
Dass bei der Bundeswehr Frauen alle Posten bekleiden können, war früher fast undenkbar.
Du interessierst dich für die Bundeswehr – bist aber unsicher, ob der Soldatenberuf wirklich zu dir passt? Diese Frage stellen sich viele Frauen. Dabei geht es nicht um Image oder Gleichstellung, sondern um die alltäglichen Belastungen, die körperlichen Anforderungen und vor allem die Entscheidung über deine berufliche Zukunft. Wir ordnen die Fakten ein, damit du dich realistisch orientieren kannst.
Bundeswehr Eignungsprüfung als Online Vorbereitung
Frauen als Soldatinnen bei der Bundeswehr? Das war lange Zeit unvorstellbar. Der Soldatenberuf war jahrzehntelang eine klassische Männerdomäne. Zwar konnten Frauen schon früh im Sanitätsdienst und später auch im Militärmusikdienst arbeiten – der Dienst an der Waffe war aber ausgeschlossen. Erst eine wegweisende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2000 führte zur entscheidenden Änderung. Seit 2001 stehen Frauen bei der Bundeswehr alle Laufbahnen offen.
Heute sind Soldatinnen Normalität. Sie führen Einheiten, fliegen Kampfjets, arbeiten in Fachdiensten oder dienen in Auslandseinsätzen. Trotzdem gibt es offene Fragen – vor allem, wenn du über eine Bewerbung nachdenkst. Hier setzt dieser Beitrag an.
Frauen bei der Bundeswehr – ein Blick in die Geschichte
Bei der Gründung der Bundeswehr in den 1950er-Jahren schloss das Grundgesetz den bewaffneten Dienst für Frauen ausdrücklich aus. Die Idee dahinter war der Schutzgedanke. Die Trennung zwischen Streitkräften und Wehrverwaltung hatte zur Folge, dass Frauen zwar für die Bundeswehr arbeiteten, aber nur in zivilen Funktionen.
1975 wurden die ersten Ärztinnen, Apothekerinnen und Tierärztinnen als Soldatinnen eingestellt. In den Folgejahren kamen weitere Dienstposten im Sanitäts- und Militärmusikdienst dazu. Obwohl diese Soldatinnen bewaffnet waren, dienten ihre Waffen nur der Selbstverteidigung. In Kampfhandlungen durften sie nicht eingreifen.
Die große Wende läutete die Bewerbung der Elektronikerin Tanja Kreil im Jahr 1996 ein. Ihre Bewerbung für den technischen Dienst lehnte die Bundeswehr ab, weil die Verwendung als Soldatin der Instandsetzung den Dienst an der Waffe beinhaltet. Die junge Frau wollte das nicht hinnehmen und klagte bis vor den Europäischen Gerichtshof. Dieser urteilte im Januar 2001, dass ein genereller Ausschluss von Frauen in militärischen Laufbahnen gegen das Europarecht verstößt.
Nach hitzigen politischen Debatten wurde Artikel 12a des Grundgesetzes schließlich angepasst. Seitdem dürfen Frauen zwar nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden (Abs. 4, letzter Satz). Weil sie ihn aber freiwillig leisten können, stehen seit 2001 Frauen alle militärischen Laufbahnen offen.
Bundeswehr-Soldatinnen und zivile Angestellte: aktuelle Zahlen und Fakten
Derzeit dienen rund 25.250 Soldatinnen bei der Bundeswehr. Damit liegt ihr Anteil bei über 13 Prozent. Vertreten sind sie in allen Organisationsbereichen:

Auch was die Laufbahngruppen angeht, sind Soldatinnen breit aufgestellt. Unteroffiziere mit und ohne Portepee stellen den größten Anteil, gefolgt von Offizieren und Mannschaften:

Der Status spiegelt die generelle Verteilung bei der Bundeswehr wider. Soldatinnen auf Zeit (SaZ) sind die größte Gruppe, freiwillig Wehrdienstleistende die kleinste und Berufssoldatinnen liegen dazwischen.

Aber neben den militärischen Verwendungen bietet auch der zivile Bereich Frauen verschiedenste Karrierechancen. Tatsächlich machen die fast 32.200 Frauen rund 39 Prozent der zivilen Beschäftigten in der Bundeswehr aus, angefangen bei Praktikantinnen und Azubis über Arbeitnehmerinnen bis hin zu Beamtinnen.

Das Auswahlverfahren für Soldatinnen bei der Bundeswehr
Der Einstellungstest ist für alle Bewerber/-innen gleich. Er verteilt sich in aller Regel auf zwei Tage und umfasst:
- Computertest (CAT-Test)
- Sporttest (Basis-Fitness-Test)
- Eignungsuntersuchung
- Vorstellungsgespräch (psychologisches Interview)
- je nach Laufbahn zusätzlich Gruppenaufgaben, Kurzvortrag, Aufsatz und Studienberatung
Sowohl die Inhalte als auch die Anforderungen sind geschlechtsneutral. Für die Bundeswehr zählen allein deine Leistungen und deine Motivation – nicht dein Geschlecht.
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Als Frau zur Bundeswehr – FAQ
Wie ist mein rechtlicher Status als Soldatin?
Als Soldatin hast du denselben rechtlichen Status wie deine männlichen Kameraden und unterliegst dem Soldatengesetz – mit allen Rechten und Pflichten.
Es gibt keine Sonderrolle, die Anforderungen an Frauen und Männer sind grundsätzlich gleich. Auch Auslandseinsätze gehören zum Beruf dazu. Allerdings gelten klare Schutzregelungen, zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder familiären Belastungen.
Welche Aufgaben kann ich übernehmen?
Mit der Öffnung aller Laufbahnen für alle Bewerber/-innen stehen dir sämtliche Berufswege und Verwendungen offen – sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich.
In welche Laufbahnen kann ich als Frau einsteigen?
Du kannst dich für jede Laufbahn bewerben:
- Mannschaften: Sie eignet sich vor allem für einen direkten Einstieg. Du lernst den militärischen Alltag kennen, sammelst Praxis und kannst dich später weiterentwickeln.
- Unteroffiziere ohne und mit Portepee: Diese Laufbahn ist optimal, wenn du dich auf einen Fachbereich spezialisieren und Verantwortung übernehmen willst.
- Offiziere: Wenn du studieren, Führungsverantwortung tragen, strategisch denken und mitgestalten willst, passt die Offizierslaufbahn zu dir.
Entscheidend ist nicht dein Geschlecht, sondern dein Bildungsabschluss, deine beruflichen Ziele und deine Eignung.
Welche Statusgruppe ist als Frau möglich?
Eine berufliche Karriere als Soldatin ist in allen Statusgruppen der Bundeswehr möglich:
- Freiwilliger Wehrdienst: Als Rekrutin kannst du dich für 6 bis 11 Monate verpflichten, um den Truppenalltag kennenzulernen. Möchtest du bleiben, kannst du als Soldatin auf Zeit (SaZ) weitermachen.
- Soldatin auf Zeit (SaZ): Als SaZ verpflichtest du dich für einen Zeitraum zwischen 1 und 25 Jahren. Möglich ist das in allen Laufbahnen (Mannschaften, Unteroffiziere, Offiziere).
- Berufssoldatin: Als Berufssoldatin verpflichtest du dich für dein ganzes Berufsleben, ähnlich wie Beamte bei zivilen Behörden. In diesen Status wirst du aber als bewährte Soldatin berufen und die Stellen sind begrenzt.
Die meisten Soldat/-innen bei der Bundeswehr sind Zeitsoldat/-innen.
Wie klappt die Gleichstellung im Dienstalltag?
Mit der Öffnung aller Laufbahnen wurde auch das Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsgesetz eingeführt. Das Gesetz sichert die Gleichstellung und definiert die Rahmenbedingungen für die praktische Umsetzung.
An jedem Standort sind Gleichstellungsbeauftragte im Einsatz, die vertraulich beraten und unterstützen, etwa bei Karrierefragen, aber auch bei Diskriminierung, Mobbing oder sexueller Belästigung. Zusätzlich dazu stehen in den Dienststellen Psychologen und speziell geschulte Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung.
Verdiene ich gleich viel?
Ja. Die Besoldung unterscheidet nicht nach Geschlecht.
Gibt es spezielle Uniformen für Frauen?
Die Uniformen sind grundsätzlich gleich. Allerdings gibt es einige Uniformteile, die eigens für Soldatinnen gemacht sind. Dazu zählen zum Beispiel Blusen und Röcke, die zur Ausgehuniform gehören.
Ist der Beruf familienfreundlich?
Auf das Auswahlverfahren und eine mögliche Einstellung hat es keinen Einfluss, ob du Familie hast. Du könntest dich sogar während einer Schwangerschaft bewerben.
Die Bundeswehr bemüht sich aktiv um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb gibt es unter anderem Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Elternzeit, Sonderurlaube, Teilzeitmodelle und spezielle Leistungen bei Auslandseinsätzen. Auch Versetzungen sind seltener.
Trotzdem bleibt der Soldatenberuf anspruchsvoll – und du musst für dich abwägen, ob du bereit bist, die Risiken einzugehen.
Für wen passt eine militärische Laufbahn und für wen nicht?
Eine Karriere als Soldatin passt zu dir, wenn du:
- Verantwortung tragen willst.
- dich intellektuell, mental und körperlich weiterentwickeln möchtest.
- klare Strukturen und Regeln schätzt.
Weniger gut passt der Soldatenberuf, wenn du:
- örtlich fest gebunden und zeitlich eher unflexibel bist.
- keinen Job möchtest, der mental und körperlich stark belasten kann.
- dir mit klaren Hierarchien schwer tust.
Fazit
Die Bundeswehr ist für Männer wie für Frauen ein attraktiver Arbeitgeber mit vielfältigen beruflichen Möglichkeiten – zwar sicher nicht für jeden, aber für viele. Du wirst nicht nach deinem Geschlecht beurteilt, sondern nach deiner Leistung. Wenn du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen und dich einzubringen, kannst du deine Berufswünsche langfristig verwirklichen.
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