
Der Einstellungstest ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer Lehrstelle.
Traditionelles Handwerk, moderne Technik und eine gute Portion Chemie – wenn das für dich nach einer spannenden Mischung klingt, könnte der Beruf des Oberflächenbeschichters interessant für dich sein. Bei der Bundeswehr kannst du den Beruf, der früher übrigens Galvaniseur/-in hieß, in zivil erlernen. Doch bevor du eine Ausbildung zum/r Oberflächenbeschichter/-in bei der Bundeswehr beginnen kannst, musst du im Einstellungstest überzeugen.
Bundeswehr Oberflächenbeschichter Einstellungstest
Die Bundeswehr stellt nicht nur das deutsche Militär, sondern ist auch einer der größten zivilen Ausbildungsbetriebe Deutschlands. Einer der vielen verschiedenen Berufsbilder, die sie ausbildet, ist der/die Oberflächenbeschichter/-in.
Aber vermutlich weißt du, dass es einen Eignungstest gibt, den du bestehen musst. In diesem Beitrag erfährst du, wie das Auswahlverfahren abläuft, was der Einstellungstest prüft und wie du dich vorbereiten kannst.
Was machen Oberflächenbeschichter/-innen bei der Bundeswehr?
Oberflächenbeschichter/-in ist ein eher unbekannter Beruf. Doch genau das macht ihn interessant – und dich zur gefragten Fachkraft.
Als Oberflächenbeschichter/-in bearbeitest du verschiedenste Werkstückoberflächen. Du wendest unterschiedliche Techniken und Verfahren an, um Werkstücke mit umweltverträglichen Überzügen aus Metall oder Kunststoff zu beschichten.
Die Beschichtung schützt zum Beispiel vor Korrosion oder Verschleiß und trägt so dazu bei, dass die Werkstücke lange genutzt werden können oder überhaupt wieder funktionsfähig sind. Dabei arbeitest du mit ganz kleinen Komponenten ebenso wie mit riesigen Bauteilen und mit Einzelstücken ebenso wie mit Großserien.
Gerade bei der Bundeswehr ist diese Arbeit sehr wichtig. Denn Wehrmaterial ist teils extremen Bedingungen ausgesetzt und muss trotzdem zuverlässig funktionieren.
Der Ablauf des Auswahlverfahrens
Auf deinem Weg zu einem Ausbildungsplatz bei der Bundeswehr durchläufst du ein standardisiertes Auswahlverfahren, das mehrere Schritte umfasst:
- Information: Auf der Karriereseite der Bundeswehr findest du die Beschreibung des Berufs und Eckdaten zur Ausbildung. Hast du Fragen oder möchtest dich generell beraten lassen, kannst du dich an die Karriereberatung wenden. Das Bewerberportal ist ebenfalls verlinkt.
- Bewerbung: Du registrierst dich im Bewerberportal und lädst deine Bewerbung online hoch.
- Vorauswahl: Die Bundeswehr prüft deine Unterlagen. Wirkt deine Bewerbung vielversprechend, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ins zuständige Dienstleistungszentrum ein.
- Einstellungstest: Der Eignungstest besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die beiden Teile finden meist an zwei Terminen statt – und du kommst nur zum mündlichen Teil, wenn du die schriftlichen Tests bestanden hast.
- Entscheidung: Ist das Auswahlverfahren komplett abgeschlossen, teilt dir die Bundeswehr schriftlich mit, ob du eingestellt wirst.
Der Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz als Oberflächenbeschichter/-in bei der Bundeswehr

Der Eignungstest prüft deine Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften auf verschiedene Arten.
Der Einstellungstest soll deine fachliche und persönliche Eignung für den Beruf feststellen. Dazu setzt er sich aus mehreren Abschnitten zusammen, die jeweils andere Kenntnisse und Fähigkeiten testen. Es geht aber nicht um spezielles Fachwissen, sondern in erster Linie um Grundfertigkeiten.
Aufsatz
Der schriftliche Testteil beginnt meist mit einem Aufsatz. Für deinen Text kannst du aus mehreren Aufgabenstellungen wählen. Diese behandeln oft:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Alltagsthemen oder gesellschaftliche Fragen
- Dinge mit Bezug zum Berufsleben oder der Bundeswehr
- Vergleiche von zwei Wörtern mit ähnlicher Bedeutung (z. B. „Kraft und Stärke“)
Den Aufsatz verfasst du handschriftlich und ohne Hilfsmittel. Bewertet werden zum einen Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck. Zum anderen zählen eine systematische Vorgehensweise, eine klare Struktur, eine logische Gliederung und in sich schlüssige, nachvollziehbare Ausführungen.
Computertest (CAT-Test)
Die wichtigste Station im schriftlichen Teil ist der CAT-Test (CAT = Computer-Assistiertes Testen). Dabei handelt es sich um ein Testverfahren am Computer mit Aufgaben aus verschiedenen Bereichen. Weil der Computertest dein fachliches Potenzial ermitteln soll, gehören zu den üblichen Testfeldern:
- Deutsch
- Mathematik
- technisches Verständnis und Physik
- logisches, visuelles und räumliches Denken
- Konzentration
- Allgemeinwissen
Alle Aufgaben im Computertest sind Auswahlfragen, bei denen du die richtige Antwort aus den genannten Lösungsvorschlägen aussuchst. Gleichzeitig passt sich der Schwierigkeitsgrad der Fragen an deine Leistungen an: Auf richtige Antworten folgen schwerere Fragen, auf falsche leichtere. Dieses adaptive System ermöglicht, dein individuelles Leistungsniveau präzise zu messen.
Zusätzlich enthält der CAT-Test psychologische Fragen. Sie bestehen aus Aussagen, etwa „Man muss nicht immer alles bis ins kleinste Detail planen.“ Auf einer Skala stufst du ein, wie sehr du einer Aussage zustimmst. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Antworte ehrlich – damit ein stimmiges Bild entsteht.
Vorstellungsgespräch
Hast du dich im schriftlichen Teil gut geschlagen, geht es mit dem Vorstellungsgespräch weiter. Hier geht es vor allem um deine persönliche Eignung. Die Gesprächsinhalte sind die klassischen Themen von Bewerbungsgesprächen:
- bisheriger Werdegang
- deine Gründe für eine zivile Ausbildung als Oberflächenbeschichter/-in bei der Bundeswehr
- Erwartungen an die Ausbildung und berufliche Ziele
- Stärken, Schwächen, Eigenschaften und Interessen
Lass dich auf das Gespräch ein, verstelle dich nicht und bleibe natürlich. Je authentischer du bist, desto überzeugender wirkst du.
Tipps für deine Vorbereitung auf den Test
Mit solidem Schulwissen bist du für den Einstellungstest schon ganz gut aufgestellt. Trotzdem ist eine gezielte Vorbereitung wichtig. Denn die Testsituation bringt besondere Herausforderungen mit sich, die du auf keinen Fall unterschätzen solltest.
- Frische die Grundlagen in Mathematik, Deutsch, Physik, Technik und Chemie auf. Wissen in diesen Fächern ist berufsrelevant.
- Übe die typischen Formate von Testaufgaben, vor allem in den Bereichen Logik und Konzentration. Je vertrauter du mit den verschiedenen Aufgabenarten bist, desto sicherer bist du im Test.
- Bearbeite Mustertests unter Zeitdruck. So gewöhnst du dich an die Prüfungssituation.
- Informiere dich über den Beruf und die Bundeswehr. Das ist wichtig, damit du deine Motivation überzeugend vermitteln kannst.
Stelle bei deiner Vorbereitung den Einstellungstest möglichst realitätsnah nach. Je routinierter du mit der Situation umgehst, desto gelassener bist du, wenn es darauf ankommt.
Die zivile Berufsausbildung zum/r Oberflächenbeschichter/-in bei der Bundeswehr
Im Verlauf deiner Ausbildung lernst du verschiedenste Arten, Methoden und Techniken für die handwerkliche und die industrielle Beschichtung von Metallen und Kunststoffen. Außerdem eignest du dir Fachwissen zur Analyse von aufgebrachten Überzügen und zum Umweltschutz an.
Bei der Bundeswehr erlernst du den Beruf in Zivil. Als Azubi gehörst du der Bundeswehrverwaltung an und bist damit im öffentlichen Dienst angestellt. Du hast keinen Soldatenstatus und gehst keine militärische Verpflichtung ein. Die Berufsausbildung:
- dauert drei Jahre.
- findet im dualen System (Betriebsstätte + Berufsschule) statt.
- endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
- eröffnet dir viele Karrierewege – bei der Bundeswehr und auf dem zivilen Arbeitsmarkt.
FAQ zum Einstellungstest für künftige Oberflächenbeschichter/-innen bei der Bundeswehr
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Der CAT-Test dauert ungefähr drei Stunden. Mit dem Aufsatz und den Pausen dazwischen kannst du von etwa einem halben Tag ausgehen.
Wo findet der Einstellungstest statt?
In einem Dienstleistungszentrum. Die Anschrift und Angaben zur Anreise stehen in deiner Einladung.
Gehört ein Sporttest zum Auswahlverfahren?
Nein, für eine zivile Ausbildung nimmst du an keinem Sporttest teil.
Wie schwer ist der Eignungstest wirklich?
Viele haben unnötig Angst. Der Test bewegt sich auf Haupt- bis Realschulniveau und erfordert keine Spezialkenntnisse. Du musst auch nicht alle Fragen richtig beantworten, um zu bestehen.
Entscheidend sind ein gutes Zeitmanagement, Konzentration und eine klare Motivation. Wenn du dich gezielt vorbereitest, ist der Test absolut machbar.
Was ist, wenn ich durchfalle?
Bestehst du nicht oder reichen deine Leistungen für eine Einstellung nicht aus, kannst du dich im darauffolgenden Jahr neu bewerben.
Fazit
Auf den ersten Blick wirkt der Einstellungstest umfangreich und kompliziert. Doch wenn du die Abläufe kennst und auf die Inhalte vorbereitet bist, ist er gut zu schaffen. Beginne deshalb rechtzeitig mit dem Üben und informiere dich über den Beruf und die Bundeswehr. So gehst du ruhiger und selbstsicherer in den Test – und kommst deinem Berufswunsch ein großes Stück näher.














