
Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz ist, dass du den Einstellungstest bestehst.
Wenn du dich für eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr interessierst, durchläufst du nach deiner Bewerbung ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Dieses besteht aus verschiedenen Bausteinen, die dein fachliches Potenzial und deine persönliche Eignung prüfen. Hier erfährst du, wie der Einstellungstest abläuft, welche Inhalte er hat und wie du dich optimal vorbereiten kannst.
Bundeswehr Fachkraft Lagerlogistik Einstellungstest
Obwohl die Bundeswehr das deutsche Militär ist, beschäftigt sie keineswegs nur Soldat/-innen. Auch im zivilen Bereich arbeiten zahlreiche Leute – als Angestellte, Beamte und Azubis.
Zu den Berufen, die die Bundeswehr in Zivil ausbildet, gehört die Fachkraft für Lagerlogistik. Doch um dir eine Lehrstelle zu sichern, musst du den Einstellungstest bestehen.
Die Aufgaben einer Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik stellen sicher, dass Waren und Güter innerhalb eines Unternehmens sachgerecht gelagert und transportiert werden. Auch die Bundeswehr ist auf eine funktionierende Logistik angewiesen, damit Material, Gerät und Ausrüstung rechtzeitig dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.
Die Aufgaben als Fachkraft für Lagerlogistik umfassen drei große Bereiche:
Wareneingang
Beim Wareneingang geht es darum, ankommende Lieferungen zu prüfen. Typische Tätigkeiten sind:
- Lieferungen annehmen
- Ware und Begleitpapiere kontrollieren
- Abweichungen oder Schäden dokumentieren
- Güter im Warenwirtschaftssystem erfassen
Lagerorganisation
Die gelieferten Güter müssen sachgerecht verräumt und gelagert werden. Zu den Aufgaben in diesem Zusammenhang gehören:
- geeignete Lagerflächen planen
- Ware einlagern
- Lagerbedingungen (z. B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit) kontrollieren
- Bestände im System verwalten
- Inventuren durchführen
Warenausgang
Auch der Versand von Ware ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Hier kümmerst du dich unter anderem um:
- Lieferungen zusammenstellen
- Ware verpacken
- Versandpapiere ausfertigen
- Verladung planen
- Transport organisieren
Außerdem wirkst du oft daran mit, Material- und Informationsflüsse zu optimieren, damit die logistischen Prozesse so effizient wie möglich ablaufen.
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr
Neben der militärischen Organisation verfügt die Bundeswehr auch über eine große zivile Verwaltung. Ein Teilbereich der Bundeswehrverwaltung ist die Logistik.
Wirst du Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr, handelt es sich um eine Berufsausbildung im öffentlichen Dienst. Du wirst also nicht Soldat/-in, sondern Azubi innerhalb der zivilen Verwaltung.
Die Ausbildung ist im dualen System aufgebaut. Dadurch lernst du an zwei Orten:
- in einer Betriebsstätte der Bundeswehr für die praktischen Anteile der Ausbildung
- in der Berufsschule für die theoretischen Ausbildungsinhalte
Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Deine Abschlussprüfung legst du vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Damit hast du einen offiziell anerkannten Berufsabschluss, der dir auch außerhalb der Bundeswehr gute Karrierechancen eröffnet.
Die Voraussetzungen
Zunächst musst du grundlegende Anforderungen erfüllen:
- mindestens Hauptschulabschluss
- gute Noten in Deutsch und Mathematik
Zusätzlich dazu erwartet die Bundeswehr neben Interesse an Logistik handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Organisationstalent und Teamfähigkeit. Wie gut du zum Beruf und zur Bundeswehr passt, zeigt sich im Auswahlverfahren.
Achtung: Fachkraft für Lagerlogistik ≠ Fachlagerist/-in!
Obwohl die Aufgaben ähnlich und die Berufe verwandt sind, handelt es sich um zwei unterschiedliche Berufsbilder. Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist umfangreicher und beinhaltet neben Logistikdienstleistungen zusätzlich Planung, Organisation und Optimierung von Logistikprozessen. Deshalb dauert sie 3 Jahre, während Fachlagerist/-in ein 2-jähriger Ausbildungsberuf ist.
Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr
Ein guter Ausgangspunkt ist die Karriereseite der Bundeswehr. Dort findest du nicht nur das Berufsprofil mit weiteren Informationen über die Ausbildung und den Job, sondern auch den Link zum Bewerberportal. Über das Bewerbungsportal bewirbst du dich. Dafür brauchst du:
- Bewerbungsanschreiben
- tabellarischer Lebenslauf
- aktuellstes Schulzeugnis
- Praktikumsnachweise und Arbeitszeugnisse, falls vorhanden
Die Bundeswehr schaut sich deine Unterlagen an. Sind die formalen Kriterien erfüllt und sieht deine Bewerbung insgesamt vielversprechend aus, wirst du zum Einstellungstest eingeladen.
Beachte die Bewerbungsfrist!
Weil das Auswahlverfahren einige Zeit in Anspruch nimmt, musst du dich frühzeitig bewerben. Die Ausbildungen beginnen jeweils im Spätsommer eines Jahres, die Bewerbungsfrist endet aber meist schon rund ein Jahr vorher. Der genaue Stichtag steht in der Stellenausschreibung.
Der Einstellungstest für eine Lehrstelle als Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr

Der Eignungstest prüft verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten.
Der Einstellungstest findet in einem Karrierecenter oder Dienstleistungszentrum der Bundeswehr statt. Die Anschrift und alle Angaben zur Anreise stehen in deiner Einladung. Dort ist auch angegeben, welche Dokumente du mitbringen musst, etwa deine Zeugnisse im Original.
Das Testverfahren besteht aus mehreren Abschnitten. Zunächst sind die schriftlichen Tests an der Reihe. Bestehst du diese, folgt mit etwas zeitlichen Abstand das Vorstellungsgespräch.
Der Aufsatz
Den Anfang macht üblicherweise ein handschriftlicher Aufsatz. Dafür kannst du dir aus mehreren Themen eines aussuchen. Typische Aufgabenstellungen behandeln:
- Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen
- Themen aus dem alltäglichen oder gesellschaftlichen Leben
- Fragen mit Bezug zum Beruf oder der Bundeswehr
- Analyse und Vergleich eines Wortpaares wie „Ergebnis und Lösung“
Der Aufsatz soll zeigen, ob du Ideen entwickeln, logisch strukturieren und nachvollziehbar ausführen kannst. Außerdem fließt dein Umgang mit der Sprache (Ausdrucksvermögen, Grammatik und Rechtschreibung) in die Wertung ein.
Der CAT-Test
Ein zentrales Element im Einstellungstest ist der CAT-Test. CAT steht für Computer-Assistiertes Testen und bezeichnet ein Testverfahren, das am Computer stattfindet und computergestützt auswertet wird.
Der Computertest besteht aus mehreren Modulen, die grundlegende Kenntnisse und kognitive Fähigkeiten prüfen. Zu den typischen Testbereichen zählen:
- Deutsch
- Mathematik
- Technik und Physik
- Allgemeinwissen (z. B. Politik, Wirtschaft, Geschichte, Erdkunde)
- logisches Denken
- Konzentration
- Persönlichkeit (Hier beantwortest du keine klassischen Testfragen, sondern ordnest Aussagen auf einer Skala danach ein, wie sehr sie auf dich zutreffen.)
Die Aufgaben im CAT-Test sind Multiple-Choice-Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, aus denen du die richtige Lösung auswählst. Dabei arbeitet der Test adaptiv. Das heißt: Antwortest du richtig, folgen schwerere Aufgaben, während falsche Antworten zu leichteren Fragen führen. So kann der Test dein individuelles Leistungsniveau präzise bestimmen.
Das Vorstellungsgespräch
Bestehst du die schriftlichen Tests mit guten Leistungen, geht es mit dem Bewerbungsgespräch weiter. Wie bei jedem Vorstellungsgespräch ist das Ziel, dich näher kennenzulernen und deine persönliche Eignung zu beurteilen. Klassische Gesprächsthemen sind:
- Motivation für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr
- Vorstellungen und Erwartungen an den Beruf
- berufliche Ziele
- Eigenschaften, Merkmale, Stärken und Schwächen
- persönliche Interessen
Natürlich solltest du deine Berufswahl plausibel begründen können. Aber antworte nicht mit einstudierten Floskeln. Du punktest nicht mit perfekten Formulierungen, sondern mit Authentizität.
Wie schwer ist der Bundeswehr-Test?
Insgesamt lässt sich der Test auf einem mittelschweren Niveau einordnen. Viele Aufgaben ähneln denen, die in beruflichen Einstellungstests im öffentlichen Dienst und bei großen Unternehmen üblich sind.
Tatsächlich ist bei vielen Bewerber/-innen nicht das Problem, das ihnen das Wissen fehlt, um die Testfragen zu beantworten. Stattdessen stolpern sie über andere Dinge:
- fehlende oder falsche Vorbereitung
- schlechtes Zeitmanagement
- Nervosität und Probleme, sich zu konzentrieren
- unklare Motivation
- mangelnde Kenntnisse über den Beruf und die Bundeswehr
All das sind aber Fehler, die du mit der richtigen Vorbereitung vermeiden kannst!
Die Vorbereitung auf den Einstellungstest
Eine gezielte Vorbereitung erhöht deine Chancen auf ein gutes und erfolgreiches Abschneiden deutlich. Denn du gewinnst die Sicherheit, die am Ende den entscheidenden Unterschied machen kann.
In der Praxis haben sich diese Maßnahmen bewährt:
- Wiederhole mathematische Grundlagen.
- Übe Rechtschreibung und Grammatik.
- Trainiere die verschiedenen Varianten von Logik- und Konzentrationsaufgaben.
- Simuliere ganze Tests unter Zeitdruck.
- Behalte das aktuelle Zeitgeschehen im Blick.
- Informiere dich über den Beruf und die Bundeswehr als Arbeitgeber.
- Überlege, was dich als Person auszeichnet und zum optimalen Azubi macht.
Je besser du vorbereitest bist, desto ruhiger kannst du zum Test antreten. Denn du kennst die typischen Aufgabenarten und kannst dich auf deine Trainingsroutine stützen.
Fazit
Der Einstellungstest ist ein maßgeblicher Schritt für eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei der Bundeswehr. Er prüft dein Potenzial für den Beruf – mit Blick auf Wissen, Können, Persönlichkeit und Motivation. Eine systematische Vorbereitung schafft die Grundlage dafür, dass du mit Selbstvertrauen in den Test gehen kannst und so deiner Wunschlehrstelle ein großes Stück näher kommst.














