
Wir verraten dir, was beim Einstellungstest für den FWD auf dich zukommt.
Bei der Bundeswehr gibt es über 1.000 verschiedene Berufe, in denen du tätig werden kannst. Aber vielleicht willst du dich noch nicht festlegen und gleich für mehrere Jahre binden, sondern die Bundeswehr erst einmal unverbindlich kennenlernen, in den Dienstalltag hineinschnuppern und Erfahrungen sammeln. Dann kann der Freiwillige Wehrdienst die richtige Lösung für dich sein. Doch auch vor dem Freiwilligen Wehrdienst steht zunächst ein Einstellungstest an.
Der Freiwilliger Wehrdienst Einstellungstest
Der Freiwillige Wehrdienst (FWD) macht es möglich, die Bundeswehr als Arbeitgeber kennenzulernen und gleichzeitig in den Soldatenberuf hineinzuschnuppern. Denn nach der Grundausbildung arbeitest du auf deinem Dienstposten.
Die eher kurze Dauer macht den FWD außerdem zu einer interessanten Option, wenn du einen bestimmten Zeitraum überbrücken willst, zum Beispiel zwischen der Schule und dem Start deiner Berufsausbildung. Und nicht zuletzt leistest du durch staatsbürgerliches Engagement einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft – mit der Möglichkeit, später als Zeitsoldat/-in weiterzumachen.
Doch bevor es losgeht, musst du eine Hürde nehmen: den Eignungstest. Wir zeigen dir, wie der Einstellungstest für den Freiwilligen Wehrdienst abläuft und was du generell zum FWD wissen solltest!
Freiwilliger Wehrdienst: Was bedeutet das?
Mit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht wurde der damalige Status als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL) in den heutigen Freiwilligen Wehrdienst (FWD) überführt. Der FWD steht Frauen und Männern gleichermaßen offen. Die rechtliche Grundlage bildet § 58b SG (Soldatengesetz).
Der Freiwillige Wehrdienst dauert, je nach Verpflichtung, zwischen sieben und 23 Monaten. Die ersten sechs Monate davon gelten als Probezeit. Wie bei einem normalen Arbeitsverhältnis ist in dieser Phase jederzeit eine Kündigung möglich. An die sechsmonatige Probezeit schließt sich dann der eigentliche, bis zu 17 Monate lange Wehrdienst an.
Was kann ich als Freiwillige/r bei der Bundeswehr machen?
Der Freiwilligendienst findet immer in der Laufbahn der Mannschaften statt. Dabei bieten alle vier Teilstreitkräfte – also Heer, Luftwaffe, Marine und CIR – verschiedenste Verwendungen.
Der Dienstgrad, mit dem du beginnst, richtet sich nach deinem Dienstbereich und der Truppengattung. So bist du dann zum Beispiel Pionier, Jäger, Schütze, Flieger, Sanitätssoldat oder Matrose. Im weiteren Verlauf sind regelmäßig Beförderungen drin, nämlich:
- nach drei Monaten zum Gefreiten
- nach sechs Monaten zum Obergefreiten
- nach zum zwölf Monaten zum Hauptgefreiten
Mit jeder Beförderung erhöht sich auch dein Wehrsold.
Wie läuft der FWD ab?
Der Freiwillige Wehrdienst gliedert sich in drei Phasen:
1. Grundausbildung – 3 Monate
Den Anfang macht die militärische Grundausbildung. In diesen drei Monaten erwirbst du die sogenannte soldatische Grundbefähigung. Das heißt, dass du lernst, was du als Soldat/-in wissen und können musst. Rechte und Pflichten, Gefechtsdienst, politische Bildung, Schießausbildung oder Sport sind zum Beispiel Inhalte.
Die Grundausbildung ist für alle Soldat/-innen gleich, unabhängig von der Laufbahn und der Teilstreitkraft. Einzige Ausnahme: Im Sanitätsdienst dauert die allgemeinmilitärische Grundausbildung nur zwei Monate. Ab dem dritten Monat beginnt schon die sanitätsdienstliche Ausbildung.
2. Dienstposten-Ausbildung – 3 Monate
An die Grundausbildung schließt sich die Ausbildung auf deinem Dienstposten an. Sie dauert meist drei Monate und in dieser Zeit erwirbst du die praktischen Fähigkeiten für deine konkrete Tätigkeit.
3. Wehrdienst – 1 bis 17 Monate
Nach der Ausbildung bist du in der Truppe im Einsatz – je nachdem, wie lange du dich verpflichtet hast, mindestens einen und maximal 17 Monate lang.
Heimatschutz als Variante
Seit 2021 kannst du den FWD auch im Heimatschutz leisten. Heimatschützer sind in ihrer Region im Einsatz, vor allem im Katastrophenschutz und in der Amtshilfe. Eine Teilnahme an Auslandseinsätzen ist kein Muss.
Der FWD im Heimatschutz ist anders organisiert.:
- Du verpflichtest dich für zwölf Monate.
- Zunächst leistest du nur sieben Monate Wehrdienst. Diese beinhalten die Grund- und die Spezialausbildung.
- Anschließend wirst du Reservist und leistet die verbliebenen fünf Monate Wehrdienst flexibel verteilt auf sechs Jahre.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Um möglichst vielen Interessierten den Weg zum FWD offenzuhalten, sind die formalen Anforderungen niedrig gehalten. Du musst lediglich mitbringen:
- Mindestalter 18 Jahre (bzw. 17 Jahre mit Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten)
- erfüllte Vollzeitschulpflicht (Der Abschluss spielt keine Rolle.)
- deutsche Staatsbürgerschaft
- Bereitschaft zur bundesweiten Versetzung
- Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen ab zwölf Monaten FWD
Wie bewerbe ich mich für den Freiwilligen Wehrdienst?
Dein Weg zum FWD gliedert sich in mehrere Schritte:
- Interesse klären: Überlege dir zuerst, in welche Richtung du willst. Es geht nicht darum, dich auf eine bestimmte Verwendung festzulegen. Aber du solltest ungefähr wissen, welche Teilstreitkraft und welche Tätigkeiten dich interessieren.
- Beratungstermin vereinbaren: Als Nächstes vereinbarst du einen Beratungstermin. Das geht online oder telefonisch über die kostenfreie Hotline 0800 – 9800880.
- An Infoveranstaltung teilnehmen: Bei der Karriereberatung gibt es meist eine Informationsveranstaltung. Anschließend führst du ein Gespräch mit dem Berater. Er beantwortet deine Fragen und berät dich zu möglichen Verwendungen. Von ihm bekommst du außerdem die Bewerbungsformulare und eine Liste mit den zusätzlichen Unterlagen für deine Bewerbung.
- Bewerbung abgeben: Deine vollständige Bewerbung gibst du beim Karriereberater ab. Das ist das ganze Jahr über möglich, bestimmte Termine musst du nicht beachten.
Wenige Wochen später bekommst du deine Einladung zum Einstellungstest für den Freiwilligen Wehrdienst.
Einstellungstest Freiwilliger Wehrdienst: Was erwartet mich da?
Der Eignungstest soll feststellen, ob du den Anforderungen des Dienstalltags körperlich und charakterlich gewachsen bist. Dazu gliedert sich der Test in mehrere Abschnitte:

Die Prüfungen verteilen sich in aller Regel auf zwei Tage. In dieser Zeit wohnst du in der Kaserne. Die Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung übernimmt die Bundeswehr.
Eignungsuntersuchung
Der medizinische Dienst überprüft deine körperliche und gesundheitliche Eignung für den Dienst bei den Streitkräften. Dabei beinhaltet der ärztliche Check verschiedene Aspekte, darunter:
- Körpergröße, Gewicht und BMI
- Herz-Kreislauf-System und Lunge
- Seh- und Hörvermögen
- Zahnstatus
- Beweglichkeit und Haltung
- Laborwerte (inklusive Drogentest)
- Vorerkrankungen, frühere Verletzungen und Allergien
Auf Basis der Ergebnisse weist dir der Arzt eine Tauglichkeitsstufe (T1 bis T5) zu. Davon hängt ab, welche Tätigkeiten du übernehmen kannst und welche Verwendungen für dich ausgeschlossen sind.
CAT-Test
CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein Computertest. Dieser Test soll der Bundeswehr einen Eindruck von deinen Kenntnissen und Fähigkeiten vermitteln. Abgefragt wird Basiswissen vor allem in diesen Bereichen:
- Deutsch (Schwerpunkt Rechtschreibung)
- Mathematik
- Physik, Elektronik und Technik
- logisches Denken
- Konzentrationsfähigkeit
- Reaktion
Alle Aufgaben sind Auswahlfragen. Du bekommst zu jeder Frage mehrere Lösungsvorschläge und wählst daraus die richtige Antwort aus.
Bundeswehr Einstellungstest Online-Trainings-Center
- Speziell für alle Laufbahnen der Bundeswehr entwickelt
- Für Offiziere, Unteroffiziere, Feldwebel, Mannschaften, freiwilliger Wehrdienst, Ausbildung und Studium
- Bundeswehr Fachwissen
- Übungsmodus und 3 realistische Testmodi
- Aktuelle Testfragen aus diesem Jahr
- Detaillierte Auswertung
- Von Experten erstellt
- Läuft auf allen Geräten – sofortige Freischaltung
- Einmalzahlung, kein Abo!
Dabei ist der Test adaptiv. Das heißt: Stimmt deine Antwort, wird die nächste Frage schwieriger. Ist deine Lösung falsch, folgt eine leichtere Frage. Auf diese Weise lässt sich dein individuelles Leistungsprofil erstellen.
Psychologische Fragen
Zu den Wissensfragen kommen psychologische Fragen dazu. Darin geht es um deine Persönlichkeit, dein Verhalten und deine Ansichten. Dazu werden dir Aussagen genannt wie:
- „In einer Gruppe finde ich schnell Anschluss.“
- „Ich trage gerne Verantwortung.“
- „Es macht mir nichts aus, unter Zeitdruck zu arbeiten.“
Die Aussagen ordnest du für dich auf einer mehrstufigen Skala von „stimmt“ bis „stimmt nicht“ ein. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen Antworten. Entscheidend ist, dass ein authentisches und stimmiges Gesamtbild entsteht.
Psychologisches Gespräch
Obwohl du das persönliche Gespräch mit einem Psychologen und meist einem ranghohen Soldat führst, brauchst du davor keine Angst zu haben. Denn letztlich ist es ein normales Vorstellungsgespräch, das dazu dient, dich persönlich kennenzulernen und etwas über deine Motivation zu erfahren. Gängige Fragen sind zum Beispiel:
- „Warum wollen Sie freiwillig Wehrdienst leisten?“
- „Was sind Ihre beruflichen Ziele?“
- „Was sind die wichtigsten Stationen in Ihrem Lebenslauf?“
- „Worin sehen Sie Ihre größten Stärken und Schwächen?“
- „Was wissen Sie über die aktuellen Einsätze der Bundeswehr?“
- „Wie stehen Sie zu Auslandseinsätzen?“
- „Wie schätzen Sie die Risiken des Soldatenberufs ein?“
Denkbar ist auch, dass die Prüfer etwas Allgemeinwissen – vor allem zu Politik und Deutschland – abfragen und deine Antworten auf die psychologischen Fragen im CAT-Test ansprechen.
Nach dem Gespräch wertet der Psychologe das Interview aus und schätzt deine persönliche Eignung ein.
Einplanung
In der Einplanungsstelle laufen alle Informationen zusammen: deine Ergebnisse vom Computertest, die Beurteilung vom ärztlichen Dienst und die Einschätzung vom Psychologen. Auf Basis dieses Profils bietet dir der Einplaner mögliche Verwendungen an.
Du entscheidest, ob du ein Angebot annimmst. Wenn ja, folgt noch das Formale – und schon bald kannst du den FWD antreten.
Was ist nach dem FWD?
Am Ende deiner Dienstzeit als Freiwillige/r hast du verschiedene Möglichkeiten:
- Du bemühst dich um eine Übernahme als Zeitsoldat/-in (SaZ), bei entsprechender Eignung auch mit Wechsel in eine höhere Laufbahn.
- Du beendest den Dienst, bleibst aber Reservist.
- Du verlässt die Bundeswehr und kehrst später als Wiedereinsteller zurück.
- Du beendest deine Zeit beim Bund endgültig.
Gut zu wissen: FWD vs. SaZ
Du überlegst noch, welcher Karrierepfad besser zu dir passt? Der Freiwillige Wehrdienst und der Dienst als Zeitsoldat/-in sind zwei mögliche Einstiegswege bei der Bundeswehr. Sie unterscheiden sich aber deutlich voneinander:
| FWD | SaZ | |
| Verpflichtungsdauer | 7 bis 23 Monate, davon 6 Monate Probezeit | je nach Laufbahn 2 bis 12 Jahre, davon 6 Monate Probezeit |
| Laufbahn | Mannschaften | Mannschaften, Fachunteroffiziere, Feldwebel, Offiziere |
| Karrierechancen | begrenzt | klar geregelte Aufstiegs- und Qualifizierungsmöglichkeiten |
| Ausbildung | Grund- und kurze Dienstpostenausbildung | umfangreiche Fachausbildung |
| Aufgaben | praktische Unterstützung der Truppe | feste Verantwortungsbereiche |
| Einstellungstest | CAT-Test, Eignungsuntersuchung, psychologisches Gespräch | wie FWD + zusätzlich Sporttest und Assessment-Center |
| Besoldung | steigt mit Dienstgrad | höhere Besoldungsgruppen möglich und Anspruch auf Zusatzleistungen |
| Auslandseinsätze | Bereitschaft ab 12 Monaten | regulär möglich |
Was passt besser?
Der Freiwillige Wehrdienst ist eine gute Entscheidung, wenn du:
- die Bundeswehr zunächst unverbindlich kennenlernen willst.
- in den Soldatenberuf und den Dienstalltag reinschnuppern möchtest.
- anstelle einer längerfristigen Bindung Flexibilität bevorzugst.
Mit einer Bewerbung als Zeitsoldat/-in bist du besser beraten, wenn du:
- einen echten Karriereweg bei der Bundeswehr einschlagen willst.
- eine Fachlaufbahn anstrebst.
- Interesse an einer Ausbildung hast, die dir Aufstiegsmöglichkeiten und langfristig einen sicheren Arbeitsplatz bietet.
Bundeswehr Einstellungstest Online-Training-Center
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- Für Offiziere, Unteroffiziere, Feldwebel, Mannschaften, freiwilliger Wehrdienst, Ausbildung und Studium
- Bundeswehr Fachwissen
- Übungsmodus und 3 realistische Testmodi
- Aktuelle Testfragen aus diesem Jahr
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- Von Experten erstellt
- Läuft auf allen Geräten – sofortige Freischaltung
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