
Der Einstellungstest entscheidet darüber, ob du die Lehrstelle bekommst.
Du hast Spaß daran, Wände, Decken und Böden zu gestalten? Und den Blick für Ästhetik verknüpfst du mit handwerklichem Geschick? Als Maler/-in und Lackierer/-in kannst du diese Interessen zu deinem Beruf machen. Doch wenn du die Ausbildung bei der Bundeswehr absolvieren willst, führt dein Weg über ein Auswahlverfahren mit Aufsatz, schriftlichem Einstellungstest und Vorstellungsgespräch.
Bundeswehr Maler und Lackierer Einstellungstest
Obwohl die Bundeswehr das deutsche Militär stellt, beschäftigt sie nicht nur Soldat/-innen. Im zivilen Bereich arbeiten Angestellte und Beamt/-innen. Außerdem bildet die Bundeswehr in verschiedensten Berufen aus – darunter auch Maler/-in und Lackierer/-in.
Allerdings belässt es die Bundeswehr bei der Auswahl ihrer Azubis nicht bei einem Vorstellungsgespräch, sondern setzt einen mehrteiligen Einstellungstest ein. Er prüft dein fachliches Potenzial, deine persönliche Eignung und deine Motivation. Wenn du weißt, was im Eignungstest auf dich zukommt, kannst du dich gezielt vorbereiten – und so deine Chance auf ein gutes Ergebnis deutlich erhöhen.
Die Tätigkeit als Maler/-in und Lackierer/-in
Als Maler/-in und Lackierer/-in bringst du dein Know-how sowohl in Neubauten als auch in bestehenden Gebäuden ein. Du sorgst dafür, dass Außenbereiche und Innenräume ansprechend aussehen, funktional sind und langfristig nutzbar bleiben.
Zu den typischen Aufgaben zählen unter anderem:
- Wände verputzen, streichen und tapezieren
- Bodenbeläge verlegen
- Fassaden sanieren und gestalten
- Fenster, Türen, Zäune und andere Bauteile lackieren, lasieren, streichen oder imprägnieren
- Konzepte für die Raumgestaltung entwickeln
- Kund/-innen beraten
Dabei arbeitest du mit den verschiedensten Materialien, von Holz über Metall bis hin zu Beton und Kunststoff. Neben viel handwerklichem Können kannst du also auch deine Kreativität einbringen.
Die Berufsausbildung bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr bietet Maler/-in und Lackierer/-in als zivile Berufsausbildung an. Du wirst also nicht Soldat/-in in einer militärischen Laufbahn, sondern gehörst als Azubi zur Wehrverwaltung.
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und erfolgt im dualen System. Das bedeutet:
- In deiner Betriebsstätte lernst du die praktischen Inhalte und sammelst erste Berufspraxis.
- Für die Theorie gehst du in die Berufsschule.
Am Ende legst du die Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer ab. Damit hast du einen offiziell anerkannten, vollwertigen Berufsabschluss, der auf dem gesamten Arbeitsmarkt gültig ist.
Der Einstellungstest für angehende Maler/-innen und Lackierer/-innen bei der Bundeswehr

Der Eignungstest setzt sich aus zwei Teilen zusammen.
Formale Kriterien wie ein Schulabschluss und ordentliche Noten sind der Bundeswehr zwar wichtig. Aber sie legt genauso viel Wert auf deine persönliche Eignung und Motivation. Um ein umfassendes Bild zu gewinnen, gibt es den Einstellungstest.
Macht deine Bewerbung einen vielversprechenden Eindruck, lädt dich die Bundeswehr zum Eignungstest ins zuständige Dienstleistungszentrum ein. Er teilt sich in mehrere Schritte auf:
- 1. Teil: Aufsatz und Computertest
- Auswertung der Testergebnisse
- 2. Teil: Vorstellungsgespräch
- Entscheidung
Meist finden die beiden Testteile mit etwas zeitlichem Abstand statt.
Der Aufsatz
Ein Testbaustein ist der Aufsatz, den du handschriftlich und ohne weitere Hilfsmittel verfasst. Üblicherweise hast du dazu mehrere Themen zur Auswahl. Diese können eine Frage aus Gesellschaft oder Alltag, ein Ereignis aus dem aktuellen Zeitgeschehen oder einen Aspekt mit Bezug zur Bundeswehr behandeln.
Oft kommt auch eine Aufgabenstellung vor, bei der du zwei ähnliche Begriffe (z. B. „Lob und Anerkennung“) erklären, miteinander vergleichen und die Unterschiede ausarbeiten sollst.
Der Aufsatz prüft:
- wie sicher du mit der deutschen Sprache umgehst.
- ob du Ideen zu einem Thema entwickelst und nachvollziehbar ausführst.
- ob du klar gliederst, logisch strukturierst und schlüssig argumentierst.
Es geht nicht um ein literarisches Meisterwerk mit perfekten Formulierungen. Entscheidend sind eine klare Struktur und in sich stimmige Aussagen.
Der Computertest (CAT-Test)
Das Herzstück des Einstellungstests ist der sogenannte CAT-Test. CAT ist die Abkürzung für Computer-Assistierte Testung. Dahinter verbirgt sich ein Testverfahren am Computer mit Aufgabenblöcken aus verschiedenen Bereichen.
Obwohl der Computertest deine fachliche Eignung beurteilen soll, fragt er kein spezielles Fachwissen ab. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Berufsausbildung relevant sind. Zu den gängigen Testbereichen gehören deshalb:
- Deutsch → Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis
- Mathematik → Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnung, Geometrie, Textaufgaben
- Allgemeinwissen → Physik, Chemie, Technik, Geschichte, Erdkunde, Politik
- Logik → Zahlen- und Figurenreihen, Matrizen, Muster, gedrehte Objekte
- Konzentration → Listen, Tabellen
- Persönlichkeit → Hier stufst du Aussagen auf einer Skala danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen (z. B. „Aufgaben erledige ich lieber gründlich als schnell.“). Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um eine ehrliche Einschätzung deiner Eigenschaften.
Der CAT-Test enthält nur Auswahlfragen. Du wählst also jeweils die richtige Lösung aus den Antwortmöglichkeiten aus.
Gleichzeitig passt sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben an deine Leistungen an: Richtige Antworten führen zu schwereren Fragen, auf falsche Antworten folgen leichtere Aufgaben. Dieses adaptive Verfahren ermöglicht, deine Fertigkeiten präzise zu messen.
Das Vorstellungsgespräch
Hast du bei den schriftlichen Tests gute Ergebnisse erzielt, folgt einige Zeit später das Vorstellungsgespräch. Es zielt darauf ab, dich näher kennenzulernen und deine persönliche Eignung einzuschätzen. Die Fragen der Prüfer im Gespräch beziehen sich auf:
- deinen bisherigen Werdegang
- deine Motivation, Maler/-in und Lackierer/-in zu werden und diese Ausbildung bei der Bundeswehr zu machen
- deine Vorstellungen vom Beruf und deine beruflichen Ziele
- deine Eigenschaften, Stärken, Schwächen und Interessen
- eventuell einige deiner Angaben bei den psychologischen Fragen im CAT-Test
Versuche, möglichst natürlich zu bleiben. Einstudierte Antworten wirken selten glaubwürdig. Lass dich offen auf das Gespräch ein und gib dich so, wie du bist – damit überzeugst du am meisten.
Die Vorbereitung auf den Einstellungstest
Vielen Bewerber/-innen mangelt es nicht an Wissen oder Motivation. Stattdessen stolpern sie über unbekannte Aufgabenarten oder unterschätzen den Zeitdruck und ihre eigene Nervosität. Genau hier setzt die Vorbereitung an:
- Frische dein Schulwissen in Deutsch, Mathematik und berufsrelevanten Fächern wie Chemie und Technik auf.
- Trainiere die Varianten von Logik- und Konzentrationsaufgaben, die im Einstellungstest typisch sind.
- Löse ganze Mustertests unter Zeitdruck, um dich an die Prüfungssituation zu gewöhnen.
- Verfolge das aktuelle Zeitgeschehen.
- Überlege dir, warum du die Ausbildung bei der Bundeswehr machen willst und welche Eigenschaften du für den Beruf mitbringst.
Durch eine systematische Vorbereitung gewinnst du Sicherheit. Je vertrauter du mit den verschiedenen Aufgabentypen bist, desto ruhiger und fokussierter kannst du den Test durcharbeiten.
FAQ zum Einstellungstest für angehende Maler/-innen und Lackierer/-innen bei der Bundeswehr
Wie schwer ist der Eignungstest?
Der Test gilt insgesamt als gut machbar. Er prüft zwar deine fachliche und persönliche Eignung für den Beruf. Aber es wird kein Fachwissen erwartet. Stattdessen stehen allgemeine Grundlagen im Mittelpunkt. Eine gezielte Vorbereitung kann der Schlüssel zum Erfolg sein.
Wie lange dauert das Auswahlverfahren?
Der CAT-Test erstreckt sich meist über zwei bis drei Stunden, das Vorstellungsgespräch dauert etwa eine Stunde. Weil das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet und die endgültige Entscheidung erst fällt, wenn die Testergebnisse aller Bewerber/-innen vorliegen, nimmt das gesamte Auswahlverfahren mehrere Wochen in Anspruch.
Muss man für die Ausbildung Soldat/-in werden?
Nein. Maler/-in und Lackierer/-in ist eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr.
Kann man beim Einstellungstest durchfallen?
Ja. Wenn deine Leistungen deutlich unter den Anforderungen liegen, scheidest du aus dem Auswahlverfahren aus. Hast du zum Beispiel im CAT-Test ein schlechtes Ergebnis erzielt, wirst du nicht mehr zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Bis wann muss man sich bewerben?
Die Ausbildung beginnt im Spätsommer, die Bewerbungsfrist endet aber meist schon am 30. September des Vorjahres. Der Stichtag, bis wann deine Bewerbung spätestens vorliegen muss, steht in der Stellenanzeige. Generell gilt: Bewirb dich frühzeitig, damit du für deinen Wunsch-Einstellungstermin am Auswahlverfahren teilnehmen kannst.
Fazit
Der Einstellungstest ist keine unüberwindbare Hürde. Wenn du dein Schulwissen auf Vordermann bringst und die üblichen Aufgabenvarianten trainierst, bist du auf den CAT-Test gut vorbereitet. Kannst du dazu noch mit handwerklichem Geschick, einer klaren Motivation und echtem Interesse am Beruf überzeugen, ist ein Ausbildungsplatz bei der Bundeswehr zum Greifen nah.














