
Eine Zusage setzt voraus, dass du den Einstellungstest bestanden hast.
Du willst Chemielaborant/-in bei der Bundeswehr werden und fragst dich, was im Einstellungstest auf dich zukommt? Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Welche Inhalte hat der Eignungstest? Und wie stehen deine Chancen auf eine Zusage? In diesem Beitrag geben wir dir einen Überblick über die Abläufe, die Inhalte und eine sinnvolle Vorbereitung.
Bundeswehr Chemielaborant Einstellungstest
Bei der Bundeswehr ist die Ausbildung als Chemielaborant/-in eine staatlich anerkannte, zivile Berufsausbildung. Du arbeitest in modernen Laboren und Forschungsstätten, führst Stoffanalysen und Materialprüfungen durch, stellst Substanzen für verschiedenste Verwendungen her und dokumentierst deine Ergebnisse mit digitaler Technik.
Doch vor einer Zusage für die Lehrstelle musst du erst einmal im Auswahlverfahren überzeugen. Der Einstellungstest fragt nicht nur berufsrelevantes Schulwissen ab, sondern testet auch deine kognitiven Fähigkeiten, deine persönliche Eignung für den Beruf und deine Motivation für die Ausbildung bei der Bundeswehr.
Die Tätigkeit als Chemielaborant/-in bei der Bundeswehr
Chemielaborant/-innen setzen chemische und physikalische Verfahren ein, um Stoffe zu untersuchen. Sie führen Versuchsreihen durch und stellen unterschiedliche Substanzen her. Dabei arbeiten sie mit verschiedenen Messgeräten und dem Computer.
Die Bundeswehr bildet den Beruf im zivilen Bereich aus. Du wirst also Azubi im öffentlichen Dienst und nicht Soldat/-in.
Zu den typischen Aufgaben während und nach der Ausbildung gehören:
- Analysen von organischen und anorganischen Stoffen, Werkstoffen und Materialien
- Untersuchungen von umweltrelevanten Proben
- Herstellung von chemischen Stoffgemischen
- Qualitätskontrollen
- Dokumentation und Auswertung von Versuchsergebnissen
Tätig wirst du in den Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der Bundeswehr. Wichtig für den Beruf sind naturwissenschaftliches Interesse, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Chemikalien und eine sorgfältige Arbeitsweise.
Der Ablauf des Auswahlverfahrens

Für den Einstellungstest fährst du in ein Dienstleistungszentrum. Wo das ist und wie du dorthin kommst, steht in deiner Einladung.
Liegt deine Bewerbung vor, sichtet die Bundeswehr deine Unterlagen. Dabei achtet sie zum einen auf deine Schulnoten in Deutsch, Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern und zum anderen auf den Gesamteindruck.
Verlief die Vorauswahl positiv, bekommst du eine Einladung zum Einstellungstest. Dieser gliedert sich in zwei Teile:
- Schriftliche Tests → Aufsatz und Computertest
- Mündlicher Teil → Vorstellungsgespräch
Je nach Organisation können die Tests an einem Tag oder verteilt auf zwei Termine stattfinden. Dabei ist auch möglich, dass zwischen dem schriftlichen Teil und dem Gespräch mehrere Wochen vergehen.
Die Inhalte des Einstellungstests
Damit ein möglichst umfassendes Bild von deinen Kenntnissen, Fähigkeiten, Interessen und Eigenschaften entsteht, setzt sich der Eignungstest aus mehreren Bausteinen zusammen.
Aufsatz
Zunächst schreibst du einen Aufsatz. Dafür kannst du aus mehreren Themen wählen. Inhaltlich behandeln die Aufsatzthemen meist:
- Ereignisse des aktuellen Zeitgeschehens
- Sachverhalte aus dem gesellschaftlichen oder alltäglichen Leben
- Fragen mit Bezug zur Bundeswehr oder dem Beruf
- Analysen und Vergleiche von Wortpaaren (z. B. “Arbeit und Leistung” oder “Sieg und Gewinn”)
Deinen Text verfasst du handschriftlich und ohne weitere Hilfsmittel. Für die Bewertung zählen Ausdrucksfähigkeit, logische Struktur und schlüssige Argumentation, aber auch Rechtschreibung, Grammatik und Allgemeinwissen.
Computertest
Nach dem Aufsatz folgt der sogenannte CAT-Test. Dieser Test ist ein computergestütztes Verfahren, das sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzt. Die einzelnen Module prüfen verschiedene Kompetenzen, die im Berufsalltag gefragt sind, darunter:
- Deutsch
- Mathematik
- Chemie, Biologie, Physik und technisches Verständnis
- Allgemeinwissen
- Logik sowie analytisches, abstraktes, visuelles und räumliches Denken
- Konzentrationsvermögen
Alle Testfragen sind Multiple Choice. Du hast mehrere Antwortmöglichkeiten und wählst daraus die richtige Lösung aus.
Eine Besonderheit ist, dass der CAT-Test adaptiv arbeitet. Der Schwierigkeitsgrad passt sich deiner Leistung an, indem auf richtige Antworten schwerere Fragen und auf falsche Lösungen leichtere Aufgaben folgen. Auf diese Weise ergibt sich ein differenziertes Leistungsprofil.
Fragebogenverfahren
Ein weiterer Abschnitt innerhalb des CAT-Verfahrens ist ein Persönlichkeitstest. Hier ordnest du anhand einer Skala ein, wie sehr einzelne Aussagen auf sich zutreffen. So eine Aussage kann zum Beispiel sein: „In meinem Umfeld gelte ich als echtes Organisationstalent.“
Richtige oder falsche Antworten gibt es beim Persönlichkeitstest nicht. Antworte ehrlich – damit ein stimmiges Gesamtbild ohne Widersprüche entsteht.
Vorstellungsgespräch
Der mündliche Teil des Einstellungstests besteht aus dem Vorstellungsgespräch. Sein Ziel ist, dich als Person kennenzulernen und deine persönliche Eignung zu beurteilen. Inhaltlich befassen sich die Fragen mit:
- deinem bisherigen Werdegang und deinen beruflichen Zielen
- deinen Interessen, Eigenschaften, Stärken und Schwächen
- deiner Motivation für eine Ausbildung als Chemielaborant/-in bei der Bundeswehr
- deinen Vorstellungen vom Berufsalltag im Labor
Wichtig ist, dass du schlüssig aufzeigen kannst, warum genau diese Ausbildung bei der Bundeswehr das Richtige für dich ist. Außerdem gilt: Bleibe authentisch. Du überzeugst mit einer ehrlichen und natürlichen Art – nicht mit einstudierten Floskeln.
Wie schwer ist der Einstellungstest?
Pauschal lässt sich nicht beantworten, wie schwer der Einstellungstest ist. Denn diese Einschätzung ist immer subjektiv.
Vom Schwierigkeitsgrad her bewegen sich die Aufgaben meist auf dem Niveau eines mittleren Bildungsabschlusses (Realschulabschluss). Der Test fragt zwar kein detailliertes Fachwissen ab. Solide Grundlagen in Deutsch, Mathematik und naturwissenschaftlichem Denken solltest du aber vorweisen können.
Die Praxis zeigt, dass viele Bewerber/-innen nicht über die Testfragen stolpern, sondern den Zeitdruck und die Anforderungen an die Konzentration unterschätzen. Eine gezielte Vorbereitung zahlt sich deshalb aus und verbessert die Erfolgschancen deutlich.
Die Vorbereitung auf den Einstellungstest
Ein Testtraining mit System kennzeichnet sich nicht dadurch, dass du wochenlang intensiv irgendwelche Inhalte paukst. Stattdessen geht es darum, an den richtigen Punkten anzusetzen:
- Wiederhole die wichtigsten Deutschregeln und mathematischen Grundlagen.
- Frische chemische Grundbegriffe auf.
- Trainiere die verschiedenen Aufgabenarten im Test, insbesondere im Bereich Logik und Konzentration.
- Arbeite regelmäßig ganze Übungstests am Stück durch, um ein Gefühl für den Zeitdruck zu entwickeln.
- Spiele das Vorstellungsgespräch gedanklich durch.
- Informiere dich umfassend über die Tätigkeit und die Bundeswehr.
Grundsätzlich solltest du genug Zeit für die Vorbereitung einplanen, mehrere Wochen sollten es schon sein. Denn kurze, dafür aber regelmäßige Übungseinheiten sind wesentlich effektiver als lange Lernsitzungen unmittelbar vor dem Test.
Die Perspektiven nach der Ausbildung
Die zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr basiert auf der Ausbildungsverordnung und dem Berufsbildungsgesetz. Deshalb hast du nach erfolgreicher Ausbildung einen offiziell anerkannten Berufsabschluss als Chemielaborant/-in, der dir mehrere Wege eröffnet:
- Übernahme: Du bleibst bei der Bundeswehr und arbeitest als zivile/r Mitarbeiter/-in in deinem Beruf.
- Ziviler Arbeitsmarkt: Du suchst dir eine Stelle in der freien Wirtschaft.
- Weiterbildung: Du qualifizierst dich weiter, zum Beispiel als Meister/-in, Techniker/-in oder durch ein Studium.
- Militärische Laufbahn: Du bewirbst dich als Zeitsoldat/-in und wechselst in den militärischen Bereich.
FAQ zu Chemielaborant/-innen bei der Bundeswehr
Ist die Ausbildung zum/r Chemielaborant/-in militärisch?
Nein. Die Bundeswehr bildet den Beruf im Rahmen einer zivilen Berufsausbildung im öffentlichen Dienst aus.
Wie lange dauert die Ausbildung?
3,5 Jahre. Bei sehr guten Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich.
Wo findet die Ausbildung statt?
Es gibt zwei Ausbildungsorte: Meppen (Niedersachsen) und Erding (Bayern). Je nach Personalbedarf können aber weitere Orte dazukommen.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Du brauchst zum einen mindestens einen Hauptschulabschluss und zum anderen gute Noten in Deutsch, Mathematik, Chemie und Physik.
Außerdem erwartet die Bundeswehr Interesse an Naturwissenschaften, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, eine sorgfältige Arbeitsweise und Konzentrationsfähigkeit. Lernbereitschaft, Pflichtbewusstsein und Teamgeist solltest du ebenfalls mitbringen.
Bis wann muss ich mich bewerben?
Die Ausbildung beginnt im Spätsommer, die Bewerbungsfrist endet aber rund ein Jahr vorher. Den genauen Stichtag erfährst du in der Stellenanzeige im Bewerbungsportal. Über dieses Portal reichst du auch deine Bewerbung ein.
Fazit
Der Einstellungstest für eine Lehrstelle als Chemielaborant/-in bei der Bundeswehr ist keine unüberwindbare Hürde. Aber er prüft verschiedene Bereiche, um sicherzustellen, dass du den Anforderungen der Ausbildung und des Berufs fachlich, intellektuell und persönlich gewachsen bist.
Mit einer gezielten Vorbereitung gewinnst du Sicherheit – und genau diese Sicherheit kann der entscheidende Schlüssel für eine erfolgreiche Testteilnahme sein.














