
Bevor du als IT-Profi durchstarten kannst, musst du erst einmal den Einstellungstest meistern.
Computer sind dein Ding? Dich interessiert alles, was mit Servern, Netzwerken und IT-Systemen zusammenhängt? Dann dürfte Fachinformatiker/-in für Systemintegration eine gute Berufswahl sein. Doch wenn du deine Ausbildung bei der Bundeswehr machen willst, musst du den Eignungstest bestehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie der Einstellungstest für einen zivilen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker/-in für Systemintegration bei der Bundeswehr abläuft, welche Inhalte er hat und worauf es dabei wirklich ankommt.
Bundeswehr Fachinformatiker Systemintegration Einstellungstest
Auch bei der Bundeswehr ist die Digitalisierung ein großes Thema. Denn moderne Waffensysteme, verschiedene Kommunikationslösungen und zunehmende Bedrohungen aus dem Cyberspace erfordern entsprechende IT-Strukturen. Als Fachinformatiker/-in für Systemintegration planst, entwickelst und pflegst du EDV- und IT-Systeme. Du entwickelst Lösungen, verknüpfst Hard- und Software miteinander, behebst Störungen und schulst Nutzer/-innen in der Anwendung.
Bei der Bundeswehr kannst du den Beruf im Rahmen einer zivilen, dualen Ausbildung erlernen. Ein Ausbildungsplatz setzt aber voraus, dass du das Auswahlverfahren erfolgreich durchläufst.
Das Auswahlverfahren der Bundeswehr im Überblick
Die Bundeswehr belässt es nicht bei der Durchsicht deiner Bewerbungsunterlagen und einem Bewerbungsgespräch. Beides gehört zwar dazu. Doch das Auswahlverfahren ist umfangreicher und folgt dabei einem klar strukturierten Ablauf:
- Informationen über den Beruf und die Ausbildung findest du auf der Bundeswehr-Karriereseite. In der Berufsbeschreibung ist auch das Bewerberportal verlinkt. Über dieses Portal läuft deine Online-Bewerbung.
- Die Bundeswehr prüft deine Bewerbung. Verläuft die Vorauswahl positiv, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein.
- Der Einstellungstest besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Abschnitt, meist verteilt auf zwei separate Termine. Die Teilnahme am mündlichen Abschnitt setzt voraus, dass du den schriftlichen Teil bestanden hast.
- Wenn die Testergebnisse aller Bewerber/-innen vorliegen, trifft die Bundeswehr die Entscheidung, wen sie als Azubi einstellt.
Du musst alle Stufen des Verfahrens bestehen. Aber es geht nicht um perfekte Spitzenleistungen. Das Auswahlverfahren will sicherstellen, dass du fachlich und persönlich für den Beruf geeignet bist.
Der Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker/-in für Systemintegration bei der Bundeswehr

Verschiedene Prüfungen testen deine Kenntnisse und Fähigkeiten.
Formale Kriterien wie der Bildungsabschluss oder der Notendurchschnitt spielen zwar eine Rolle. Der Bundeswehr ist aber wichtig, dass du nicht nur fachliches Potenzial mitbringst, sondern auch als Person geeignet bist.
Der Einstellungstest soll dabei helfen, ein umfassendes Bild von dir zu gewinnen. Dazu enthält er mehrere Bausteine, die auf unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten abzielen.
Aufsatz
Ein Baustein vom Einstellungstest ist der Aufsatz. In aller Regel gibt es dabei mehrere Themen zur Auswahl. Typische Aufgabenstellungen behandeln:
- wichtige Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- alltägliche oder gesellschaftliche Fragen
- Dinge mit Bezug zum Beruf oder der Bundeswehr
- Vergleiche und Analysen von Wortpaaren (z. B. „Training und Vorbereitung“)
Deinen Text verfasst du handschriftlich und ohne zusätzliche Hilfsmittel. Bewertet werden einerseits deine sprachlichen Fähigkeiten, also Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck. Andererseits zählen eine klare Gliederung, eine logische Struktur, nachvollziehbare Ausführungen und ein systematisches Vorgehen.
Computertest
Das zentrale Element des schriftlichen Testteils ist der CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein Testverfahren, das computerbasiert durchgeführt und ausgewertet wird.
Der Computertest soll in erster Linie dein fachliches Potenzial ermitteln. Dazu prüft er deine Kenntnisse und Fähigkeiten in Bereichen, die im Ausbildungs- und Berufsalltag relevant sind. Es geht aber nicht um spezielles Fachwissen, sondern um allgemeine Grundlagen. Zu den üblichen Testbereichen zählen:
- Deutsch
- Mathematik
- Physik und Technik
- Allgemeinwissen (z. B. IT, Geschichte, Politik, Erdkunde und Naturwissenschaften)
- logisches Denken
- Konzentration
Im PC-Test gibt es nur Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Allerdings arbeitet der Test adaptiv: Löst du eine Frage richtig, wird die nächste Aufgabe etwas schwerer, während auf eine falsche Antwort eine leichtere Frage folgt. Durch diese automatische Anpassung des Schwierigkeitsgrades kann der Test dein Leistungsniveau zuverlässig messen.
Neben klassischen Testaufgaben enthält der CAT-Test ein paar psychologische Fragen. Sie bestehen aus Aussagen, etwa „Ich erledige lieber Aufgaben, bei denen ich schnell Ergebnisse sehe.“ Auf einer Skala ordnest du ein, wie sehr eine Aussage auf dich zutrifft. Richtige oder falsche Lösungen gibt es im Persönlichkeitstest nicht. Antworte am besten ehrlich und spontan – für ein stimmiges Bild ohne Widersprüche.
Vorstellungsgespräch
Hast du die schriftlichen Tests mit guten Leistungen bestanden, geht es mit dem Bewerbungsgespräch weiter. Im mündlichen Teil steht deine persönliche Eignung im Mittelpunkt. Typische Gesprächsinhalte sind:
- deine Motivation, Fachinformatiker/-in bei der Bundeswehr zu werden
- deine Vorstellungen vom Beruf und deine Erwartungen an die Ausbildung
- dein bisheriger Werdegang und deine beruflichen Ziele
- deine Stärken, Schwächen, Eigenschaften und Interessen
Auch wenn du dich gut präsentieren willst: Bleibe natürlich, lass dich auf das Gespräch ein und antworte offen. Je authentischer du auftrittst, desto glaubwürdiger bist du.
Typische Stolpersteine – und wie du es besser machst
Wie du im Einstellungstest abschneidest, hängt weniger von einzelnen Antworten oder Aussagen ab. Es kommt vielmehr auf das Gesamtbild an. Zu wenig Wissen ist in den seltensten Fällen das Problem. Stattdessen stolpern Bewerber/-innen über:
- den Zeitdruck
- die verschiedenen, teils ungewohnten Aufgabenarten
- ihre eigene Nervosität und Probleme beim Konzentrieren
- Schwierigkeiten, ein reflektiertes Selbstbild und die Motivation klar zu vermitteln
Eine gezielte Vorbereitung auf den Einstellungstest ist ein sehr effektives Mittel, um genau solche Hürden zu überwinden. Dabei geht es nicht darum, dass du wochenlang intensivst lernen und üben musst. Mit der richtigen Strategie erzielst du schnell die gewünschten Fortschritte. Zu den wichtigsten und bewährten Maßnahmen dabei gehören:
- Grundlagen in Deutsch, Mathematik und Technik wiederholen
- die verschiedenen Aufgabenarten im Test üben, vor allem in den Kategorien Logik und Konzentration
- Mustertests am Stück und unter Zeitdruck bearbeiten
- über den Beruf, die Ausbildung und die Bundeswehr informieren
- Stärken, Schwächen und Motivation reflektieren (→ Warum willst du genau diese Lehrstelle und was zeichnet dich dafür aus?)
Ein kurzer Blick auf die zivile Ausbildung zum/r Fachinformatiker/-in bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr bildet Fachinformatiker/-innen in Zivil aus. Das bedeutet, dass du in keine militärische Laufbahn als Soldat/-in einsteigst, sondern eine klassische Berufsausbildung absolvierst. Noch konkreter:
- Als Azubi gehörst du zur Bundeswehrverwaltung und bist im öffentlichen Dienst angestellt.
- Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im dualen System statt (Betriebsstätte + Berufsschule).
- Du erlernst den Beruf mit dem Schwerpunkt Systemintegration.
- Deine Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD). Zusätzlich bekommst du Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zuschüsse zu den Lehrmitteln und für deine Fahrten nach Hause.
- Du beendest die Ausbildung mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Damit hast du einen vollwertigen Berufsabschluss, der auf dem gesamten Arbeitsmarkt anerkannt ist.
Als Fachinformatiker/-in bist du eine qualifizierte und zugleich gefragte Fachkraft in einer Zukunftsbranche. Dadurch hast du beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt – und das sowohl bei der Bundeswehr als auch außerhalb.
FAQ zum Einstellungstest der Bundeswehr für künftige Fachinformatiker/-innen für Systemintegration
Wo findet der Eignungstest statt?
In einem Dienstleistungszentrum. Meist ist es das Center, an das du deine Bewerbung geschickt hast.
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Der CAT-Test dauert ungefähr drei Stunden. Zusammen mit dem Aufsatz solltest du ungefähr einen halben Tag einplanen. Weil das Vorstellungsgespräch meist zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet, vergehen mehrere Wochen, bis die endgültige Entscheidung vorliegt.
Brauche ich Vorkenntnisse in IT und EDV?
Wenn du Fachinformatiker/-in werden willst, solltest du dich für Computer interessieren und mit den gängigen Anwendungen umgehen können. Erfahrung in diesem Bereich schadet natürlich nicht. Für den Einstellungstest brauchst du aber keine IT-Vorkenntnisse. Denn die Bundeswehr arbeitet mit eigenen Systemen – und das lernst du während der Ausbildung.
Gibt es einen Sporttest?
Nein, für eine zivile Ausbildung legst du keine Sportprüfung ab.
Fazit
Der Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker/-in für Systemintegration bei der Bundeswehr stellt dich vor eine Herausforderung – ist aber gleichzeitig deine große Chance, deine Eignung unter Beweis zu stellen.
Das Auswahlverfahren ist klar strukturiert, objektiv und fair. Wenn du dich gezielt darauf vorbereitest, schaffst du die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschneiden.














