders Deutsch, Mathematik und berufsrelevante Fächer)
- Gesamteindruck
Passt alles und scheinst du geeignet, wirst du zum Einstellungstest eingeladen.
Der Eignungstest findet in einem Karrierecenter statt. In den meisten Fällen wird es das Karrierecenter sein, das für dein Bundesland zuständig ist. Es gibt nur zwei Ausnahmen: Strebst du die Offizierslaufbahn an, fährst du nach Köln, und wenn du zur Marine willst, nach Wilhelmshaven.
Der Einstellungstest als Soldat/-in auf Zeit bei der Bundeswehr
Der Eignungstest dauert zwei Tage. In dieser Zeit stellt dir die Bundeswehr Unterkunft und Verpflegung in der Kaserne kostenfrei zur Verfügung.
Das Auswahlverfahren besteht aus mehreren Abschnitten. Der Umfang hängt davon ab, welche Laufbahn du einschlagen willst. Die Reihenfolge der Prüfungen variiert ebenfalls. Das hat aber rein organisatorische Gründe.

Der Bundeswehr Eignungstest prüft, ob Du fachlich, persönlich, körperlich und gesundheitlich für den Soldatenberuf geeignet bist.
Begrüßung und Einweisung
Den Anfang macht eine Informationsrunde. Hier wirst du zusammen mit deinen Mitbewerber/-innen begrüßt und in die Abläufe eingewiesen. Außerdem folgt meist ein Vortrag über die Bundeswehr und die Laufbahn, für die du dich bewirbst.
Danach bekommst du eine Mappe. Sie enthält:
- Laufzettel mit der Reihenfolge deiner Prüfungen
- Formulare
- Fragebögen
Aufsatz (nur Offiziere)
Als Offiziersanwärter/-in schreibst du einen kurzen Aufsatz. Dafür hast du drei Aufgaben zur Auswahl. Typische Themen sind das aktuelle Zeitgeschehen, alltägliche Dinge oder Fragen mit Bezug zur Bundeswehr. Daneben ist eine beliebte Aufgabenstellung, ein Wortpaar auszuwerten und zu vergleichen (z. B. „Ruhm und Ehre“).
Den Aufsatz erstellst du handschriftlich und ohne Hilfsmittel. Bewertet werden:
- Ausdruck
- Rechtschreibung und Grammatik
- Gliederung und Struktur
- Allgemeinwissen
CAT-Test (Computer-Assistierte Testung)
Der CAT-Test, ein Computertest, überprüft deine fachliche Eignung. Es geht aber nicht um Expertenwissen, sondern hauptsächlich um allgemeine Grundlagen. Zu den typischen Testmodulen gehören deshalb:
- Deutsch
- Mathematik
- Technik und Physik
- Allgemeinwissen
- Logik
- Konzentration und Reaktion
Der Computertest arbeitet mit einem adaptiven Verfahren. Dadurch passt sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben an deine Fähigkeiten an – je nachdem, ob du richtig oder falsch antwortest. So entsteht ein individuelles Leistungsprofil.
Fragebogenverfahren
Ein Modul im CAT-Test ist ein Persönlichkeitstest mit psychologischen Fragen. Dabei ordnest du ein, inwieweit verschiedene Aussagen (z. B. „Es dauert etwas, bis ich mich in einem neuen Umfeld zurechtfinde.“) auf dich zutreffen.
Richtige oder falsche Antworten gibt es hier nicht. Antworte am besten spontan – und ehrlich. Sonst verstrickst du dich womöglich in Widersprüche.
BFT (Basis Fitness Test)
Der Sporttest im Auswahlverfahren prüft deine Fitness und körperliche Belastbarkeit. Er umfasst drei Übungen:
- 11×10-Meter-Sprint: Bei der ersten Übung geht es um Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Du sprintest elfmal 10 Meter und startest dabei jede Runde aus der Bauchlage. Den Durchgang musst du in unter 60 Sekunden schaffen.
- Klimmhang: Die zweite Übung testet deine Griffkraft. Du verharrst dabei möglichst lange in der Endposition eines Klimmzugs. Die Mindesthaltedauer liegt bei 5 Sekunden.
- 3.000-Meter-Fahrrad-Ergometer: Als Letztes folgt eine Ausdauerübung. Auf dem Fahrrad-Ergometer radelst du 3 Kilometer. Dafür hast du maximal 6:30 Minuten Zeit.
In allen drei Disziplinen musst du die Mindestanforderungen schaffen, um zu bestehen.
Ärztliche Untersuchung
Die ärztliche Untersuchung stellt deine gesundheitliche Eignung für den Dienst fest. Sie beinhaltet mehrere Checks, darunter:
- Seh- und Hörtest
- Drogentest
- Größe, Gewicht und BMI
- Herz-Kreislauf-System und Lungenfunktion
- Beweglichkeit und Reflexe
- Arztgespräch zur bisherigen Krankengeschichte
Im Ergebnis bewertet der Arzt deine grundsätzliche Tauglichkeit und prüft eventuelle Verwendungsausschlüsse.
Gruppensituation (nur Feldwebel und Offiziere)
Für die Gruppensituation bildest du mit zwei oder drei Mitbewerber/-innen eine Gruppe. Gemeinsam löst ihr Aufgaben, indem ihr zum Beispiel eine Lösung für ein Problem erarbeitet oder über ein Thema diskutiert.
In die Wertung fließen unter anderem ein:
- Auftreten und Verhalten
- Kommunikation
- Durchsetzungsvermögen und Kompromissbereitschaft
- Teamfähigkeit
- Entscheidungsfreude
- Führungsqualitäten
Im Anschluss an die Gruppenaufgaben hältst du noch einen kurzen Vortrag über ein vorgegebenes Thema.
Außerdem enthält das Auswahlverfahren für Offiziersanwärter/-innen eine Studienberatung.
Psychologisches Gespräch
Obwohl du das persönliche Interview mit einem Psychologen und einem ranghohen Soldaten führst, ist es letztlich ein normales Vorstellungsgespräch. Die Prüfer stellen Fragen zu:
- Motivation für den Soldatenberuf und berufliche Ziele
- Wissen über Bundeswehr, Laufbahn und Verwendung
- Haltung zu Risiken und Auslandseinsätzen
- Stärken und Schwächen
- Eigenschaften und Interessen
- Angaben in Fragebögen und CAT-Test
Der Psychologe erstellt nach dem Gespräch ein psychologisches Profil und empfiehlt eine Laufbahn.
Einplanung
Der Einplaner führt alle Testergebnisse zu einem Gesamtprofil zusammen. Unter Berücksichtigung
- deiner Wünsche,
- der im Test ermittelten Eignung
- und des Personalbedarfs der Bundeswehr (inklusive freier Dienstposten)
macht er dir ein Angebot. Nimmst du das Angebot an, kannst du schon bald deine Ausbildung als SaZ beginnen.
Achtung: Zeitsoldat ≠ Berufssoldat!
Obwohl du nach einer erfolgreichen Teilnahme am Einstellungstest als Soldat/-in arbeitest, bist du Soldatin/-in auf Zeit – nicht Berufssoldat/-in. Die Übernahme in ein Dienstverhältnis als Berufssoldat/-in kann erst später aus dem SaZ-Dienstverhältnis heraus erfolgen. Und in aller Regel musst du dafür einen bestimmten Dienstgrad erreicht haben.














