
Elektroniker/-innen sind bei der Bundeswehr an vielen Stellen im Einsatz.
Ob militärisch oder zivil: der Einstellungstest entscheidet darüber, ob du deine berufliche Karriere als Elektroniker/-in bei der Bundeswehr starten kannst. Umso wichtiger ist, dass du weißt, wie das Auswahlverfahren abläuft, worauf es ankommt und welche Inhalte tatsächlich geprüft werden. Denn dann kannst du dich gezielt vorbereiten – und so die Grundlage für eine erfolgreiche Teilnahme am Eignungstest schaffen.
Bundeswehr Einstellungstest Elektroniker
Stromkreise, elektronische Anlagen oder IT-Systeme sind dein Ding? Du interessierst dich für Technik, bist handwerklich geschickt und arbeitest präzise? Aber dich reizt auch eine militärische Karriere? Dann solltest du dir die beruflichen Möglichkeiten als Elektroniker/-in bei der Bundeswehr näher anschauen! Hier erwarten dich unterschiedliche Laufbahnen, verschiedene technische Einsatzbereiche und als Alternative sogar zivile Ausbildungen.
Doch Voraussetzung ist immer, dass du den Eignungstest bestehst. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über den Einstellungstest und die Tätigkeit als Elektroniker/-in bei der Bundeswehr wissen solltest.
Elektroniker/-innen bei der Bundeswehr – Aufgaben und Einsatzbereiche
Elektroniker/-innen stellen sicher, dass technische Systeme zuverlässig laufen. Sie installieren elektronische Anlagen, nehmen neue Systeme in Betrieb, kümmern sich um Wartungen und beheben Störungen.
Bei der Bundeswehr gibt es Elektroniker/-innen in allen Teilstreitkräften – also bei Heer, Luftwaffe, Marine sowie Cyber- und Informationsraum (CIR). Sie arbeiten unter anderem an Bord von Marineschiffen, an Stützpunkten, in Werkstätten oder in IT- und Fernmeldeeinheiten. Je nach Verwendung liegt der Schwerpunkt dann auf:
- Elektronik- und Elektrotechnik
- Funk-, Radar-, Waffen- oder Sensorsystemen
- IT- und Netzwerktechnik
Die Aufgaben im Arbeitsalltag richten sich nach der Laufbahn. Je höher Laufbahn und Dienstgrad sind, desto verantwortungsvoller ist die Arbeit. Während du zum Beispiel in der Laufbahn der Mannschaften überwiegend nach Anweisung arbeitest, – vergleichbar mit einer Fachkraft in der freien Wirtschaft – trägst du in der Laufbahn der Feldwebel die Verantwortung für deinen Bereich, führst Personal und bildest Soldat/-innen auch aus.
Die Voraussetzungen für eine militärische Karriere als Elektroniker/-in
Eine Einstellung als Soldat/-in auf Zeit in der Verwendung als Elektroniker/-in ist an ein paar formale Anforderungen geknüpft. Diese gelten unabhängig von der Laufbahn:
- Mindestalter 17 Jahre
- deutsche Staatsbürgerschaft
- Bereitschaft zu bundesweiten Versetzungen und Auslandseinsätzen
- Teamfähigkeit, Motivation und Lernbereitschaft
- Interesse an Elektronik und IT
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- sorgfältige und präzise Arbeitsweise
Der notwendige Bildungsabschluss und die Dauer, für die du dich mindestens verpflichten musst, richten sich nach der Laufbahn und der Verwendung. Grundsätzlich reicht die Spanne hier von erfüllter Schulpflicht bis Abitur und von zwei bis 16 Jahren.
Die Bewerbung
Der Soldatenberuf ist kein gewöhnlicher Job. Deshalb macht ein Gespräch mit der Karriereberatung immer den Anfang. Darin geht es um:
- deine Vorstellungen und Wünsche
- deine beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr auf Basis deiner Voraussetzungen
- Informationen über den Soldatenberuf und das Auswahlverfahren
- erforderliche Bewerbungsunterlagen
Entscheidest du dich für eine Bewerbung, gibst du deine Mappe beim Berater ab. Das ist ganzjährig möglich.
Der Einstellungstest für künftige Elektroniker/-innen bei der Bundeswehr

Der Eignungstest zeigt, ob Du fachlich, charakterlich und körperlich für den Soldatenberuf geeignet bist.
Liegen deine vollständigen Unterlagen vor, führt die Bundeswehr eine Vorauswahl durch. Scheinst du grundsätzlich geeignet, wirst du zum Einstellungstest eingeladen.
Der Test findet in einem Karrierecenter statt und dauert meist zwei Tage. Für deine Anreise bekommst du einen Bahn-Gutschein, vor Ort sind Unterkunft und Verpflegung in der Kaserne für dich kostenfrei.
Das Auswahlverfahren setzt sich aus mehreren Stationen zusammen. Die Reihenfolge, in der du die Stationen durchläufst, variiert aus organisatorischen Gründen.
Informationsrunde
Den Anfang macht eine Informationsrunde. Sie beinhaltet:
- Begrüßung
- Einführung in die Abläufe des Eignungstests
- Vortrag über die Laufbahn und den Tätigkeitsbereich
- Aushändigung einer Mappe mit Laufzettel und Fragebögen
CAT-Test (Computer-Assistierte Testung)
Der CAT-Test ist ein Computertest, der deine fachliche Eignung und deine kognitiven Fähigkeiten prüft. Dazu bündelt der Test mehrere Verfahren. Zu den typischen Themenbereichen gehören:
- Deutsch
- Mathematik
- Physik, Technik, Elektronik und Elektrotechnik (Hier bleibt es aber bei Basiswissen, detailliertes Fachwissen brauchst du nicht.)
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Allgemeinwissen (z. B. Politik, Geschichte, Erdkunde)
- logisches Denken
- Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit
Alle Fragen im CAT-Test sind Multiple-Choice-Aufgaben. Zu jeder Frage siehst du mehrere Lösungsvorschläge und wählst daraus die richtige Antwort aus.
Gleichzeitig ist das Testverfahren adaptiv. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben passt sich an deine Fähigkeiten an, indem richtige Antworten zu schwierigeren Fragen und falsche Lösungen zu einfacheren Aufgaben führen. Auf diese Weise entsteht dein individuelles Leistungsprofil.
Sporttest (BFT)
Durch den Sporttest – den sogenannten Basis-Fitness-Test oder kurz BFT – überprüft die Bundeswehr deine körperliche Eignung für den Dienst. Der BFT besteht aus drei Übungen:
- 11×10-Meter-Sprinttest: Bei der ersten Übung geht es um Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Dazu sprintest du wie bei einem Pendellauf hin und zurück. Zusätzlich gehst du nach jeder Runde in Bauchlage. Deinen Lauf musst du in unter 60 Sekunden beenden.
- Klimmhang-Test: Die zweite Übung ist eine Kraftübung. Du hältst hier die Endposition eines Klimmzugs möglichst lange. Die Mindesthaltedauer beträgt 5 Sekunden.
- 3.000-Meter-Fahrradergometer-Test: Die letzte Übung testet deine Ausdauer. Auf dem Fahrradergometer legst du 3 Kilometer zurück und darfst dafür maximal 6:30 Minuten brauchen.
Du hast bestanden, wenn du bei allen drei Übungen wenigstens die Minimalanforderungen schaffst. Bessere Leistungen werden mit mehr Punkten honoriert.
Ärztliche Untersuchung
Die Eignungsuntersuchung ermittelt, ob du aus medizinischer Sicht für den Soldatenberuf geeignet bist. Der umfassende Check beinhaltet unter anderem Tests von:
- körperliche Verfassung im Allgemeinen
- Größe, Gewicht und BMI
- Seh- und Hörvermögen
- Herz und Lunge
- Körperhaltung, Gelenke und Reflexe
- Allergien und Vorerkrankungen
Im Ergebnis weist dir der Arzt einen Tauglichkeitsgrad (T1 bis T5) zu, der über die Verwendungen entscheidet, für die du infrage kommst.
Gruppensituation (nur Feldwebel und Offiziere)
In höheren Laufbahnen wirst du zu einer Führungskraft. In der sogenannten Gruppensituation zeigt sich, ob du die notwendigen Eigenschaften und Fertigkeiten dafür mitbringst. Sie umfasst:
- Gruppenaufgaben (z. B. Lösung für ein Problem erarbeiten)
- Diskussionsrunde
- Kurzvortrag zu einem vorgegebenen Thema
Bewertet werden Aspekte wie Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Entscheidungsfreude, Kompromissbereitschaft, Durchsetzungsvermögen und Führungsverhalten.
Vorstellungsgespräch (psychologisches Interview)
Das Vorstellungsgespräch zielt auf deine persönliche Eignung ab. Du führst es mit einem Psychologen und meist einem ranghohen Soldaten. Die Prüfer interessieren sich für:
- deine Motivation und beruflichen Ziele
- dein Wissen über die Bundeswehr, die Laufbahn und die Aufgaben als Elektroniker/-in
- deine Eigenschaften, Stärken und Schwächen (Hier kommen auch deine Angaben aus den Fragebögen ins Spiel.)
Der Psychologe wertet das Gespräch aus, erstellt ein psychologisches Profil und empfiehlt eine Laufbahn für dich.
Einplanung
Hast du den ganzen Einstellungstest erfolgreich hinter dich gebracht, fließen in der Einplanungsstelle alle Ergebnisse zusammen – also die Angaben aus deinen Unterlagen, deine Leistungen beim CAT-Test und BFT, das ärztliche Gutachten, die Bewertung der Gruppensituation und die Einschätzung des Psychologen.
Auf dieser Basis erstellt der Einplaner dein Gesamtprofil und schlägt dir passende Dienstposten vor. Gibt es für deine Wunschverwendung keine freien Plätze oder reicht deine Eignung nicht aus, kann er dir Alternativen anbieten. Du entscheidest daraufhin, ob du das Angebot annimmst.
Deine Vorbereitung auf den Einstellungstest für Elektroniker/-innen bei der Bundeswehr
Der Eignungstest ist zwar umfangreich und anspruchsvoll, aber fair – und mit einer gezielten Vorbereitung stellst du die Weichen für eine erfolgreiche Teilnahme. Doch das heißt nicht, dass du wochenlang pausenlos lernen musst. Entscheidend ist, dass du dich systematisch auf das konzentrierst, was im Test wirklich gefragt ist:
- Frische dein Schulwissen zu Mathematik und Technik gezielt auf. Die wichtigsten Rechenregeln, elektrische Grundbegriffe und grundlegende technische Prinzipien sollten sitzen, wenn du Elektroniker/-in werden willst.
- Übe mit Aufgaben und Testmodulen aus dem Auswahlverfahren. Dadurch lernst du die verschiedenen Aufgabenformate kennen. Setze dir ein zeitliches Limit, um die Prüfungssituation realistisch nachzuahmen und dich an den Zeitdruck zu gewöhnen.
- Trainiere Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Griffkraft und Ausdauer für den Sporttest. Für das Training solltest du mindestens sechs Wochen einplanen.
- Überlege dir, warum du Elektroniker/-in bei der Bundeswehr werden willst und was du dafür mitbringst.
- Eigne dir Methoden an, die dir dabei helfen, fokussiert zu bleiben und deine Leistungen abzurufen, ohne in Hektik oder Panik zu verfallen.
Die Alternative: eine zivile Ausbildung als Elektroniker/-in bei der Bundeswehr
Wenn eine militärische Laufbahn nicht das Richtige für dich ist, könnte der zivile Bereich die Alternative sein. Auch in zivil beschäftigt und bildet die Bundeswehr Elektroniker/-innen aus. Die Ausbildung gibt es in verschiedenen Fachrichtungen. Sie läuft genauso ab wie in der freien Wirtschaft, nur eben mit der Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb.
Auch für eine zivile Lehrstelle durchläufst du einen Einstellungstest. Er setzt sich zusammen aus:
- Aufsatz zu einem vorgegebenen Thema
- CAT-Test
- Vorstellungsgespräch
Auf der Bundeswehr-Karriereseite findest du Stellenbeschreibungen und den Link zum Bewerbungsportal.














