
Konntest du mit deiner Bewerbung überzeugen, nimmst du am Einstellungstest teil.
Kampfjets, Transportflugzeuge und Hubschrauber fliegen nicht einfach so. Hinter jedem Flug steckt sehr viel Technik – und Menschen, die sie beherrschen. Als Fluggerätelektroniker/-in sorgst du dafür, dass die elektronischen Systeme in den Luftfahrzeugen der Bundeswehr zuverlässig funktionieren. Doch vor dem Start in die Ausbildung steht erst einmal der Einstellungstest an.
Bundeswehr Fluggerätelektroniker Einstellungstest
Moderne Luftfahrzeuge sind hochkomplexe technische Systeme. Damit sie sicher und zuverlässig starten, fliegen und landen können, müssen etliche elektronische Komponenten optimal zusammenarbeiten. Genau dafür sind Fluggerätelektroniker/-innen zuständig.
Wenn Technik, Elektronik und Luftfahrt dein Ding sind, könnte Fluggerätelektroniker/-in der perfekte Beruf für dich sein. Bei der Bundeswehr kannst du den Beruf im Rahmen einer zivilen Ausbildung erlernen. Voraussetzung ist aber, dass du das Auswahlverfahren erfolgreich bestehst. Wir zeigen dir, was auf dich zukommt – und wie du dich vorbereiten kannst.
Das machen Fluggerätelektroniker/-innen bei der Bundeswehr
In modernen Fluggeräten arbeiten unzählige elektronische Systeme zusammen, angefangen bei Sensoren über Kommunikationsanlagen bis hin zu Steuerungs- und Navigationssystemen. Um alle diese Komponenten kümmerst du dich.
Zu deinen Aufgaben zählen unter anderem:
- Elektronik in Fluggeräte installieren
- Bauteile montieren, Leitungen verlegen, Systeme einbauen und in Betrieb nehmen
- Sensor-, Radar- und Kommunikationssysteme prüfen
- Software konfigurieren
- Messwerte erfassen und analysieren
- Störungen finden und beheben
- Arbeitsschritte planen und im Team organisieren
Die Ausbildung zum/r Fluggerätelektroniker/-in bei der Bundeswehr
Bei der Bundeswehr ist Fluggerätelektroniker/-in ein ziviler Ausbildungsberuf. Du wirst also nicht Soldat/-in in einer militärischen Laufbahn, sondern Azubi im öffentlichen Dienst. Nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes richtet sich auch deine Ausbildungsvergütung.
Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist dual aufgebaut. Dual heißt, dass du in den Betriebsstätten der Bundeswehr mitarbeitest und parallel dazu in die Berufsschule gehst.
Während deiner Ausbildung lernst du nach und nach den Umgang mit allen Systemen und Komponenten, die in militärischen Luftfahrzeugen verbaut sind. Neben der reinen Technik spielt aber auch die Planung der Arbeitsabläufe eine wichtige Rolle. Beim Betrieb und der Wartung von Fluggeräten arbeiten verschiedene Experten – etwa Soldat/-innen, Techniker/-innen und Ingenieur/-innen – zusammen. Teamarbeit ist deshalb ein zentraler Aspekt.
Am Ende der Ausbildung legst du eine Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Damit hast du einen offiziell anerkannten, vollwertigen Berufsabschluss, der auch außerhalb der Bundeswehr gilt.
Die Voraussetzungen für die Ausbildung
Damit du für eine Lehrstelle infrage kommst, müssen ein paar grundlegende Anforderungen erfüllt sein. Die Bundeswehr erwartet:
- mindestens Hauptschul- oder Realschulabschluss
- gute Noten in Deutsch, Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- sorgfältige und konzentrierte Arbeitsweise
- Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit
Deine Bewerbung
Deine Bewerbung läuft online über das Bewerbungsportal der Bundeswehr. Dort findest du die aktuellen Stellenausschreibungen und legst dein Profil an. Anschließend lädst du deine Unterlagen hoch:
- Bewerbungsschreiben
- tabellarischer Lebenslauf
- aktuellstes Schulzeugnis
- ggf. Praktikums- und Arbeitszeugnisse
- Einverständniserklärung deiner Eltern, wenn du noch keine 18 bist
Der Einstellungstest für künftige Fluggerätelektroniker/-innen bei der Bundeswehr

Im Einstellungstest zeigst du in mehreren Einzeltests deine Eignung für den Beruf.
Sieht deine Bewerbung vielversprechend aus, lädt dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein. Der Eignungstest findet in einem Dienstleistungszentrum statt und besteht aus mehreren Bausteinen:
- Aufsatz
- CAT-Test
- evt. Arbeitsprobe
- Vorstellungsgespräch
Dabei nimmst du zuerst an den schriftlichen Testteilen statt. Das persönliche Gespräch folgt meist erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn du die vorhergehenden Tests im Vergleich zu deinen Mitbewerber/-innen mit ausreichend guten Leistungen bestanden hast.
Der Aufsatz
Den Anfang macht ein handschriftlicher Aufsatz. Für deinen Text stehen mehrere Aufgabenstellungen zur Auswahl. Darin kann es um das aktuelle Zeitgeschehen, ein Alltagsthema oder die Bundeswehr gehen. Oft kommt auch ein Begriffspaar wie zum Beispiel „Kraft und Stärke“ vor, das du erklären und vergleichen sollst.
Der Aufsatz prüft einerseits deinen Umgang mit der deutschen Sprache. Andererseits soll er bei der Beurteilung helfen, ob du deine Überlegungen logisch strukturieren und verständlich ausdrücken kannst.
Der CAT-Test (Computer-Assistiertes Testen)
Der CAT-Test ist ein Testverfahren am Computer, das Fragen und Aufgaben aus verschiedenen Bereichen enthält. Das Ziel ist, grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen zu prüfen, die im Beruf notwendig sind.
Zu den typischen Testbereichen gehören:
- Mathematik → z. B. Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnung, Geometrie
- Deutsch → Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis
- technisches Verständnis → Stromkreise, Mechanik, technische Grundprinzipien, gängige Fachbegriffe
- logisches, analytisches und visuelles Denken → Zahlenreihen, Matrizen, Diagramme, Schlussfolgerungen
- Konzentrationsvermögen → Listen, Tabellen, Symbolreihen
- Allgemeinwissen → u. a. Physik, Chemie, Erdkunde, Politik, Wirtschaft
Die Aufgaben werden als Multiple-Choice-Fragen gestellt. Du hast zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten und wählst daraus die richtige Lösung aus.
Eine Besonderheit ist das adaptive Testsystem. Während auf richtige Lösungen schwerere Antworten folgen, führen falsche Antworten zu leichteren Fragen. Durch die Anpassung des Schwierigkeitsgrades kann der Test dein individuelles Leistungsprofil präzise bestimmen.
Ergänzend zu den normalen Testfragen enthält der CAT-Test ein paar psychologische Fragen. Hier ordnest du anhand einer Skala ein, wie sehr die jeweiligen Aussagen (z. B. „Ich halte nicht an Zielen fest, wenn sie sich als unerreichbar herausstellen.“) auf dich zutreffen.
Die Arbeitsprobe
Je nach Organisation im Dienstleistungszentrum gehört eine praktische Aufgabe zum Einstellungstest. Dazu bekommst du einen Mini-Auftrag, den du nach Anweisung umsetzen sollst. Die Arbeitsprobe testet dein handwerkliches Geschick und deine Arbeitsweise.
Das Vorstellungsgespräch
Im Auswahlgespräch geht es darum, dich als Person kennenzulernen und deine persönliche Eignung einzuschätzen. Klassische Gesprächsthemen sind:
- Werdegang und berufliche Ziele
- Kenntnisse über das Berufsbild als Fluggerätelektroniker/-in
- Motivation für eine Ausbildung bei der Bundeswehr
- Interessen und individuelle Eigenschaften (Merkmale, Stärken und Schwächen)
Wichtig ist, dass du keine einstudierten Standardantworten aufsagst, sondern authentisch bist. Je natürlicher du auftrittst, desto glaubwürdiger und überzeugender bist du.
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Viele Bewerber/-innen fragen sich, wie schwierig die Aufgaben im Einstellungstest sind. Letztlich ist die Einschätzung natürlich immer subjektiv. Grundsätzlich bewegen sich die Fragen aber ungefähr auf Realschulniveau.
Spezielles Fachwissen über Flugzeuge oder Elektronik musst du nicht vorweisen können. Technische Inhalte lernst du schließlich erst während der Ausbildung. Wichtig sind aber:
- solide Mathe- und Deutschkenntnisse
- Interesse an Technik und technisches Grundverständnis
- logisches Denkvermögen
- Konzentrationsfähigkeit
Die Praxis zeigt, dass viele Bewerber/-innen nicht an Wissen oder Können scheitern, sondern über unbekannte Aufgabenarten stolpern oder den Zeitdruck und ihre Nervosität unterschätzen. Genau deshalb kann eine gute Vorbereitung den entscheidenden Unterschied machen.
Konkrete Tipps für deine Vorbereitung
Durch ein gezieltes Testtraining gewinnst du Sicherheit. Denn zum einen weißt du, was auf dich zukommt, und zum anderen kannst du ruhiger mit der Testsituation umgehen.
- Wiederhole die wesentlichen Mathe- und Deutschregeln.
- Frische deine Kenntnisse von technischen Zusammenhängen auf.
- Übe logisches, analytisches und visuelles Denken mit typischen Testfragen.
- Arbeite an deinem Konzentrationsvermögen.
- Löse ganze Mustertests mit Aufgaben aus verschiedenen Bereichen am Stück und mit der Uhr im Blick.
Je vertrauter du mit den gängigen Aufgabentypen bist und je mehr Routine du beim Lösen hast, desto gelassener kannst du dem Test entgegensehen.
Die Perspektiven nach der Ausbildung
Hast du die Ausbildung als Fluggerätelektroniker/-in bei der Bundeswehr erfolgreich abgeschlossen, hast du verschiedene Möglichkeiten für deine weitere berufliche Karriere:
- Waren deine Leistungen gut und gibt es eine passende Stelle, kann dich die Bundeswehr übernehmen. Dann arbeitest du als zivile/r Mitarbeiter/-in. Die Chancen dafür stehen gut – schließlich bildet die Bundeswehr Fachkräfte für ihren Bedarf aus.
- Du bewirbst dich als Soldat/-in auf Zeit und wechselst in den militärischen Bereich. Geeignete Verwendungen im Bereich der Flugtechnik bieten alle Laufbahnen, also Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere. Denkbar ist aber auch, dass du dich für einen ganz anderen Tätigkeitsbereich entscheidest.
- Du suchst dir einen Job auf dem zivilen Arbeitsmarkt. Beschäftigung für Fluggerätelektroniker/-innen bieten zum Beispiel Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie, Fluggesellschaften und Wartungsbetriebe an Flughäfen.
So oder so: Als gut ausgebildete Fachkraft bist du auf dem Arbeitsmarkt gefragt.
FAQ zum Einstellungstest für Fluggerätelektroniker/-innen bei der Bundeswehr
Wie lange dauert der Eignungstest?
Die schriftlichen Prüfungen dauern mehrere Stunden. Für das Vorstellungsgespräch solltest du etwa eine Stunde einplanen. Das ganze Auswahlverfahren erstreckt sich über einige Wochen.
Wie gut muss ich in Mathematik und Technik sein?
Niemand erwartet Expertenwissen von dir. Fachkenntnisse eignest du dir in der Ausbildung an. Im Test genügen mathematisches Grundwissen und ein gutes technisches Grundverständnis.
Kann ich den Einstellungstest wiederholen?
Bist du durchgefallen, kannst du für den ursprünglichen Einstellungstermin nicht berücksichtigt werden. In aller Regel kannst du dich aber zu einem späteren Zeitpunkt neu bewerben.
Ist Fluggerätelektroniker/-in ein militärischer Beruf?
Nein. Die Bundeswehr bildet den Beruf in Zivil aus. Deshalb bist du Azubi im öffentlichen Dienst, nicht Soldat/-in. Außerdem gibt es den Beruf auch in der zivilen Luftfahrt. Durch den IHK-Abschluss hast du einen vollwertigen Abschluss und kannst als Fluggerätelektroniker/-in jederzeit auf dem zivilen Arbeitsmarkt tätig werden.
Fazit
Die Ausbildung zum/r Fluggerätelektroniker/-in bei der Bundeswehr bietet eine spannende Möglichkeit, deine Begeisterung für Technik, Elektronik und Luftfahrt zum Beruf zu machen. Der Einstellungstest prüft dein fachliches und persönliches Potenzial. Er ist zwar anspruchsvoll, mit einer gezielten Vorbereitung aber gut machbar – und deine große Chance, den Grundstein für eine moderne Technikkarriere zu legen.














