
Wir zeigen, wie der Einstellungstest bei der Bundeswehr abläuft und worauf es ankommt.
Dein Berufswunsch ist Metallbauer/-in und deine Ausbildung würdest du gerne bei der Bundeswehr machen? Aber du fragst dich, was dich im Einstellungstest erwartet und wie deine Chancen stehen? Im Auswahlverfahren für eine Lehrstelle prüft die Bundeswehr unter anderem dein technisches Verständnis, deine kognitiven Fähigkeiten und deine Motivation für den Beruf.
Bundeswehr Metallbauer Einstellungstest
Wenn du dich für Technik begeisterst, gerne mit Metallen arbeitest und handwerklich geschickt bist, könnte die Tätigkeit als Metallbauer/-in perfekt zu dir passen. Metallbauer/-innen stellen Konstruktionen aus Stahl und anderen Metallen her, montieren Bauteile und erledigen Wartungen und Reparaturen.
Bei der Bundeswehr kannst du den Beruf im Rahmen einer zivilen Ausbildung erlernen. Das bedeutet: Um die Ausbildung zu absolvieren, musst du nicht Soldat/-in werden. Anstelle einer militärischen Laufbahn lernst und arbeitest du im zivilen Bereich bei der Bundeswehrverwaltung.
Doch um dir eine Lehrstelle zu sichern, musst du den Einstellungstest bestehen. Das Auswahlverfahren soll sicherstellen, dass du fachlich und persönlich für den Beruf geeignet bist.
Die formalen Kriterien für eine Ausbildung als Metallbauer/-in
Damit deine Bewerbung berücksichtigt werden kann, solltest du einige grundlegende Anforderungen erfüllen:
- mindestens Hauptschulabschluss
- gute Noten in Deutsch, Mathematik sowie Physik und Technik
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- sorgfältige Arbeitsweise und Konzentrationsvermögen
- Lernbereitschaft und Motivation
- Teamfähigkeit
Der Bundeswehr ist wichtig, dass du nicht nur fachliches Potenzial hast, sondern auch persönlich geeignet bist. Deshalb gibt es den Einstellungstest.
Die Bewerbung um eine Lehrstelle
Bevor du richtig loslegst, rufst du am besten die Bundeswehr-Karriereseite auf. Dort findest du eine Beschreibung des Berufs und der Ausbildung sowie den Link zum Bewerberportal. Über dieses Portal läuft deine Online-Bewerbung. Dazu legst du ein Profil an und lädst deine Unterlagen hoch:
- Anschreiben
- tabellarischer Lebenslauf
- aktuellstes Schulzeugnis
- Praktikums- und Arbeitszeugnisse, wenn vorhanden
Achtung: Bedenke die Bewerbungsfrist! Die Ausbildung beginnt im Spätsommer eines Jahres. Allerdings endet die Bewerbungsfrist weit früher, meistens nämlich schon am 30. September des Vorjahres.
Am besten bewirbst du dich deshalb gegen Ende deines vorletzten Schuljahres. Für die Bewerbung brauchst du noch kein Schulabschlusszeugnis, dein letztes Zeugnis genügt. Klappt es mit einer Zusage, kannst du die Schule beenden und direkt danach in die Ausbildung starten.
Der Ablauf des Einstellungstests für künftige Metallbauer/-innen bei der Bundeswehr

Der Einstellungstest überprüft in mehreren Einzeltests deine Eignung.
Überzeugt deine Bewerbung, lädt dich die Bundeswehr zum Eignungstest ein. Der Einstellungstest findet in einem Dienstleistungszentrum statt und gliedert sich in zwei Abschnitte:
- Teil 1 mit Aufsatz, Computertest und eventuell einer Arbeitsprobe
- Vorstellungsgespräch als Teil 2
Durch die verschiedenen Bausteine soll der Einstellungstest ermitteln, ob du die Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringst, die du für die Ausbildung brauchst.
Aufsatz
Der erste Testbaustein ist ein handschriftlicher Aufsatz. Dafür kannst du aus mehreren Themen wählen. Typische Aufgabenstellungen sind:
- aktuelle Ereignisse
- gesellschaftliche oder alltägliche Fragestellungen
- Aspekte mit Bezug zum Beruf oder der Bundeswehr
- Vergleich von zwei Begriffen mit ähnlicher Bedeutung (z. B. Arbeit und Leistung)
Der Aufsatz prüft einerseits dein Ausdrucksvermögen und deinen Umgang mit der deutschen Sprache (Rechtschreibung und Grammatik). Andererseits ermittelt er, ob du Ideen entwickeln, klar strukturieren und verständlich ausführen kannst.
Computertest
Das Herzstück der schriftlichen Prüfung ist der sogenannte CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein computergestütztes Testverfahren. Dieses Verfahren besteht aus mehreren Modulen. Zu den gängigen Testbereichen zählen:
- Deutsch
- Mathematik
- Physik und Technik
- Allgemeinwissen
- logisches und räumliches Denken
- Konzentration
Alle Aufgaben beim Computertest sind Auswahlfragen mit vorgegebenen Lösungsvorschlägen, aus denen du die richtige Lösung wählst. Gleichzeitig verändert sich der Schwierigkeitsgrad. Während auf richtige Antworten schwerere Fragen folgen, führen falsche Antworten zu leichteren Fragen. Durch dieses adaptive Verfahren kann der Test dein individuelles Leistungsprofil präzise ermitteln.
Persönlichkeitstest
Neben normalen Aufgaben enthält der CAT-Test auch psychologische Fragen. Dabei ordnest du Aussagen (z. B. „Ich bleibe dran, bis ich mein Ziel erreicht habe.“ oder „Ich stehe ungern im Mittelpunkt.“) danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen.
Falsche oder richtige Antworten gibt es hier nicht. Die Fragen sollen helfen, deine persönliche Eignung zu beurteilen. Antworte am besten ehrlich – damit ein stimmiges Bild ohne Widersprüche entsteht.
Arbeitsprobe
Je nach Standort kann es sein, dass du zusätzlich eine praktische Aufgabe erledigst. Dazu bekommst du einen kleinen handwerklichen Auftrag mit genauen Anweisungen, zum Beispiel einen Draht in eine bestimmte Form biegen.
In die Wertung fließen Arbeitsweise, Genauigkeit und Umsetzung der Vorgaben ein. Es geht nicht um eine perfekte Metallarbeit, sondern um deine Herangehensweise an praktische Aufgaben.
Vorstellungsgespräch
Bestehst du den ersten Teil erfolgreich und mit guten Leistungen, geht es einige Zeit später mit dem Vorstellungsgespräch weiter. Sein Ziel ist, mehr über dich als Person zu erfahren. Die Prüfer sprechen mit dir über:
- Werdegang und schulische Leistungen
- Motivation und berufliche Ziele
- Gründe für die Ausbildung zum/r Metallbauer/-in bei der Bundeswehr
- Eigenschaften, Charaktermerkmale und Interessen
Wichtig ist, dass du offen antwortest und authentisch bist. Eine ehrliche und natürliche Art bringt dir weit mehr Pluspunkte ein als einstudierte Standardfloskeln.
Die Ausbildung zum/r Metallbauer/-in bei der Bundeswehr
Die Berufsausbildung erfolgt im dualen System. Du lernst also einerseits in deiner Betriebsstätte bei der Bundeswehr und besuchst andererseits die Berufsschule.
Insgesamt dauert die Ausbildung 3,5 Jahre, wobei du dich ab dem dritten Lehrjahr auf die Fachrichtung Konstruktionstechnik spezialisierst. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:
- Stahl und Leichtmetalle bearbeiten
- technische Zeichnungen umsetzen
- Platten, Rohre und Profile aus Metall reißen, schneiden und formen
- Bauteile nieten, schrauben und schweißen
- Metallkonstruktionen anfertigen, montieren, reparieren und warten
- Tore, Überdachungen, Schutzgitter und andere Elemente bauen
- mechanische, elektrische und hydraulische Antriebe für verschiedene Anlagen installieren
- Vorschriften zu Arbeitsschutz und Unfallverhütung anwenden
Deine Ausbildung beendest du mit der Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer. Dadurch hast du einen offiziell anerkannten Berufsabschluss, der dir verschiedene Möglichkeiten eröffnet. Du kannst:
- bei guten Leistungen von der Bundeswehr übernommen werden und als zivile/r Mitarbeiter/-in deinem Beruf arbeiten.
- dich weiterqualifizieren, zum Beispiel durch Meistertitel oder Studium.
- dich als Zeitsoldat/-in bewerben und in den militärischen Bereich wechseln.
- eine Beamtenlaufbahn bei der Bundeswehr einschlagen.
- dir einen Job auf dem zivilen Arbeitsmarkt suchen.
FAQ zum Einstellungstest für Metallbauer/-innen bei der Bundeswehr
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Der Test bewegt sich ungefähr auf Realschulniveau. Du brauchst kein spezielles Fachwissen, solides Schulwissen genügt.
Wie lange dauert der Einstellungstest?
Der CAT-Test dauert ungefähr drei Stunden, das Vorstellungsgespräch etwa eine Stunde. Das ganze Auswahlverfahren – von Bewerbung bis Entscheidung – erstreckt sich über mehrere Wochen.
Wie bereite ich mich am besten auf den Einstellungstest vor?
Frische dein Wissen in Deutsch, Mathematik und berufsrelevanten Fächern auf, behalte das aktuelle Zeitgeschehen im Blick und überlege dir, was dich auszeichnet. Trainiere außerdem Logik- und Konzentrationsaufgaben und simuliere den Test mit Übungsaufgaben – am Stück und unter Zeitdruck.
Je vertrauter du mit den verschiedenen Aufgabenarten bist, desto schneller erkennst du die Lösungen und desto besser kommst du mit der Prüfungssituation zurecht.
Kann man den Test wiederholen?
Bist du durchgefallen, kannst du dich in aller Regel für den Einstellungstermin im darauffolgenden Jahr neu bewerben.
Fazit
Der Einstellungstest der Bundeswehr prüft dein fachliches Potenzial und deine persönliche Eignung als Metallbauer/-in. Wenn du dich gezielt vorbereitest und dich mit dem Beruf sowie der Bundeswehr beschäftigst, hast du gute Chancen, das Auswahlverfahren erfolgreich zu meistern.
Mit der Ausbildung zum/r Metallbauer/-in erhältst du eine hochwertige Qualifikation, die dir sowohl innerhalb der Bundeswehr als auch auf dem zivilen Arbeitsmarkt viele Perspektiven für deine berufliche Zukunft eröffnet.














