
Als Elektroniker/-in hast du viele berufliche Möglichkeiten – bei der Bundeswehr und auch außerhalb.
Bei der Bundeswehr ist Elektroniker/-in für Geräte und Systeme keine militärische Verwendung, sondern ein ziviler Ausbildungsberuf im öffentlichen Dienst. In dieser Funktion steuerst du Produktionsabläufe, wartest elektronische Geräte und konfigurierst Betriebssysteme. Du sorgst dafür, dass Fertigungsanlagen zuverlässig laufen. Doch bevor du eine Ausbildung zum/r Elektroniker/-in für Geräte und Systeme bei der Bundeswehr beginnen kannst, musst du den Einstellungstest bestehen.
Bundeswehr Elektroniker – Geräte und Systeme Einstellungstest
Der Einstellungstest spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Geräte und Systeme bei der Bundeswehr geht. Denn er stellt fest, ob du fachlich und persönlich für den Beruf geeignet bist – und als Azubi eingestellt wirst.
Umso wichtiger ist, dass du weißt, wie der Test abläuft, welche Inhalte dich erwarten und wie du dich gezielt vorbereiten kannst. Genau dabei hilft dir dieser Beitrag.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Auf dem Weg zu einem Ausbildungsplatz bei der Bundeswehr durchläufst du ein klar strukturiertes Auswahlverfahren. Es besteht aus mehreren Stufen, die aufeinander aufbauen:
- Bewerbung: Nachdem du dich über den Beruf informiert hast, bewirbst du dich über das Online-Bewerberportal. Dafür brauchst du ein Anschreiben, einen Lebenslauf und dein aktuellstes Schulzeugnis.
- Vorauswahl: Die Bundeswehr prüft deine Unterlagen. Neben deinen Noten spielt der Gesamteindruck eine zentrale Rolle. Passt alles, wirst du zum Einstellungstest eingeladen.
- Einstellungstest: Der Eignungstest wird im zuständigen Dienstleistungszentrum durchgeführt. Er besteht aus zwei Teilen, die meist an zwei separaten Terminen stattfinden:
- Im schriftlichen Teil schreibst du einen Aufsatz und bearbeitest einen Computertest.
- Im mündlichen Teil führst du ein Vorstellungsgespräch. Das Gespräch folgt aber nur, wenn du den schriftlichen Teil bestanden hast.
- Entscheidung: Liegen die Testergebnisse aller Bewerber/-innen vor, erfährst du schriftlich, ob du als Azubi eingestellt wirst.
Das Auswahlverfahren dauert eine Weile. Deshalb endet die Bewerbungsfrist in aller Regel rund ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Bewirb dich also rechtzeitig!
Welche Inhalte hat der Einstellungstest für künftige Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme bei der Bundeswehr?

Der Eignungstest prüft deine Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften auf verschiedene Art und Weise.
Die Bundeswehr legt großen Wert darauf, dass du sowohl fachliches Potenzial mitbringst als auch persönlich geeignet bist. Um das beurteilen zu können, besteht der Einstellungstest aus mehreren Bausteinen, die jeweils andere Kenntnisse und Fähigkeiten testen. Bei all dem geht es aber nicht um perfekte Spitzenleistungen, sondern um ein stimmiges Gesamtbild.
Der Aufsatz
Ein Baustein im schriftlichen Testteil ist der Aufsatz. In aller Regel stehen dafür verschiedene Aufgabenstellungen zur Auswahl. Diese behandeln häufig:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Alltagsthemen oder gesellschaftliche Fragen
- Themen, die mit dem Beruf oder der Bundeswehr zusammenhängen
- Vergleiche von zwei Wörtern mit ähnlicher Bedeutung (z. B. „Kraft und Stärke“)
Je nach Aufgabenstellung verfasst du handschriftlich eine Erörterung, einen Bericht, eine Stellungnahme oder einen freien Text. Bewertet werden einerseits Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck und andererseits Herangehensweise, Struktur, Logik und nachvollziehbare Ausführungen.
Der Computertest (CAT-Test)
Das Hauptelement im schriftlichen Teil ist ein Computertest. Er heißt CAT-Test (CAT = Computer-Assistiertes Testen) und beinhaltet Fragen aus verschiedenen Bereichen. Insgesamt steht deine fachliche Eignung im Fokus. Aber der Test überprüft kein Expertenwissen, sondern Grundfertigkeiten, die du im Beruf brauchst. Zu den üblichen Testbereichen gehören deshalb:
- Mathematik → Grundrechenarten, Zins- und Prozentrechnung, Dreisatz, Textaufgaben
- Deutsch → Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz
- Technik und Physik → Grundprinzipien, Stromkreise, mechanische Abläufe, Einheiten
- logisches und räumliches Denken → Zahlenreihen, Figurenfelder, Muster erkennen
- Konzentration → Tabellen vergleichen, Listen bearbeiten
- Allgemeinwissen → Naturwissenschaften, Politik, Geschichte, Erdkunde
Im PC-Test kommen nur Auswahlfragen vor, bei denen du die richtige Antwort aus den genannten Lösungsvorschlägen aussuchst. Allerdings ändert sich der Schwierigkeitsgrad: Richtige Antworten führen zu schwereren Fragen, falsche zu leichteren. Durch dieses adaptive System stellt der Test dein individuelles Leistungsniveau präzise fest.
Ergänzt werden die Wissensfragen durch ein paar psychologische Fragen. Sie gehören zum sogenannten Fragebogenverfahren und sind eine Art Persönlichkeitstest. Du siehst verschiedene Aussagen, etwa „Mir fällt es oft schwer, den ersten Schritt zu machen.“ oder „Ich bleibe trotz Stress ruhig.“ Auf einer Skala stufst du ein, wie sehr eine Aussage auf dich zutrifft. Falsch oder richtig gibt es dabei nicht. Antworte ehrlich – sonst riskierst du Widersprüche!
Wie schwer ist der Einstellungstest wirklich?
Der Einstellungstest ist machbar. Trotzdem solltest du ihn auf keinen Fall unterschätzen! Meist ist nicht fehlendes Wissen das Problem. Zur eigentlichen Herausforderung für viele Bewerber/-innen werden:
- der Zeitdruck
- das konzentrierte Arbeiten trotz Nervosität
- die verschiedenen, teils ungewohnten Aufgabenarten
Genau deshalb kann eine gezielte Vorbereitung den entscheidenden Unterschied machen.
Das Vorstellungsgespräch
Hast du die schriftlichen Tests mit guten Leistungen bestanden, geht es mit dem Vorstellungsgespräch weiter. Hier liegt der Fokus vor allem auf deiner persönlichen Eignung und deiner Motivation. Zu den typischen Gesprächsinhalten gehören:
- bisheriger Werdegang
- Gründe für eine zivile Ausbildung als Elektroniker/-in für Geräte und Systeme bei der Bundeswehr
- Wissen über den Beruf, Erwartungen an die Ausbildung und berufliche Ziele
- Stärken, Schwächen, Eigenschaften und Interessen
- eventuell einige deiner Angaben im Fragebogenverfahren
Bleibe natürlich und lasse dich offen auf das Gespräch ein. Mit einem authentischen Auftreten überzeugst du weit mehr als mit auswendig gelernten Standardfloskeln.
Worauf kommt es bei der Vorbereitung auf den Test an?
Um deine Chancen auf ein gutes Abschneiden zu erhöhen, führt an einer gezielten Vorbereitung kein Weg vorbei. Aber das heißt nicht, dass du wochenlang intensiv lernen musst. Entscheidend ist die richtige Strategie:
- Wiederhole die Grundlagen in Mathematik, Deutsch, Physik und Technik.
- Mache dich mit den verschiedenen Varianten von Logik- und Konzentrationsaufgaben vertraut.
- Simuliere den CAT-Test, indem du Mustertests am Stück und unter Zeitdruck bearbeitest.
- Arbeite an deiner Konzentration.
- Überlege dir Antworten auf die typischen Fragen im Vorstellungsgespräch.
Je realer du die Testsituation nachstellst, desto mehr Routine und Sicherheit gewinnst du – und desto ruhiger bist du im Test.
Was macht die zivile Ausbildung bei der Bundeswehr aus?
Während deiner Ausbildung wirst du zum echten Allrounder für elektronische Geräte und Systeme. So lernst du unter anderem:
- Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik installieren und konfigurieren
- Programme und Betriebssysteme einrichten
- Fertigungs- und Prüfmaschinen einstellen, in Betrieb nehmen und warten
- Störungen mit Prüf- und Messgeräten oder Diagnosesoftware finden und beheben
Dabei absolvierst du bei der Bundeswehr eine zivile Berufsausbildung. Das bedeutet: Du wirst nicht Soldat/-in, sondern Azubi innerhalb der Bundeswehrverwaltung. Damit bist du im öffentlichen Dienst angestellt.
Die Ausbildung selbst läuft genauso ab wie in einem Industrieunternehmen. Sie:
- dauert regulär 3,5 Jahre
- wird im dualen System durchgeführt (Betriebsstätte + Berufsschule)
- erfolgt mit dem Schwerpunkt „elektronische Geräte und Systeme“
- endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK)
Der Berufsabschluss eröffnet dir als qualifizierte Fachkraft viele Karrierewege – bei der Bundeswehr und in der freien Wirtschaft.
FAQ zum Einstellungstest der Bundeswehr für einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Geräte und Systeme
Wie lange dauert der Test?
Der schriftliche Teil nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Das ganze Auswahlverfahren von der Bewerbung bis zur Entscheidung zieht sich über einige Wochen.
Brauche ich technisches Fachwissen?
Nein. Im Einstellungstest geht es um technisches Grundverständnis, nicht um Expertenwissen.
Gibt es einen Sporttest?
Nein. Das Auswahlverfahren für eine zivile Ausbildung enthält keinen Sporttest.
Kann man durchfallen?
Ja. Reichen deine Leistungen in einem Testteil nicht aus, endet das Auswahlverfahren für dich. Du kannst dich aber für den Einstellungstermin im Folgejahr neu bewerben.
Fazit
Der Einstellungstest der Bundeswehr für einen Ausbildungsplatz als Elektroniker/-in für Geräte und Systeme ist keine unüberwindbare Hürde. Aber deine Leistungen entscheiden darüber, ob du eine Zusage bekommst.
Wenn du den Ablauf kennst, über die Inhalte Bescheid weißt, gezielt übst und deine Motivation klar rüberbringen kannst, stehen deine Chancen sehr gut. Starte also frühzeitig mit deiner Vorbereitung – damit du zeigen kannst, was in dir steckt.














