Bundeswehr Musterung Test: Bist du bereit hierfür?

Aktualisiert am 11. Juli 2021 von Ömer Bekar
Infos zum Bundeswehr Musterung Test

Auch wenn sich beim Bund vieles geändert hat: Die Bundeswehr Musterung gibt es nach wie vor. Nur in anderer Form als früher.

110 Karriereberatungsbüros, 16 Karrierecenter und das Assessment-Center für Führungskräfte in Köln: Sie alle vertreten die Bundeswehr als Arbeitgeber und leisten bundesweit ihren Beitrag zur Personalgewinnung. Und wenn Du eine Karriere bei den Streitkräften machen willst, wird Dich Dein Weg meist zuerst zur Karriereberatung führen. Hast Du dann Deine Bewerbung abgegeben und lädt Dich die Bundeswehr zum Einstellungstest ein, fährst Du für die Prüfung in ein Karriere- oder das Assessment-Center.

Nur: Was erwartet Dich beim Eignungstest? Das erfährst Du in diesem Beitrag!

Bundeswehr Test für die Eignung

Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht ist auch die Bundeswehr Musterung in der früheren Form Geschichte. Heute bekommt kein junger Mann mehr einen Bescheid, wann er beim Kreiswehrersatzamt erscheinen muss. Wer sich jetzt bei der Bundeswehr meldet, tut das freiwillig. Doch um eine Prüfung kommt trotzdem kein Bewerber herum. Denn um die Eignung festzustellen, führt die Bundeswehr einen Einstellungstest durch. Und dieser ist ziemlich umfangreich.

Warum gibt es eigentlich einen Eignungstest bei der Bundeswehr?

Egal, ob Du freiwilligen Wehrdienst leistest, eine Ausbildung machst, studierst oder als Wiedereinsteller zurückkommst. Und unabhängig davon, ob Du die Laufbahn der Mannschaften, der Unteroffiziere, der Feldwebel oder der Offiziere einschlägst: Die Bundeswehr bereitet Dich gut auf Deine künftigen Aufgaben vor. So beginnt Deine Zeit als Soldatin oder Soldat immer mit der Grundausbildung. Sie dauert drei Monate und vermittelt Dir die Grundlagen des Soldatenberufs. Danach absolvierst Du die Ausbildung für Deine Verwendung und Deine Laufbahn. Und auch wenn Du schon auf Deinem Dienstposten im Einsatz bist, stehen regelmäßig Lehrgänge, Schulungen und Kurse auf dem Programm. Auf diese Weise baust Du Dein Wissen stetig aus.

Trotzdem bleibt der Dienst bei den Streitkräften anspruchsvoll. Du musst Dich immer wieder auf neue Situationen einstellen und verschiedene Herausforderungen meistern. Und Du gehst nicht nur Risiken ein, sondern trägst durch den Dienst an der Waffe auch große Verantwortung. Das ist schon im normalen Alltag so, viel mehr aber noch bei Übungen und in Auslandseinsätzen.

Nicht jeder Bewerber ist für eine militärische Laufbahn geeignet. Denn Interesse, Lernbereitschaft und Fachwissen genügen nicht. Mindestens genauso wichtig sind eine starke Persönlichkeit, ein gefestigter Charakter und körperliche Leistungsfähigkeit. Am Ende geht es also ums Gesamtpaket aus fachlicher, persönlicher und körperlicher Eignung. Ob Du dieses Gesamtpaket mitbringst, kann die Bundeswehr anhand Deiner schriftlichen Bewerbung aber kaum beurteilen. Aus diesem Grund gibt es den Eignungstest.

Wo wird Bundeswehr Einstellungstest durchgeführt?

Möchtest Du zum Bund, kannst Du Dich zunächst auf der Karriere-Seite umschauen. Dort gibt es Informationen zu den verschiedenen Laufbahnen und Berufsbildern. Außerdem findest Du dort die Kontaktdaten zur Karriereberatung. So kannst Du einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren. Bei dem Gespräch informiert Dich der Berater über Deine beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr. Außerdem erklärt er Dir das Auswahlverfahren und die weiteren Schritte. Neben Info-Materialien bekommst Du von ihm auch die Bewerbungsformulare.

Hast Du Deine Bewerbung fertig, kannst Du sie entweder beim Karriereberater abgeben oder online über das Bewerbungsportal einreichen. Ist Deine Bewerbung komplett, schaut sich die Bundeswehr Deine Unterlagen an. Neben formalen Kriterien spielen dabei vor allem Deine Schulnoten eine Rolle. So erwartet die Bundeswehr gute Noten in Deutsch, Mathematik und den Fächern, die Du für Deinen angestrebten Beruf brauchst. Das können zum Beispiel Physik, Chemie, Technik oder Englisch sein. Außerdem zählt der Eindruck, den Deine Bewerbung im Ganzen hinterlässt. Scheinst Du geeignet, wirst Du zum Bundeswehr Einstellungstest eingeladen.

Hinweis: Im Bundeswehr Einstellungstest Trainings-Center sind alle Bundeswehr Fachfragen vorhanden.

In den meisten Fällen wirst Du in einem Karrierecenter am Eignungstest teilnehmen. Dabei ist jedes Karrierecenter für ein oder mehrere Bundesländer zuständig. Deshalb hängt es von Deinem Wohnort ab, wo Du den Einstellungstest machst. Mit zwei Ausnahmen:

In Deiner Einladung steht, wann Du wohin kommen musst. Und neben der genauen Anschrift findest Du darin auch Informationen für Deine Anreise. Außerdem liegt der Einladung ein Gutschein für eine Zugfahrkarte bei.

Wie lange dauert die jetzige Bundeswehr Musterung?

Beim Einstellungstest durchläufst Du mehrere Stationen. Und die einzelnen Prüfungen verteilen sich auf zwei Tage. Je nachdem, wann Du anreist, kann es auch sein, dass Du zweieinhalb Tage vor Ort bist. Wie umfangreich der Eignungstest ist, hängt aber von der Laufbahn ab, für die Du Dich beworben hast. Darauf gehen wir gleich noch genauer ein.

In der Zeit, in der Du am Eignungstest teilnimmst, stellt Dir die Bundeswehr jedenfalls eine Unterkunft in der Kaserne zur Verfügung. Außerdem kannst Du in der Kantine essen. Die Übernachtung und die Verpflegung sind für Dich als Bewerber kostenlos.

Übrigens: Hast Du Dich für den zivilen Bereich beworben, steht für Dich ebenfalls ein Einstellungstest auf dem Programm. Allerdings läuft er ein bisschen anders. Er umfasst zwar ebenso verschiedene Tests, die Du an zwei Tagen ablegst. Aber die beiden Prüfungstage folgen nicht direkt aufeinander. Stattdessen machst Du erst einmal den ersten Teil. Warst Du dabei erfolgreich und waren Deine Leistungen gut, wirst Du einige Zeit später zum zweiten Teil eingeladen. Ausführliche Informationen zum Auswahlverfahren im zivilen Bereich haben wir zum Beispiel hier für Dich zusammengetragen.

Wie läuft der Einstellungstest ab?

Ein erfolgreiches Abschneiden beim Einstellungstest ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Du eingestellt werden kannst. Von Deinen Leistungen und Ergebnissen beim Test wiederum hängt ab, als was Du eingestellt wirst. Dabei besteht der Bundeswehr Einstellungstest aus standardisierten Testverfahren. So ist sichergestellt, dass die Bedingungen und Voraussetzungen für alle Bewerber gleich sind. Und es wird auch nicht nach Alter und Geschlecht unterschieden. Ob Du noch zur Schule gehst oder bereits mehrere Jahre Berufserfahrung hast und ob Du eine Frau oder ein Mann bist, spielt keine Rolle. Am Eignungstest ändert sich dadurch nichts.

Werbung in eigener Sache: Im kostenpflichtigen Bundeswehr Einstellungstest Trainingscenter sind alle Testgebiete vorhanden. Welche das sind, erfährst Du hier.

Allerdings berücksichtigt das Auswahlverfahren Deine Pläne. Und das gilt sowohl für den Umfang als auch für die inhaltlichen Schwerpunkte vom Eignungstest. Bewirbst Du Dich zum Beispiel für den Freiwilligen Wehrdienst, umfasst Dein Bundeswehr-Test weniger Bausteine als der Einstellungstest für die Feldwebel- oder die Offizierslaufbahn.

Bausteine beim Bundeswehr Musterung Test

Durch die verschiedenen Bausteine soll der Eignungstest herausfinden, wie Deine berufliche Zukunft bei der Bundeswehr aussehen könnte.

Bevor wir uns die einzelnen Abschnitte vom Test jetzt gleich genauer anschauen, aber noch ein Hinweis: Die Reihenfolge, in der Du die Prüfungen ablegst, kann anders sein, als hier beschrieben. Das liegt daran, dass die Bewerber in kleinere Gruppen eingeteilt werden. Während eine Gruppe dann mit dem CAT-Test beginnt, fangen andere Bewerber mit dem Sporttest und wieder andere Bewerber mit der ärztlichen Untersuchung an. Auf diese Weise sollen die Wartezeiten an den einzelnen Stationen möglichst kurz bleiben. Aber keine Sorge: Du musst Dir die Abläufe nicht alle merken. Denn bei der Begrüßung bekommst Du einen sogenannten Laufzettel. Darauf ist angegeben, wann Du wo welche Prüfung machst.

Der Aufsatz – nur für Offiziersanwärter

Willst Du die Laufbahn der Offiziere einschlagen, gehört ein Aufsatz zu Deinem Einstellungstest. Für den Aufsatz werden Dir in aller Regel drei Themen vorgegeben, von denen Du Dir eines aussuchen kannst. In den Aufgabenstellungen kann es um das aktuelle Zeitgeschehen, wichtige Ereignisse oder Fragen aus dem normalen Alltag gehen. Auch Inhalte, die mit der Bundeswehr zu tun haben, kommen mitunter vor. Als Text kann eine Erörterung, ein Bericht oder eine Stellungnahme gefragt sein.

Eine andere Aufgabenstellung, die für den Bundeswehr Test typisch ist, behandelt ein Wortpaar wie zum Beispiel “Mitgefühl und Mitleid”. Die beiden Begriffe scheinen ähnlich, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Deine Aufgabe ist, die Wörter zu erklären, miteinander zu vergleichen und die Unterschiede aufzuzeigen.

Wenn Du den Aufsatz schreibst, kannst Du nicht auf Bücher, Zeitungen, das Internet oder ähnliche Dinge zurückgreifen. Denn der Aufsatz soll mehrere Dinge prüfen. Klar geht es zum einen um Deinen Umgang mit der deutschen Sprache. Zum anderen testet der Aufsatz, ob Du strukturiert arbeitest. Außerdem will die Bundeswehr wissen, ob Du Ideen entwickeln und nachvollziehbar erklären kannst. Und nicht zuletzt wird auch Dein Allgemeinwissen überprüft.

Der CAT-Test

Alle Bewerber nehmen bei der aktuellen Bundeswehr Musterung am sogenannten CAT-Test teil. CAT steht für Computer-Assistierte Testung. Hinter diesem klangvollen Namen verbirgt sich ein Computertest. Er wird am PC durchgeführt und vom Rechner ausgewertet.

Der CAT-Test umfasst mehrere Testverfahren. Dazu zählen Wissens- und Intelligenztests, aber auch Tests, bei denen es um Konzentration oder Reaktion geht. Ein Persönlichkeitstest ist ebenso enthalten. Beim Computertest stehen in erster Linie Deine fachliche Eignung und Dein Intellekt auf dem Prüfstand. Aber keine Angst: Besonderes Fachwissen wird nicht abgefragt. Schließlich liegt die Ausbildung ja erst noch vor Dir. Beim Computertest geht es vielmehr darum, ob Du im Allgemeinen die Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringst, die Du für eine erfolgreiche Ausbildung brauchst. Die Bundeswehr will also wissen, ob bei Dir die notwendigen Grundlagen vorhanden sind.

Die Inhalte und auch der Umfang vom Computertest hängen davon ab, was Du beim Bund machen willst. Generell solltest Du aber mit Aufgaben aus Bereichen wie den folgenden rechnen:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Physik, Chemie, Technik, Mechanik und Elektrotechnik
  • Allgemeinwissen
  • logisches Denken
  • räumliches und visuelles Denkvermögen
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Reaktion

Dabei sind die einzelnen Abschnitte vom Test etwas unterschiedlich gestaltet. In einigen Abschnitten hast Du für den kompletten Block an Aufgaben ein bestimmtes Zeitfenster. In anderen Abschnitten ist die Bearbeitungszeit pro Frage festgelegt. Und zum Teil sind das nur wenige Sekunden. Sobald die Zeit abgelaufen ist, verschwindet die Frage vom Bildschirm und die nächste Aufgabe erscheint.

Es ist deshalb durchaus möglich, dass andere Bewerber schneller fertig sind als Du oder andersherum länger brauchen. Lasse Dich davon nicht verunsichern!

Nur Auswahlfragen

Beim CAT-Test gibt es nur Auswahlfragen. Das bedeutet: Zu jeder Frage siehst Du mehrere Antwortmöglichkeiten. Meist sind vier verschiedene Lösungen genannt. Du musst daraus die richtige Lösung auswählen und anklicken. Aufgaben, bei denen Du selbst eine Antwort formulieren musst, kommen beim Computertest nicht vor. Und es tauchen auch keine Fragen auf, bei denen mehrere Lösungen richtig sind.

Allerdings wird beim CAT-Test eine Methode angewendet, die sich adaptives Testverfahren nennt. Dieses System sorgt dafür, dass sich die Fragen von der Schwierigkeit her an Deine Fähigkeiten anpassen. Und das geht so: Hast Du eine Aufgabe korrekt gelöst, wird die nächste Frage ein bisschen schwerer. Andersherum folgt eine etwas leichtere Frage, wenn Du eine falsche Antwort gegeben hast. Es kann sein, dass Dir das nicht unbedingt auffällt. Das Testverfahren ermittelt so aber ziemlich genau, wie gut Du in den einzelnen Bereichen bist.

Das lesen gerade andere Bewerber für die Bundeswehr ►  Bundeswehr Ärztliche Untersuchung: Was wirklich zählt

Der psychologische Test

Ein weiteres Testsystem beim CAT-Test heißt Fragebogenverfahren. Dahinter steckt ein Persönlichkeitstest mit psychologischen Fragen. In diesem Abschnitt bestehen die Aufgaben aus Aussagen wie zum Beispiel „Ich finde, wer austeilt, muss auch einstecken können.“ Durch die Antwortmöglichkeiten kannst Du dann einstufen, ob und wie sehr die Aussage auf Dich zutrifft.

Im Unterschied zu den Wissens- und Logiktests gibt es beim Persönlichkeitstest keine falschen oder richtigen Antworten. Schließlich beziehen sich die Fragen ja auf Deine Eigenschaften und Deine Ansichten. Und Du solltest auch bei der Wahrheit bleiben. Antworte ruhig spontan und ohne großartig nachzudenken. So entsteht am Ende ein stimmiges Bild ohne Widersprüche.

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  • Speziell für alle Laufbahnen der Bundeswehr entwickelt
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Je nach Laufbahn dauert der CAT-Test zwischen zweieinhalb und vier Stunden. Wobei es zwischen den einzelnen Abschnitten Pausen gibt.

Auf der Karriere-Seite der Bundeswehr gibt es einen Assessment-Trainer. Das ist ein Online-Test mit ein paar Prüfungsfragen. Der PC-Test bei der Musterung ist natürlich viel umfangreicher. Aber der Online-Test vermittelt Dir einen ersten Eindruck. Und wenn Du ein bisschen üben willst, ist er gut geeignet. Wir haben natürlich auch jede Menge Informationen über den CAT-Test, die anderen Abschnitte vom Auswahlverfahren und die Bundeswehr für Dich zusammengetragen. Neben Tipps für Deine Vorbereitung findest Du darin auch Aufgaben und Tests zum Üben. Für eine sehr gezielte Vorbereitung können wir Dir außerdem unsere kostenpflichtigen Online-Kurse ans Herz legen.

Die ärztliche Untersuchung

Eine gute körperliche Verfassung und eine solide Gesundheit sind für den Soldatenberuf sehr wichtig. Deshalb wird im Auswahlverfahren eine ärztliche Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchung soll feststellen, ob Du für den Dienst bei der Truppe geeignet bist. Aus diesem Grund wird der medizinische Check auch als Eignungsuntersuchung bezeichnet. Übrigens ist die Untersuchung das, was früher der wesentliche Part der Bundeswehr Musterung war.

Um Deine gesundheitliche Eignung zu ermitteln, finden verschiedene Tests und Untersuchungen statt. So zum Beispiel ein Sehtest, ein Hörtest und auch ein Drogentest. Der ärztliche Dienst misst und wiegt Dich, um mit diesen Daten Deinen BMI auszurechnen. Daneben stehen eine Blutdruckmessung, ein Lungenfunktionstest und eine Kontrolle Deiner Reflexe auf dem Programm. Manchmal musst Du auch Übungen wie Kniebeugen als Test für Deine Beweglichkeit und Deinen Gleichgewichtssinn machen. Ein persönliches Gespräch mit dem Arzt gehört ebenfalls dazu. Bei diesem Gespräch geht der Arzt mit Dir Deine bisherige Krankengeschichte durch und befragt Dich zu Allergien und häufigen Erkrankungen in Deiner Familie.

Bei der Musterung achtet der Arzt auf zwei Dinge. Einerseits bewertet er, ob Du grundsätzlich als Soldatin oder Soldat arbeiten kannst. Andererseits stellt er fest, ob es bestimmte Tätigkeiten gibt, für die Du ausscheidest. Im Ergebnis ordnet Dich der Arzt in einen Tauglichkeitsgrad wie T1 oder T2 ein. Und von diesem Tauglichkeitsgrad hängt ab, welche Laufbahnen und Verwendungen für Dich in Frage kommen.

Der Sporttest

Bewirbst Du Dich für den Freiwilligen Wehrdienst, nimmst Du nicht am Sporttest teil. Ansonsten geht es für Bewerber aller Laufbahnen in die Sporthalle. Denn neben einer soliden Gesundheit spielt mit Blick auf die Leistungsfähigkeit auch die körperliche Fitness eine wichtige Rolle. Und wie fit Du bist, stellt sich beim Bundeswehr Sporttest heraus. Dafür legst Du beim Einstellungstest den sogenannten Basis Fitness Fitnesstest der Personalgewinnung, oder kurz BFT, ab. Und er umfasst drei Stationen.

11 x 10 Meter Sprinttest

Die erste Übung ist eine Art Pendellauf. Es ist aber kein klassischer Wendelauf, bei dem Du einfach nur hin- und herläufst. Denn als zusätzliche Schwierigkeit gehst Du nach jeder Runde in Bauchlage und startest aus dieser Position heraus den nächsten Sprint. Der Ablauf ist so:

  • Zuerst legst Du Dich bäuchlings auf eine Turnmatte. Deine Beine streckst Du gerade nach hinten, Deine Arme liegen neben Deinem Oberkörper und Dein Blick geht nach vorne.
  • Sobald Dir der Prüfer das Startkommando gegeben hat, springst Du so schnell wie möglich auf rennst zu einer Pylone. Die Pylone steht zehn Meter weit weg und markiert das Ende der Strecke.
  • Um die Pylone läufst Du herum und sprintest zurück zur Turnmatte.
  • Auf der Matte legst Du Dich wieder bäuchlings ab. Dann klatschst Du Deine Hände einmal kurz auf dem Rücken zusammen. Damit ist die erste Runde erledigt.
  • Das Ganze wiederholst Du über vier weitere Runden.
  • Wenn Du fünf komplette Runden gelaufen bist, folgt der letzte Sprint. Bist Du auf Höhe der Pylone angekommen, stoppt der Prüfer Deine Zeit.

Beim Sprinttest geht es also um Schnelligkeit und um Geschicklichkeit. Für Deinen kompletten Durchgang hast Du maximal 60 Sekunden Zeit. Denn um den Sprint-Test zu bestehen, musst Du ihn in unter einer Minute laufen. Aber je kürzer Du brauchst, desto besser ist Deine Wertung.

Klimmhang-Test

An der zweiten Station ist ein Reck aufgebaut. Und die Übung testet Deine Kraft und Dein Durchhaltevermögen. Du greifst dafür die Reckstange und gehst in die gleiche Position wie am Ende von einem klassischen Klimmzug. Dabei verläuft die Stange ungefähr auf Höhe Deiner Schultern. Selbst nach oben ziehen, musst Du Dich aber nicht. Denn als Starthilfe steht ein kleiner Kasten unter dem Reck.

Sobald Du die richtige Position eingenommen hast, wird der Kasten weggenommen und die Zeit läuft. Dein Ziel ist, so lange wie möglich in dieser Position zu verharren. Dabei musst Du mindestens fünf Sekunden schaffen. Denn das ist die Mindest-Vorgabe, um die Übung zu bestehen. Auch hier wird eine gute Leistung aber wieder mit mehr Punkten belohnt.

3.000 Meter Fahrrad-Ergometer-Test

Als dritte Disziplin steht eine Ausdauer-Übung auf dem Programm. Du sitzt dafür auf einem Fahrrad-Ergometer und musst drei Kilometer zurücklegen. Für diese Strecke hast Du maximal 6:30 Minuten Zeit. Klar gibt es auch hier wieder umso mehr Punkte, je schneller Du im Ziel bist.

Die Übung beginnt mit einer Aufwärmphase. Sie dauert eine Minute und der Widerstand beträgt 70 Watt. Danach erhöht sich die Leistung auf 130 Watt. Belässt Du es dabei, schaffst Du die Strecke rechtzeitig, wenn Du mit ungefähr 90 Umdrehungen pro Minute in die Pedale trittst. Du kannst die Einstellung aber jederzeit verändern. Wählst Du einen höheren Widerstand, legst Du mit jeder Umdrehung mehr Meter zurück. Bei einem kleineren Widerstand ist das Radeln nicht so anstrengend. Aber damit Du die Distanz in der Zeit schaffst, musst Du sehr viel schneller strampeln. Letztlich ist es also genauso wie mit den Gängen beim Fahrrad.

Das lesen gerade andere Bewerber für die Bundeswehr ►  Bundeswehr Eignungsfeststellung: Nicht jeder packt es

Sobald Du die drei Kilometer zurückgelegt hast (oder wenn die sechseinhalb Minuten abgelaufen sind), stoppt die Messung. Dann folgt noch einmal eine Minute, während der Du locker weiterradelst. Diese Abkühlphase soll Deinen Kreislauf herunterbringen.

Möchtest Du zur Feuerwehr, kommt noch eine vierte Übung dazu. Dabei handelt es sich um eine Geschicklichkeitsübung, bei der Du über einen Schwebebalken laufen musst. Den Sporttest hast Du bestanden, wenn Du bei allen drei Stationen wenigstens die Mindestanforderungen geschafft hast. Deine Leistungen werden dann erst in Punkte und anschließend in eine Note umgerechnet.

Übrigens: Der Basis Fitness Test ist der Standard-Sporttest der Bundeswehr. Deshalb wird er Dir noch öfter begegnen. Nämlich am Anfang und am Ende der Grundausbildung. Und danach wiederholst Du ihn einmal pro Jahr. Als Soldatin oder Soldat ist die Ausdauer-Übung aber nicht der Fahrradergometer-Test. Stattdessen machst Du dann einen 1.000-Meter-Lauf. Hier ist ein Video dazu.

Das Assessment-Center – nur für angehende Feldwebel und Offiziere

Feldwebel und Offiziere gehören zu den Führungskräften der Bundeswehr. Sie treffen Entscheidungen, tragen Verantwortung und führen ihr Team. Einerseits müssen sie sich durchsetzen können, andererseits brauchen sie viel Teamgeist und ein gutes Gespür für andere. Willst Du die Laufbahn der Feldwebel oder Offiziere einschlagen, ist eine Gruppensituation ein Baustein bei Deinem Einstellungstest. Und in der Gruppensituation geht es eben darum, ob Du das Zeug zu einer Führungskraft hast.

Für die Gruppensituation bildest Du mit zwei oder drei anderen Bewerbern eine Gruppe. Die Prüfer geben euch dann Aufgaben, die ihr zusammen bearbeiten müsst. So eine Gruppenaufgabe kann zum Beispiel eine Diskussion über ein bestimmtes Thema sein. Mitunter weisen Dir die Prüfer dabei eine Rolle zu, die Du vertreten musst. Eine andere Gruppenaufgabe kann vorsehen, dass Ihr gemeinsam eine Lösung für ein Problem finden sollt. Hier ist eine beliebte Aufgabenstellung, dass ihr eine Veranstaltung besuchen wollt, aber für vier Leute nur drei Eintrittskarten habt. Folglich müsst ihr erarbeiten, wer nicht mitgeht.

In der Gruppensituation geht es weniger darum, welche Lösung am Ende herauskommt. Wichtiger ist, wie ihr zu der Lösung kommt. Für Dich heißt das: Beteilige Dich aktiv am Gespräch und bringe Deine Ideen ein. Vertrete Deinen Standpunkt, aber bleibe dabei fair und kompromissbereit.

Die Gruppensituation endet mit einem Kurzvortrag. Dafür geben Dir die Prüfer ein Thema vor. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit führst Du Deine Überlegungen vor Deiner Gruppe und den Prüfern aus.

Die Studienberatung

Bei Offiziersanwärtern soll der Einstellungstest nicht nur die Eignung für den Soldatenberuf feststellen, sondern auch die Befähigung für ein Studium ermitteln. Immerhin erlernst Du durch das Studium als Offizier gleichzeitig einen akademischen Beruf.

Beim Eignungstest nimmst Du deshalb an einer Studienberatung teil. Dafür setzt Du Dich mit einem Berater zusammen. Der Berater schaut sich Deine Testergebnisse an. Vor allem Deine Leistungen vom Computertest fallen dabei ins Gewicht. Auf dieser Basis prüft er, welche Studiengänge für Dich in Frage kommen und welche Studienplätze er Dir anbieten kann.

Wenn Du zur Studienberatung gehst, solltest Du über Deinen gewünschten Studiengang Bescheid wissen. Und Du solltest begründen können, warum Du Dich dieser Bereich interessiert. Denn der Berater wird prüfen, ob Du Dich mit der Studienwahl und der Offizierslaufbahn auseinandergesetzt hast.

Das Vorstellungsgespräch

Ein fester Bestandteil der Bundeswehr Musterung ist das Vorstellungsgespräch. Denn natürlich möchte die Bundeswehr wissen, wer die Person hinter den Bewerbungsunterlagen und den bisherigen Testergebnissen ist. Die Prüfer nutzen das Interview aber nicht nur, um Dich näher kennenzulernen und etwas über Deine Motivation und Deine Ziele zu erfahren. Sondern sie wollen auch ihre Erkenntnisse über Dich vervollständigen und einordnen.

Weil Du das Vorstellungsgespräch meist mit einem Psychologen führst, wird es manchmal auch psychologisches Gespräch genannt. Oft ist neben dem Psychologen noch ein Soldat mit einem höheren Dienstgrad beim Interview dabei. Letztlich ist das Vorstellungsgespräch aber ein klassisches Bewerbungsgespräch. Und die Prüfer werden Dir die Fragen stellen, die für so ein Gespräch typisch sind. Nur eben bezogen auf den Arbeitgeber Bundeswehr und Deine beruflichen Ziele. Du solltest deshalb auf zum Beispiel folgende Fragen vorbereitet sein:

  • Warum haben Sie sich bei der Bundeswehr beworben?
  • Wieso soll es gerade diese Laufbahn und diese Verwendung werden?
  • Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag vor?
  • Was halten Sie für die wichtigsten Aufgaben als Soldatin/Soldat in dieser Laufbahn?
  • Was möchten Sie beruflich in fünf Jahren erreicht haben?
  • Worin sehen Sie Ihre größte Stärke und worin Ihre größte Schwäche?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Neben den Fragen-Klassikern werden die Prüfer wahrscheinlich auch kritische Themen ansprechen. Die Risiken vom Soldatenberuf, Auslandseinsätze oder wie Du auf Kritik an Deiner Berufswahl reagierst, zum Beispiel. Gut möglich ist zudem, dass die Prüfer bei ein paar Deiner Antworten vom CAT-Test nachhaken werden.

Für Deine Vorbereitung ist wichtig, dass Du Dich über die Bundeswehr und Deine angestrebte Verwendung informierst. Denn dieses Wissen brauchst Du, wenn Du überzeugend vermitteln willst, dass und warum Du gerade diesen Weg einschlagen möchtest.

Beim Gespräch selbst solltest Du aber natürlich bleiben. Spiele den Prüfer nichts vor, sondern lasse Dich offen und ehrlich auf das Gespräch ein. Schließlich geht es um Deine berufliche Zukunft – und niemand hat etwas davon, wenn Du nicht Du selbst bleibst.

Was passiert nach dem Bundeswehr Eignungstest?

Hast Du alle Abschnitte vom Einstellungstest erfolgreich gemeistert, geht es für Dich direkt weiter zur Einplanung. Der Einplaner hat alle Deine Daten vor sich: Deine Angaben in der Bewerbung, Deine Ergebnisse vom CAT-Test, Deine Note vom Sporttest, die Beurteilung von der ärztlichen Musterung und ggf. Deine Leistungen im Assessment-Center. Hinzu kommt die Empfehlung, die der Psychologe nach dem Vorstellungsgespräch für Dich gibt. Diese Daten erfasst der Einplaner und erstellt so ein Profil. Auf dieser Grundlage macht er Dir dann ein Angebot.

Ist es optimal gelaufen, kannst Du in der Laufbahn und für die Verwendung eingestellt werden, für die Du Dich beworben hast. Aber der Einplaner muss Deine Eignung, den Personalbedarf der Bundeswehr und die freien Dienstposten unter einer Hut bekommen. Gut möglich ist deshalb, dass es auf einen Kompromiss hinauslaufen wird. Zum Beispiel, weil Deine Leistungen für die gewünschte Verwendung nicht ausreichen. Oder weil es hier keine freien Dienstposten gibt. Genauso kann sein, dass der Psychologe eine andere Laufbahn für geeigneter hält. Oder dass Dich der Bundeswehr-Arzt ausgerechnet für Deine Wunsch-Verwendung ausgemustert hat. In allen diesen Fällen wird der Einplaner versuchen, Dir Alternativen aufzuzeigen – im militärischen oder auch im zivilen Bereich. Du kannst dann entscheiden, ob Du das Angebot annimmst oder ob nicht.

 

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Willkommen, ich bin Ömer Bekar, der Gründer und Autor dieser Seite. Seit dem Jahre 2006 erstellen wir Vorbereitungskurse für Einstellungstests. Unser Schwerpunkt ist das digitale Bewerbungsauswahlverfahren und Ermittlung von Kompetenzen. Wir konzipieren auch für Behörden und Unternehmen Online-Eignungstests sowie Bewerbungsauswahlverfahren. Mit dieser Seite möchte ich Jugendliche und Menschen, die eine Veränderung möchten, dazu ermutigen eine Laufbahn bei der Bundeswehr einzuschlagen. Wie kann ich Dir helfen? Gibt es, was Dich besonders interessiert, worüber ich schreiben sollte? Schreibe mir an oemer.bekar [at] bundeswehrtest.de.

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